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ROCK IM POTT 2013

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Ort: Gelsenkirchen – Veltins-Arena

Datum: 18.08.2013

Wenn sich langsam die Open-Air-Saison dem Ende zuneigt, ist es schön, noch einmal eine geballte Portion Rock auf die Ohren zu bekommen. Das dachten sich auch die Macher vom ROCK IM POTT und hoben im vergangenen Jahr dieses Eintages-Festival aus der Taufe. Gut 40.000 Besucher waren 2012 dabei, als die RED HOT CHILI PEPPERS, PLACEBO und Co. auf Schalke rockten und auch in diesem Jahr waren es immerhin etwa 30.000 Musikbegeisterte, die den Weg in die Veltins-Arena gefunden hatten, wo unbeeindruckt von irgendwelchen Regenschauern im multifunktionalen Stadion der Königsblauen sechs Bands den Anwesenden einheizten.

BIFFY CLYRO

Den Reigen eröffneten BIFFY CLYRO, die mit ihrer aktuellen Platte „Opposites“ so richtig durchstarten konnten. Live wurden Simon Neil (Gesang & Gitarre), James Johnston (Bass & Gesang) sowie Drummer Ben Johnston von Mike Vennart am zweiten Sechssaiter und Keyboard-Mann Gambler (beide von den inzwischen liquidierten OCEANSIZE) unterstützt und gemeinsam ließ man auch gleich mal gar nichts anbrennen. Während im Hintergrund das Cover der bereits erwähnten Doppel-LP prangte, erklärte ein „We Are Family“-Intro das Treiben auf der Stage für eröffnet und nach der deutschsprachigen Ansage „Guten Tag, wir sind BIFFY CLYRO. Wir kommen aus Schottland.“ gingen die Herrschaften auch gleich einmal mit „Stingin’ Belle“ vom jüngsten Top-5-Album in die Vollen. Daran, dass die Kernmannschaft von vorneherein mit blankem Oberkörper an die Arbeit gegangen war, konnte man bereits erahnen, dass hier kein entspanntes Mittagsschläfchen zu erwarten war und zweifellos die Jungs in den 18 Bandjahren nicht müde geworden sind, wie sie auch mit dem hymnischen „The Captain“ vom 2009er „Only Revolution“ unter Beweis stellten. Auch wenn die Scotsmen es wie bei „Sounds Like Balloons“ mal etwas ruhiger angehen ließen, blieb der Vortrag doch immer sehr energiegeladen, was beispielsweise auch für den Titeltrack „Opposites“ mit seiner reduzierten Instrumentierung oder das ausschweifende „Many of Horror“ galt. Auf große Gesten verstehen sich BIFFY CLYRO übrigens auch, wie sie mit „Biblical“ zu unterstreichen wussten, ehe es dank „That Golden Rule“ wieder aufs Ganze ging. „Bubbles“ lud derweil zum Tanzen ein und mit „Black Chandelier“ stand dann DER Song auf dem Programm, mit dem das Trio endgültig auch hierzulande seinen Durchbruch feierte. Kopfnicken und Fußwippen waren zum Schluss noch bei „Mountains“ angesagt, dann endete auch schon die dreiviertel Stunde des flotten Dreiers, dem ich gern noch länger zugehört hätte. Im November/ Dezember kommen BIFFY CLYRO jedoch noch mal auf Headliner-Tour, dort können sich Bedürftige dann noch einen Nachschlag holen.

Setlist BIFFY CLYRO
Stingin’ Belle
The Captain
Sounds Like Balloons
Biblical
Opposite
That Golden Rule
Many of Horror
Bubbles
Black Chandelier
Mountains

