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ROCK AM RING 2006

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Ort: Nürburgring

Datum: 02.06.2006 - 04.06.2006

Rock am Ring 2006 – auch dieses Jahr hatte die Marek Lieberberg Konzertagentur wieder ein gutes Line-Up aufgestellt, das mich erneut zu einem Besuch des Nürburgrings animierte. Knapp 85.000 Zuschauer wollten zur Musik von METALLICA, DEPECHE MODE, TOOL, GUNS ’N’ ROSES und anderen hochkarätigen Bands des internationalen „Musik-Geschäfts“ abrocken. Zusammen mit dem „Rock im Park“ in Nürnberg gehört das „Rock am Ring“ zu einem der älteren und größten Festivals in Europa, und da sich im Line up fast immer für jeden Geschmack etwas findet, trifft man jedes Jahr die unterschiedlichsten Besucher in der Eifel.

Mittwoch – Donnerstag:

Um uns den Stress bei der Anreise zu ersparen, den wir letztes Jahr hatten (stundenlanges Warten vor den Campingparkplätzen) fuhren wir dieses Jahr bereits am Mittwoch vor Pfingsten los in Richtung Eifel. Da es Wochen zuvor nur geregnet hatte, erwarteten wir natürlich kein gutes Wetter, aber als wir dann auf unserem Campingplatz B5 ankamen, waren doch alle leicht erschrocken. An manchen Stellen sackte man bis zu 15cm tief in den Schlamm ein, aber egal, was tut man nicht alles für gute Rockmusik. Nach ein paar gefällten Bäumen als „Schlammblocker“ war aber auch dieses Problem in den Griff zu kriegen. Die Anreise verlief sonst allerdings problemlos, eine frühe Anreise ist auf jeden Fall zu empfehlen, wenn man sieht, wie sich am Donnerstag und Freitag die Autos stauen. Außerdem hatte man freie Platzwahl, was bei den Wetterverhältnissen auf jeden Fall von Vorteil war. Am Mittwoch und Donnerstag erkundeten wir nur ein wenig unseren Campingplatz, denn auf dem Gelände gab es ja noch nichts zu sehen. Dabei traf man allerdings die interessantesten Leute – so z.B. eine Gruppe Iren, die extra fürs Rock am Ring mit dem Auto aus ihrer Heimat angereist waren, da sie meinten, deutsche Festivals wären wesentlich besser als englische. So etwas hört man natürlich gerne. Auch sonst traf man wieder die üblichen Festivalbesucher mit lauten Notstromaggregaten, die betrunken feierten. Immer wieder schön so ein Campingplatz;)

Freitag:

Am Freitag ging es dann endlich mit dem Wesentlichen los. MUSIK! Das Festival begann, also machten wir uns recht früh auf in Richtung Festivalgelände. Denn um 14:50 spielte bereits STONE SOUR auf der Centerstage. STONE SOUR, das Nebenprojekt vom SLIPKNOT-Frontmann Corey Taylor (mal ohne Maske), hatte ich noch nie live gesehen, was unbedingt geändert werden musste. Es waren bestimmt schon ca. 10.000 Leute vor der Centerstage, als die Band mit ihrem Auftritt begann. Ihre Playlist war ein Mix aus alten und neuen Songs. Der Sound war für die Centerstage wirklich gut, und vor allem der Gesang von Corey kam sehr klar und sauber rüber. Beim letzten Song „Get Inside“, wohl einem der bekanntesten Titel, hörte man sehr gut, welche Stimmgewalt Corey Taylor besitzt, und das er auch anderes kann als rumzuschreien (OK – auf dem letzten SLIPKNOT-Album kann man das auch hören).

Danach gingen wir rüber zur Alternastage, um Pete Doherty zusammen mit seiner Band BABYSHAMBLES zu sehen. Den drogensüchtigen Doherty wollte ich gerne einmal live erleben, bevor er sich ähnliches antut wie damals Kurt Cobain. Doch wie so oft hatten die BABYSHAMBLES keine Lust zu ihrem Auftritt zu erscheinen (aus dem Ring-Radio von DasDing erfuhr man später, dass er angeblich am Barceloner Flughafen beim Spritzen von Methadon gesichtet wurde, so dass er nicht in den Flieger durfte – aber genaues wissen wir nicht!), jedenfalls waren sie nicht da, und alle waren maßlos enttäuscht. Marek Lieberberg versprach im Radio aber, dass sie auf jeden Fall noch auftreten würden, sollten sie denn erscheinen (dazu später mehr).

