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SUMMER BREEZE 2011 – TAG 2

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Ort: Dinkelsbühl

Datum: 18.08.2011

So ging denn eine neue Sonne über dem Festgelände auf und die Ersten unserer Truppe stürmten sogleich den Duschen entgegen, bevor man sich denn frisch duftend und dank einer gnadenlos strahlenden Sonne auch bald schon wieder absolut verschwitzt gen Bühnenbereich aufmachte, wo in diesem Jahr eine außerordentlich abwechslungsreiche Bandauswahl ihre Songs herniederschallen ließ. – Keine Frage, dass bei solch gutem Wetter und einer solch genialen Aufstellung an Bands eigentlich für jeden Geschmack was dabei sein musste, sodass bis zum Ende des Tages keiner Beine und Kopf so gänzlich still halten musste.
(Jujoweh)

12:45 – 13:00 NEW BLOOD AWARD CEREMONY (Pain)
13:00 – 13:30 New Blood Award Winner – STEVE FROM ENGLAND (Pain)

Wie es sich von selbst versteht, wurde der Reigen eingeläutet vom NEW BLOOD AWARD –Gewinner und da ich am Vortag während des Awards noch auf der Autobahn gen Dinkelsbühl unterwegs war, hatte ich natürlich absolut keine Ahnung, worauf ich mich eigentlich dabei einließ. STEVE FROM ENGLAND bot mit Mütze und weißem Stirnband stiltechnisch optisch für meinen Geschmack eher was für ein Hip-Hop-Festival – was ich allerdings auch zu jeder anderen 0815-Grindcore-Band sagen könnte und STEVE FROM ENGLAND hat auch musikalisch gesehen mit viel Growl und wenig Melodie eine Reihe in meinen Ohren gleich klingender Songs aufs Publikum geschmettert, bei dem der Funke augenscheinlich ebenfalls nicht wirklich überspringen wollte. – Ob das nun an der frühen Stunde, oder am fehlenden „Gewissen-Etwas“ gelegen haben mag, musste da wohl jeder Anwesende für sich selbst entscheiden. – Ich tendiere zu Zweiterem.
(Jujoweh)

Setlist STEVE FROM ENGLAND
Intro
Into Every White Ocean
Waste Away
Lighthouse
Enlightenment
Final Kiss
Tire Traces
Your Favourite Book
Deliverance

13:35 – 14:10 A PALE HORSE NAMED DEATH (Main)

Mit A PALE HORSE NAMED DEATH bekam ich auf der Mainstage nun die zweite Band zu hören, die mir (noch nichts) sagte. Doch gleich mit ihrem Einstiegssong „To die in your arms“ wurde mir klar, dass hier Alternative-Metal von der feinsten Schule und mit viel Ähnlichkeit zu GODSMACK geboten wurde. Bei solch ätherischem Flüstern war es natürlich dementsprechend schwer, die Breezer zum Mitmachen zu animieren und so gab es vor der Bühne ebenso viel Bewegung, wie auf ihr. Nämlich gar keine. Doch wer den Weg der Mainstage kreuzte, blieb wie ich gerne stehen, um der genialen Musik zu lauschen. Rein musikalisch also eines der besseren Konzerte des Summerbreezes, bei dem vor allem GODSMACK-Freunde voll auf ihre Kosten gekommen sind, sofern sie nicht derweil schlafend auf der Wiese vor der Bühne lagen, was tatsächlich in den hinteren Reihen recht oft vorgekommen ist.
(Jujoweh)

Setlist A PALE HORSE NAMED DEATH
To Die In Your Arms
Devil In The Closet
As Black As My Heart
Heroin Train
Pill Head
Bath In My Blood (Schizophrenia In Me)

14:15 – 14:55 THE SORROW (Pain)

