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SERENGETI FESTIVAL 2013 – TAG 2

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Ort: Schloss Holte-Stukenbrock – Am Safaripark

Datum: 20.07.2013

Auch am zweiten SERENGETI-Tag war die Sonne auf unserer Seite – oder gegen uns, je nachdem. Sie brannte erbarmungslos auf unsere Köpfe, die Schattenplätze waren rar gesät und übervoll. Und das schon am frühen Nachmittag, als wir das Gelände betraten.

Erste Band des Tages war für uns THE CREEPSHOW, die pünktlich mit ihrer Darbietung auf der EinsLive Tentstage begannen. Psychobilly und Horrorpunk ist die Domäne von Fronterin Kenda und ihren drei Jungs. Die Kanadier sorgten schon mal für einen angenehmen Einstieg, gute Laune und einige Tanzeinlagen im schon recht warmen Zelt.

Dann startete auch schon wieder das Pendeln zur Hauptbühne – zum Glück war der Weg zwischen Tent- und Mainstage nicht allzu weit, so kamen wir rechtzeitig zum Set von SKINDRED dort an. Eines meiner persönlichen Highlights. Und ich stehe offensichtlich nicht allein mit meiner Meinung, denn seit 4 Jahren gehören SKINDRED – unter anderem auch auf Drängen der Fans – zum festen Bestandteil des Festivals. Dementsprechend hatte sich schon eine gehörige Crowd auf dem Platz eingefunden, die Willens war, durchzudrehen. Und dazu hatten sie bei der Energie geladenen Show der Waliser auch massig Gelegenheit. Die Crossover-Helden trafen mit Reggae-Anleihen, funkigen Melodien und harten Gitarrenklängen absolut den Nerv des Festival-Publikums. Frontmann Benji im roten Pailetten-Sacko und seinen Mannen lockten so viele aus ihren Zelten vor die Bühne, dass ich mich wunderte, warum SKINDRED schon am frühen Nachmittag spielten. Nach ihrem Gig leerte sich bei den folgenden Bands der Platz nämlich wieder merklich.

Zunächst einmal ging es aber wieder ins Zelt, der Auftritt von VALIENT THORR stand an und wir hatten uns offensichtlich nicht alleine beeilt, denn wir konnten hinter der Bühne die beiden Seitenhexer von SKINDRED ausmachen, die sich den Auftritt wohl auch nicht entgehen lassen wollten. VALIENT THORR aus den USA sind auch schon gute alte Bekannte und bereits das dritte Mal beim Serengeti gebucht. Harte Riffs und Stoner Rock wurden uns da um die Ohren gehauen und ließen das Zelt erbeben. Wieder einmal eine gute Show.

Nach der bombastischen Darbietung von SKINDRED hatten es FUNERAL FOR A FRIEND doch etwas schwer, die Massen vor der Hauptbühne zu aktivieren. Eine kleine, feine Zuhörerschar hatte sich aber vor der Bühne postiert, um dem Emo-Hardcore der ebenfalls aus Wales stammenden Musiker zu huldigen und einige Moshpits zu eröffnen. Auf dem diesjährigen SERENGETI gab es einige Jubiläen oder auch Premieren – so feiern auch FUNERAL FOR FRIEND 2013 ihr 10jähriges Bestehen und hauten ordentlich in die Saiten.

Im Zelt gaben sich dann RADIO HAVANNA aus Berlin mit ihrem schnellen und rotzigen Punk, MEGA! MEGA! ebenfalls aus Berlin mit einer sehr eigenwilligen Mischung aus Rock und Rap (oder Rap und Rock?) und WIRTZ die Klinke in die Hand.

Bevor wir uns allerdings der Show des Singer-Songwriter-Rockers widmeten, wandten wir uns der Nahrungsaufnahme und dem Gig von ITCHY POOPZKID zu. Die machten mit ihrem Fun-Punk richtig Alarm und kamen sehr erfrischend und sympathisch rüber. Kaum zu glauben, dass diese Band auch schon mehr als 10 Jahre besteht. Der Funke sprang über und zur Freude aller surfte Sänger Sibbi (Sebastian Hafner) in einem Gitarrenkoffer über die Menge hinweg. Endlich mal kein Gummiboot!

Nun ging es Schlag auf Schlag und schon stand der Gig der Kanadier DANKO JONES bevor. Die Sonne brannte nach wie vor gnadenlos, und so waren Frontmann DANKO JONES und seine beiden Mitstreiter in ihren schwarzen Klamotten schnell schweißgebadet. Für mich persönlich im Vorfeld eines der Highlights des Serengeti Festivals 2013, da ich den stampfenden Garage-Rock-Blues und die arrogante, rotzfreche Art des Shouters einfach mag und mich schon des Öfteren live überzeugt hatte. Diesmal allerdings zündete es nicht so richtig bei den Leuten und auch auf der Bühne vermisste ich die typischen Gesten und selbstverliebten Sprüche. Die Musik passte, aber die Atmosphäre ließ etwas zu wünschen übrig. Schade, aber vielleicht waren die meisten von der Hitze schon etwas lädiert. Schließlich ist der Ostwestfale an ein solches Wetterchen auch nicht gewohnt.