Also ging es für uns zurück zur Centerstage, um den Auftritt von ALICE IN CHAINS mitzubekommen. Ich wollte mal sehen, was die Jungs aus Seattle mit dem extra für die Tour rekrutierten Sänger William Duvall zu bieten haben. Und ich wurde positiv überrascht. Natürlich ist Layne Staley, der an seiner Drogensucht starb, nicht zu ersetzen, doch AIC klingt noch immer wie früher – nach einer Mischung aus Grunge und Metal. Allerdings war die Soundqualität nicht ganz so gut wie zuvor bei STONE SOUR, was aber auch daran gelegen haben kann, dass ich weiter hinten in der Boxengasse stand. Ein Highlight des Auftritts war wohl „Would?“, das die Band zusammen mit James Hetfield von METALLICA performte. Lässig cool kam dieser mit Sonnenbrille auf die Bühne, stellte sich ans Mikro, begrüßte den Ring, und fing an zu singen. Ein Klasse Auftritt, der vom Publikum auch begeistert gefeiert wurde.

Danach gingen wir los, um den Ring ein bisschen zu „erkunden“. Dabei hörten wir 2-3 Lieder von TOMTE aus der Entfernung. Zum Näher Rangehen hatten wir aber leider keine Zeit, denn auf der Centerstage sollten bald die DEFTONES erscheinen, die wir nicht verpassen wollten. Als es dann losging, war man aber irgendwie enttäuscht. Eine Formation mit so einem großartigen Potenzial wie die DEFTONES, aber der Sound total versaut. Auch Chino Moreno hatte sich deutlich verändert und massiv an Körperumfang zugelegt. Außerdem war es leider extrem voll vor der Bühne, da wohl viele KORN-Fans diese später aus der ersten Reihe sehen wollten. Aber jetzt waren erstmal die DEFTONES dran und das doch irgendwie geil mit Songs wie „My Own Summer (Shove It)“ oder „ Be Quiet And Drive (Far Away)“ zwei meiner Lieblingssongs von ihnen. Was allerdings alle verwunderte, war, dass sie „Back to School“ nicht spielten. Nach etwas mehr als einer Stunde war ein durchwachsener Auftritt der Kalifornier vorbei, aber den miesen Sound kann man ihnen wohl nicht zuschieben. Ich hoffe aber, die DEFTONES irgendwann noch mal mit fetterem Sound zu hören, denn diese Band ist einfach geil.

Danach kamen dann KORN, den vielen Leuten nach zu urteilen wohl der eigentliche Headliner des Abends. Nach einer längeren Umbauphase ging es dann wie immer mit „It’s On!“ los. Die Menge war irgendwie kaum zu halten… so dass ein wirkliches Ansehen des Konzertes nicht möglich war. Ständig ging es 10 Reihen nach vorn und wieder zurück… ohne eine Chance zum Eingreifen. Das wurde mir dann ein bisschen viel, also ging es ein Stück weiter nach hinten. Der Sound war dieses Mal wirklich gut (ich sollte am besten immer solange meine Position verändern bis es gut klingt), was man von einem Co-Headliner aber auch erwarten kann. Interessant war der zusätzliche Percussionspieler auf der Bühne, der wild im Hintergrund rumhantierte. Leider wurden bei einigen der bekanntesten KORN-Songs wie z.B. „Here To Stay“ auf den Leinwänden Kurzvideos gezeigt. Mal ehrlich KORN – toll das ihr so was könnt, aber das ist doch scheiße für die Leute, die weiter hinten stehen und auch gerne Live-Bilder der Band sehen würden, für die sie viel Geld bezahlt haben (das gleiche gilt übrigens für TOOL, aber die machen das ja nun immer, und da ist es wenigstens ne geile Video-Show). Sehr schön war vor allem ein Medley aus vielen bekannten Songs „Shoots And Ladders“/ „Need To“/ „Lies“/ „Make Me Bad“/ „Thoughtless“/ „A.D.I.D.A.S.“ – das hatte ich so noch nicht gehört. Natürlich kam zwischendurch wie jedes Mal auch wieder der Dudelsack von Jonathan Davis zum Einsatz. Als letztes Lied kam dann endlich „Blind“, auf das wohl alle gewartet hatten, denn hier wurde in der Menge richtig gepogt. Insgesamt fiel es auf, dass es sehr sehr voll beim KORN-Auftritt war, dagegen war es bei TOOL, dem eigentlichen Headliner danach, schon wieder um einiges leerer.

