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ROCK HARD FESTIVAL 2011 – TAG 1

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Ort: Gelsenkirchen - Amphitheater

Datum: 10.06.2011

Es ist Pfingsten, es ist Freitag, es ist der erste Tag vom Rock Hard Festival 2011! Und dies sollte so einige Highlights bereithalten! Aber wie immer bei einem Festival steht über allem erstmal die Frage: „Hält das Wetter?“. Die Voraussagen fielen unsicher aus, aber die dicke Wolkendecke und der erste Regenguss auf dem Weg in den Ruhrpott machten schon klar, dass es zumindest an diesem Tag nicht wirklich trocken bleiben würde.

Doch als der Festival-Tag für den Terrorverlag dann mit den chilenischen Doom-Helden PROCESSION startete, war vorerst alles gut! Die Metal-Gemeinde war schon recht zahlreich angetreten und auch das Trio aus Südamerika kam sichtlich motiviert auf die Bretter des Amphitheaters! Und die Jungs bewiesen auch sofort, dass Doom nicht gleich Depri auf der Bühne bedeuten muss, sondern vor allem mächtig rockt! Ob nun das ältere „Raven of Disease“ oder „Road to the Gravegarden“ vom Meisterwerk „Destroyers of Faith”, diese Songs reißen auch bei Tageslicht mit! Besonders der neue Mann am Bass bewies dies in rockender Perfektion während Gitarrist/ Sänger Felipe mit satten Riffwänden und eindringlichen Vocals voll überzeugen konnte. Diese Jungs können gerne bald wiederkommen! Nur der einfallende Gewitter-Schauer war so gar nicht nach dem Geschmack der abfeiernden Fans…

Die Berliner Death Metal-Institution wurde im Jahr 20 nach Gründung mit ihrem Album „Seeds of Devastation“ ordentlich abgefeiert und auch unter den Anwesenden im steinigen Rund sah man mehr als ein Shirt der deutschen Combo. An diesem Nachmittag allerdings konnten mich POSTMORTEM nicht zwingend vom Hocker reißen. Zwar sind aktuelle Tracks wie „Give us Hate“ oder „Ghost from the Warship“ satte Death Metal-Walzen, die sich auch live vor ihren deutlich erkennbaren Vorbildern, den frühen HYPOCRISY, kaum verstecken müssen. Auf die Spielzeit gesehen macht sich aber doch ein Unterschied bemerkbar, hier wirkt das Set von POSTMORTEM auf Dauer etwas monoton. Dennoch ließ sich der Pit vom engagierten und spielfreudigen Auftritt der Berliner nur zu gerne in Fahrt bringen, wurde nach den eindringlichen PROCESSION doch nun endlich das Tempo deutlich angezogen!

Schon jetzt stand eine Band an, die von vielen Festival-Besuchern im Vorfeld als eines der großen Highlights genannt wurde. PRIMORDIAL dürften mit „Redemption of the Puritans Hand“ nun endgültig den großen Wurf gelandet haben und so war der Jubel groß als A. A. Nemtheanga und seine Mannen die Bühne betraten und die Meute auch gleich mit dem ersten Riff von „No Grave deep enough“ fest im Griff hatten. Der Sänger, natürlich in seinem bekannten, blutigen Stage-Outfit unterwegs, hat sich über die Jahre zu einer der eindrucksvollsten Persönlichkeiten im extremen Metal gemausert und auch heute strotzte der Ire nur so vor Selbstbewusstsein! In der Songauswahl konzentriert man sich live mittlerweile mehr auf die Songs mit den heiser-cleanen Vocals, was dem Sound von PRIMORDIAL eh am besten steht. Und auch live bringt Nemtheanga seine Lyrics intensiv, inbrünstig und gestenreich an den Mann, während seine Kollegen sich mehr auf ihr vielseitiges Spiel konzentrieren! Der Übersong „Lain with the Wolf“ und natürlich die umjubelten Hits „As Rome burns“ und das abschließende „Empire Falls“ rundeten ein Set ab, welches schon fast eines Headliners würdig war!

