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SOUNDS OF THE UNDERGROUND (MADBALL – CHIMAIRA – UNEARTH – TERROR – ALL THAT REMAINS – MANNTIS)

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Ort: Herford - Club X

Datum: 15.05.2006

Rollt die SOTU-Tour in ihrer zweiten Ausgabe mit CANNIBAL CORPSE, IN FLAMES, BEHEMOTH, TRIVIUM und AS I LAY DYING in Kürze durch die Staaten, macht sich der Europa-Ableger gerade daran, vor allem die deutschen Konzerthallen heimzusuchen. Und überschlägt sich schon das US-Line Up mit 1st Class Metal-Bands, so gibt es auch in Europa eine fette Mischung aus Metal, old und new school Hard- bzw. Metalcore. Da der Tross im Umkreis von ca. 200km von Herford nicht weiter Halt machen würde, rechnete die Terrorfraktion eigentlich mit einem Massenandrang vor allem aus den Ruhrpott-Gebieten. Dieser blieb aber überraschenderweise aus. Unter den Anwesenden waren aber immerhin doch einige bekannte Gesichter, wie z.B. Leffe (DEW-SCENTED), Burkhard (HATE SQUAD) und diverse Vetreter von Century Media, die sich ihre Schützlinge MANNTIS endlich mal live anschauen wollten.

Diese legten dann um kurz nach 20:00 noch vor recht spärlich gefüllter Location los. Und zum ersten Mal kann ich etwas Positives über die anwesende junge “CALIBAN-Kinder-Armee” sagen. Sie sind ja offen für neues und nehmen was man ihnen hinwirft. Denn ich war mir sicher, dass neben mir nur wenige MANNTIS schon vorher kannten. Doch die hatten gar keine so schwierige Aufgabe als Opener verheizt zu werden, wie man es hier in OWL gewohnt ist. Auch wenn sie mehr auf Show als auf Tightness achteten, was mir ja SEHR bekannt vor kommt, brachten sie damit die ersten Reihen zum bangen und zur Mitte des Sets auch ein paar Arme und Beine zum Rudern. Songs wie “Axe of Despair”, “Breed of Live” und der CD Titeltrack “Sleep in Your Grave” wurden freudig aufgenommen, was nicht zuletzt an den beiden Poser-Gitarristen Adair Cobley und Daniel Racadio lag, welche an dem Abend echt einiges an Kilometergeld verdient hätten. Als Zusatz gab es noch einen neuen Song, der sehr kommerzig mit viel cleanem Gesang daherkam. Hoffen wir, dass sie nicht komplett auf die Bremse treten bei der nächsten CD.

Zweite Band des Abends gleich meine Lieblinge von ALL THAT REMAINS. Mit neuer Bassistin und noch immer mit dem kleinsten Frontmann der Szene. Die Truppe war wohl noch einigen seit ihrem Auftritt im letzten Jahr mit KILLSWITCH ENGAGE im Gedächtnis geblieben, denn die noch recht leere Fläche vor der Bühne füllte sich zusehends. ALL THAT REMAINS legen aber auch einfach ein Hammer Songwriting an den Tag, und ich hatte ja heimlich gehofft, dass der neue Song “This Calling” gespielt werden würde. Und schon auf Platz 2 der Setlist befand er sich auch. Sehr feine Sache, auch wenn Shouter Phil Labonte heute nicht an die gesanglichen Qualitäten der CD oder der Show im letzten heran kam. Dafür zockten Mike Martin und Oli Herbert jedes Solo gekonnt und sauber aus dem Handgelenk. Bis auf meinen „persönlichen“ Hit “Passion” gab es diverse Highlights der CD mit “The deepest Gray”, “This Darkened Heart” und natürlich “Tattered on my Sleeve”. Leider war der Sound nicht viel besser als bei MANNTIS, und so ging so manches Solo etwas im Soundbrei unter. Sehr schade und bei dieser Band besonders. Können ruhig öfter hier sein und dann besser abgemischt bitte…

Nachdem die ersten Bands recht schnell durch waren, konnte man nun im Publikums-Bereich einen Wechsel beobachten. So brachten sich diverse kurzgeschorene, stark tättowierte Old School-HCler in Position, um bei den nun folgenden TERROR für eben genau diesen im Pit zu sorgen. Da es aber bei weitem nicht so voll war wie zuletzt in der Matrix und auch das Publikum eher gemischt, ging es zwar richtig gut zur Sache, aber nicht so extrem wie eben bei der Headliner-Show in Bochum. „Spit my Rage…“ etc. sind aber auch richtige Kracher, die völlig mitreißen. Scott fegte wie gewohnt über die Bühne und versuchte in den etwas mehr als 20 Minuten so viel Energie wie möglich mit den Fans auszutauschen. Da störte die meisten auch der wieder mal sehr dürftige Sound nicht unbedingt. TERROR (auch wenn sie aus L.A. und nicht aus N.Y. kommen) zählen ohne Frage zu Recht zu den derzeit angesagtesten Old School-Bands und sollte die Band die live präsentierte Form auch auf dem anstehenden neuen Album abrufen können, steht uns ein wahres Fest bevor!