Und dann kamen sie. Nach einer langen Umbauphase kamen die Meister des Progressive-Rock/ Metals. Los ging’s wie immer mit dem Opener „Stinkfist“ des ersten TOOL-Albums „Enigma“. Der Sound war fett, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Der Soundtechniker wusste, was er machte – und TOOL spielte eine Supershow. Zu sehen gab’s von der Band natürlich mal wieder fast nichts… denn auf den Videowänden lief mal wieder eine der genial kranken Videoshows der Amis ab. Ein richtig geiles Set mit schönem Sound und netter Show, und ein wirklich guter Gesang des Sängers Maynard James Keenan.

Danach ging es rüber zur Alternastage. Wir wollten uns 2-3 Lieder von JAMIROQUAI ansehen, bevor es zum abendlichen Abschluss zu DREDG auf die Clubstage gehen würde. Wir schafften es sogar noch passend zu NELLY FURTADO, die auch einen guten Auftritt hinlegte. Zwar nicht meine Musik, aber dem sehr gemischten Publikum vor der Alternastage gefiel es anscheinend, was man an wild tanzenden älteren Paaren sah. Der Ring bietet halt etwas für jede Altersschicht, auch ne schöne Sache. Ich kannte auch nur das vorletzte Lied „Powerless“ von ihr, das live wirklich sehr gut klingt. Danach kam dann JAMIROQUAI. Wie immer trug Jay Kay, der Sänger, ein komisches Outfit: Ein knallbuntes Kostüm und einen kranken Hut (sah aus wie von einem Alien). Das tat der guten Musik allerdings keinen Abbruch. Die Acid-Jazz–Formation begann mit dem Song „Canned Heat“ bevor es danach mit bekannten Titeln wie “Space Cowboy“ weiterging. Das Publikum hatte auf jeden Fall seinen Spaß, denn die Combo macht live auf jeden Fall ordentlich Stimmung, und der Sound vor der Alternastage war wie immer gut abgemischt.

Doch wir entschieden uns trotzdem zu DREDG rüber zu wandern. Gesagt getan. Nachdem ich sie bereits in Bielefeld auf einer Visionsparty gesehen hatte (eins meiner besten Konzerte), erwartete ich mir viel von den Jungs aus Amiland. In nächtlicher Bühnenbeleuchtung spielten sie ein wunderschönes Set. Zu Liedern wie “Same ol’ road” oder „Catch without arms“ sah das Publikum ein fantastisches, melodiöses Konzert. Sänger Gavin Hayes mit seiner cleanen hohen Stimme, der nebenbei noch die Slide-Gitarre spielt, mit der einige der komischen Sounds der Band erzeugt werden, und seine Mitmusiker verstehen es wirklich, wunderschöne Kompositionen zu schreiben. Dieser Stil ist einfach einmalig, jedenfalls fällt mir keine vergleichbare Band ein. Auf jeden Fall ansehen, wenn man sie in der Nähe sehen kann.

Eigentlich wäre nun nach DREDG Schluss gewesen, aber nein, heute Nachmittag war doch mal ein Konzert ausgefallen. Genau: Die BABYSHAMBLES waren jetzt da. Nachdem die Roadies wirklich jedes Kabel auf der Bühne festgeklebt hatten, damit Pete es nicht herausriss (brachte aber überhaupt nichts), kamen die Engländer auf die Bühne. Entweder Pete ist ein wirklich guter Schauspieler oder er war bis zum Anschlag voll gedröhnt. Aber irgendwie klingt diese Band sogar noch recht gut. Sein undeutlicher Gesang passt prima zu den Songs der BABYSHAMBLES. Von seinen Ansagen war allerdings keine einzige wirklich zu verstehen. Und auch die angespielte Nationalhymne (was natürlich nicht funktionierte) oder das angesungene „Schni-Schna-Schnappi“ täuschten nicht darüber hinweg, was hier für ein kranker Mensch auf der Bühne stand. Der sieht wirklich aus, als ob er nicht mehr lange macht – musikalisch haben sie mich allerdings trotzdem überrascht. Gar nicht schlecht, was die so zu bieten haben, und wenn sie mal zu ihren Konzerten erscheinen, dann kann man dort richtig Spaß haben. Lieder wie „Fuck Forever“ haben einen wirklich interessanten guten britischen Indiesound.

