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SUMMER BREEZE 2012 – TAG 3

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Ort: Dinkelsbühl

Datum: 17.08.2012

Freitag

Nach zwei Tagen begannen sich nun doch schon erste Ausfallerscheinungen breit zu machen. Wer sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht für zwei Taler den Schmutz vom Leib gewaschen hatte, fing nun doch schon an, etwas ranziger zu riechen und selbst die nächtlichen Extremduscher, die wie ich die lange morgendliche Schlange gescheut hatten und dafür des Nachts, wenn alle anderen die Flüssigkeit lieber in als an sich haben, geduscht hatten, klagten morgens über Bullenhitze im Zelt und, dass man ohnehin schon wieder total durchgeschwitzt sei. Doch alles Wehklagen half nichts, denn es muss ja weitergehen. So wurde der Morgen also mit dem ersten Bier und einem amtlichen Frühstück besegnet und auf ging‘s Richtung Bühne – und zur ersten positiven Überraschung des Tages!
(Jujoweh)

Oh, mein Gott! Was für eine morgendliche Begrüßung! THE FORESHADOWING spielten und ich war vollkommen von den Socken bei dem geilen, doomigen Gothic Metal-Apokalypsensound, den die sehr sympathischen Jungs aus Italien da zu frühester Stunde von sich gaben. In der Tat haben mir die Römer, deren Performance ich auf dem Breeze das erste Mal sehen durfte, mit einem Schlag so gut gefallen, dass ich persönlich das Summer Breeze 2012 direkt mit ihnen in Verbindung bringen würde. Zugegeben: Gefüllt waren die Reihen vor der Bühne zu solch früher Stunde nicht, deswegen stehe ich mit meiner absoluten Euphorie vielleicht etwas einsam auf weiter Flur, doch wann ist schon ein gefüllter Bühnenvorplatz zu sehen, wenn man um die undankbare elfte Stunde als Erster ran muss, um quasi zum Aufwachen zu läuten? Wer bei dem Bass nicht direkt ein wohliges, weckendes Kribbeln im Bauch hatte, der hat vermutlich nicht nah genug an der Bühne gefeiert. Der Sound war echt der Hammer! Kein Wunder, dass sich das anwesende Publikum durch die Ansagen des Sängers, wenn auch meist nur relativ kurz, immer wieder aufs Neue anheizen ließ. Sänger Marco war dabei nicht nur außerordentlich gut bei Stimme, sondern auch mit einer „Gürtel-über-den-ganzen-Torso-verteilt“-Gewandung angetan, die den mittelalterlich angehauchteren Bands dieses Festivals teilweise die Show gestohlen hat. In meinen Augen war es etwas unpassend, dass da der Rest der Band nicht mitgezogen hat, sondern in ziemlich normaler Straßenkleidung (immerhin aber in jedem Fall mit dem Bandlogo verziert) auf der Bühne standen, sodass Marco zwischen seinen Bandkollegen ein bisschen wie der einzige, verzweifelte Assassins-Creed-Cosplayer rüberkam. Vielleicht habe ich aber auch nicht ganz begriffen, was da eigentlich genau verkörpert werden wollte. Insgesamt fand ich den Auftritt rabengeil und freue mich darauf bald mehr von ihnen zu hören. – Spätestens, wenn ich mir die CDs gekauft habe.
(Jujoweh)

Setlist THE FORESHADOWING (Pain Stage)
Aftermaths
The Forsaken Son
The Wandering
Ground Zero
Havoc