DEFTONES

Zur besten Kaffeezeit standen auf Schalke nicht Tee und Gebäck auf dem Tisch, sondern die DEFTONES auf der Bühne. Bereits seit 1988 hauen die Kalifornier unter dem Vorsitz von Sänger und Gitarrist Chino Moreno krachenden Nu- bzw. Alternative Metal raus und ganz in diesem Sinne gab der Fünfer mit „Rosemary“ vom letztjährigen Silberling „Koi Na Yokan“ einen grummelnden Einstand, worauf mit „Be Quit And Drive (Far Away)“ und „My Own Summer (Shove It)“ hochenergetisch vom „Around The Fur“ aus 1997 nachgelegt wurde. Mr. Moreno nahm bei dieser Gelegenheit sein Publikum auch ein wenig näher in Augenschein, bevor er für das zunächst zurückhaltende „Entombed“ wieder zur Krachlatte griff und es spätestens mit „Diamond Eyes“ vom gleichnamigen Longplayer aus 2010 erneut ab durch die Mitte ging. Mit „Tempest“ zauberten die Amis noch einen fetten Kracher aus dem Hut, dem mit „Swerve City“ weiteres druckvolles Material folgte. Nicht fehlen durfte natürlich der DEFTONES-Gänsehaut-Garant „Change (In The House of Flies)“, der 2000 mit „White Pony“ das Licht der Plattenläden erblickt hat. Mit dem leicht dissonanten „Root“ ging’s dann noch einmal ganz weit zurück in der Discografie, schließlich stammte diese Nummer vom 1995er Debüt „Adrenaline“. Die alt gedienten Metallfacharbeiter brachten sicherlich nicht die gleiche Massenkompatibilität wie BIFFY CLYRO mit, wussten aber dennoch ihre 45 Minuten gut zu nutzen und fanden auch den verdienten Zuspruch des Auditoriums.

Setlist DEFTONES
Rosemary
Be Quiet And Drive (Far Away)
My Own Summer (Shove It)
Entombed
Diamond Eyes
Tempest
Swerve City
Change (In the House of Flies)
Root

CASPER

Da hatte es eine halbe Stunde später CASPER deutlich schwerer. Klar, Benjamin Griffey hat in seiner Band auch drei Saiteninstrumente am Start, aber es ist nun mal in erster Linie Hip Hop, den der gebürtige Ostwestfale üblicherweise serviert. Die von den Fans sehnsüchtig erwartete dritte Langrille „Hinterland“, die am 27. September erscheinen wird, soll ja deutlich gitarrenlastiger ausgefallen sein, verbindliches kann ich dazu allerdings noch nicht sagen. Zwar prangte das Cover der Vorabsingle „Im Ascheregen“ bereits auf dem Backdrop, serviert wurde jedoch überwiegend Kost der Nummer-1-Albums „XOXO“ sowie älteres Material, nachdem sich der blaue Nebel auf der nachmittäglichen Stage gelichtet hatte. Den Anfang machte „Auf und davon“ vom 2011er-Chartsstürmer, das immerhin freundlich mitgeklatscht wurde, während im Hintergrund die vertikalen Lampenreihen für optische Effekte sorgten. Gern hätte CASPER es gesehen, wenn die Ränge zum folgenden „Casper! Bumaye“ vom Vorgänger „Hin zur Sonne“ aufgestanden wären, aber den Gefallen taten die noch vergleichsweise lichten Reihen dem Wahlberliner nicht. Vor vier Wochen konnte ich noch erleben, wie etwa 30.000 Deichbrand-Besucher die Kapelle abgefeiert haben, jetzt wurde die Erwähnung des Wortes „Hip-Hop“ gar mit einzelnen Buh-Rufen kommentiert. Leicht hatten es die sechs Jungs auf der Bühne definitiv nicht, aber sie gaben sich redlich Mühe und ließen sich auch bei einem Highspeed-Track wie „Die letzte Gang der Stadt“ nicht beirren und hauten zum Schluss natürlich auch die OUTCAST-Snippets raus. Zu „Guten Morgen Herzinfarkt“ wurde der Kollege KANYE WEST mit seinem „Homecoming“ instrumental zitiert, nachdem zuvor immerhin der Hit „XOXO“ eifrig beklatscht und zu guten Teilen auch mitgesungen wurde. Zu „Rock’N’Roll“ mit seinen knorrigen Langäxten bildete sich im hinteren Teil der Halle sogar ein Moshpit, trotzdem war der bald 31-jährige noch nicht so ganz mit seinem Publikum zufrieden und setzte sich mit einer Bemerkung zu Schalke auch gleich einmal in die Nesseln. Aber als echter Bielefeld-Fan hieß es für ihn eh nur „blau-weiß für immer Arminia“. Mit „Mittelfinger hoch“ hatte CASPER dann aber tatsächlich eine verbindende Geste gefunden, die gemeinsam abgefeiert werden konnte, bevor es mit dem „Grizzly Lied“ und „Michael X“ ein wenig ruhiger und melancholischer wurde. „Der Druck steigt“ und natürlich „So perfekt“ gaben dann jedoch noch einmal Vollgas und nach einer Stunde, finalem Gehüpfe und der Erkenntnis, dass doch wohl einige Spaß hatten, verabschiedete sich CASPER von vielleicht auch dem einen oder anderen neuen Fan und ließ noch einmal den Vorhang sprich das Backdrop fallen, wodurch der geneigte CD-Käufer noch einen Blick auf das kommende Album-Cover werfen konnte. Um selbiges in wenige Worte zu fassen: der Messias ist nicht weit.