Mittlerweile war es nach drei, und auf der Centerstage spielten wirklich GUNS ’N’ ROSES um Axl Rose herum. Ich habe nur 2 Lieder mitgekriegt, und diese fand ich wirklich schlecht. Das waren irgendwelche unbekannten neuen Songs, mit denen er aber nicht überzeugen konnte. Man merkte ihm auch das Alter an, so dass er bei den häufigen Soli die Bühne verließ (anscheinend konnte er nicht mehr). Da hätte ich mir doch mehr von GNR erwartet. Also ging es runter zum Zeltplatz. Auf dem Rückweg hörte ich von weitem dann noch „Paradise City“, das klang dann doch recht gut. Man versteht schon, wieso diese Band früher so gerockt hat, aber nach dem Zusammenbruch ist es wohl nicht mehr das Gleiche.

Samstag:

Am Samstag ging es ein bisschen später auf das Festivalgelände. Ich hätte mir zwar gerne ALEXISONFIRE angesehen, eine wirklich gute Emocore-Band aus Kanada, nur leider verschlief ich die Jungs. Also ging es dann zu BULLET FOR MY VALENTINE hoch auf das Festivalgelände. Wie immer spielten sie fast nur ihr Erfolgsalbum „The Poison“ mit seinen Singles rauf und runter. Viel mehr hat die junge Band ja noch nicht im Repertoire. Doch wie so oft war der Sound auf der Centerstage mal wieder mies. Ich weiß noch aus meinem Konzert in Köln, wie die Jungs live abgehen können, doch hier am Ring war davon wenig zu sehen. Nicht dass sie schlecht waren, man merkt wirklich, warum die Truppe so gehypt wird, aber sie können wesentlich mehr als sie heute gezeigt haben. Der Gesang des zweiten Sängers Michael Padge war z.B. kaum zu verstehen.

Also ging’s kurz vorm Ende weiter auf die Alternastage, um SOULFLY zu sehen. Doch dort gab es mal wieder Verschiebungen. Da BUSHIDO, der sowieso nicht ins Line up des heutigen Tages gepasst hätte, auf Anraten der Konzertagentur seinen Auftritt abgesagt hatte, kam es mal wieder zu Verschiebungen auf der Alternastage, so dass die Zeiten wieder nicht passten. Es spielten gerade CRADLE OF FILTH, die mir allerdings überhaupt nicht gefielen. Der Gesang ist nicht meine Baustelle, und auch sonst konnte ich mit der Musik wenig anfangen. Aber noch ein Wort zu BUSHIDO. Beim „Rock im Park“ wurde er wohl auf das Heftigste beschimpft und mit Bechern und Steinen beworfen. Er passte zwar nicht ins Line up und man muss ihn auch nicht mögen, aber jemanden tätlich anzugreifen, ist dann auch nicht nötig. Da sollte man als Rockfan/ Metaller doch ein bisschen toleranter sein. Es gibt andere Möglichkeiten, seine Abneigung auszudrücken.

Da auf der Clubstage gerade SOIL anfangen sollten, ging es als nächstes dorthin. SOIL hat ja durchaus den Ruf, eine wirklich gute Liveband zu sein, doch der Sound vor der Clubstage war leider schlecht, was ich bisher eher selten erlebt habe. Die melodischen Vocals zusammen mit den harten Screamparts und dem passenden Backgroundgesang sind aber trotzdem eine sehr geile Mischung. Auch die Gitarren kommen zwischendurch sehr gut und stimmig rüber. Gutes Songwriting, was diese Jungs besitzen.