Oh, ich will eigentlich nicht schon wieder über ein Outfit herziehen, aber bin ich der Einzige auf dieser Welt, der einen silbrig glänzenden Mantel in Krokolederoptik irgendwie beknackt findet? Erst recht, wenn man die gleißende, unbarmherzige Sonne dabei in Betracht zieht, die sich mittlerweile schon in Ansätzen auf der Bühne und dem Bereich davor bemerkbar machen wollte? Naja. Glücklicherweise ist die Metallbühne kein Laufsteg und so lieferten uns ROTERFELD einen richtig amtlichen, wenn auch spärlich besuchten Auftritt voller eingängigem Rock, der zumindest bei mir den einen oder anderen Dauerohrwurm hinterlassen hat. Dabei war Bassist und Kiltträger Falco besonders bewegungsfreudig. Schade eigentlich, dass es zu solch früher Stunde eigentlich nie richtig Bewegung vor der Bühne gibt, denn insgesamt hätte das Ganze schon Lust auf Party gemacht.
(Jujoweh)

Setlist ROTERFELD (Main Stage)
Sick Of Being Bored
Don’t Be Afraid Of The Dark
I Would Rather Ride Into Hell
Great New Life
Blood Diamond Romance
Stop

Mit den Engländern von BLEED FROM WITHIN gab‘s dann auch das erste Mal des Tages wirklich ordentlich was aufs Maul. Das war Melodic Death Metal vom Feinsten, der da den Mittagsgong vom Breeze ertönen ließ, während die meisten der recht wenigen Anwesenden, dies wohl noch als „früher Morgen“ bezeichnet hätten. Trotzdem gab‘s schon ein paar pflichtbewusste Pommesgabelhochhalter, sowie ein wenig Bewegung, während in den hinteren Reihen und auf dem weiten Grasland noch die meisten in der Wiese hockten und sich fragten, wieso man um diese Uhrzeit eigentlich schon wach sein kann. Ich muss zugeben, dass ich es der Mehrheit gleichgetan habe und mich mit einem frischen Bier ins freie Feld gesetzt habe, wo ich bei netten Gesprächen einen sehr guten Blick auf eine typisch aggressive Show mit vielen tollen Gitarrenriffs und Geschrei hatte, das sowohl von der Bühne, als auch aus den ersten Reihen vor ihr kam. Auch der erste Moshpit des Tages ließ sich sehen, sodass kaum ein Zweifel bestehen kann, dass die Jungs auf der Bühne das Publikum, soweit es denn willens und wach war, gehörig in der Hand hatten.
(Jujoweh)

Setlist BLEED FROM WITHIN (Pain Stage)
Intro
Look
Arnie
The Novelist
Dishonour
This Is Our Legacy
Murdoch
The Healing

„Wir sind das offizielle Weckkomando!“ begrüßte Sänger Leif etwas heiser das Publikum vor der Mainstage. Fürwahr, denn ab dem ersten Song drehten DEW SCENTED ganz schön auf. Souverän und tight zockten die fünf Herrschaften ihren Thrash/ Death Metal zur Mittagszeit. Dabei wurde die Soundwand immer wieder von schönen Gitarrenläufen aufgelockert. Sehr fokussiert, aber mit sichtlichem Spaß an der Sache agierten die Instrumentalisten auf der Bühne. Spaß hatte auch das Publikum und moshte sich trotz brütender Mittagssonne den Arsch ab. Wer jetzt nicht wach war, hatte eindeutig Bierdosen auf den Ohren! So ‘nen Wecker brauch ich für zu Hause!
(Javed)

Setlist DEW-SCENTED (Main Stage)
Hubris
Sworn To Obey
Turn To Ash
Soul Poison
That’s Why I Despise You
Storm Within
Cities Of The Dead
Never To Return
Thrown To The Lions
Acts Of Rage