Setlist CASPER
Auf und davon
Casper! Bumaye
Die letzte Gang der Stadt
XOXO
Rock’n'Roll / Alles verboten
Blut sehen (Die Vergessenen Pt.2)
Cas in Paris
Guten Morgen Herzinfarkt
Mittelfinger hoch
Das Grizzly Lied
Michael X
Der Druck steigt (Die Vergessenen Pt. 1)
So Perfekt

TENACIOUS D

Für so etwas Ähnliches wie Heilsbringer scheinen sich auch Kyle Gass und Frank Black zu halten. Die beiden Schauspieler und Musiker haben 1994 ihre – nennen wir es mal -komödiantische Rockband TENACIOUS D ins Leben gerufen und sind damit durchaus seit Jahren sehr erfolgreich. Zuletzt konnte die dritte VÖ „Rize of The Fenix“ vordere Chartpositionen erklimmen und ich muss gestehen, dass ich nicht genau weiß, warum. Okay, die Mucke ist handwerklich solide gemacht, aber letztlich doch keine Offenbahrung und der Klamaukhumor des Duos trifft zumindest meinen Geschmack überhaupt nicht. Aber mit dieser Einstellung war ich an diesem späten Sonntagnachmittag ziemlich allein auf weiter Flur. Inzwischen war es auf den Tribünen deutlich voller geworden und es brauchte auch keine gesonderte Aufforderung für die Sitzenden, um sich von den Plätzen zu erheben. Die Show wurde schlicht abgefeiert, da wurde der sich langsam in die Höhe reckende Phallus beim Opener „Rise of The Fenix“ ebenso beklatscht wie dessen spätere Erschlaffung, nachdem sich zu „Double Team“ aus der vermeintlichen Eichel ein Konfettiregen ergossen hatte. So was in der Art haben RAMMSTEIN auch im Programm; ist vielleicht gerade total angesagt. Wenn OLLI SCHULZ jedoch vom harten Leben des Roadies singt und gleiches optisch untermalt, ist das deutlich unterhaltsamer als die „Roadie“-Variante von TENACIOUS D. Aber sei es drum, die Herren haben gemeinsam mit ihrer dreiköpfigen Kappelle und dem grünen Plüschmonster, das bei „Deth Starr“ seinen ersten Auftritt hatte sowie dem Roboter, der sinnvoller Weise bei „The Metal“ in Stellung gebracht wurde, den Nerv der Festivaljünger getroffen, davon zeugten auch die verschiedenen Moshpits und die unbedingte Bereitschaft der Anwesenden, sich bespaßen zu lassen. Entsprechend lauthals wurde mitgesungen und der Bandname skandiert. Dann werden TENACIOUS D wohl alles richtig gemacht haben und ich will mich nicht beschweren.

Setlist TENACIOUS D
Rize of The Fenix
Low Hangin’ Fruit
Señorita
The Road
Roadie
Dio
Throw Down
Kielbasa
Kickapoo
Deth Starr
The Metal
Wonderboy
Beelzeboss (The Final Showdown)
Tribute
Double Team
Fuck Her Gently

