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SELIG

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Ort: Hannover - Capitol

Datum: 09.12.2010

Pure (Glück)SELIGkeit

Mit dem zweiten Album nach dem Comeback im Gepäck und einem souveränen Auftritt beim Bundesvision Song Contest im Rücken reisten die fünf Mannen aus Hamburg nach Hannover, um hier das Capitol zu rocken. Die äußeren Bedingungen konnte man mit gutem Willen widrig nennen und so war das Capitol bei meiner Ankunft noch mäßig gefüllt, was sich aber bis zum Beginn des Konzertes mit rund 800 Besuchern noch ändern sollte. Ein Blick ins Publikum zeigte, dass die Meisten die Band wohl bereits aus der „ersten“ Phase kennen durften und sich freuten, IHRE Band der 90er jetzt wieder live zu erleben.

Zwei Dinge, die von dem „normalen“ Konzertablauf abwichen, fielen dem geneigten Besucher des Konzertes auf:
1. Es gab keine Menschentraube vor dem Merch-Stand, da gar keiner da war,
2. Es gab keine Vorgruppe, um die Stimmung anzukurbeln (was aber auch nicht wirklich notwendig war, wie sich wenig später herausstellen sollte)

Was es aber wohl gab, war eine Band in bester Spiellaune und ein Publikum, das von Beginn an mitging Nach dem „akademischen Viertel“ ging es mit einer leichten Verspätung um 20:15 los. Den Schwerpunkt des Abends bildeten selbstverständlich Songs des neuesten Langspielers „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ doch auch Stücke aus den vorhergegangenen Alben „Und Endlich Unendlich“, „Hier“ sowie vom Erstlingswerk „Selig“ aus 1994 fanden einen Platz in der Setlist. Lediglich das 1997er Werk „Blender“ fand keine Berücksichtigung. Mit „5.000 Meilen“ – dem Opener des aktuellen Albums – viel blauem Licht und einer guten Portion Nebel ging es los und das Publikum war von Beginn an voll dabei. Mit „Freier Fall“ und „Lass sie reden“ folgten gleich die Songs zwei und vier der 2010er Langrille. Und wenn die Stimmung bei diesen Songs schon klasse war, fand Sie bei der Debütsingle des Comebacks „Schau Schau“ einen ersten echten Höhepunkt.

Zum Song „Die alte Zeit zurück“ wurde der Bühnenhintergrund passenderweise in psychedelischen Farben und Formen der 70er angestrahlt. Überhaupt war die Bühnengestaltung mit einem variablen Hintergrund, auf dem diverse Projektionen abliefen, abwechslungsreich und interessant, ohne vom eigentlichen Geschehen auf der Bühne abzulenken. Bei „Lass mich rein“ durfte Christian Neander bei einem Gitarrensolo alles geben, bevor „Ich dachte schon“ von Jan Plewka zu einem Ausflug ins Publikum genutzt wurde. Die „größte Liebeserklärung die man machen kann“ fand sich in der aktuellen Single „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“, die begeistert abgefeiert wurde. Bei „Die Besten“ wurde das Publikum gesangstechnisch eingebunden, während „Doppelgänger“ dafür genutzt wurde, zu zeigen, wie man in einem Hamburger Vorort zu Tanzen pflegt. Der 96er Titel „Bruderlos“ wurde entgegen der Setlist mit „Du siehst gut aus“ getauscht und sorgte für ein weiteres echtes Highlight. Mit dem weiteren Mitsing-Track „Hey Ho“ bildete er den Abschluss des regulären Sets, welches mit Jans Worten „Wir sind Selig. Ich hoffe Ihr seid es auch“ endete.

Vielleicht sollten die auf die Bühne projizierten Hände das Publikum anfeuern, Zugaben zu fordern, aber das wäre nicht nötig gewesen, da die Fans noch lange nicht genug hatten und schließlich noch ein paar unverzichtbare Songs fehlten. So ließen sich die Jungs denn auch nicht lange bitten und brachten die Stimmung mit den beiden Zugabeblöcken noch mal richtig zum Kochen. Neben dem neueren „Wir werden uns wieder sehen“ gehörte die Schlussphase ganz dem Debütalbum „Selig“ von dem noch „Sie hat geschrien“ und „Wenn ich wollte“ zum besten gegeben wurden. Und natürlich wurde noch DER Song gespielt, der bereits vor 1000 Jahren gesungen wurde und noch in 1000 Jahren gesungen werden wird: „Ohne Dich“.

An dem Abend hat alles gepasst und überaus zufrieden wurden die Zuschauer in die kalte Nacht entlassen. Die Band und allen voran Jan Plewka hatte sichtlichen Spaß, der sich auf das Publikum übertrug und von diesem mit einer tollen Stimmung erwidert wurde.

Setlist SELIG
5000 Meilen
Freier Fall
Lass sie reden
Schau Schau
Die alte Zeit zurück
Lass mich rein
Ich dachte schon
Von Ewigkeit zu Ewigkeit
Die Besten
Doppelgänger
High
Wirklich gute Zeit
Dramaqueen
Tausend Türen
Bruderlos
Du siehst gut aus
Hey Ho

Sie hat geschrien
Wir werden uns wiedersehen

Wenn ich wollte
Ohne Dich

Copyright Fotos: Holger Bücker

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