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SUBWAY TO SALLY – SALTATIO MORTIS – LETZTE INSTANZ – DUNKELSCHÖN

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Ort: Bremen - Pier 2

Datum: 26.12.2010

SUBWAY TO SALLY’S EISHEILIGE NACHT

Die traditionelle Weihnachtstour, die nun von den SVBWAYs zu einem eigenen Festival unter dem Banner „SVBWAY TO SALLYs Eisheilige Nacht“ ausgebaut wurde, führt die Potsdamer am zweiten Weihnachtstag zum Bremer Pier 2 anstelle der schon gewohnten Osnabrücker Halle Gartlage, um unsere Gehörgänge zum Kling-Öhrchen-Klingelingeln zu bringen. Im Gepäck haben sie die Freunde von SALTATIO MORTIS, die langjährigen Weggefährten von der LETZTEN INSTANZ und die Folk- Mittelalterrocker DUNKELSCHÖN.

Letztere starten um 19 Uhr, nachdem Eric Fish in seiner Gastgeberrolle die Band angesagt und erklärt hat, dass obwohl noch ca. 1000 Gäste auf Einlass warten würden, der strikte Zeitplan keine Verzögerung zulasse. Das Publikum lässt sich von ihm nicht zweimal bitten und stimmt Julia und die Räuber-Chöre an, noch bevor DUNKELSCHÖN gutgelaunt in ihr Set starten. Die mal folkigere, mal rockigeren Mittelaltertöne funktionieren bei dem anwesenden Publikum ganz ausgezeichnet und zeigen, dass die Gastgeber bei der Wahl IHRER Bands ein gutes Händchen hatten.

Für mich etwas überraschend starten die Jungs der LETZTEn INSTANZ noch vor SALTATIO MORTIS. Das Bühnenbild ist stimmig und das futuristisch düstere Backdrop wird optisch durch rote LED-Säulen unterstützt. Beim Sound fällt der leider zu leise Gesang von Holly Loose, der offenbar ein paar Mikro-Probleme hat, auf. Er selbst bleibt davon unbeeindruckt und lässt sich zu einigen Späßen und Spielchen mit dem Publikum hinreißen, das geschlossen mitsingt oder nach Anweisung mit den Händen die LI-Initialen in die Luft reckt. Zum eingestreuten „The Final Countdown“ sprühen Funken aus den Cello- bzw. Violinenbögen von Benni Celini und M. Stolz und das Publikum singt mittlerweile aus zahlreichen Kehlen mit. Die Band ist wieder einmal sehr bewegungsfreudig und agil – allen voran M. Stolz, Holly-D und Benni Celini, der sich gen Ende gar zum Crowdsurfen über den Köpfen des Publikums durchreichen lässt. Die am Schluss zahlreichen Zugabe-Rufe werden von Sänger Holly Loose mit einem augenzwinkernden Hinweis auf die im Frühjahr kommende Tour beantwortet, denn der Zeitplan ist einfach zu eng gesteckt.

Setlist LETZTE INSTANZ
Intro & Mein Gott
Finsternis
Neue Helden
Ohne Dich
Flucht ins Glück
Tanz
Komm
Wir sind allein
Rapunzel

Offenbar weit weniger überrascht von der Bandreihenfolge als ich, ist das Publikum nahezu vollständig, als SALTATIO MORTIS in ihr Set starten. Das Publikum feiert den In-Extremigen Sound vom ersten Song an ab. Das Bühnenbild, das im Vergleich zur INSTANZ recht schlicht wirkt, wird von Aleas energiegeladener Performance ausgeglichen, der immer agile und zuweilen recht akrobatische Hopser aufs Parkett legt. Auch die Tradition, das musikalische Set durch humorige Geschichten aufzulockern, wird heute Abend weitergeführt und gerät zu einem Homer-Simpson-Tribut von Schlagwerker Lasterbalk. Zum Abschluss crowdsurft auch Alea, weiterhin trefflich singend und dann verabschiedet sich die Band um 21:45 unter lauten Ohohoho-Gesängen des begeisterten Publikums.

Wer angesichts der energiegeladenen Darbietungen der drei Bands schon schläfrig war, wurde mit einem ohrenbetäubenden Pyroknall Marke Herzinfarktgefahr in das Reich des Adrenalins zurückgeholt. Die Frage Eric Fishs, ob nun wieder jeder wach sei, ist also rein rhetorischer Natur. Wem dass noch nicht reicht, der kann sich an seinen flatternden Beinkleidern erfreuen, die mittels Sugar Rays übelst pumpenden Basses in dynamische Schwingungen versetzt werden. Ein Blick ins Publikum zeigt, dass die SUBWAYs, die sich nun ja gegen die Schublade “Mittelalter“ wehren, etliche Leute mittleren Alters ziehen, die sich zusammen mit ihrem Nachwuchs an den Hits der Band erfreuen. Wirklich toll zu sehen, wie ein 10 jähriger SUBWAY Fan zusammen mit seinem alten Herrn unter Schaumschneeturbulenzen „Schneekönigin“ singt. Angesicht dieser Party bleibt Eric nichts weiter zu sagen als „Was für ein Chor! Was für ein Fest!“ Wenn das Bühnenbild zu „Feuerland“ aussieht, als wollte man den liebgewonnenen Stierkopf des Backdrops auf offenem Feuer rösten, wundert es nicht, dass Eric nach einer feurigen Begegnung der letzten Tage nicht ganz unversehrt geblieben ist und mit eine rote Armbandage sein Outfit bereichert. Das Pier 2 scheint überhaupt mit seiner Höhe und Bauart endlich mal dafür geeignet, die komplette und sehr beeindruckende Feuershow der Potsdamer zu präsentieren. Hohe Feuersäulen, zum Rhythmus passende über Kreuz geschossene Feuersalven sorgen dafür, dass bald die ganze Halle schön warm ist und riecht wie Sylvester kurz nach Mitternacht. Bis es so spät ist, beschert uns die Band aber noch ein wahnsinnig intensives „Kleine Schwester“ und zur „Schlacht“ schnallt sich Ingo Hampf eine Tripleneck um. Seine Fähigkeiten stellt er später mit einem gleichermaßen originellen wie auch metallischen Solo unter Beweis. Nicht nur die Halle sondern auch „Meine Seele“ brennt stimmungsmäßig auf höchster Flamme und zu „Besser Du rennst“ wird von Eric ein sich steigernder Publikumsstrudel organisiert, der in zirklischer Rennerei in der Hallenmitte mündet. Im Anschluss betreten zum Finale von „Veitstanz“ unter lautem Applaus Alea, Falk und El Silbador die Bühne um Eric und die SUBWAYs bis zum Ende von „Fatum“ zu unterstützen.

Als dann gegen 24 Uhr nach zwei Stunden Hauptact ein Konzert „von Freunden für Freunde“ zu Ende geht, verlässt das Publikum zufrieden das Bremer Pier 2 und ist froh, dass SVBWAY TO SALLYs Eisheilige Nacht im Gegensatz zur Heiligen ganz und gar nicht still ist.

Setlist SVBWAY TO SALLY
Intro
Henkersbraut
Kleid aus Rosen
Feuerland
Kleine Schwester
Die Schlacht
Puppenspieler
Krähenkönig
Schneekönigin
Maria
Meine Seele brennt
Judaskuss
Kruzifix
Unentdecktes Land
Das Rätsel II
Besser Du rennst
Falscher Heiland
Veitstanz
Fatum

Auf Kiel
Sieben
Julia und die Räuber

Copyright Fotos: Jasmin Liebig

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