VOLBEAT

Schließlich kam ich ein halbes Stündchen später ja auch voll auf meine Kosten. Dafür sorgten vier Dänen, die in den letzten Jahren so richtig durchmarschiert sind. Die Rede ist natürlich von VOLBEAT, die mit ihrem „Elvis-Metal“ seit 2001 für Furore sorgen. Vier von fünf Langrillen konnten sich international bis an die Top-Position vorarbeiten und ohne Zweifel sind Michael Poulsen und seine Mannen der musikalische Exportschlager des kleinen skandinavischen Königreichs. Passend zu ihrem Mix aus Heavy Metal, Rock’n’Roll, Punk und Country legte das Quartett mit „Halleluja Goat“ vom dritten Silberling „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ aus 2008 westernmäßig los und zum Titeltrack eben dieser Platte konnte man bereits Abertausende in die Höhe gereckte Arme bestaunen. Allenthalben entwickelten sich Circle Pits und spätestens mit dem Hit „Heaven Nor Hell“ vom 2010er „Beyond Hell/About Heaven“ mit seinen jaulenden Langäxten gab es kein Halten mehr. Keine Frage, das die CASH-Nummer „Ring of Fire“ ebenso wie sein „Sad Man’s Tongue“ amtlich abgefeiert wurde. Die „We Will Rock You“-Gesänge am Ende des Stückes bekam die Zuschauerschaft auch noch gut hin, beim folgenden „Lola Montez“ zeigten sich dann allerdings einige Textlücken, die beim Highlight „Fallen“ wieder ausgebügelt werden konnten. Für den temporeichen Rock’n’Roller „16 Dollars“ bekamen die männlichen Besucher den Auftrag, die holde Weiblichkeit zu schultern, während beim ebenso rhythmusbetonten wie coolen „7 Shots“ die ersten Crowdsurfer gesichtet wurden. Zudem gab es zu diesem Zeitpunkt auf der Stage einen Neuzugang zu vermelden. Neben Poulsen, der sich einen Sheriff-Stern ans schwarze Hemd geheftet hatte, Drummer Jon Larsen, Bassist Anders Kjølholm und Gitarrist Rob Caggiano (ex-ANTHRAX) agierte Mille Petrozza (KREATOR) als Gast am Sechssaiter und dem Mikro, bevor die Nordmannen mit „Mary Ann’s Place“ in Soll-Stärke weitermachten. Mit „Dead But Rising“ wechselte nicht nur das Backdrop, sondern gaben die Herren Musiker weitere Kostproben ihrer Cover-Interpretationen. Genauer gesagt stand ein kurzes RAMMSTEIN-Intermezzo („Keine Lust“) auf dem Zettel, JUDAS PRIEST’ „Breaking The Law“ wurde kurz angerissen und zuletzt war noch „Raining Blood“ von SLAYER angesagt. VOLBEAT hatten aber natürlich noch genug eigenen Kram im Köcher, um krachend nachzulegen, was sie schließlich auch mit „Maybellene I Hofteholder“ und „The Hangman’s Body Count“ taten. Im Vergleich dazu fiel das groovende „Still Counting“ sehr beschwingt aus. Fast lag ein wenig Reggaefeeling in der Luft – wenn die Jungs nicht gleich wieder knackig durchgeladen hätten. Gegen Ende gönnten sich die Herren jedoch erst einmal eine kleine Verschnaufpause im Off, um mit „Doc Holliday“ von ihrem brandaktuellen Werk „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ standesgemäß den Zugabenblock zu eröffnen. Zunächst einmal trat Mastermind Michael allein ins zuckende Bühnenlicht, es folgte die komplette Mannschaft und damit ein weiteres fettes Gitarrenbrett und nicht zu vergessen, das dritte Backdrop des Abends. Mit Vollgas ging es auf die Zielgerade und zu den Klängen von „Pool of Booze, Booze, Booza“ durften sich die Damen noch einmal im vereinten Crowdsurfen üben. Die Nummer vom 2005er Erstling „The Strength / The Sound / The Songs“ war längst verklungen, da verschenkten VOLBEAT immer noch Bühnen-Devotionalien und hinterließen ein rundum zufriedenes Auditorium, das 90 Minuten lang ganz hervorragend was auf die Mütze bekommen hatte.

Setlist VOLBEAT
Hallelujah Goat
Another Day, Another Way
Guitar Gangsters & Cadillac Blood
The Nameless One
Heaven Nor Hell
Ring of Fire (JOHNNY-CASH-Cover)
Sad Man’s Tongue (JOHNNY-CASH-Cover)
Lola Montez
Fallen
16 Dollars
7 Shots
Mary Ann’s Place
Dead But Rising
Maybellene I Hofteholder
The Hangman’s Body Count
Still Counting

Doc Holliday
Cape of Our Hero
A Warrior’s Call
The Mirror And The Ripper
Pool of Booze, Booze, Booza

