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SAGA – MIR

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Ort: Osnabrück - Rosenhof

Datum: 26.04.2006

Nachdem das kanadische Quintett zuletzt 2003 den Osnabrücker Hyde Park besucht hat, gaben sich SAGA mit Unterstützung ihrer Landsleute MIR einmal mehr in meiner Heimatstadt die Ehre, um ihre neue Studioplatte „Trust“ dem geneigten Publikum vorzustellen. Nach kurzem Grübeln war klar, dass mein erstes SAGA-Konzert inzwischen 18 Jahre zurückliegt und so war ich gespannt, was aus den Jungs geworden ist. Dass dieses Interesse nicht nur unsere dreiköpfige Terrortruppe hegte, zeigte sich gleich beim Betreten der Konzertstätte. Der Rosenhof war sehr gut gefüllt, ganz 1000 überwiegend etwas ältere Fans werden es nicht gewesen sein, aber viel dürfte nicht gefehlt haben.

Der Support MIR startete dann auch bald und bedankte sich gleich überschwänglich bei der Crew für den blitzschnellen Aufbau und Soundcheck, da man staubedingt zwei Stunden zu spät dran war. Der Stimmung schien dies aber nicht geschadet zu haben, die Kanadier hatten offensichtlich Freude an ihrer Funktion des Einheizers und präsentierten ordentlichen Rock, der vom Publikum auch freundlich angenommen wurde. Der Aufforderung, sich für SAGA warm zu klatschen, kamen die Anwesenden beim letzten Stück auch umgehend nach und verabschiedeten das Quartett gut gelaunt in Erwartung des Hauptacts.

Dieser ließ auch nicht lange auf sich warten. Nach einer kurzen Umbaupause ertönte ein SAGA-Intro und einen Moment später enterten SAGA unter dem Applaus ihrer Fans die noch dunkle Bühne. Los ging es mit zwei Stücken des neuen Albums, darunter gleich zu Beginn auch der Titelsong, beides wurde vom Auditorium durchaus sehr wohlwollend aufgenommen. Doch schon beim dritten Titel gab es kein Halten mehr: „Wind Him Up“ brachte an diesem Abend den Rosenhof zum ersten Mal zum Kochen. Michal Sadler, in Würde gealtert und inzwischen haarlos immer noch nett anzusehen, wirbelte über die Bühne und testete die Textsicherheit seiner Fans, die ihn erwartungsgemäß nicht enttäuschten und so weite Passagen des 25 Jahre alten Klassikers allein sangen. Der nächste Höhepunkt sollte nicht lange auf sich warten lassen. Nach einer halben Stunde Spielzeit verließen Sadler, Jim Gilmour sowie die Brüder Jim und Ian Crichton die Bühne, und die Aufmerksamkeit gehörte ganz dem Drummer Brian Doerner, der 2004 zu SAGA gestoßen ist. Sein minutenlanges Schlagzeug-Solo überzeugte mit einer unglaublichen Spielfreude und Vitalität, da steht es ganz außer Frage, dass der Mann eine absolute Bereichung für die Band ist. Doerners Spiel gipfelte dann nach der Rückkehr seiner Kollegen in „The Flyer“, das vom Publikum wiederum heftigst abgefeiert wurde. Unverkennbar gierten die Damen und Herren nach den alten Hits. Nachdem Mr. Sadler aber freundlich gefragt hatte, ob sie denn auch noch etwas von der „Trust“ spielen dürften, zeigten sich die Osnabrücker unter der Anleitung des Frontmannes sogar sehr lernfähig und sangen alsbald den Refrain von „I’m OK“. Überhaupt ging der charismatische Sänger sehr auf seine Gäste ein und ließ es sich nicht nehmen, auch ein paar deutsche Sätze zu sagen. Man merkte, dass SAGA in Deutschland immer noch über eine der größten Fangemeinden verfügen. Schön, wenn eine Band das auch zu würdigen weiß und entsprechend auf die Fans eingeht. Doch weiter ging es mit den gewünschten Songs aus vergangenen Zeiten, die sehr frisch und keineswegs angestaubt performt wurden. Neben dem Gesang griff Michael Sadler auch schon mal zum Bass und gesellte sich in schöner Regelmäßigkeit zu Gilmours Keys. Ian Crichton holte alles aus seiner Gitarre heraus, während Jim abwechselnd seinen Bass zupfte oder in die Tasten des Moog-Synthies schlug. Ein weiteres Highlight brachte Jim Gilmour zum Besten als er „Sratching the Surface“ allein mit einem seiner zahlreichen Korg-Keyboards spielte und sang. Die Begeisterung stand allen Zuhörern ins Gesicht geschrieben und selbst in der letzten Reihe wurden noch die Arme gereckt. In besonderer Erinnerung dürfte der Abend auch für die Zwillinge Lena und Marie bleiben, die just ihren zwölften Geburtstag feierten. So schnell werden wohl nicht noch mal Hunderte „Happy Birthday“ singen und SAGA ihnen „On the Loose“ widmen. Es folgte noch „Don’t Be Late“ und so endete der reguläre Teil nach 90 kurzweiligen Minuten. An ein Ende des Konzertes war natürlich noch nicht zu denken. Unter Zuhilfenahme von Händen und Füßen verlangten die Fans nach Zugaben und wurden nicht enttäuscht. „Humble Stance“ sorgte abermals für lautstarken Jubel und dem Rausschmeißer „Perfectionist“ ist kaum etwas hinzuzufügen.

Wer sich auf den Weg in den Rosenhof gemacht hatte, wurde am heutigen Abend wahrlich nicht enttäuscht. Auch nach fast 30 Jahren Bandgeschichte bieten SAGA perfekten Melodic Progrock, der live einfach fantastisch rüber kommt. Ganz offensichtlich haben die Herren, die inzwischen alle um die 50 Jahre alt sind, immer noch großen Spaß an ihren Gigs und teilen diesen mit ihrem Publikum. Auch der Wunsch nach den alten Hits wurde anstandslos erfüllt, wobei die vier neuen Titel („Trust“, „That’s As Far As I’ll Go“, „It’s Your Life“ und „I’m OK“) allesamt gut ankamen und auch schon vereinzelt bekannt waren. Kein Wunder, dass SAGA-Fans so treu sind. Wer die Kanadier einmal live gesehen hat, kommt immer wieder, um in den Genuss der kraftvoll und virtuos vorgetragenen Musik zu kommen, die dazu noch derart ausdrucksstark und publikumsnah präsentiert wird. So sieht perfekte Unterhaltung aus!

Setlist SAGA
Trust
That’s As Far As I’ll Go
Wind Him Up
On the Air
Keep It Reel
The Flyer
Catwalk
It’s Your Life
I’m OK
The Runaway
You’re Not Alone
Careful Where You Step
You and the Night
Scrating the Surface
On the Loose
Don’t Be Late

Humble Stance
The Perfectionist

Copyright Fotos: Christiane Stuckemeier

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