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ROCKSPEKTAKEL 2011

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Ort: Hamburg - Rathausmarkt

Datum: 12.08.2011 - 14.08.2011

Nicht nur das schlechte Sommerwetter, auch der Hamburger Senat versuchte wie jedes Jahr den Veranstaltern des Rockspektakels ihr Vorhaben zu erschweren. Dank Sponsoren und der Finanzierung des Festivals durch den Bierverkauf durften sich dann aber auch in diesem Jahr die Hamburger auf die dreitägige Veranstaltung freuen. Das Festival bietet die Möglichkeit, in einer einmaligen Atmosphäre bekannte wie weniger bekannte Bands umsonst (!) zu genießen.

Das Spektakel wurde von der eher unbekannten Berliner Formation IF WE LAST eröffnet. Sieht man der Sängerin Delphi van Can bei ihrer mädchenhaft koketten Bühneperformance zu, denkt man sofort an CHAPEAU CLAQUE, aber nur bis die Band die ersten Rocktöne erklingen lässt.

Weiter geht’s: Liest man den Pressetext über GUNS OF MOROPOLIS, so denkt man unweigerlich an VOLBEAT. Beim Song „Mc Boogie“ sprang ihr Metalbillyfunke ins Publikum über und hier und da wurde am Merchstand eine CD oder ein T-Shirt gekauft. Denjenigen, denen diese Musikrichtung bis dato unbekannt war, hatten sichtlichen Spaß. Dennoch kann die Band dem Vergleich mit VOLBEAT nicht standhalten. Vielleicht will sie es auch nicht und versucht ihre eigene Mischung zu finden, die aber (noch) weder Fisch noch Fleisch ist.

Die Mischung des Publikums macht auch den besonderen Reiz des Rockspektakels aus, so trifft die weißgekleidete Hanseatin auf Gothicfans, Alt und Jung stehen mit den Metal-Anhängern in der ersten Reihe und hier und da gesellt sich ein Obdachloser unter die Zuschauer. Aufgrund dieser bunten Zuschauermischung kann es schon einmal vorkommen, dass eine Wall of Death bei LIQUID GOD am zweiten Festivaltag scheitert. Da einige, vorwiegen weibliche Jugendliche den entstandenen Freiraum nutzen, um unbekümmert untergehakt hüpfend die anstehende Wall zu sprengen. Bei dem darauf folgenden Gig der Hamburger Metal Institution DARK AGE gab es die ersten Crowdsurfing-Versuche, die jedoch eher an „Tragen“ als an Surfen erinnerten. Erstaunlich, denn eigentlich dominierten seit LIQUID GOD die Metal- und Hardcorefans das Publikumsbild.

Setlist DARK AGE
Seven
Dying Art
Kingdom Nevercome
Neon Gardens
Dare to collapse
Zero
Outside the inside
Zeitgeist
10 Steps
Minus Exitus
Last Words
Suicide Crew

Aber auch die aktuell recht erfolgreichen MONO INC. mussten bereits relativ schnell feststellen, dass hier einfach ein anderes Publikum als üblich vor ihnen stand. Per Handzeichen wurde deutlich, dass ein Großteil der Hamburger den Headliner nicht kannte. Mit dem Akustikset des Songs „The Passenger“ von IGGY POP schaffte es Martin Engler dennoch, den letzen Zuschauer zum Mitsingen zu bringen. Für alle, die den Auftritt in Hamburg verpasst haben, hat die Band auf ihrer Seite unter MonoInc.TV einen kurzen Film eingestellt (Folge 103).