Trotzdem blieben wir nur den halben SOIL-Auftritt vor Ort, um noch etwas von SOULFLY zu sehen, die gerade auf der Alternastage begannen. Also fix rüber gegangen und Max Cavalera mit seiner aktuellen Besetzung sehen. Die Bühne war in eine riesige Brasilienflagge gehüllt, und Max war wirklich gut drauf. Seine Screams kamen sauber, laut und präzise wie immer. Bei Songs wie „Back to the Primitive“ war das halbe Publikum am Pogen, ein wirklich netter Anblick. Dieser Mann hat einfach so viel Bühnenerfahrung, dass er weiß, wie man die Leute mitreißt. Der Sound war gut abgemischt und auch die Songauswahl gut, denn die bekanntesten Lieder waren alle vertreten. Ein Highlight war wohl als „sein Sohn“ (?) auf die Bühne kam und mit ihm zusammen einen Song sang. Schon krass, der Junge hat genau die gleiche Screamstimme mit dem gleichen Volumen wie sein Vater, und das in diesen jungen Jahren.

Nach einem relativ kurzen Auftritt (nicht mal 45min) ging es dann rüber zur Centerstage, um sich für METALLICA ein vernünftiges Plätzchen zu erkämpfen. Allerdings kamen davor noch REAMONN, die es für mich eher zu ertragen galt. Nicht dass die deutsch-irische Band schlecht wäre, aber meine Musik ist das beim besten Willen nicht. Den Sound fand ich nicht gerade optimal, ob die Mischer wohl schon alles für METALLICA eingestellt hatten? REAMONN spielten zum Großteil ihre chartbekannten Hits wie „Supergirl“, „Josephine“ oder „Allright“ runter. Nach einer für einen Co-Headliner kurzen Spielzeit von ca. 1:15 verließen die Jungs dann auch die Stage und machten Platz für die Band des Tages bzw. des Festivals. METALLICA kamen mal wieder nach 2003 exklusiv zum Ring.

Nach einer langen Umbauphase und erneuten großen Schiebereien um den besten Platz im Publikum (manche Leute merken einfach nicht, wenn der vordere Wellenbrecher zu ist), ging es dann pünktlich um 22 Uhr mit den Metal-Veteranen los. Nach dem Intro folgte „Creeping Death“, und endlich wurde das Publikum ein bisschen „ruhiger“, so dass man das Konzert genießen konnte. Was gibt dazu zu sagen – Sound und Show wie immer top. Hetfield wanderte viel auf der Bühne herum und hatte sich extra an verschiedensten Positionen Mikros aufbauen lassen. Das Spiel der einzelnen Musiker passte perfekt zum Gesamtbild, obwohl man doch merkt, dass es bessere Schlagzeuger als Lars Ulrich gibt. Aber zum typischen METALLICA-Sound passte er einfach. Man merkte, dass die 4 aus den Staaten wirklich Lust auf ein geiles Konzert hatten. So kam es dann auch dazu, dass James Hetfield verkündete, dass man 20 Jahre nach der Veröffentlichung des Erfolgalbums „Master of Puppets“ dieses komplett live spielen werde. „Geil“ dachte sich wohl das Publikum, und zu Songs wie „Battery“ und „Master of Puppets“ sangen fast alle mit. Eine wirkliche Gänsehautstimmung! Gespielt wurden die Songs auch genau in der gleichen Reihenfolge wie auf „Master of Puppets“. Vor allem für die ältere Generation im Publikum war das genau das Richtige. Von den neueren Sachen wurde dafür leider eher wenig gespielt. Obwohl sie ihren Stil mittlerweile doch arg verändert haben, hätte ich gerne mehr davon gehört. Denn schlecht sind auch die nicht, und die teilweise recht langen Gitarrrensoli der alten Tracks sind nicht unbedingt das, was ich am liebsten höre. Nachdem das komplette „MoP“-Album gespielt worden war, ging es dann das erste Mal von der Bühne.

Es folgte die erste Zugabe, in der dann auch „Nothing Else Matters“ „One“ und „Enter Sandman“ präsentiert wurden. Wohl die bekanntesten und beliebtesten METALLICA-Titel, bei denen auch wirklich fast jeder mitsang. Ein krasses Gefühl, wenn um die 60.000 Fans singen und abgehen… das war wirklich geil. Dann ging es noch mal kurz von der Bühne, bevor mit „Last Caress“ sowie „Seek & Destroy“ die beiden letzten Songs des Abends kamen. Es gab noch ein kleines Feuerwerk, und nach knapp 200 min war ein wirklich geiles Konzert vorbei. Die Jungs ließen sich noch eine Weile auf der Bühne feiern, denn man merkte ihnen wirklich an, wie viel Spaß sie am Gig hatten.

