Terrorverlag > Blog > COPPELIUS, SUBWAY TO SALLY > SUBWAY TO SALLY – COPPELIUS

Konzert Filter

SUBWAY TO SALLY – COPPELIUS

050930-Subway-to-Sally-0.jpg

Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 30.09.2005

SUBWAY TO SALLY auf Tour – da darf natürlich Osnabrück nicht fehlen. SUBWAY TO SALLY in Osnabrück? Da darf natürlich der Terrorverlag nicht fehlen! Nach dem sehr spannenden und netten Interview (vielen Dank an dieser Stelle noch mal an die Band, vor allem an Bodenski) und nur kurzem Warten in der Kühle des Herbsts betrat ich mit den schon zahlreich Anwesenden pünktlich um 19 Uhr den Hyde Park in Osnabrück.

Zeitig um 20 Uhr begann das Spektakel mit COPPELIUS, eine wohl fast allen Anwesenden unbekannte Band. Fünf Herren in Gehröcken betraten vornehm die Bühne, um sich an ihren Instrumenten zu platzieren. Dann legte die aus Berlin stammende Band los – und zwar richtig. Mit Klarinetten, Cello, Kontrabass, Schlagzeug und Gesang heizten sie das Publikum extrem an. Und – ein SUBWAY TO SALLY-Publikum will erstmal unterhalten sein! Im Gegensatz zu anderen Vorbands kam diesmal nicht zwischen den Liedern des Support-Acts das Schreien nach „Blut, Blut, Räuber saufen Blut…“ COPPELIUS wurden nach 9 Songs sogar zu einer Zugabe aufgefordert – welche sie allerdings überhörten, erst als der „Butler“ der Truppe, welcher auch während des Konzerts Ansagen gemacht und den anderen Musikern ihren Kleidung wie Hüte oder Jacke anreichte, darauf aufmerksam gemacht hat, dass „Zugabe“ in vornehmen Kreisen wie denen von COPPELIUS „Da Capo“ heißt. Ein breites Repertoir an Songs von dem wohl aufregendsten und lautesten Kammerorchester der Welt, nicht nur Morgen- und Abendstimmung waren dabei, sondern auch „Killers“ – nach der Ansage „Kennen sie IRON MAIDEN? … Vergessen sie IRON MAIDEN“ vergas das Auditorium sie zumindest teilweise – die musikalische Umsetzung der Hauptstädter war einfach grandios. Der Erfolg zeigte sich auch nach dem Konzert – die Musiker waren von Autogrammjägern umringt, und am Merchandise-Stand wurden der netten Dame, welche dort für den Verkauf der diversen Artikel zuständig war, die CDs und auch T-Shirts fast aus der Hand gerissen. COPPELIUS begleiten mit ihrem 40minütigen Programm SUBWAY TO SALLY auf dem ersten Teil der Tour, und die Entscheidung für diese Vorband war mehr als richtig. (Empfohlen sei an dieser Stelle auch noch die Homepage der Band, die wirklich witzig und interessant gemacht ist)

Nach der Ansage von SUBWAY TO SALLY durch Bastille, den Butler von COPPELIUS, und einem sehr kurzen Umbau (1/4 Stunde) ging es dann zügig weiter. Die Mittelaltermetaller betraten die Bühne unter großem Jubel und legten mit „Stille Nacht“ und „Schneekönigin“ los, einem ja eher zu den ruhigeren Stücken zählenden Lied. Dazu rieselte Schnee von der Decke oder genauer gesagt aus zwei dafür angebrachten Vorrichtungen (eigentlich Seifenschaum, aber es sah schon recht echt aus und untermalte das Lied sehr passend). „Feuerland“ – ein Gegenstück nicht nur vom musikalischen Aufbau, sondern auch von der Darbietung auf der Bühne. Die bei SUBWAY TO SALLY recht beliebten Pyro–Effekte kamen hier am Anfang am Bühnenrand zum Einsatz, daher hatte man auch die Fotografen bisher nicht in den recht schmalen Graben vor der Bühne gelassen. Weiter ging es mit Klassikern wie „Knochenschiff“, „Kleid aus Rosen“ und „Liebeszauber“. Frau Schmitt, Eric Fish und die anderen Musiker boten eine gewohnt gute Show – Eric Fish vor allem durch seine Ansagen und die Action auf der Bühne, Frau Schmitt durch kräftigen Einsatz der Geige, und die anderen Musiker verausgabten sich ebenso an ihren Instrumenten. Aber nicht nur die Show, welche immer wieder durch Pyros aufgeheizt wurde, brachte das Publikum förmlich zum Kochen – es war vor allem die clever gemischte Setlist aus älteren Titeln und Songs vom neuen Album. Man musste die neue Scheibe nicht kennen, um „bei der Sache zu bleiben“ – es wurde viel Bekanntes und viel neues so gemischt, dass jeder, der die Musik von SUBWAY TO SALLY mag, sich die Seele aus dem Leib tanzen musste. Es wurde gesprungen, getanzt, geklatscht und vor allem mitgesungen – STS versteht es wie nur wenige andere Bands, ihr Publikum auch bei einem zweistündigen Konzert nicht eine, wirklich nicht eine Sekunde zu langweilen. Allein die Tatsache, dass die Band jedes Jahr einmal in Osnabrück spielt, und dass jedes Mal der Hyde Park proppenvoll ist, beweist dies. Und nein, es ist nicht jedes Mal eine Mischung aus anderen Leuten, dafür (er)kenne ich zu viele von Ihnen entweder persönlich oder vom Sehen. Eigentlich bleibt nur ein: Faszinierend und Hut ab!

