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SAVAGES – BO NINGEN

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Ort: Hamburg - Knust

Datum: 09.03.2016

Das Knust ist bekannt als eine Anlaufstelle für Liebhaber ausgefallener Musik. Auch an diesem Abend waren mit SAVAGES und BO NINGEN gleich zwei interessante Acts aus London zu Gast. Dementsprechend gab es nur noch sehr wenige Restkarten an der Abendkasse. Mit BO NINGEN, dessen Bandmitglieder aus Japan kommen, begann der Abend bunt und haarig. Das Motto der Band scheint von Allem bitte recht viel zu sein, was durchaus positiv zu verstehen ist. Das Bühnenlicht bot eine Überdosis an Farben, je länger die Haare desto besser und je ausgefallener die Kleidung …noch besser. Die Band ließ in den 30 Minuten ein wahres Klangmonster auf die Besucher los und die kleine Bühne mit den zwei Drumsets hinderte die Musiker nicht daran, einige Kicks zu vollführen und ihre Mähnen zu schleudern. Im Publikum gab es zwar keine Langhaarträger, dennoch wurde zu dem Noiserock der Japaner mitgewippt. Nach gefüllten 15 Minuten gab es von Taigen Kawabe bereits die Ankündigung, dass jetzt nur noch zwei Songs folgen würden. Wer dachte, das würde ein kurzes Set, der täuschte sich, denn pro Titel kommen die Japaner mindestens auf eine Spielzeit von gefühlten sechs Minuten. Mit großer Pose zwischen Bühne und Publikumsabsperrung zelebrierte Taigen den letzten Song, indem er seinen Bass mal mit den Zähnen malträtierte, dann rücklings spielte. Zurück auf der Bühne folgte noch sein finaler Sprung von der Box und viel zu schnell war das japanische Klangmonster verschwunden.

Gab es gerade noch von Allem zu viel, so wurde nun alles bewusst reduziert. Das Bühnenlicht bestand nur als Hell und Dunkel. Keine Farbe. Selbst die Bandmitglieder waren alle in Schwarz gehüllt. Gemma Thompson war das gesamte Set über in ihr Instrument vertieft und entlockte ihm spannende Zergeräusche und erreichte eine Intensität, als würden sich zwei Gitarristen auf der Bühne befinden. Die Steigerung im „in sich gekehrt sein“ wurde von Bassistin Ayse Hassan erreicht, da sie den gesamten Abend fast nur mit geschlossenen Augen bestritt. Im Hintergrund wirbelte Drummerin Fay Milton und unterstützte den unterschwellig drohend aggressiven Sound. Vorneweg mit Performance und Bühnenpräsenz Jehnny Beth. Mit großen Kulleraugen und starkem Posing wirkte sie kühl und unnahbar. Immer schwang unterschwellig Aggression in ihr. Unter angespanntem Körper und mit geballten Fäusten sang, schrie oder sprach sie die Texte über den grollenden wabernden Gitarrenteppich. Immer wieder richtete sie ihren intensiven Blick ins Publikum, dann schüttelte sie Hände der Fansm um im nächsten Moment zurück zu kehren, um zu headbangen. Nicht nur der kleine Bühnengraben, auch die „Lichtschranke“ grenzte das Publikum von der Band ab und jeder Schritt und Blick, die geballte Faust bilden eine perfekt kalkulierte Inszenierung.

Zu dem galoppierenden Sound von „The Answer“ brach endgültig der Wahnsinn im Publikum aus, vorher sah man die Hamburger eher mitwippen und mitsingen. Nun begann zu diesem Song das Publikum zu tanzen. Zu „Hit me“ steigerten sie sich in einen Moshpit. Erst das ruhige „Mechanics“ ließ die erhitzte Meute abkühlen, und mit „Fuckers“ endete der Auftritt. Noch einmal ein kurzes Händeschütteln mit den Fans, gefolgt von einer Danksagung von Jehnny, welche mit dem Versprechen endet: wenn die Hamburger wieder kommen, dann kommen SAVAGES auch wieder.

Wir sehen uns – Versprochen!

Setlist SAVAGES
I Am Here
Shut Up
Sad Person
She Will
Husbands
Surrender
I Need Something New
Evil
Slowing Down The World
City’s Full
When I Love
The Answer
Hit Me
No Face
T.I.W.Y.G.
Mechanics
Adore
Fuckers

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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