Ein wirklich guter Headliner war vorbei, und ich entschied mich noch zu einem Besuch der Alternastage, wo gerade TURBONEGRO beginnen sollten. Die Jungs von der Turbojugend sieht man ja überall, also wollte ich mir auch mal deren Lieblingsband ansehen. Die Norweger mit ihrem unorthodoxen Sound des Death Punks kamen wie immer in ihren kranken Outfits auf die Bühne. Vor allem der Sänger Hans Erik Dyvik-Husby sah doch eher lächerlich aus in seinem „Bauch weg Gürtel Kostüm mit schlechtem Umhang“. Der Musik tat das aber keinen Abbruch, und auch die Zuschauer hatten wohl noch richtig Lust. Nach ein paar Songs ging ich dann aber lieber auf den Zeltplatz. Der Sound war zwar gut, aber richtig warm werden wollte ich nicht mit TURBONEGRO. Ist irgendwie nicht ganz mein Genre, aber wer es mag, soll es sich gerne anhören.

Ich war dann noch kurz im COKE DJ CLUB CULTURE Zelt, in dem gerade AFRIKA BAMBAATAA auflegte. Er war mit 2 Hip Hoppern angereist, die einen guten Freestyle hinlegten. Klang interessant, und einige fanden es wohl auch richtig gut. Für mich war das aber eher nix, also ging es runter zum Zeltplatz. Aber immerhin mal gesehen;)

Sonntag:

Am Sonntag hieß es für mich eigentlich den ganzen Tag an der Centerstage zu bleiben. Los ging es mit einem nationalen Act. Die SPORTFREUNDE STILLER gaben sich die Ehre. Es war bereits sauvoll vor der Bühne, und die Jungs rockten was das Zeug hält. Bei der Masse an Leuten hätten die drei Münchener genauso gut als Co-Headliner spielen können, denn das Potenuial haben sie auf jeden Fall dafür. Den ganzen Tag war die Stimmung auch nicht mehr so gut wie beim Auftritt der Sportis. Los ging es mit ihrem WM-Song „’54, ‚74, ‚’90, ‚’2006“ den wirklich jeder mitsingen konnte. Was ein Erlebnis – geschätzte 40.000 Menschen singen zusammen ein Fußballlied in unglaublicher Lautstärke. Einfach geil! Das klingt fast so beeindruckend wie die gleiche Anzahl an Menschen, die „Rüdiger“ schreit. Der Soundmix war gut gelungen. Die SPORTFREUNDE STILLER haben vielleicht nicht das komplizierteste Songwriting, aber einfache schöne Lieder, die Spaß bereiten und die jeder mitsingen kann. Zum Abschluss gab es dann „Ein Kompliment“, das wohl bekannteste Sportis-Lied. Ein wirklich schöner Auftritt, den die 3 hier boten und ein Beweis, dass auch eine deutsche Band beim RAR headlinerwürdig ist.

Weiter ging es nach einer kurzen Umbauphase mit FRANZ FERDINAND aus Schottland. Ihre Musik ist eine Mischung aus Britpop, Postpunk und New Wave. Die Band, die erst 2001 gegründet wurde, hatte durch ihre Single „Take me Out“ und dem selbstbetitelten Debütalbum einen kometenhaften Aufstieg. Live gefielen sie mir wirklich gut: Klasse Sound, klasse Musiker. Gespielt wurde ein Mix aus Liedern des ersten und zweiten Albums, die sich stilistisch doch teilweise recht deutlich unterscheiden. So klingt das zweite Album insgesamt rockiger. Auf jeden Fall eine Band, die es lohnt anzusehen.

