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SIMPLE MINDS

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Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 09.02.2014

Im März 2013 veröffentlichten die SIMPLE MINDS ihre gefühlte 100. „Greatest Hits“-Kompilation und hatten nun unter gleichem Titel zum Älternabend in den Ringlokschuppen geladen. So tauschten an diesem Abend etliche aus der Ü40-Gemeinde Sofa und Tatort gegen Gesang und Körperertüchtigung. Darunter auch viele Paare, die Locations wie den Ringlokschuppen und Konzerte dieser Art vermutlich eher selten frequentieren. Gerade noch pünktlich erreichte ich die große Halle, die heuer deutlich an ihre Kapazitätsgrenzen stieß, als es auch schon mit dem neuen Song „Broken glass park“ losging. Die Menge war eindeutig in Partylaune und fraß Jim Kerr vom ersten Ton an aus der Hand. Bereits bei „Waterfront“ wurde laut mitgesungen und geklatscht – von 0 auf 100 nach 5 Minuten, das rang auch dem Sänger ein „Wunderbar“ ab. Zu „Stars will lead the way“ aus 2009 hatte ich mir dann auch endlich ein Plätzchen mit Sicht auf die Bühne ergattert. Ob die Faltentiefe bei Jim Kerr zugenommen hat, war auf die Distanz nicht zu erkennen, stimmlich indes präsentierte er sich auf jeden Fall ohne jede Altersschwäche. Es folgte mit „Hypnotised“ einer meiner Favoriten wegen des eingängigen Gitarrenriffs, nach wie vor greift dafür Gründungsmitglied Charlie Burchill agil in die Saiten. „Once upon a time“ aus den erfolgreichen Mitt-Achtzigerjahren rückte nun auch Sarah Brown zuständig für die Backing-Vocals mehr ins Rampenlicht. Erst nach dem funkigen „One step closer“ begrüßte Kerr seine Fans und versprach eine lange Nacht, denn heute würden alle großen Songs der SIMPLE MINDS erklingen. Er riet daher von zu starkem Alkoholkonsum ab, denn dann könne man den Abend am nächsten Morgen seinen Facebook-Freunden ggf. nicht adäquat schildern. Es folgte nun Hit auf Hit nahtlos aneinander, wobei „Promised you a miracle“ und „Glittering prize“ (beide vom gleichnamigen 1982er Album) besonders gut ankamen. Nun gab es noch „Let the day begin“ im Original von THE CALL auf die Ohren, ehe sich die SIMPLE MINDS für eine Viertelstunde verabschiedeten. Saallicht an, alle mal ne Runde pinkeln gehen oder Biernachschub holen und weiter ging’s. Das hatte ich so noch nicht erlebt.

Mit der Instrumentalversion von „Speed your love“ brachte die Band die Fans dann schnell wieder auf Betriebstemperatur und da im Anschluss noch Frau Brown mit dem PATTI SMITH–Cover „Dancing barefoot“ sexy und stimmgewaltig ihre 5 minutes of fame hatte, konnte Jim Kerr noch eine Weile länger Kraft tanken, um nach „This fear of gods“ mit „Someone somewhere in summertime“ die Menge wieder zum Kochen zu bringen. Wie in alten Zeiten machte er ausladende Armbewegungen und kniete sich an den Bühnenrand – die Pause hatte also gut getan. Es folgte ein eher ruhiger Block mit „This is your land“, dem neuen „Blood diamonds“ und „The American“ aus den Anfangstagen, das Ged Grimes mit einem schönen Bass-Solo veredelte. Die Fans feierten alles frenetisch ab und längst hätten die SIMPLE MINDS vergessene B-Seiten singen können, hatten aber noch einen ihrer ersten Hits „Love song“ im Gepäck. Hierbei stachelten sich Jim Kerr und Sarah Brown immer weiter an, so dass das Ganze am Ende fast nach HEAVEN17s „Temptation“ klang. Für mich der heimliche Höhepunkt des Konzerts, doch die Crowd wartete natürlich auf das unvermeidbare „Don’t you (forget about me)“. 30 Jahre ist es nun her, dass die SIMPLE MINDS mit diesem Song hierzulande ihren größten Hit landeten und hüpfend und grölend lag sich die Gemeinde wie einst in den Armen und wollte auch nach minutenlangem „Lalala“ kein Ende finden.

Erschöpft verließ die Band die Bühne, doch dies sollte doch eine lange Nacht werden und es war erst 22 Uhr. Sofort wurden Zugabenrufe laut und die Simple Minds ließen sich nicht lange bitten. Das beschauliche „Let it all come down“ läutete den Zugabenblock ein, ehe mit „Sanctify yourself“ und „Alive and kicking“ noch 2 Tophits aus dem Erfolgsjahr 1985 die Party weiter brodeln ließ. Als Absacker gab es dann noch „Ghostdancing“ mit auf den Weg, ehe die Party kurz vor 22.30 Uhr ihr Ende fand.
Hier verschieben sich dann mit dem Alter doch wohl die Vorstellungen von einer „langen Nacht“. Gerne hätte ich statt der Coverversionen noch Hits wie „Belfast Child“ oder „All the things she said“ gehört, auch „Mandela Day“ drängte sich doch aus gegebenem Anlass für die Setlist geradezu auf. Nun denn, viel Schweiß war auf und vor der Bühne geflossen und beide Seiten werden zufrieden den Heimweg angetreten haben. Die SIMPLE MINDS hatten routiniert und ohne großen Firlefanz etwas für ihre Altersversorge getan. Und von den Fans hatten einige ihr erstes, vielleicht einziges und somit auch bestes Konzert 2014 erlebt. In ein paar Jahren werden sie sicher alle zur nächsten Zeitreise wiederkommen, vielleicht ist der Saal dann ja bestuhlt….

Setlist
Broken glass park
Waterfront
Stars will lead the way
Hypnotised
Once upon a time
One step closer
Let there be love
Promised you a miracle
Glittering prize
Let the day begin (The Call – Cover)
Speed your love to me (Instrumental)
Dancing barefoot (Patti Smith – Cover)
This fear of gods
Someone somewhere in summertime
This is your land
Blood diamonds
The American
Love Song
See the lights
Don’t you (forget about me)

Let it all come down
Sanctify yourself
Alive and kicking
Ghostdancing

2 Kommentare

  1. Lowrider sagt:

    Ich weiß ja nicht auf welchem Konzert der junge Mann hier war ?? Aber die Setlist ist völlig falsch !!
    New Gold Dream wurde überhaupt nicht gespielt. Ghostdancing wurde gespielt. !!

    http://www.simpleminds.org/sm/news/n2014/index.htm

    Hier gibt es die original Setlist

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