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ROCK HARD FESTIVAL 2007 – TAG 2

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Ort: Gelsenkirchen - Amphitheater

Datum: 26.05.2007

Der Samstag

Nachdem es in der Nacht ordentlich Erfrischung aus den Himmelsschleusen gab, hoffte die Metal-Gemeinde nun, dass der bewölkte Himmel das kühle Nass an diesem Tag bei sich behalten würde, wollte man sich doch lieber mit Gerstensaft und nicht mit Regen erfrischen!

Den Einstieg besorgten an diesem Tag die Koblenzer METAL INQUISITOR, welche druckvoll mit klassischen Metal-Krachern der Marke „Doomsday for the Heretic“, „Daze of Avalon“ und dem abschließenden „RIF“ schon am „frühen Morgen“ für ordentlich Stimmung sorgten.

Wer jetzt noch nicht richtig wach war, wurde nun mächtigst durchgeschüttelt, knallten doch die Thüringer MAROON mit ihrem core-lastigen Death/ Thrash mächtig auf die Zwölf! Nicht nur musikalisch mittlerweile deutlich akzeptiert, mausern sich die Brüder Moraweck und ihre Mannen auch äußerlich mit Kutte und langen Mähnen mehr und mehr zu waschechten Bangern und unterstrichen dies live auch mit brachialen Granaten der Marke „The Worlds Havoc“, „Annular Eclipse“, „Shadow of the Vengeance“ oder dem Über-Killer „Wake up in Hell“, bei denen die Fans eindrucksvoll bewiesen, dass es im Pit auch ohne Violent Dancing mächtig abgehen kann! Gute Laune war bei solch guten Reaktionen natürlich auch auf der Bühne angesagt, MAROON zockten tight wie Hölle und ließen trotz unzähliger Live-Shows nie ein Gefühl von einem Routine-Auftritt aufkommen. So spaßte Shouter Andre mit seinen Kollegen und witzelte über die Kumpels von HEAVEN SHALL BURN und NEAERA. Den Gnadenschuss gab man der gut mitgehenden Menge dann noch mit einer kurzfristig einstudierten Cover-Version von SODOMs „Ausgebombt“, welche aber nicht wirklich zu Andres Stimme passte. Dennoch ein gelungener Abschluss des sehr kurzweiligen Gigs.

Nach Klassik Metal und modernem Geballer war es nun zum ersten Mal an diesem Wochenende Zeit, die kämpferischen Nordmannen in die Arena zu lassen! Und diese wurde – ausgestattet mit Fell-Hosen, blutig gekennzeichnet und neben Gitarre und Bass auch mit Akkordeon und Geige bewaffnet – gestürmt. „Battle Metal“ war also angesagt und die Finnen machten auch an diesem Nachmittag keine Gefangenen. Schnell hatten die Wikinger die Menge in ihren Bann gezogen und so kamen mehr und mehr zuerst weniger interessierte Leute ins Rund, um zu schauen, wer denn da so abging. Und auch vor der Bühne wurden grüne Monster und befellte Krieger gesichtet, welche die neue Kunde verbreiten sollten. Denn in Kürze erscheint mit „The Varangian Way“ das neue Album der kriegerischen Finnen und mit weiteren fetten Songs und der hier an den Tag gelegten Power, sollten TURISAS verdientermaßen bald zu den großen FINNTROLL und ENSIFERUM aufschließen können.

Weniger zum Kampf, sondern mehr zum Feiern angetreten waren die Humppa-Experten KORPIKLAANI, die den Kessel sogleich mit Hymnen wie „Korpiklaani“, „The Hunting Song“ (inkl. „Black Sabbath“-Einlage), „Journey Man“, sowie natürlich „Beer,Beer“ und „Happy Little Boozer“ in ein Tollhaus verwandelten. Wenn diese sympathischen Nordlichter erstmal richtig loslegen, gibt es weder vor noch auf der Bühne ein Halten. Da wurde gesprungen, gemosht, getanzt, die Crowdsurfer flogen und sogar eine Bier-La Ola schwappte einmal durchs gesamte Amphitheater. Party-Stimmung pur! Da sah man selbst Teletubby Bruder Cle beschwippst über die Tribünen hüpfen…

Mit „die ersten und größten Hits, die MANOWAR nicht mehr spielen“ wurde der ehem. MANOWAR Klampfer/ Songwriter ROSS THE BOSS angekündigt. Um diese auch stimmlich angemessen umsetzen zu können, holte sich die Gitarren-Legende mit Patrick von IVORY KNIGHT einen richtig guten Sänger in die Band. So wurden „Gloves of Metal“, „Hail and kill“ und natürlich „Fighting the World“ eindrucksvoll von Ross und seiner Band in Szene gesetzt und von der Fan-Meute angemessen honoriert. Sicherlich kann man darüber streiten, ob solch ein Special-Set wirklich von Nöten ist. Sieht man aber die Stimmung, welche diese Hymnen nach all den Jahren immer noch auslösen, kann man sich sicher sein, nichts falsch gemacht zu haben. Falsch gemacht und sich damit ziemlich in die Nesseln gesetzt hat sich Rock Hards Bruder Cle recht ordentlich. So wurde ihm seine Teletubby-Torkel-Einlage auf der Bühne während dem „Valhalla/ Defender“-Medley vom Großteil der Fans ziemlich übel genommen. Der gute Herr kann sich bei den Ansagen und auf dem Gelände an sich zum Affen machen, wie er will, aber wenn die Band gerade zur Höchstform aufläuft, sollte der gute Kollege seinen Enthusiasmus doch wohl besser etwas im Zaum halten.