Setlist MONO INC.
This is the day
Temple of the storm
Comedown
Gothic Queen
Viva Hades
Forgiven
Avalon
The Passenger
Sleeping my day away
If I fail
Revenge
Voices of Doom
Symphony of Pain
In my heart
Get some sleep

Der erste Festivaltag erinnerte mit MONO INC., (SOON) und THE PLEASURES an eine kleine Version des M‘era Luna Festivals. Das eher verhaltene Gothic Publikum wurde von der energiegeladenen, ironischen Show von THE PLEASURES aus der Reserve gelockt. Bei dieser Band dauerte die Bühnendekoration länger als der Soundcheck. Aus einem blauen Koffer kamen Federboas, Plateauschuhe, diverse Leuchtmittel und während der Show regnete es Konfetti und der Sänger erinnerte mit seinem Bühnenoutfit mal an Frank N. Furter und mal an Alice Cooper. Musikalisch bunt war die Songauswahl von wuchtigen „Skull Hammer“ und „Juicy Jacuzzi“ zum beschwingten „Honeymoon in Venice“.

In Sachen Bühnenperformance ging es bei (SOON) beschaulicher zu, so dominierte beim Sänger entweder die Einhandperformance oder das Posen mit dem Mikro. Musikalisch zeigten (SOON) dagegen abwechslungs- und facettenreiche Arrangements, die mal im Wavebereich der 80iger lagen und dann in rockig gitarrenlastige Bereiche übergingen.

Der Headliner des zweiten Tages war unübersehbar CALIBAN. Der Rathausmarkt war randvoll und endlich gelang dem Publikum auch eine Wall of Death und Crowdsurfer purzelten nur so in den Securitygraben. Auch Zuschauer, denen CALIBAN völlig unbekannt waren, konnte zu dem RAMMSTEIN-Cover „Sonne“ mitsingen, was der ganze Rathausmarkt auch tat.

Setlist CALIBAN
Love song
My time has come
Life is too short
No one is safe
Helter Skelter
Stop running
Walk like the dead
Nowhere to run
I will never let you down
24 Years
Nothing is forever
Sonne
It’s our burden to bleed

Schade nur, dass es im Anschluss bei THE DILLINGER ESCAPE PLAN zu einem Zuschauerschwund kam, denn musikalisch schlägt die Band mit der gleichen Härte zu. Die Bühnenperformance war um einiges härter als die von CALIBAN und musikalisch ist die Mathcore-Richtung komplexer aufgebaut. Hier gilt auf jeden Fall live sehen und auf CD hören, um die musikalischen Feinheiten mitzubekommen. CALIBAN sind diesbezüglich doch einfacher, härter und klarer gestrickt.

Die Formation CÄTHE, die diesen Festivaltag eröffnet hatte, passte musikalisch leider nicht ganz in das Metal- Hardcore-Lineup. Schade, denn die rauchige rockige Stimme hat die wenigen Besucher, die sich um 14 Uhr vor der Bühne einfanden, in den Bann gezogen. Nicht umsonst trat sie bereits als Support bei BRYAN ADAMS und POHLMANN auf.

Die nachfolgenden BEFORE I FORSAKE bedienten musikalisch wieder den Metal-/ Hardcorebereich und optisch erinnerte sie noch ein wenig an eine Schülerband: Kleine Jungs mit großen Posen, die musikalisch überzeugten. Die beiden Gitarristen müssten noch ein wenig an ihrer Bühnenperformance arbeiten und bei Freddy und Alex fragt man sich, wer von beiden nun die Frontsau ist. Bleibt am Ball!

Das ist ein schönes Motto: Am Ball bleiben. Am dritten Tag wurde Hamburg von einem Unwetter heimgesucht und dennoch blieben Bands und Publikum am Ball. Hier zur Vollständigkeit das Line up vom 14.08.: KAY ROSENBACH, HINTERHOFOHRKESTER, GREGOR MEYLE, ENORMVERDADLES, WISECRÄCKER, D-FLAME und LE FLY.

Ich jedenfalls wünsche den Hamburgern, dass die Veranstalter des Festivals weiter am Ball bleiben und gegen jeden Widerstand das 25. Rockspektakel initiieren werden.

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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