Weiter ging‘s mit THE SORROW auf der Painstage und mit Metalcore der guten, wenn auch nicht ganz alten Schule, wobei Frontmann Mätze vielleicht sogar noch mehr Evilness ausstrahlen kann, als viele übrigen Kollegen des Genres es vermögen. Das unbarmherziges Gitarrengeschrabbel und einige gekonnt eingesetzte Gesangspassagen, die mich dann plötzlich sehr an RISE AGAINST erinnerten, machten die Band zu einem musikulinarischen Hochgenuss, den ich so früh am Tag noch nicht erwartet hatte. Was Bühnenshow und Aufmachung anging, waren die Jungs eher spartanisch und unbewegt, doch dank vieler mitimportierter Fans gab‘s glücklicherweise umso mehr Bewegung VOR der Bühne, die trotz Wasserwerfern keine wirkliche Abkühlung finden konnte. Endlich mal eine Band, die es vermochte, die gemütliche Picknickstimmung vor der Bühne etwas zu mindern und die Leute zu sportlichen Aktivitäten, in Form von erhobenen Händen, Plastikbecherweitwurf, Circle Pits und der ersten amtlichen Wall of Death des Tages, zu animieren, die mit den Worten „Auf vier – VIER!“ doch sehr sympathisch vorbereitet wurde.
(Jujoweh)

Setlist THE SORROW
Afflictions
Where Is The Sun?
Elegy
The Dagger Thrust
Crossing Jordan
My Immortal Guardian
Knights Of Doom
Suffering Quotes
Death From A Lovers Hand

15:00 – 15:45 SEVENTH VOID (Main)

Schwarze, lange Haare sind wohl die Quintessenz des Doom-Metal und irgendwie hat SEVENTH VOID es geschafft, dieses Klischee so gut auszufüllent, dass man zunächst von allen Seiten nur neidische Bewunderung von Mädchen hören konnte, die auch gern so schöne Haare hätten (einschließlich mir…). Aber was zur Höll… ich meine: Sind wir wegen der Musik da, oder ist mir was entgangen? Diese lässt sich jedenfalls in einem Wort sehr gut beschreiben: Hart! Nicht genug? Nun, SEVENTH VOID ist Doom Metal, wie ihn alle kennen. Und leider eben auch nicht mehr. Was die Meute vor der Bühne anging, konnte man direkt vorm Fotograben eine recht ordentliche Stimmung beobachten, während das ganze doch nach hinten hin stimmungstechnisch immer weiter abflaute, bis die ersten gelangweilten Gesichter in der Gegend auftauchten. Mir ist die Band nun nicht besonders negativ aufgefallen. Leider aber auch, was das Breeze betrifft, ebenfalls nicht als besonders „besonders“. Genau dies macht den Unterschied zwischen einem guten – und den hatte SEVENTH VOID auf jeden Fall – und einem genialen Auftritt aus.
(Jujoweh)

Setlist SEVENTH VOID
Killing You Slow
Heaven Is Gone
End Of All Time
Closing In
Fools And Dogs
Drown Inside
Death Of A Junkie
Slow Descent
Broken Sky

15:00 – 15:35 CRIPPER (Party)

Nachmittags um 15 Uhr ist die Temperatur im Zelt so drückend, dass einem die Suppe vom bloßen Rumstehen in die Kimme läuft. Dann auch noch das: CRIPPER eröffnen den Tag im Partyzelt mit einer gehörigen Portion Thrash-Metal und das mit ordentlich Feuer unterm Arsch. Wie ein Flummi hüpft Frontfrau Britta über die Bühne und läuft dabei gesanglich so manch männlichem Kollegen des Genres den Rang ab. Auch der Rest der Truppe nutzt seine Bewegungsfreiheit und mosht, was das Zeug hält. Vor Allem der Basser bietet mit gefühlten 1,90m Größe, langen blonden Dreadlocks und einem dicken Bart eine imposante Erscheinung. Diese Energie springt natürlich auch auf das Publikum über. Ab dem dritten Song „Life is deadly“ wird gemosht und mitgeklatscht, was das Zeug hält. Was die Band zu noch mehr Action anstachelt und bei Frontfrau Britta ein permanentes freudiges Grinsen ins Gesicht meißelt. Doch CRIPPER wissen nicht nur durch ihre Bühnenpräsenz, sondern vor allem auch durch ihre Musik zu überzeugen. Sie klingt frisch, modern und ideenreich und keineswegs nach altbackenem Thrash aus der Mottenkiste. Ein genaueres Reinhören lohnt sich hier bestimmt. Schließlich holt man sich beim letzten Song „FAQU“ noch Unterstützung in Form der Sängerin Lucie von SUBORNED auf die Bühne und durch das ganze Zelt schmettern beim Chorus „Fuck You“-Rufe. Ein sowohl musikalisch, wie auch Stimmungstechnisch rundum gelungener Gig der Hannoveraner.
(Javed)

