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SATYRICON – CHTHONIC

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Ort: Essen - Turock

Datum: 08.11.2013

Nachdem der November bereits düster mit PARADISE LOST, KATATONIA und LACUNA COIL in Herford begonnen hatte, wurde es am folgenden Freitag in Essen tiefschwarz. So sind SATYRICON wieder zurück und haben als Support die asiatischen Black Metal-Helden CHTHONIC mit an Bord. Und auch wenn Tour noch das restliche Jahr durch ganz Europa zieht, wundert es nicht, dass bei gerade mal 5 deutschen Dates die Show in Essen komplett ausverkauft war!

Kurzfristig kam die Bestätigung, dass CHTHONIC aus Taiwan den Support-Slot für diese Tour übernehmen würden und man muss sagen, dass dies eine gute Wahl war, liefert die Band doch schon seit vielen Jahren gute Alben ab und ist spätestens seit “Seediq Bale” auch in unseren Breitengraden durchaus ein Begriff (siehe Reviews). Ist man in der Heimat in der Lage, eine größere Produktion aufzufahren, so müssen auf dieser Tour einige der typischen Band-Sounds (man nutzt z.B. traditionelle Instrumente) aus der Konserve eingespielt werden. Das tut der Energie allerdings keinen Abbruch und so feuerten CHTHONIC aus allen Rohren und bewiesen mit den brutalen “Surpreme Pain for the Tyrant”, “Sail into the Sunsets Fire” oder dem eingängigeren “Defender’s of Bu-Tik Palace”, dass sie alles andere als eine asiatische Kopie von CRADLE OF FILTH sind! So überzeugte vor allem Fronter Freddy auch live mit variablen Extrem-Vocals, Gitarrist Jesse zirkelte auf seiner Axt druckvolle Riffwände und Bassistin Doris bot nicht nur was fürs Auge, sondern beherrscht auch ihren Tieftöner! Auch die vermummten Dani (Drums) und CJ (Keys) zogen alle Register ihres Könnens und so war es nicht verwunderlich, dass die Resonanz des vollgepackten Ladens nicht nur gut war, sondern so einige sich nochmal kundig machten, wer das denn nun wirklich gewesen ist. Kaum zu glauben, dass es noch Black Metal-Fans gibt, denen diese Band noch nicht untergekommen ist! Und weil die Stimmung gerade so gut war und der hier schreibende Terrorverleger die Band im Vorfeld schon kennen gelernt hatte (siehe Interview), war es natürlich klar, dass man zum Schiessen des Erinnerungsfotos für das CHTHONIC-Fotoalbum zu gerne parat steht! See you next time!

Setlist CHTHONIC
Supreme Pain for the Tyrant
Sail into the Sunsets Fire
Southern Cross
Next Republic
Set Fire to the Island
Defenders of Bu-Tik Palace
Takao

Aufgrund der Verzögerung des Soundchecks war man zeitlich schon nicht mehr ganz im Plan und dennoch ließen SATYRICON ihre Fans fast 45Min. warten. Die Norweger sind über die Jahre ziemliche Perfektionisten geworden und so muss alles passen, bevor man auf die Bühne geht! Diese betrat man mit dem live gespielten Intro “Voice of Shadows” vom aktuellen Album “Satyricon”, bevor man mit dem Ur-Klassiker “Hvite Krists Dod” (vom ’94er Album “The Shadowthrone”) gleich in vollen ging! Kein Wunder, dass dieser Einstieg die Stimmung gleich zum Kochen brachte. Eiskalte Riffings vom langjährigen Live-Klampfer Steinar Gundersen und seinem neuen Axtkollegen, der mir namentlich noch kein Begriff ist, sowie drückende Basslines von Anders Odden (ex-APOPTYGMA BERZERK) und sphärische Keys vom neuen Tastenmann Job Bos (HATE MEDIATION) ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass diese Band weiterhin Black Metal pur ist! Besonders bei den beiden Hauptcharakteren, von denen Fronter Satyr nichts von seiner imposanten Aura verloren hat und Drummer-Legende Frost mit einem kleinen Drumsolo “Now, Diabolical” einleitete, sollte dies niemand in Frage stellen. Die enthusiastischen Reaktionen in Form von Mosh-Pit und Mitsing-Action beim Refrain dieses Songs brachte sogar den sonst so kühl und distanziert wirkenden Satyr zum Lächeln, der dann aber mit “Black Crow on a Tombstone” gleich den nächsten Hit aus dem Köcher holte. Erst dann gab es kurz Möglichkeit zum Durchschnaufen und der Norweger bedankte sich glaubhaft für diese tolle Resonanz. Mit “Our World, it rumbles tonight” wurde es anschließend schwarz-atmosphärisch, ehe man mit dem kantigen “Walker upon the Wind” und dem grandiosen Brecher “Repined Bastard Nation” wieder richtig Vollgas gab. “Tro og Kraft” wird mit seiner geradlinigen Minimalität mehr und mehr zum Album-Hit und beschloss mit wieder sehr düster-atmosphärischen “The Infinity of Time and Space” das Song-Quintett aus dem aktuellen Werk. Schon einige Male durfte ich die norwegische Black Metal-Legende live erleben, selten allerdings habe “Forhekset” so intensiv performt gesehen, wie an diesem Abend! Die längere Pause hat die Batterien anscheinend wieder randvoll gemacht und besonders Satyr lebt und singt seine Songs, auch die alten, spürbar mit jeder Faser seiner selbst. Eindrucksvoll! Dazu ist Frost weiterhin der Meister seines Fachs und schafft es bei aller Drum-Action auch noch fast permanent zu bangen!
Aber auch SATYRICON ist eine Band, die ihre Fans zufrieden stellen muss und vor allem auch will! So war klar, dass als Zugabe die vom ganzen Laden abgefeierte Hymne “Mother North” genauso wenig nicht fehlen durfte und zum Finale die beiden Megahits “Fuel for Hatred” und “K.I.N.G.” auf dem Plan standen. Gerade beim letzten Song ist es faszinierend, wie beim Erklingen des markanten Riffs eine Spirit-Welle durch die Menge geht und diese bei dem Song natürlich noch mal komplett steil geht! SATYRICON sind zurück und wie! Und es wird sicherlich für die nächsten Dates und Fans eine schwere Aufgabe diesen Abend noch zu toppen!

Setlist SATYRICON
Voice of Shadows
Hvite Krists Dod
Now, Diabolical
Black Crow on a Tombstone
Our World, It rumbles tonight
Walker upon the Wind
Repined Bastard Nation
Tro Og Kraft
The Infinity of Time and Space
Forhekset
To the Mountains
The Pentagram Burns

Mother North
Fuel for Hatred
K.I.N.G.

Copyright Fotos: Michael Werneke

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