SYSTEM OF A DOWN

Ein Name fehlte selbstredend noch auf der Running Order und ohne Zweifel wurden SYSTEM OF A DOWN mit Spannung erwartet. Neue Konservenkost hat’s schon lange nicht mehr von den Amis mit armenischen Wurzeln gegeben; der letzte Studio-Output „Hynotize“ hat bereits acht Jahre auf dem Buckel und auch live haben sich Serj Tankian (Gesang & Keys), Daron Malakian (Gitarre & Gesang), Shavarsh „Shavo“ Odadjian (Bass) nebst Drummer John Dolmayan in der jüngeren Vergangenheit eher rar gemacht. Vor zwei Jahren waren sie beim Ring und Park mit von der Partie, außerdem waren die Alternative-Metal-Pioniere in Berlin zu bestaunen. Marek Lieberberg hat offensichtlich einen guten Draht zu den 1995 gegründeten SOAD und konnte sie in diesem Jahr wie die übrigen Bands auch für das neue Rock’n’Heim am Hockenheimring und eben das Rock im Pott gewinnen. Mit „Aerials“ vom zweiten Silberling „Toxicity“ aus 2001 gelang dem Kleeblatt sogleich der perfekte Einstieg und einer hochenergetischen Lehrstunde in Sachen Rock stand nichts mehr im Wege. Entsprechend folgte mit „Suite-Pee“ vom selbstbetitelten 1998er Erstling eine volle Breitseite, denen sich die Donnerschläge des „Prison Song“ anschlossen. Rotfließendes Licht strahlte Johns Arbeitsplatz beim blitzschnellen „I-E-A-I-A-I-O“ (vom „Steal This Album!“ – VÖ 2002) an, während erhebliche Bewegung in die Menge kam, die „Soldier Side“ lautstark mitzusingen wusste. Bei „B.Y.O.B.” war schon mal Schreigesang auf der Bühne angesagt, wohingegen sich Serj für das beschwingte „Radio/Video“ ans Drumkit verfügte und dort einen Schellenkranz bearbeitete. Mit einem wahren Massenklatschen wurde „Hypnotize“ begangen. Die Aufforderungen zum Mitsingen, die Daron ins Auditorium schickte, hätte es vermutlich nicht gebraucht, denn gesungen wurde ebenso selbständig, wie die Meute ihren Bewegungsdrang auslebte. Dafür war bei „Needles“ reichlich und mit Highspeed Gelegenheit, ehe „Lost in Hollywood“ es zumindest zu Beginn eine Spur gesetzter angehen ließ. Ehrensache, dass es auch hier noch mal richtig ans Eingemachte ging. Ganz klar einer der Höhepunkte, die im Übrigen optisch vielfältig unterstützt wurden. Schlagzeug-Stakkatosalven und allerlei Soundgefrickel zeichneten wenig später „X“ und „Suggestions“ aus, bevor „Psycho“ beinahe einen Hauch Disco-Atmo mitbrachte. Schlag auf Schlag ging es mit dem nächsten SOAD-Meilenstein weiter: „Chop Suey!“ brachte die Crowd endgültig zum Kochen und zu „Lonely Day“ war schließlich ein riesiger Chor zu hören, während ein lichtes Meer aus Feuerrzeugen und Handy-Displays zu sehen war. Für „Question!“ vom „Mezmerize“-Silberling nahm zunächst Tankian allein mit seiner Klampfe Aufstellung, dann griff der Rest der Truppe energiegeladen ein und in diesem Sinne schloss sich auch „A.D.D.“ an. Weil man ja bekanntlich gehen soll, wenn’s am schönsten ist (und vor dem Exodus von 30.000 anderen) verabschiedete ich mich an dieser Stelle von SYSTEM OF A DOWN, die bis zu diesem Moment eine grandiose Show abgeliefert und einmal mehr ihren Abwechslungsreichtum bewiesen hatten.

Setlist SYSTEM OF A DOWN (ohne Gewähr)
Aerials
Suite-Pee (incomplete)
Prison Song
I-E-A-I-A-I-O
Soldier Side – Intro
B.Y.O.B.
Deer Dance
Radio/Video
Hypnotize
Needles
DDevil
Lost In Hollywood
X
Suggestions
Psycho
Chop Suey!
Lonely Day
Question!
A.D.D.
Spiders
Angel Baby (ROSIE & THE-ORIGINALS-Cover)

Cigaro
Toxicity
Sugar

Ich bin mir sicher, dass auch der Rest absolut sehens- und hörenswert war und das ROCK IM POTT mit einem gehörigen Paukenschlag endete. Für mich war’s ein rundum gelungener Sonntag, wobei ich beim Aufstellen eines Rankings vermutlich nicht mit der großen Masse einer Meinung gewesen wäre. So hätten für meinen Geschmack BIFFY CLYRO und die DEFTONES ruhig zu Lasten von TENACIOUS D ein wenig mehr Spielzeit bekommen dürfen. Der Gig von CASPER ging für mich absolut in Ordnung, so wirklich hat das Set allerdings in der Tat nicht ins Bild gepasst, aber warum nicht mal ein bisschen stilistische Abwechslung ins Spiel bringen? In diesem Sinne bin ich gespannt auf das Line-up für 2014 und freue mich auf einen erneut rockenden Pott.

Copyright Fotos: Daniela Vorndran

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