Setlist CRIPPER
I Am The Pit
Dogbite
Life Is Deadly
Attention Deficit
Junkie Shuffle
General Routine
Hysteria
FAQU

15:50 – 16:35 DEATH BEFORE DISHONOR (Pain)

Tja, wenn der Name DEATH BEFORE DISHONOR das Programm vorgibt, dann habe ich kläglich versagt, da ich statt den Hitze-Tod zu sterben, die Band bei kaltem Wasser vom Zelt aus genossen habe. (Ja! Bei solchen Temperaturen vergeht auch die heilende Wirkung von Bier und Alkohol und nur noch Wasser hilft.) – Und ich bewundere jeden, der bei 33 Grad im Schatten noch dermaßen viel Power in einen Auftritt mit richtigem amtlichen, New-School-Hard-Core legen kann. So viel gute Laune und Stimmungsmache schallte selten über das Festivalgelände an meine Ohren, ohne dass ich aufgesprungen wäre, um dabei zu sein. Meine Bewunderung auch an all jene tapferen Breezer, die dem lauten Ruf nach einem Circle Pit entsprochen haben, wobei ich natürlich keine Aussagen darüber treffen kann, wie viele das gewesen sein mögen. Ich Memme hab ja nur zugehört. (Und höre ich da immer noch ein leises Mama?) Gehört habe ich aber auch, dass andere Leute von ihrem Zelten aus ordentlich mitgefeiert haben, so dass ich mit Fug und Recht behaupten kann nicht der Einzige gewesen zu sein.
(Jujoweh)

Setlist DEATH BEFORE DISHONOR
Intro
Count Me In
Boys In Blue
Born From Misery
Break Through It All
End Of Suffering
Fuck It All
Curl Up And Die
Remember
Never Again
Friends, Family, Forever
Boston Belongs To Me

16:40 – 17:30 THE HAUNTED (Main)

Zurück zur Mainstage, auf welcher THE HAUNTED nun endlich so richtig geilen Melodic Death Metal in ihrem ureigenen genialen Stil boten, wobei die Göteborger Jungs in Sachen Stimmungsmache sehr weit vorne lagen. Ein Fingerzeig von Frontmann Peter Dolving und die Menge gehorchte folgsam der Weisung zum Circle-Pit. Dieser Auftritt lässt sich locker mit dem einen Wort „hammerscheißegeil“ beschreiben.
(Jujoweh)

Setlist THE HAUNTED
Never Better
99
The Premonition / The Flood / The Medication
Unseen
D.O.A.
Trespass / The Fallout
No Compromise
Guilt Trip
Dark Intentions
Bury Your Dead

17:35 – 18:25 COMEBACK KID (Pain)

