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SABATON – ALESTORM – THAUROROD

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Ort: Hannover – Musikzentrum

Datum: 29.09.2010

Hannover ist im Kriegszustand, denn SABATON und ALESTORM sind in der Stadt. Das Musikzentrum ist ausverkauft und das Gelände gleicht mit der Riesenwarteschlange einem Bäcker, bei dem die Leute bis auf die Straße anstehen, um die letzten Sonntagsbrötchen abzugreifen, oder um beim Kriegsthema zu bleiben, die letzten Essensmarken für knappe Lebensmittel. SABATON sind groß geworden oder zumindest auf dem allerbesten Wege dahin. Ob das livetechnisch verdient ist, soll sich heute Abend zeigen.

Zunächst mal sind THAUROROD aus Finnland am Drücker und eröffnen mit ihrer Variante von Power Metal, der am ehesten irgendwo bei STRATOVARIUS einzuordnen ist. Nett – aber mehr dann auch nicht. Unter Höflichkeitsapplaus verabschieden sie sich, um ALESTORM und „the mighty SABATON“ anzukündigen.

Bei ALESTORM sieht die Geschichte Publikumsmäßig schon ganz anders aus, als sie unter den sehr witzigen Klängen einer MAMBO-KURT-artigen Version von „Captain Morgan’s Revenge“ um 21 Uhr auf die Bühne gehen. Bestens gelaunt schmettert der witzig und sympathisch wirkende Christopher Bowes Perlen wie „Heavy Metal Pirates“ oder „Wolves Of The Sea“ während Dani Evans gemütlich zockend vor sich hingrient. Schunkelstimmung kommt dann bei „Nancy The Tavern Wench“ auf und richtig ab geht die Menge bei den Hits „Captain Morgan’s Revenge“ und „Keelhauled“. Der neue Song „Rum“ mit dem sehr schnell einlaufenden Chorus fügt sich bestens ein und veranlasst Christopher zu mehreren „Rahahahahaws“. Ab und an animiert er das Publikum mit witzigen Ansagen, was aber angesichts der abfeiernden Menge gar nicht nötig ist. Schade, dass der Gitarrensound recht matschig ist, aber das ist wohl das ewige Los einer Vorband. Diese hier hat zumindest richtig Bock gemacht.

Was sich nun bei SABATON abspielt, habe ich so im Musikzentrum noch nie erlebt. Eine Partystimmung vom ersten bis zum letzten Besucher. Es ertönen immer wieder „Noch–ein-Bier“-Chöre, was Joakim mal bei einem Festival als Ersatz für die sonstigen SA-BA-TON Rufe eingeführt hatte. Schon während der Umbauphase ist das Publikum – bestens angeheizt von ALESTORM – in Fahrt und singt das vom Band laufende „The Final Countdown“ lautstark mit. Als SABATON dann nach dem Intro mit Ghost Division“ kurz nach 10 loslegen, gibt’s gar kein Halten mehr und ich habe meine liebe Mühe, ohne Fotograben wenigsten eine Handvoll brauchbarer Fotos zu schießen. Joakim Brodén und seine Mannschaft sind angesichts der Reaktion weggeblasen und grinsen und strahlen um die Wette. Wenn Joakim dann mal eine Ansage machen möchte, muss er das Publikum immer wieder bremsen mit dem Ali the dead-Terrorist-Zitat „Silence! I Kill You“ oder einem netten „Hannover Rrrrruhe bitte“. Überhaupt ist der Mann als Fronter ein wahrer Entertainer, sucht immer wieder Publikumskontakt durch Händeabklatschen oder das Überstreifen und Tragen einer aus dem Publikum gereichten Oldschool Kutte. Der Sound ist mittlerweile klar und druckvoll und die Party geht weiter zu Hits wie „Cliffs Of Galipoly“ oder „Attero Dominatus“ Zwischendurch gibt’s noch nach einer etwas längeren Ansage das heikle „Final Solution“, zu dem das Publikum aber genauso abgeht wie zu jedem anderen Titel. Richtig geil kommt dann „The Art Of War“, zu dem ich eine meterdicke Erpelfolie kriege, als wirklich JEDER Joakims Aufforderung die Fäuste zu recken nachkommt und lautstark im Takt „Hey! Hey! schmettert. Immer wieder bedankt sich Joakim beim deutschen Publikum, welches der Band seit 2005 treuen Support beschert und stellt bewundernd fest, dass alle nach der ALESTORM-Party noch so viel Power haben. Der reguläre Teil wird dann mit der Zugabe von „Coat Of Arms“ ergänzt, was ziemlich Bass-lastig die Gitarren schluckt und zu „Metal Machine doziert er über die Länge oder Nicht-Länge seines Doinks. Um 23:30 endet eine absolut energiegeladene Show, bei dem jeder ein Grinsen im Gesicht hatte. Vereinzelt werden Songs wie „40 To 1“ oder „Panzer-Batallion“ vermisst, aber insgesamt darf die Setlist als gelungen betrachtet werden. Vielen Dank SABATON für diese geile Party!

Setlist SABATON
Intro
Ghost Division
Uprising
Screaming Eagles
Hellrider
Cliffs Of Galipoli
Back In Control
Final Solution
Attero Dominatus
Wolfpack
Saboteurs
Art Of War
Swedish Pagans

Coat Of Arms
Primo Victoria
Metal Medley
Outro

Copyright Fotos: Sascha Frank

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