Nach so viel Party-Mucke und Schwelgen in Erinnerungen, war es nun an der Zeit, mal wieder mächtig aufs brachiale Gas-Pedal zu drücken. Doch bevor die polnischen Dampfhammer los legen durften, stellte Rock Hard-Chef Götz erst mal das Event „Metalheads gegen Rechts vor“, bei dem sich fünf deutsche Metal-Clubs spontan zusammen geschlossen haben, um der braunen Grütze Einhalt zu gebieten. Respekt!

Doch dann war es soweit und die polnischen Death Metal-Experten von VADER legten los und zeigten von der ersten Sekunde an, wo hier der Hammer hängt. „Sothis“, „Xeper“, „Kingdom“, „Silent Empire“, „This is the War“, das zum Teil in Deutsch vorgetragene „Helleluyah (God is dead)“ und natürlich “Back to the Blind“ sorgten für ein Mosh Inferno sondergleichen. Kein Wunder, würde die Death Metal-Fraktion doch wenig Futter bekommen an diesem Wochenende, nachdem KATAKLYSM ja leider abgesagt hatten. Da sind die brachialen First Class-Deather aus Polen natürlich mehr als willkommen und wurden auch dementsprechend und vor allem zu Recht abgefeiert. So ballerten VADER die gut gefüllte Arena zum Ende hin noch mit einer fetten „Raining Blood“-Version in den Death Metal-Himmel und verließen umjubelt die brennende Erde des Amphitheaters.

Auch schon seit gut über 15 Jahren sind nun ARMORED SAINT unterwegs und sowohl Sänger John Bush (mit ANTHRAX) und Bass-Legende Joey Vera (auch FATES WARNING) waren schon auf dem Rock Hard Festival zu Gast. Nun kehrten sie zurück, um die Metal-Gemeinde mit weiteren Hits wie „Lesson well Learned“ und „March of the Saint“ zu beglücken. Dabei war vor allem der Anblick von John Bush etwas sehr gewöhnungsbedürftig, rockte der Sänger doch erstmal mit Jogging-Jacke und Vollbart, um sich dann zum Ende vollends der Oberbekleidung zu entledigen. Und auch wenn Joey Vera auch an diesem Abend am Bass mehr als herrschte und die Band so einige Meter auf der Bühne zurücklegt, wirkte dieser Auftritt der Rocker aus L.A. doch eher routiniert als motiviert, spielerisch aber dennoch über jede Kritik erhaben. Dennoch wäre etwas mehr Power wünschenswert gewesen, so dass die 75 Minuten Spielzeit am Ende doch etwas langatmig wurden…

Bay Area at it’s best stand jetzt auf dem Programm. Schon seit Jahren wurde versucht, die legendären DEATH ANGEL endlich nach Gelsenkirchen zu holen. Dieses Jahr hat man es geschafft und wurde mit einer energiegeladenen Show inkl. Nackenbrechern wie „Mistress of Pain“, „Seemingly Endless Time“ oder auch „Thrown to the Wolves“ belohnt. So fegte Sänger Mark Osegueda, wie ein Derwisch über die Bühne und die Axt-Fraktion um Ted Aguilar und Rob Cavestany sorgte für ein Hammer-Riff nach dem anderen. Leider hatte der bisher so wacker durchgehaltene Wetter-Gott nicht genug Lust auf Metal und bescherte den ordentlich abfeiernden Mähnenschüttlern ein deftiges Gewitter, welches einen Großteil (inkl. dem Schreiberling) aus der Arena scheuchte, um sich an den umliegenden Fress/ Trink/ Merch-Buden unterzustellen…

Was ein echter Wikinger ist, der lässt sich auch von Regen nicht abhalten, in den Krieg zu ziehen. So standen pünktlich die großen Schilder, die Runen-Schriftzüge und auch die beiden Krieger bereit, um den Death Metal-Helden aus Schweden einen angemessen Einzug ins Amphitheater zu gewährleisten. Und die, die beim nachlassenden Regen wieder den Weg auf die Stein-Tribünen und den Innenraum fanden, wurden mehr als belohnt. So legten AMON AMARTH gleich fett mit „Valhall awaits me“ los und pusteten die Regenwolken mehr und mehr in die Ferne. Es ist immer wieder erstaunlich, welch eine Energie diese Vikinger mit ihren Songs in die Menge blasen. Und wer es sich leisten kann, schon als dritten Song den Überknaller „Death in Fire“ im Set zu haben, der muss noch einiges in Petto haben. Und das haben Johan Hegg und seinen Gefährten ohne Frage. Während das Quintett auf der Bühne mit synchronem Propeller-Banging und mächtigen Riffs für Alarm sorgte, wurden davor Kracher wie„Bleed for Ancient Gods“ genau so abgefeiert wie „Cry of the Black Birds“, „Masters of War“ oder auch „Fate of Norns“. Es ist wieder und wieder beeindruckend, mit welcher Wucht AMON AMARTH ihre Kampf-Geschichten in die steil gehende Masse an Metallern walzen. Einen solchen Enthusiasmus und ein derartiges und vor allem immer wieder auftretendes Mosh-Inferno kennt man sonst nur von den legendären BOLT THROWER. Ob die Schweden je einen ähnlichen Status wie die großen Briten erreichen werden, wird abzuwarten bleiben. Unstrittig dürfte allerdings sein, dass AMON AMARTH auch dieses Jahr wieder den würdigen Abschluss des Tages geboten haben!

Copyright Fotos: Karsten Rzehak außer AMON AMARTH (Cynthia Theisinger)

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