Sehr bewegungsfreudig und mit viel Gute-Laune-Happy-Däppi-Metal (Das Internet tituliert den Stil als „Hardcore-Punk“) präsentierten sich die COMEBACK KIDs und erfreuten damit nicht nur ihre zahlreich erschienenen Fans, sondern auch „Unkennende“ wie mich. – Kein Wunder, dass da Party angesagt war, denn mittlerweile hatte auch ein zarter Wolkenschleier für erträgliche Temperaturen gesorgt. Gitarrist Casey und Frontsau Andrew Neufeld noch eine ordentliche Schippe gute Laune drauf legten. Da gab’s natürlich Mosh und Circle Pits – und alles, was das Metallerherz höher schlagen lässt. Nacheinander schmetterten die Kanadier ihre Songs auf die tanzenden Breezer und hüpften und sprangen dabei selbst wie wild durch die Gegend, dass man den Eindruck bekam, die Painstage sei eigentlich fast zu klein für so viel Power. Wieder einmal der Beweis dafür, dass wirklich geiler Metal auch roh und ohne großspurige Ansagen auskommt.
(Jujoweh)

Setlist COMEBACK KID
Do Yourself A Favor
False Idols Fall
All In A Year
Broadcasting
Talk Is Cheap
G.M., Vincent & I
Defeated
Because Of All
Step Ahead
Hailing On Me
Pull Back The Reins
Partners In Crime
Changing Face
The Trouble I Love
Wake The Dead
Final Goodbye

18:30 – 19:30 SUICIDAL TENDENCIES (Main)

Böse Zungen sprachen hier von den “Quotennegern”. Ich selbst schließe bei solchen Kommentaren die Augen, lausche der Musik und behaupte, dass Hardcore-Punk farbenfroh — Verzeihung! — farbenblind ist. – Bekannt geworden ist SUICIDAL TENDENCIES Jüngeren als Wiegenstatt von METALLICA-Bassist Robert Trujillo, doch auch ohne ihn machen die Jungs aus Kalifornien einen bekanntermaßen geilen Sound mit energiegeladenem Cyco-Miko-Metal, dem man die langjährige Spiel- und Bühnenerfahrung mehr als anmerken kann. Die gewohnt aggressiven Lyrics wurden dem Publikum von Frontmann Muir mit entsprechendem Elan entgegen geschmettert, um ordentlich Laune ins partywillige Publikum zu blasen. So sah man denn zumindest ab dem zweiten Song „Institutionalized“ schon die gesamte Menge headbangend und durchgerockt. Wer dann spätestens bei „Freedumb“ noch nicht begriffen hatte, wo der Hammer hängt, musste entweder taub, oder schon im Delirium sein. Prügelei vor der Bühne war Naturgesetz und wenn man die Güteklasse für guten Gitarrensound anhand eines schlagenden Moshpits messen kann, dann haben sich die Kalifornier SUICIDAL TENDENCIES auf dem Breeze irgendwo oben ganz oben in den Metalolymp erhoben.
(Jujoweh)

Setlist SUICIDAL TENDENCIES
You Can’t Bring Me Down
Institutionalized
Join The Army
Freedumb
War Inside My Head
Subliminal
We Are Family
Possessed To Skate
Cyco Vision
Pledge Your Allegiance

18:40 – 19:20 KVELERTAK (Party)

„Ey Leute, habt ihr grade KVELERTAK geseh’n“ – „Watt Vatertag?“- „Nein Mann… KVELERTAK!. Die waren voll geil!!!“. …Ein Dialog aus dem Leben… Leider hat ein Großteil meiner Freunde ein richtig großartiges Konzert verpasst, jedoch antworteten die, die auch da waren „Ja, das war voll geil..“ Aha, man ist sich also einig… Aber zu den Fakten. Zwar schienen KVELERTAK eher ein Geheimtipp zu sein, aber so ganz geheim waren sie dann doch nicht. Geht man jedenfalls von dem gut gefüllten Partyzelt aus, schienen jedoch einige von ihnen Wind bekommen zu haben. Musikalisch sind KVELERTAK tatsächlich auch eher extravagant. Aber sie zeigten, dass ihre Mischung aus Rock, Sludge und Black Metal (so die grobe Richtung) live wunderbar funktioniert. Wie auch immer man die Musik bezeichnen mag, rotzig, rockig und voller Energie schallte es einem von der Bühne entgegen. Unterstrichen wurde das auch vom etwas „sleazy look“ der tätowierten und bebarteten Jeansträger. Der Spaß, den KVELERTAK auf der Bühne hatten, sprang auch prompt aufs Publikum über und man konnte den Nacken nicht still halten. Also, an alle die nicht da waren und womöglich lieber faul vorm Zelt saßen: Ihr habt was verpasst!
(Javed)