Zurück zum diesjährigen Konzert: Neben den Stücken, welche die Zuhörerschaft zu eifriger Bewegung brachten, gab es auch die ruhigen Momente mit „Maria“ oder „Kleid aus Rosen“, die bei STS einfach mit ins Programm gehören. Aber auch genügend neue Stücke wurden gespielt: Lieder von Feuer und Eis, wie „Eisblumen“ oder „Feuerkind“, oder aber von der Zahl – „Sieben“. „Rätsel II“ wurde als Livesong vom Publikum natürlich besonders gut aufgenommen, ist es doch ein Dank an die Fans – eigentlich der Song selbst schon, aber trotzdem ließen es STS sich nicht nehmen, dies noch einmal zu sagen und sich vor „dem wohl besten Publikum, das es gab und gibt“ zu verbeugen. Auch um Applaus für COPPELIUS wurde noch mal gebeten – eine nette Geste, die dafür spricht, dass das Verhältnis zwischen Hauptact und Vorband wirklich gut zu sein scheint. Ebenso wurde der neue Drummer der Band Simon Michael vorgestellt – durch Erics Aufforderung „Sagt dem Simon Michael doch mal guten Tag“. Die Zuhörer kamen dem nach, was mit einem grinsendem „Das ist ja wie in Preußen hier“ quittiert wurde. Nicht nur dem Drummer, auch dem Teufel wurde danach guten Tag gesagt, immer wieder unterbrochen von der Aufforderung nach dem Schrei – den das Publikum in ein er enormen Lautstärke immer wieder ausstieß.

Nach drei Zugaben (man kann doch nicht ohne „Julia und die Räuber” von einem SUBWAY TO SALLY – Konzert nach Hause gehen?!?!?), viel Applaus und vor allem viel Schweiß – die Luft im Hyde Park stand, hatte Eric Fish doch gebeten die Fenster und Türen zu schließen, da die geöffneten selbigen Durchzug verursachten, welcher – und da hat er recht – einen ganz fix ans Bett fesselt. Und das wollen wir doch nicht, auch wenn Osnabrück und Umgebung seinen Spaß an diesem Abend schon gehabt hat. Es war so warm, dass Eric der Schweiß in wahren Bächen herunterlief – nach einem letzten Einsatz der Flammenwerfer über das Publikum hinweg an die Decke und vielen vielen Danksagungen an das Publikum bei der letzten Zugabe, dem „Seemannslied“, klang das Konzert und der Abend langsam aus – mit vermutlich recht fertigen Leuten auf beiden Seiten. „Ihr seid spitze, vielen Dank!“ ließ Eric noch vernehmen – das kann ich so direkt an STS zurück geben, nicht nur für einen Abend, an dem alle viel Spaß hatten, sondern auch für das, was die Band darstellt und auch ihre Fans merken lässt. Die Band für die Fans und die Fans für die Band – hoffen wir auf ein ebenso intensives, musikalisch ausgewogenes und energiegeladenes Konzert im nächsten Jahr!

Setlist COPPELIUS
Transilvania
Dreaming
Innocent Exile
To my creator
Morgenstimmung
Ouvertüre
Abendstimmung
Killers
I get used to it

Escapade

Setlist SUBWAY TO SALLY
Stille Nacht
Schneekönigin
Feuerland
Knochenschiff
Kleid aus Rosen
Liebeszauber
Die Schlacht
Unsterblich
Eisblumen
Maria
Traum vom Tod
Mephisto
Henkersbraut
74
Feuerkind
Rätsel II
Sag dem Teufel
Ohne Liebe
Veitstanz

Haughs of Cromdale
Hexe
Falscher Heiland

Sieben
Julia und die Räuber

Seemannslied

Copyright Fotos: Caro Kruse

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu COPPELIUS auf terrorverlag.com

Mehr zu SUBWAY TO SALLY auf terrorverlag.com