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STEVE ’N’ SEAGULLS

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Ort: Osnabrück – Bastard Club

Datum: 15.10.2015

Als Wohnort geben sie einen finnischen Kartoffelacker an und ihr bevorzugtes Fortbewegungsmittel ist ein Rasenmähertrecker: die Rede ist von STEVE’N’SEAGULLS, deren Bluegrass-Version von „Thunderstruck“ auf youtube in 15 Monaten mehr als 16 Millionen Mal aufgerufen wurde. Seit 2012 gibt es die schräge Hillbilly-Truppe, die mit ihren Metal-Covern für Furore sorgt und in diesem Jahr nicht nur ihr Langspiel-Debüt gab, sondern auch international auf Tour ist. So lenkten sie ihren Kleinbus auch die Nähe des Osnabrücker Bahnhofes, wo die Skandinavier für ein volles Haus im Bastard Club sorgten.

Es dürfte die Titelmelodie von „Bonanza“ gewesen sein, zu der Pukki Kaalinen (Kontrabass & Gesang), Wild Till Hiltunen (Mandoline, Akkordeon, Tasten & Gesang), Herman de German (Banjo & Gesang), Remmel (Gitarre & Gesang) und Drummer Puikkonen um 20.15 Uhr auf der kleinen Stage im Kellergewölbe des Clubs an der Buerschen Straße Aufstellung nahmen, ehe sie mit „Paradise City“ die erste knackige Bluegrass-Bearbeitung des Abends servierten. Den Anwesenden gefiel’s sichtlich und mit „Over The Hills And Far Away“ bekam das Auditorium auch umgehend das nächste Ohren-Schmankerl serviert, das von Herren kredenzt wurde, die schon ein wenig speziell gekleidet waren. Insbesondere die bunte Leggins von Bassmann Pukki stach dabei heraus, während der Rest überwiegend zur bequemen Latzhose gegriffen hatte. So ließen die Jungs es mit dem groovenden „Holy Diver“ zunächst auch gemütlich angehen, verpassten der DIO-Nummer jedoch auch einen kurzen Kick, ehe beim mit Begeisterung aufgenommenen „The Trooper“ Highspeed angesagt war und das Publikum erste Gesangseinlagen übernahm. Man war auf und vor der Bühne ganz eindeutig in Feierlaune, da passte es natürlich gut, dass die Setlist einen deutschsprachigen Song vorsah, der vom gut behüteten Herman performt wurde: RAMMSTEINs „Ich will“ versprühte mitsamt sehr prägnanter Drums eine gehörige Portion Country-Feeling, bevor das schräge „Sabotage“ ein schwermütiges Akkordeon und einen grummelnden Bass ins Rennen schickte. Hardcore-Metal in der Kirmespolka-Darreichungsform ist schon was für Hartgesottene, klappte bei STEVE’N’SEAGULLS und „Cemetery Gates“ aber bestens. Zu Beginn des gut gelaunten „You Shook Me All Night Long” gefiel Kollege Kaalinen mit einem energiegeladenen Solo, während die gesamte Mannschaft beim sich anschließenden „Black Dog“ für ein kleines Pfeifkonzert sorgte. Wohlgemerkt, nicht die Zuschauer pfiffen, sondern die Musiker, was wiederum vom Beifall der Anwesenden begleitet wurde. Keine Frage, dass ein Track wie „Seek & Destroy“ auch in der finnischen Bluegrass-Variante ordentlich Wumms haben musste und wenn dann auch noch „Nothing Else Matter“ im Schunkel-Modus offeriert wird, weiß man, dass diese selbsternannten Hilbillys keine Angst vor Experimenten haben. Genau so wollte es aber auch das Publikum hören, das bei „Run To The Hills“ selbst kräftig mitsang und gleich darauf das berühmte „Thunderstruck“ auf die Ohren bekam. Mit einem gewaltigen Schlagzeug-Einzel beendete der Fünfer das reguläre Set, kam aber alsbald noch einmal zurück, um noch einen kleinen Nachschlag zu servieren, bei dem insbesondere das finale „Born To Be Wild“ heraus stach. Fellmützenmann Wild Till Hiltunen, der vermutlich entfernt mit Detlev Buck verwandt ist, griff bei dieser Gelegenheit nicht nur in die Tasten, sondern auch zur Querflöte und so wurde allenthalben noch mal amtlich Alarm gemacht, bevor sich die weitgereisten Hinterwäldler nach knapp 90 Minuten Spielzeit von ihren restlos begeisterten Fans verabschiedeten.

Gecovert wird schon lange in allen möglichen Richtungen und die Bluegrass-Spielart von STEVE’N’SEAGULLS gehört zweifellos gerade live zu den besonders witzigen. Zudem sind die fünf Musiker wirklich versiert an ihren Instrumenten und wissen die Metal- und Hardrock-Vorlagen auch facettenreich neu zu arrangieren. Man darf gespannt sein, was die Kapelle über den langen finnischen Winter womöglich noch ausbrütet.

Setlist
Intro
Paradise City (GUNS N’ ROSES-Cover)
Over The Hills And Far Away (GARY MOORE-Cover)
Wishmaster (NIGHWISH-Cover)
Holy Diver (DIO-Cover)
The Trooper (IRON-MAIDEN-Cover)
Ich will (RAMMSTEIN-Cover)
Sabotage (BEASTIE BOYS)
Cemetery Gates (PANTERA-Cover)
You Shook Me All Night Long (AC/DC-Cover)
Black Dog (LED-ZEPPELIN-Cover)
Seek & Destroy (METALLICA-Cover)
Nothing Else Matters (METALLICA-Cover)
Run To The Hills (IRON-MAIDEN-Cover)
Thunderstruck (AC/DC-Cover)

Iron Man (BLACK-SABBATH-Cover)
Born To Be Wild (MARS-BONFIRE-Cover)

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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