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ROYAL REPUBLIC – TRACER

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Ort: Osnabrück - Rosenhof

Datum: 17.11.2011

Eigentlich hätten ROYAL REPUBLIC ja in der Kleinen Freiheit spielen sollen, aber die ehemalige Bahnkantine entpuppte sich schnell als viel zu klein für die schwedischen Heißsporne, so dass die Veranstaltung in den deutlich größeren Rosenhof verlegt wurde. Als ich dort kurz vor 20.00 Uhr ankam, zeigte sich jedoch auch diese Örtlichkeit sehr gut gefüllt. Das Publikum war überwiegend jugendlich und hatte zahlreich zu den Pappkronen gegriffen, die es als kleines Geschenk der königlichen Republikaner gab. Dicht gedrängt stand die feierwütige Meute bereits an der Bühnenabsperrung und wartete darauf, dass die Party startete und tatsächlich mussten die Osnabrücker nicht mehr lange warten, denn der Support legte pünktlich um 20.00 Uhr los.

Der flotte Dreier aus Down Under hatte straighten Seventies Classic Rock im Gepäck, den TRACER mit einer gehörigen Portion Stoner und Grunge gewürzt hatten. Der Sound kannte nur eine Richtung und die war straight nach vorn. Das Publikum wusste dies zu schätzen und vergaß sämtliche Berührungsängste, weshalb es schon bald in dem alten Kinosaal hoch herging. Sänger und Gitarrist Michael Brown entledigte sich zur Freude der Damenwelt derweil zügig seines Oberteils, während sein Bruder Leigh am Bass den Gesang übernahm. Die beiden haben TRACER übrigens 2004 in Adelaide/ Australien gegründet, sich noch Andre Wise für die Schießbude ins Team geholt und erst vor kurzem ihr zweites Album „Spaces In Between“ in Europa veröffentlicht. Der üppige Applaus bewies, dass ihre Mucke auch hierzulande durchaus zu gefallen weiß, wozu auch die Zugaberufe passten, die nach sieben Songs allerdings unerhört blieben. Zuvor gab’s jedoch noch ein klasse Bass-Solo auf die Ohren, dem erneut die volle Breitseite folgte. Irgendwo stand über den aktuellen Silberling geschrieben, er klänge, als hätten „ROBERT PLANT und JIMI HENDRIX Sex zur Musik von AUDIOSLAVE gemacht“. Gar nicht so unpassend der Vergleich und auf jeden Fall hatte es das Trio ordentlich krachen lassen und sämtliche Zutaten mitgebracht, um die versammelte Mannschaft auf die nötige Betriebstemperatur für ROYAL REPUBLIC zu bringen. Inklusive Posing und Mit-Instrument-auf-dem Rücken-spielen.

Wobei ich bezweifle, dass die Anwesenden noch viel Anheizerei benötigt hätten, denn bei den vier Jungs aus dem hohen Norden brannte ab dem ersten Akkord ihrer Hymne „The Royal“ die Luft. Wie sich herausstellte, waren im Publikum viele Wiederholungstäter, denn ROYAL REPUBLIC waren im Sommer nicht nur auf dem Area 4 und dem Highfield, sondern zuvor schon mit den DONOTS hierzulande auf Tour. Rampensau Adam Grahn und seine Mitstreiter Hannes Irengård (Gitarre), Jonas Almén (Bass) und Per Andreasson (Drums) hielten sich auch gar nicht mit langen Vorreden auf und zogen es vor, gleich ans Eingemachte zu gehen. Entsprechend hatten die Securities auch bereits beim zweiten Track „President’s Daughter“ alle Hände voll mit den Crowdsurfern zu tun, während sich das Auditorium als äußerst textsicher und sangesfreudig erwies. Beim knackigen „Good To Be Bad“ hatte sich der Rosenhof längst in einen Hexenkessel verwandelt und auch das coole „The End“ sorgte für ausgelassene Stimmung, während Adam auf Tuchfühlung mit seinen Fans ging. Der Gute war innerhalb kürzester Zeit klatschnass geschwitzt, derart schweißtreibend ging’s auf der Stage nicht nur beim rhythmusbetonten „Cry Baby Cry“ zur Sache. Da hieß es Arme recken und schwenken, ehe mit „Walking Down The Line“ und „I Must Out of My Mind“ ein gelungenes Akustikset eingeschoben wurde. Nun sollte man keineswegs meinen, dass hier mit weniger Wumms und Volldampf agiert worden wäre! Auch wenn die Sechssaiter akustisch sind, bleiben ROYAL REPUBLIC hochenergetisch und haben sich mit „Mein Hut der hat drei Ecken“ sogar deutsches Liedgut draufgeschafft. Überhaupt hat Kollege Grahn ein paar deutsche Sätze gelernt und kann jetzt zum Vergnügen der Fans so schöne Sachen sagen wie „Hannes hat eine geile Schwester.“. „OIOIOI“ präsentierte sich dann tatsächlich einen Hauch ruhiger, war dafür aber umso eindringlicher und wurde vom Publikum gut mitperformt, ehe es mit dem blitzschnellen MOTÖRHEAD-Cover „Ace of Spades“ wieder amtlich was auf die Mütze gab. Im Anschluss folgte der knackige Stomper „21st Century Gentlemen”, bei dem Adam auf dem Bühnen-Equipment zu posen beliebte, was seine Zuschauerschaft mit „Oh wie ist das schön”-Gesängen quittierte. Man verstand sich einfach im Rosenhof und hatte auf beiden Seiten des schmalen Fotograbens jede Menge Spaß. Den gab’s auch bei dem brandneuen Track „You Ain’t Nobody“, der nicht wie die übrigen Stücke vom letztjährigen Debüt „We Are The Royal“ stammte. „All Because of You“ wurde nach allen Regeln der Kunst abgefeiert, bevor zum Gute-Laune-Kracher „Tommy-Gun“ nicht nur alle Saitenkünstler beizeiten näher ans Publikum rückten, sondern selbiges auch aufgefordert wurden, sich geschlossen hinzuhocken. Jenseits der Treppenstufen tat man sich mit derlei Spielchen etwas schwer, in der vorderen Hälfte fraß man der Band dafür aus der Hand und schnellte nach Aufforderung auch wieder geschlossen in die Höhe.

So war eine Stunde wie im Fluge vergangen und ROYAL REPUBLIC machten sich daran, die Bühne zu verlassen. Natürlich ließen die Osnabrücker die Schweden so einfach nicht davon kommen und der Vierer brauchte auch nur ein paar „ROYAL REPUBLIC“-Rufe, um wieder auf die Stage zurückzufinde. Beginnend mit einem Trommelsolo zogen die Herrschaften mit „Vicious“ erneut alle Register, um mit „Full Steam Spacemachine“ den Laden endgültig in Schutt und Asche zu legen. Begleitet von einem Outro wurden schließlich noch zahlreiche Hände geschüttelt, Verbeugungen vollführt und Fans abgeklatscht, um den Abend um 22.15 Uhr vergleichsweise früh nach einem kurzen, aber wahrlich packenden Set enden zu lassen. Ein königliches Vergnügen – auch für Bürgerliche!

Setlist ROYAL REPUBLIC
The Royal
President’s Daughter
Good To Be Bad
The End
Underwear
Cry Baby Cry
Walking Down The Line
I Must Out of My Mind
OIOIOI
Ace of Spades (MOTÖRHEAD-Cover)
21st Century Gentlemen
You Ain’t Nobody
All Because of You
Tommy-Gun

Vicious
Full Steam Spacemachine

Copyright Fotos: Ulrike Meyer Potthoff

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