Setlist KVELERTAK
Sjøhyenar (Havets Herrer)
Fossegrim
Blodtørst
Offernatt
Ulvetid
Nekroskop
Liktorn
Mjød

19:35 – 20:25 IGNITE (Pain)

Da hallten doch plötzlich wundersame Klänge an mein Ohr und machten mir bewusst, dass ich lieber von meinen Bratkartoffeln aufspringen sollte, da ich ansonsten was verpassen würde. Und wieder ging es auf zur Painstage, um ordentlich mit zu feiern. Dass ich am heutigen Tage noch lange nicht alle wirklich geilen Bands gesehen hatte, bewiesen IGNITE mit ihrer unheimlich treibenden Mucke, die an und für sich einfach nur Spaß macht, so dass ich schnell meine Füße einfach nicht mehr still bekommen konnte. Styletechnisch sind sie irgendwo zwischen Hardcore und Punk angesiedelt. Dabei waren sie zwischen den harten Elementen doch zwischenzeitlich recht melodisch-ruhig. Das Ganze haben sie dann auf eine unheimlich launig-sympathische Weise vorgeführt, die keinesfalls albern war, sondern einfach nur der Beweis, dass Zoltan und seine Jungs einfach nur Spaß an tollen Ansagen und genialer Musik haben. Mit einem Aufruf gegen „Amokläufe“ coverten IGNITE schließlich das den Klassiker „Sunday Bloody Sunday“, das, wie bei Cover-Versionen oft der Fall, nicht an das Original heran reicht, aber dennoch die Anwesenden sichtbar vom Hocker gerissen hat. Schließlich gab es noch etwas zum Nachdenken mit auf den Weg, da wir aufgefordert wurden, unsere eigenen Projekte anzugehen, um die Welt zu verändern. Wie wir nun wissen setzt sich Zoltan „Zoli“ Téglás für Pelikane ein, wenn er nicht gerade die Summerbreezer nach Strich und Faden niederrockt.
(Jujoweh)

Setlist IGNITE
Poverty For All
Veteran
Fear Is Our Tradition
Burned Up
Let It Burn
Are You Listening
Fill In The Blanks
A Place Called Home
My Judgment Day
Who Sold Out Now
Run
Sunday Bloody Sunday
Know Your History
Live For Better Days
Bleeding

19:40 – 20:20 KAMPFAR (Party)

Zeit für ein wenig mehr nordisches Flair, dieses Mal aber, wenn man es denn so will, etwas traditioneller, als dies kurz zuvor noch bei KVERLERTAK der Fall war. Nun enterten die Nordmänner von KAMPFAR die Bühne und frönten dem Pagan-Black-Metal, eingeläutet von „Mare“. Fronter Dolk präsentierte sich fotogen und feuerte das Publikum immer wieder an. Das in Kombination mit weiteren Songs á la „Inferno“ und „Troll, Død Og Trolldom“ verfehlte seine Wirkung nicht, so dass die Norweger das Partyzelt ziemlich schnell im Griff hatten und für ordentlich Stimmung sorgten. Dolk erwies sich einmal mehr als Meister des Posings mit seinen Nietenbewehrten Armen und mit „Ravenheart“ ging ein brachial nordischer Gig zu Ende, der sicherlich keine Wünsche offenließ. Außer vielleicht, dass er natürlich hätte länger dauern können.
(Cornelia)

Setlist KAMPFAR
Mare
Inferno
Troll, Død Og Trolldom
Norse
Huldreland
Ravenheart

20:30 – 21:30 ARCH ENEMY (Main)