Wie bereits angekündigt flohen wir vor den brennenden Sonnenstrahlen zurück ins Zelt. Keinesfalls nur um uns abzukühlen, denn dazu bot WIRTZ nun wahrhaftig keine Gelegenheit. Daniel Wirtz ist ja für den Terrorverlag ganz und gar nicht unbekannt, hatten wir seinen Werdegang vom SUBSEVEN-Frotmann bis zum besagten Singer-Songwriter-Rocker mitverfolgt. Auch diesmal überzeugte WIRTZ zusammen mit seiner Band und bot soliden Rock in deutscher Sprache, mal treibend, mal fast melancholisch. Er weiß halt, wie man sein Publikum packen kann. Nach dem Gig konnte man beobachten, wie er noch mit seinen Anhängern angeregt plauderte – so sieht Fan-Nähe aus!

Nun aber schnell zurück zur Mainstage, wo bereits die neun Jungs von IRIE RÉVOLTÉS auf der Bühne standen und die Menge mit ihrer Mischung aus Ska, Punk und Hip Hop zum Mithüpfen und Tanzen animierten. So bunt wie das Mischungsverhältnis der Band ist auch der Musikstil, der viele Richtungen vereint, in deutsch-französischen Texten vorgetragen wird und einige sozialkritische Ansätze enthält.

Dann zog es uns ein letztes Mal zurück ins Zelt, Zeit für GROSSSTADTGEFLÜSTER und ihren deutschen Elektro-Pop. Das Berliner Trio machte den Anfang für den später noch folgenden elektronischen Ausklang des 2. Festivaltages mit FRITZ KALKBRENNER und dem 1LIVE CLUB mit zwei bekannten DJs. Es wurde viel getanzt und gelacht und die knapp 45 Minuten Spielzeit vergingen wie im Flug! Fürs Auge wurde uns dabei von Sängerin Jen auch Außergewöhnliches geboten. Was hatte sie sich da umgeschnallt? Mehrere blonde Langhaarperücken? Mit einem Klick in die Fotogalerie kann man sich selbst ein Bild machen.

Das Beste kommt zum Schluss – dieses Sprichwort hat hier durchaus seine Berechtigung, denn noch stand ja der Headliner des 2. Serengeti-Tages aus. In der Zwischenzeit hatte sich die Sonne mit dem voller werdenden Mond abgewechselt und so harrte man gespannt der Dinge, die da kommen würden. Und die kamen in Gestalt einer sehr energiegeladenen Band: die BROILERS. Und so können wir auch den Bogen zum bereits angesprochen Jubiläum schlagen: Sänger Sammy Amara verkündete stolz, dass alle Anwesenden Zeugen der ersten Headliner-Show der BROILERS seien. Und um es vorweg zu nehmen: die Düsseldorfer Oi- und Punkrockband sind wahrlich eines Headliners würdig! Sie starteten druckvoll mit „Zurück zum Beton“, „Nur die Nacht weiss“ und „In ein paar Jahren“, um dann ins anderthalbstündige Set auch alte Titel wie „Paul der Hooligan“ oder als Zugabe „Schenk mir eine Blume“ einzubauen. Lauthals mitgesungen, es hatten sich doch offensichtlich einige BROILERS-Fans eingefunden. Die vierköpfige Band hat sich ihren Erfolg, der sich nun stetig einstellt, hart erarbeitet. Immerhin existiert die Kombo schon seit 1992 und einige hundert Konzerte Erfahrung ist Bestandteil der gemeinsamen History von Sammy Amara (Gesang, Gitarre), Ronald „Ron“ Hübner (Gitarre), Andreas „Andi“ Brügge (Schlagzeug), Ines Smentkowski (E-Bass) und Christian „Chris“ Kubczak (Keyboards). Allerdings hatten sie im Laufe der Zeit auch ihren ehemals straighten Punk um Rockabilly, Reggae und Ska erweitert. In den letzten Jahren spielten sie viele große Festivals, Rock am Ring sei da nur stellvertretend genannt, waren u.a. Support für DIE TOTEN HOSEN, 2011 für die EinsLive-Krone als “Bester Liveact” nominiert und nun die erste Headliner-Show. Es sei den BROILERS gegönnt, denn hier paaren sich Spielfreude, Charme und Energie. Den Charme versprühte vor allem Sammy, der die Crowd zwischen den Stücken gern mit launigen Anekdoten unterhielt. So erzählte er uns beispielsweise, dass sie ein paar Tage zuvor ein Festival in der Schweiz eröffnet hatten. Sie wären sich dabei vorgekommen wie eine Schülerband. Skurrile Gefühlswelten, denn ein paar Tage später waren sie ja schon die Headliner hier auf dem SERENGETI. Und dies war definitiv die richtige Wahl der SERENGETI-Veranstalter. Das Versprechen, das „verfickte Festival abzureißen“, konnten sie zwar nicht ganz einhalten, aber ich bin mir sicher, man hatte nach diesem Abschluss genug aufzuräumen!

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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