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SEPULCRUM MENTIS – LAST LAMENT

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Ort: Berlin - K17

Datum: 10.12.2004

Lokalrunde an diesem Abend im K17 – mit SEPULCRUM MENTIS standen die Gothrocker Berlins auf dem Plan, an denen der Durchbruch immer knapp vorbeiging. Gegen Ende der 90er ging man kurz durch die überregionale Presse, von Dauer war der Erfolg trotz lobender Worte leider nicht. Als Eintagsfliege kann man die Band um Marty Kasprzak nun aber wahrlich nicht bezeichnen, immerhin sollte mit diesem Konzert das 14jährige Bandbestehen gefeiert werden. Als Support hatte man die ebenfalls aus Berlin stammenden Waver LAST LAMENT dabei, die auch schon seit ein paar Jährchen ihr Unwesen im hauptstädtischen Untergrund treiben. Klein, aber fein, dachte ich mir und war erstaunt, vor dem K17 so dermaßen viele Gäste anzutreffen. Diese waren aber fast ausnahmslos für das Zusatzkonzert von HOCICO gekommen, das ebenfalls stattfinden sollte.

So fand sich bei uns in der dritten Etage vorerst niemand an, außer ein paar verirrten Elektros, welche eigentlich die Mexikaner suchten. Ein paar nette Gespräche später füllte es sich dann doch noch ein wenig, so dass LAST LAMENT immerhin vor rund 30 Leuten eröffnen konnten. Mit seinem folkigen Darkwave war das Dreigespann bestehend aus einem Gastsänger, der André aus gesundheitlichen Gründen am Mikro vertrat, Anne (voc, g) und Torsten (g) ein netter, wenn auch etwas unspektakulärer Warmmacher. Für einen bloßen Support war die Setlist allerdings relativ lang, so dass neben den neueren Stücken vom „Private Hell“-Album auch die alten „Tears of God“-Songs untergebracht werden konnten. Gerade „Age of Light“ oder „Tears of God“ waren vielleicht dem einen oder anderen Besucher bekannt. Gegen Ende des Auftritts verschwand der Sänger – da offensichtlich nicht benötigt – überraschend für eine Weile von der Bühne. Während Anne und Torsten weitermachten, holte er sich an der Bar erst einmal eine Erfrischung und kehrte erst nach einigen Liedern wieder zum Abschluss zurück hinter das Mikro.

Im Anschluss folgten nach kurzer Pause die Herren um Marty „Mme Gott“ Kasprzak, den man sonst auch öfter als Gast bei Konzerten erleben kann. Hier nun stand er nach mehreren Monaten wieder selbst mit seiner Band auf der Bühne und konnte mal wieder so richtig auftrumpfen. Mit dem Charme einer Rampensau rockte er los und die Jungs legten sich von Anfang an ins Zeug. Nur Violinistin Anke gehörte offensichtlich nicht zur Livebesetzung. Ein paar mehr Gäste waren auch da und vor allem einige eingefleischte Fans, so dass die Stimmung nicht zu leiden hatte. Nicht nur die Band hatte ihren Spaß, aber die eben auch. Den Haack am Bass sah mit dem obligatorischen silbernen Hemd nicht nur dekorativ aus, sondern erspielte sich durchaus seine Lorbeeren, der Gitarrist wirkte wie eine Art Kinski mit schwarzer Haarpracht. Dass SM eine gewisse Affinität zu Coverversionen aufweisen, dürfte Kennern bekannt sein, und so durfte man sich neben alten Songs und neuerem Material der „Salvation“ schon recht früh über eine Gothrock-Variante von BILLY IDOLs „Rebel Yell“ freuen. Nicht gerade neu und originell, aber sehr ansprechend dargeboten, sorgte der Klassiker für Stimmung. Auch die Ansagen fielen oft in die Kategorie „unkonventionell“ und bewiesen, dass die Gruftrocker durchaus nicht zum Lachen in den Sarg steigen. Ebenfalls sehr gefällig: „Sylvia“, ein eher ruhiges Stück, welches Marty seiner Frau gewidmet hat.
Natürlich ging nach Ende des regulären Sets auch hier nichts ohne Zugaben, so kehrte man recht schnell wieder vors Publikum zurück und bot drei weitere Stücke. „All That Remains Is Silence“, ein musikalisches Memento Mori – aus aktuellem Anlass gedachte man heute des kürzlich erschossenen ehemaligen PANTERA Gitarristen Darrell “Dimebag” Abbott. Mit „Circus Of Insanity“ verabschiedeten sich SM ein weiteres Mal, kündigten aber gleich an, sich nur kurz umziehen zu wollen. So kam man dann sehr schnell zurück, Marty mit einer kuriosen Mischung aus Taucher- und Schweißerbrille, Den Haack in silbern glänzender Jacke und kanariengelbem Bauarbeiterhelm. Nun wurde auch endlich das Theremin oder Ätherophon genutzt, welches schon die ganze Zeit auf der Bühne stand. Was hier geboten wurde, war eine ultralange und sehr abgefahrene Version von KRAFTWERKS „Radio-activity“, ein wahrhaft krönendes Schlussstück, mit welchem ein sehr unterhaltsamer Abend kurz nach ein Uhr sein Ende fand. Im Vergleich zu HOCICO vielleicht klein… aber oho!

Setlist SEPULCRUM MENTIS
Dreamkillers
Insignificance
Lost In Heaven
Rebel Yell
Cruel Sea
The Vatican
Godforsaken
Bye Bye Baby
Sylvia
Time
Run Away

Supergothinferno
All That Remains Is Silence
Circus Of Insanity

Radio-activity

Copyright Fotos: Antje Wagler

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