Wie man‘s allgemein von Headlinern gewohnt ist, war der Platz vor der Bühne bereits vor Beginn des eigentlichen Konzertes proppenvoll und an vielen Stellen saßen die Leute auf dem Boden, um beim ersten Anzeichen der Soundchecks laut jubelnd auf zu springen. Gelohnt wurde diese Mühe mit guter Sicht auf die Bühne und ausnehmend gutem Gitarrenspiel. Sängerin Angela Gossow war dabei wie auf jedem Metal-Festival eine feminine Ausnahme in einer sonst von Männern dominierten Bühnenwelt. Wobei ihr Gesang nebenbei bemerkt mehr Eier hatte, als der so manchen Mannes, den wir dieser Tage hören durften. Mit „Revolution Begins“ und der ersten Pyroshow des Abends gab sie schnell zu verstehen, dass sie es auf alles andere als Mauerblümchen-Metal abgesehen hatte. Und das alles trotz deutlich geschwollener Backe. Jaja… der Weisheitszahn… Umso beachtlicher, wie souverän sie die obligatorischen “Ausziehn! Ausziehn!“-Rufe mit einem süffisanten “Was? Rausziehen? Ja gute Idee! Rauszieh‘n den blöden Zahn!“ konterte. Bewundernswert war auch, wie verdammt agil die meisten Breezer nach so einem eher verpennten Festivaltag doch noch werden konnten. Ein absolut geniales Konzert!
(Jujoweh)

Setlist ARCH ENEMY
Khaos Overture
Yesterday Is Dead And Gone
Revolution Begins
Ravenous
My Apocalypse
Bloodstained Cross
Dead Eyes See No Future
Dead Bury Their Dead
Under Black Flags We March
No Gods, No Masters
We Will Rise
Nemesis
Fields Of Desolation

21:35 – 22:35 SONIC SYNDICATE (Pain)

Nun denn, SONIC SYNDICATE kamen in Wallung und ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden und gestehen, dass ich mir von den schwedischen Headlinern etwas mehr erwartet hätte. Zwar hatten die in blau getauchte Lichtshow und der sehr melodische Metal mit Keyboardelementen durchaus ihre passenden Momente, jedoch fand ich den Auftritt gesanglich alles andere als gut. Ich weiß, dass da nicht jeder aus unserem Team meiner Ansicht war und es auf die liebe Technik geschoben hat. Fakt war für mich jedoch, dass alles sehr schräg zusammen geschustert klang und obwohl ich SONIC SYNDICATE an jenem Abend zum ersten Mal gehört habe, kann ich behaupten, dass in meinen Augen eigentlich kein Ton wirklich richtig lag. Schade, denn im Vorfeld hatte ich eigentlich sehr viel Gutes gehört und dementsprechend hohe Erwartungen in die Band gesetzte. Die zahlreichen Fans, die sich vor der Bühne gestapelt haben, haben eigentlich auch Bände gesprochen. Vielleicht habe ich den Kern der Musik einfach nicht verstanden.
(Jujoweh)

Setlist SONIC SYNDICATE
We Rule The Night
Beauty & Freak
Jailbreak
Flashback
Revolution Baby
Enclave
Aftermath
Blue-Eyed
Denied
Break Of Day
Burn This City
Turn It Up
Jack Of Diamonds

21:45 – 22:30 – DECAPITATED (Party)

Irgendwann bin ich schließlich vor SONIC SYNDICATE ins Partyzelt geflohen, wo mich DECAPITATED mit hübschem Wald-und-Wiesen-Deathmetal empfingen. Naja… zumindest, wenn hübsch das geistige Kind von Jason und Freddy Kruger darstellt und „Wald und Wiesen“ auch Schwefelgruben und eine atomare Giftmüllkippe einschließt. Das soll heißen: Absolut geniale Musik – und da ja die SONIC SYNDICATEler alle überschüssigen Breezer aus dem Partyzelt gelockt hatte, gab‘s noch viel Kopffreiheit zum Bangen und die Möglichkeit, in einen niedlichen und doch nicht zu kleinen Mosh einzutauchen, ohne sich im dritten Weltkrieg zu befinden, den man bei Headlinern oft ausfechten muss. – Alles in allem also ein perfektes, wenn auch zuhörertechnisch kompaktes Konzert.
(Jujoweh)