Danach kam dann der Co-Headliner des heutigen Abends. PLACEBO – nicht gerade meine Lieblingsband, aber sehen wollte ich sie trotzdem mal. Die Band, am ehesten wohl dem Rock/ Alternative zuzuordnen, überzeugte ebenfalls durch eine gute Leistung. Der Sound stimmte, doch irgendwie wollte der Funke nicht so recht auf das Publikum überspringen. Selbst bei bekannten Songs wie „The Bitter End“ oder „Song To Say Goodbye“. Überrascht war ich vor allem vom Gesang. Die hohe Stimme des Sängers Brian Molko kam live wirklich gut rüber, was ich so nicht erwartet hatte. Aber irgendwie sahen die Musiker auch ein bisschen lustlos aus, als ob sie lediglich ihre Setlist runterspielen wollten. Welten zur Bühnenshow z.B. von METALLICA.

Danach kamen dann DEPECHE MODE, der Headliner des heutigen Tages und der Abschluss auf der Centerstage. Fan der Briten kann man mich zwar nicht nennen, aber diese Ausnahmeband des Synthie Pops wollte ich mir auch nicht entgehen lassen. Los ging es mit dem Song „A Pain That I’m Used To”. Danach folgten neuere Sachen à la „ Suffer Well“ oder „Precious“. Der Gesang von Dave Gahan und Martin Lee Gore wusste wirklich zu überzeugen. Und mal wieder gab es wenig zu sehen auf den Leinwänden – auch DEPECHE MODE fand es toller, irgendwelche Videos auf den Leinwänden zu zeigen. Passte zwar zu den Songs, war aber trotzdem nervig, vor allem für die hinteren Reihen. Na ja, ich hatte das Glück, freien Blick auf die Bühne zu haben. Die Zuschauer waren zwar begeistert, aber von der METALLICA-Stimmung war man weit entfernt. Lediglich bei „Enjoy The Silence“, das wirklich jeder kannte, war es vergleichbar. Irgendwie schade für den Abschiedsheadliner, das mag aber auch an der eher unpersönlichen Bühnenshow der Engländer liegen. Nach ca. 165 min war die Show dann vorbei und die meisten Leute zogen sich auf ihre Campingplätze zurück.

Ich wollte mir noch BELA B. Y LOS HELMSTEDT auf der Alternastage ansehen. Mal schauen, was 1/ 3 der ÄRZTE live leisten kann. Da er nur ein Album hatte, war es klar, dass er dieses einfach durchspielen würde. Zwischendurch hatte er immer wieder 3 heiße Tänzerinnen auf der Bühne, die das Publikum anheizen sollten. Außerdem gab es ein Duett mit einer Sängerin (Claudia Stoebner). Ein Highlight war wohl der Song „1.2.3. …“, den er zusammen mit Charlotte Roche performte. Schön. Bela selbst agierte vorwiegend an der Gitarre und war nicht am Schlagzeug zu finden. Der Sound war gut gemischt und die Vocals sehr clean gesungen. Das können Sie Herr Bela B.! Zwischendurch gab es immer die gewohnt witzigen Ansagen, „Wie geil es z.B. ist ein Rockstar zu sein – Frauen Musik…“. Kurz vor Schluss wurde der Berliner dann noch mal ernsthaft. Er spielte ein Lied, das es umsonst auf seiner Homepage zum Download gibt. „Deutsche kauft nicht bei Nazis“ heißt der Titel, der vor allem gegen das Verschenken von Rechts-Rock-CDs auf deutschen Schulhöfen appelliert. Eine super Sache, wie Bela mal wieder Flagge gegen rechte Idioten zeigt. Zum Abschluss spielte er dann noch seine Single „Tag mit Schutzumschlag“ bei der das Publikum noch einmal kräftig mitsang, bevor das „Rock am Ring 2006″ vorbei war. Insgesamt klingen die Solosongs von Dirk Felsenheimer ernsthafter als die meisten ÄRZTE-Produktionen, geniale Texte gibt’s aber trotzdem.

Das war es dann wieder für 1 Jahr mit der Eifel. Ein wieder mal schönes Festival mit neuen Bekannten war vorüber. Obwohl es dieses Jahr recht überfüllt war, und es vor den Bühnen recht großes Gedränge gab, war das Line up doch wieder klasse. Weiter so MLK und ich bin auch nächstes Jahr wieder dabei, wenn es heißt: Das Rock am Ring 2007 öffnet seine Pforten.

Copyright Fotos: Nils Baumeister

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