Nach der Hälfte des Abends wurde es nun Zeit für die ersten größeren Umbauten, denn UNEARTH bekamen ihr eigenes Drumkit aufgebaut. So war alles bereit für die Könige des Abends. UNEARTH!!! Die Jungs waren so geil wie im Winter 04, als ich sie auf der Resistance Tour gesehen habe. Wenn nicht noch geiler. Unglaublich locker und fehlerfrei schossen sie das viel zu kurze Set von der Bühne. Die Show kam natürlich nicht zu kurz. Da wurde die ganze Bühne und die ganze Höhe der Halle zum springen genutzt. Und die 7-Saiter wurden zum “Hoola Hop Reifen” und flogen so oft um Buz McGraths und Ken Susis Körper, dass man hätte wetten können, die Gitarren kotzen gleich. Wie man Ken kennt, gab es wieder eine spaßige Einlage, die diesmal das “Trichtertrinken mit ATR Shouter Phil beinhaltete. Und zu meiner Schadenfreude endete das Ganze in ner Bierdusche für Mitschreiberling Fafnir. Ok, zurück zur Musik. Neben einem neuen Song, der, wie von Trevor im Interview angesprochen, wirklich noch härter und düsterer als die bekannten Lieder war, gab es Stücke wie: “This Lying World”, den Opener vom „The oncoming Storm”-Album „The Great Dividers” und das fette Finale mit “Black Hearts Now Reign”. Leider konnte Drummer Mike Justian diesmal nicht von einer Box an die Drums springen, da musste dann der Hocker herhalten. Auch ohne “Endless” und „Bloodlust“ ein fettes Set mit einer unglaublich intensiven stimmlichen Performance von Trevor und recht ordentlichem Sound.

Größerer Umbau die 2te! Wobei sich dieser in Grenzen hielt, brauchte man doch nur das UNEARTH-Kit abbauen und die CHIMAIRA-Drums von den Schutz-Decken befreien. Drums ist auch ein gutes Stichwort, denn nachdem ich die Modern Metaller zuletzt noch mit Trommel-Genie Kevin Talley (DYING FETUS, HATE ETERNAL) live gesehen hatte, saß nun wieder Original-Kesselschläger Andols hinterm Schlagzeug. Und dieser hat nichts verlernt bzw. im Gegenteil noch ne Ecke zugelegt. Musste er auch, hat doch Talley auf dem aktuellen Werk und auch live eine Hammer-Leistung abgeliefert. CHIMAIRA zockten in ihrer dürftig bemessenen Spielzeit von 40 Min., was ging. Ob „Nothing Remains“, „Inside the Horror“, „Severed“ oder die Überknaller „Pure Hatred“ und “Power Trip”, diese Band verfügt über mächtig viele Killer-Songs, die live richtig abgehen. Da vermisst man „Down again“ eigentlich kaum. Wie schon in Bochum zockte Rob Arnold ein Killer-Solo nach dem anderen, Matt DeVries ließ seine Mähne nur so fliegen und der sonst oft recht verschlossene, fast mürrisch wirkende Sänger Mark Hunter ließ sogar das ein oder andere Mal ein Grinsen erkennen. Kein Wunder, wenn mehrere hundert Fans lauthals „I hate … everyone!“ mit-shouten! Leider war auch hier der Sound wieder recht mies, so dass die fetten Soundgewitter der Amis in einem leichten Soundmatsch mündeten. Doch aufgrund der an sich starken Songs, dem engagierten Auftreten und der gelungenen Voll-Strobo-Show waren CHIMAIRA schon jetzt die Gewinner des Abends, und so mancher Fan schaute doch recht verdutzt, als nach gut 40 Min. plötzlich Feierabend war. Schade, nächste Mal bitte wieder mehr!

Old School die 2te! Nach CHIMAIRA verabschiedeten sich doch eine ganze Reihe Fans, und so hatten die wieder in Position gehenden Old Schooler noch mehr Platz im Pit als zuvor. Und dort ging es dann auch von der ersten Minute richtig ab. MADBALL enterten die Bühne und legten auch gleich richtig mit „Adapt + Overcome“ los. In wiederum mageren 45 Minuten zockten die New Yorker vor allem Songs vom aktuellen Album „Legacy“ („Behind these Walls“, „Final Round“, „HeavenHell“, „Legacy“) und garnierten dies mit einigen guten alten Klassikern der Marke „Set it off“, „Pride“ oder „Lockdown“. Fronter Freddy Cricien war natürlich wieder Hauptakteur auf der Bühne und sprang immer mal wieder zu den Fans von der Bühne, um mit ihnen den Hardcore zu leben. Die beiden Axtmänner hielten sich dagegen zurück, was nicht verwundert, schaut man sich mal das Volumen des Bassers an. So fegte Freddy unablässig über die Bühne, shoutete seine Texte, wurde nie müde den Hardcore-Lifestyle zu huldigen und da durfte natürlich das Shout-out an die „DMS-Crew“ (NY-Gang aus dem Umfeld von AGNOSTIC FRONT, MADBALL u.a.) nicht fehlen. Eine gute Sache, dass die Veteranen um Freddy Cricien wieder da sind, denn auch nach den vielen Jahren versprühen MADBALL noch immer die Energie, wie zu ihren besten Zeiten!

Ein an sich sehr cooles Festival, welches doch unter so einigen Kinderkrankheiten litt. So waren die jeweiligen Spielzeiten viel zu dürftig bemessen, der Sound durchweg recht mies und die Merch-Preise mehr als lachhaft (kein Wunder, dass bei einem Preis von 20 Euro p. Shirt oder 15 Euro für einen Gürtel der Stand recht verwaist blieb!). Dafür war der Ablauf reibungslos und die Umbaupausen erfreulich kurz. Da kann man nur hoffen, dass man diese Tour auch hier in Europa wird etablieren können, damit auch weiterhin solche Killer-Packages in unseren Breitengraden auftreten!

Setlist MADBALL
Adapt + Overcome
Can’t Stopp won’t stop
Hold it down
Set it off
Look my Way
Lockdown
HeavenHell
Behind these Walls
Legacy
For my Enemies
Final Round
DMS
Hardcore Pride
Pride

Copyright Fotos: Michael Werneke /Christoph Keller

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