Setlist DECAPITATED
Day 69
404
United
Mother War
Winds Of Creation
Carnival Is Forever
Revelation Of Existence

22:40 – 23:55 IN EXTREMO (Main)

Nun ging‘s wieder auf zur Mainstage und ab zu IN EXTREMO, die ich bisher auf CD zumeist als sehr positiv empfunden habe. Der Gig auf dem Breeze war wie erwartet sehr professionell gestaltet und absolut angemessen für einen Headliner. Ja, so gehört sich das. Neben Blütenregen und Pyroshow gab‘s Folk Metal mit Harfe und Co vom Feinsten (und auch nicht so Feinen. Ich gebe zu, dass ich die älteren Songs doch deutlich lieber mag.) So war ich glücklich mit Liedern wie „Freiheit“ und „Spielmannsfluch“ noch ein paar richtig alte Lieder zu erleben, die der reichlich erschienenen Meute offenbar genauso gut gefallen haben wie mir, denn hätte es eine Hütte gegeben, dann wäre sie bei diesen beiden Songs aber definitiv nieder gebrannt. Die Anwesenden aber wurden zur Abkühlung der Gemüter reichlich mit Wasser direkt von der Bühne aus versorgt. Ganz ehrlich! So was hätte man sich bei den Vorgängerkonzerten mehr gewünscht, doch es ist die Geste die zählt. So erhebe ich denn meinen Bierkrug – Verzeihung! Mein Methorn und die Pommesgabel für einen soliden Auftritt. Der vielleicht nur ein bisschen ZU professionell und unspontan wirkte.
(Jujoweh)

Setlist IN EXTREMO
Sternenreisen
Frei zu sein
Zigeunerskat
Vollmond
Herr Mannelig
Sängerkrieg
Flaschenpost
Unsichtbar
Stalker
Siehst du das Licht
Spielmannsfluch
Viva La Vida
Omnia Sol Temperat

00: 00 – 00:50 EXCREMENTORY GRINDFUCKERS (Party)

Zur Geisterstunde luden die EXCREMETORY GRINDFUCKERS zum Zeltabriss und waren – wie man es von ihnen gewohnt ist – im Stimmungsmachen mal wieder richtig groß. So haben sie zunächst die müden Trunkenbolde und Metal-Freunde mit schlagerhaft anmutender Einschlafmusik angefüttert, um ihnen ohne Vorwarnung mit ohrenbetäubendem Schall das ohnehin schon alkoholgeschädigte Hirn aus den Ohren zu pfeffern. Dabei war die Stimmung im Partytent alles andere als zu verachten. Es wurde bei ordentlich Dampf aus der Nebelmaschine zünftig gegrölt und geprügelt, wie es sich nun einmal für die GRINDFUCKERS gehört – und dass dabei immer noch einer drauf gesetzt werden muss, ist einfach Stil der Jungs aus Hannover, die meiner Ansicht nach die einzigen sind, die Popmusik, Schlager und Grindcore zumindest für ein paar Minuten erträglich machen. Gut gelaunte Ansagen und Showeinlagen der Jungs mit den wohlklingenden Namen Horn, Him, Rob, Christus und Pempas rundeten das Gesamtbild ordentlich ab. Eine kleine Stripeinlage im weißen Zylinder und Wrack gab’s noch als Zugabe, sowie weitere Blödeleien, die aufzuzählen den Rahmen dieses Berichtes bei Weitem sprengen würden. Definitiv eine geniale Band, deren Musikstil sicherlich nicht jedem gefallen muss, dessen Ausstrahlung aber auf jeden Fall den Besuch wert war. „We’ve been looking for GRINDCORE!!!“ – Darauf ein Amen!
(Jujoweh)