Weiter in dem sehr düster ausgelegten Freitags-Billing ging es mit ENSLAVED. Seit über 20 Jahren beeinflussen die Norweger nicht nur maßgeblich die Pagan/ Black Metal-Szene, sondern im Prinzip die gesamte Sparte des extremen Metal bzw. sogar den Metal im Allgemeinen. Und es ist einfach herrlich zu sehen, wie eine Band, die seit Jahren schon so aktiv und so etabliert ist, mit einer mitreißenden Spielfreude agiert, von der sich so manche frische, junge Band einiges abgucken kann. Allen voran natürlich Gitarrist Ice Dale (I, DEMONAZ, GORGOROTH etc. pp.), der mit freien Oberkörper mächtig abrockte. Aber auch die Leader und Bandgründer Grutle Kjellson (Bass, Vocals) und Ivar Bjornson (Gitarre) haben noch immer sichtlich Spaß, ihre eindrucksvollen Pagan Hymnen von ihren Meisterwerken „Isa“, „Vertebrae“, „Ruun“ und natürlich „Axioma Ethica Odini“ live zu zocken, von denen natürlich „Return to Yggdrasil“, aber auch „Giants“ zu den großen Highlights gehörten. Dabei wurden Grutles infernalischen Screams auch live von dem klasse cleanen Gesang von Keyboarder Herbrand Larsen optimal ergänzt! Aber auch ihre Anfänge vergessen ENSLAVED nie und so holte man mal eben „Allfadr Odinn“ von der Debüt-EP „Hordanes Land“ aus dem Köcher und blies damit nicht nur mich völlig vom Hocker. Aber auch die eindrucksvolle Coverversion von LED ZEPPELINs „Immigrant Song“ konnte auf ganzer Linie überzeugen! Nach diesem Auftritt mussten TRIPTYKON schon einiges bieten!

Setlist ENSLAVED
Ethica Odini
Raidho
Fusion of…
Ground
Return to Yggdrasil
Giants
Lightening
Ruun
Allfadr Odinn
Immigrant Song

Sowieso hatte Tom Gabriel Fischer aka Warrior einigen Grund, eine starke Show zu bieten! So musste er vor wenigen Jahren die Headliner-Show von CELTIC FROST aus gesundheitlichen Gründen kurz vor Beginn absagen und beim nächsten Versuch ging die legendäre Band gleich komplett den Bach runter… nun also mit TRIPTYKON. Und dies sieht Fischer, der gleich mit „Warrior“-Sprechchören begrüßt wurde, bekanntermaßen als direkten Nachfolger von CELTIC FROST und natürlich HELLHAMMER. Dies spiegelt sich auch in der Setlist wider – an diesem Abend besonders. So rockte das Quartett gleich mit „Procreation of the Wicked“, „Goetia“ und sogar „Circle of the Tyrants“ los. Diese Songs mal mit Fischer live zu erleben, war nicht nur für mich schon alleine etwas Besonderes, aber die gesamte Show erzeugte eine Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen konnte. Und wie eng TRIPTYKON, HELLHAMMER und CELTIC FROST verwoben sind, zeigte sich daran wie gut sich z.B. die Songs „Abyss within my Soul“ (TRIPTYKON), „Babylon Fell“ (CELTIC FROST) und „The Third of the Storm“ (HELLHAMMER) live ergänzen. Das präzise Spiel von Gitarrist V.Santura (DARK FORTRESS), Vanja Slajh (Bass), sowie Norman Lonhard (Drums) und die knurrige Stimme des Warriors geben auch den alten Songs eine ganz neu Dimension! Zumal es bei den Musikern auch untereinander zu stimmen scheint, beobachtet man die Band auf der Bühne! Mit „Triumph of Death“ hatte Fischer noch ein besonderes Highlight im Set parat! Diese einzigartigen Songs zusammen mit dem starken spielerischen Auftritt der Band, der düster-atmosphärischen Light-Show und der an sich, und da mag unken wer will, außergewöhnlichen Ausstrahlung eines Tom Gabriel Fischer machten TRIPTYKON an diesem Abend wirklich zu einem mehr als würdigen Headliner. Da machte es auch nichts aus, dass passend zu dem tiefschwarzen Sound der Himmel ein weiteres Mal seine Schleusen öffnete…

Setlist TRIPTYKON
Cruxifiction
Procreation of the Wicked
Goetia
Circle of the Tyrants
Babylon Fell
Abyss within my Soul
The Third of the Storm
Messiah
Triumph of Death
Synagoga Satanae
The Prolonging
Winter

Copyright Fotos: Michael Werneke

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