Setlist EXCREMENTORY GRINDFUCKERS
Wer will Grindfuckers
Schnaps
Excrementory grindfuckers
Looking For Grindcore
Heimscheisser
Grindcora
Veganerweibchen
Ein bisschen Grind muss sein
Halb & Halb
Taschengeld
Und jetzt schön Crack
Nein, kein Grindcore
Picknick
Blitz
Vater Morgana
Hallo Bomme
Staatsgrind
Final Grindown

00:00 – 1:00 MARDUK (Pain)

Die Panzerdivision MARDUK beehrte das Summer Breeze wieder einmal mit ihrer Anwesenheit. Pünktlich zum Beginn des neuen Tages begann die Invasion der Painstage durch das schwedische Black Metal-Geschwader. Einen kurzen Moment herrschte „Ruhe“, die allerdings von einem jähen Schrei des Fronter durchbrochen wurde, worauf hin das Massaker mit „Into Utter Madness“ vom aktuellen Album „Wormwood“ losging, gefolgt von „Here´s No Peace“. Klar, dass auch Klassiker wie „Fistfucking God´s Planet“ vom Panzer Division-Album, welches mittlerweile auch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat, nicht fehlen durften. Hochgeschwindigkeitspassagen wurden durch „ruhigere“ Einsprengsel etwas aufgelockert und die Meute ging ordentlich mit. Nicht so ganz meins, aber durchaus ordentlich!
(Cornelia)

Setlist MARDUK
Into Utter Madness
Here’s No Peace
The Hangman Of Prague
Bleached Bones
Warschau 2: Headhunter Halfmoon
Burn My Coffin
Fistfucking God’s Planet
Womb of Perishableness Panzerdivision Marduk
Azrael

1:10 – 1:55 – WITCHERY (Party)

Dass man um ein Uhr Nachts noch so auf den Punkt spielen kann, ist schon ganz schön „frech“. Und das sogar, obwohl einige der beteiligten Musiker an diesem Tag schon mal auf der Bühne standen! Die Trasher von WITCHERY entfachten bei Ihrem Auftritt einen „Witchkrieg“ und waren dabei so tight, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen passte. Was dabei zunächst verwunderte, war die Besetzung an der Frontlinie. Statt Sänger Legion stand da jemand anderes, der einem aber trotzdem bekannt vorkam, am Mikrofon. Mit Totenschädel-Corpsepaint (als einziger in der Band) und einer Lederrüstung mit umgedrehtem Pentagramm fauchte er seinen Gesang von der Bühne. Nach einer Ansage, dass er im Vorjahr auch dagewesen sei, fiel der Groschen und es wurde klar, dass es sich um niemand geringeren als Ex-DARK-FUNERAL Sänger „Emperor Magus Caligula“ alias Masse Broberg handelte. Auch hinter der Batterie saß nicht Martin Axerot, sondern ein mir unbekannter Schlagwerker. Dennoch knallte es im Zelt so gewaltig, dass man nicht still halten konnte und die Haare kreisen lassen musste. Dabei sah man auch den Musikern, bis auf dem eben erwähnten Frontmann hinter seinem Corpsepaint, deutlich an, dass sie Bock hatten, zu rocken. Zwar war das Publikum nicht mehr ganz so zahlreich aber die verbliebenden Nachtschwärmer erlebten einen Gig, von dem sich manch andere Band, die unmotiviert ihren Stiefel runter spielte, noch eine Scheibe abschneiden konnte.
(Javed)

Setlist WITCHERY
Witchkrieg
The Conqueror
God That Fell
Restless And Dead
The Storm
The Reaper
House Of Raining Blood
A Paler Shade Of Death
Omens
Awaiting The Exorcist
The Reaver

2:15 – 3:00 – ABORTED (Party)
folgt

Setlist ABORTED
Dead Wreckoning
Coronary Reconstruction
Meticulous Invagination
Necro-Eroticism
Flatline
Sanguine Verses (…of Extirpation)
Threading on Vermillion Deception
The Saw and the Carnage Done

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Cornelia Wickel

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