Deutschen Power Metal gab’s ab 13:35 von MYSTIC PROPHECY, deren Sänger und Frontmann Roberto ein bisschen so wirkte, als wolle er mit seiner dunklen Brille den Bono-Lookalike-Contest gewinnen. Von mir aus hätte er das auch locker geschafft, wenngleich ich ansonsten den Vergleich mit einer ungleich größeren Band aus anderem Metier scheuern würde. Naja… ein bisschen Bühnensau sein wird ja wohl erlaubt sein, wenn’s zeitgleich die Augen vor der ungnädigen Sonne schützt, richtig? Und obwohl die Band stiltechnisch nicht so ganz in meinem Geschmacksbereich unterwegs ist, so sprach doch der recht gefüllte Bühnenbereich und die gute Laune der Besetzer Bände darüber, dass man sich über Geschmäcker noch immer streiten kann, aber nicht sollte. Sänger und Frontgrieche Roberto war dabei allerdings noch deutlich bewegungsfreudiger, als sein Publikum und hat sicherlich einiges an Meilen zurückgelegt, was mir dann, angesichts des heißen Wetters doch wieder ziemlich sympathisch war. Jedenfalls muss ich in Demut meinen Hut ziehen und sagen, dass Power Metal mit ner Menge Gitarrengeschrabbel eben doch ziemlich zieht.
(Jujoweh)

Setlist MYSTIC PROPHECY (Pain Stage)
Eyes Of The Devil
Savage Souls
Die Now
Sacrifice Me
Endless Fire
Ravenlord
We Kill, You Die
Satanic Curses
Evil Empires

Einen leichten, aber sehr stimmungsvollen Stilbruch zur Vorband stellten nun CROWBAR dar, die ich, – ich gebe es zu – mit einem Bier und guter Laune auf dem Display des VIP-Zeltes verfolgt habe. Das war auch die richtige Entscheidung, denn mit ihrem fast ätherischen Wohlklängen, die ich für Doom allerdings noch als recht schnell empfunden habe, sind die Jungs aus Louisiana definitiv eine Band für den entspannten Nachmittag, aber was mich betrifft weniger etwas zum Tanzen und Abgehen, was viele Andere offenbar anders sahen und mit heftigem Kopfnicken unterstützten.
(Jujoweh)
Man könnte es allerdings auch anders formulieren – und zwar so: „Mann, is das Heavy!“ Nachdem ich meine Kinnlade wieder vom Boden aufgesammelt hatte, war das so ungefähr der erste Gedanke, den ich artikulieren konnte. Mit unglaublicher Tightness präsentierten sich die US-Amerikaner um Kirk Windstein und zogen einem die Falten aus dem Sack. Dabei ließen sie zu keiner Zeit die Frage offen, wer denn hier der Herr im Ring ist. Vom ersten Klang an hatten sie das Publikum mit ihrem doomigen Metal fest im Griff. Es wurde gebangt, was die Nacken hergaben. Wie schon in der Schule war die Lehrstunde in Sachen Heavyness nach 45 Minuten vorbei, allerdings hätte ich hier gerne noch etwas nachgesessen.
(Javed)

Setlist CROWBAR (Mainstage)
Conquering
New Dawn
Lasting Dose
Sever The Wicked Hand
Self Inflicted
High Rate Extinction
All I Had I Gave
Planets Collide
The Cemetery Angels

Stiltechnisch nicht gerade ähnlich ging es fast direkt im Anschluss an CROWBAR mit MONO INC. weiter, die von einer knallvollen Pain Stage und mit ordentlich Gebrüll empfangen wurden, um uns dann alle mit einem absolut geilen Auftritt aus den Socken zu reißen. Dabei stellten sie neben den vielen härteren Bands des Tages fast eine filigrane Ausnahme dar. Fronter Martin Engler war dabei, stilecht mit Glatze und Schlagschatten unter den Augen, so richtig geil bei Stimme. Da ist natürlich klar, dass seine Bitte nach Crowdsurfern schnell und zahlreich erhört wurde. Faszinierend an dieser Band aber war für mich die erste weibliche Drummerin des Tages (und eigentlich fast überhaupt), die nicht nur was fürs Auge bot, sondern auch wieder einmal eindrucksvoll bewies, dass die Metal Familie noch viel Raum für weibliche Unterstützung hat. Und das nicht nur an der Front. Besondere Glanzstücke des Gigs stellten für mich das Akustikstück „Passenger“ sowie natürlich die ewig dauerbrennende Doomhymne „Voices of Doom“ dar, die eigentlich bei keinem MONO INC.-Konzert fehlen darf. Echt sympathisch fand ich auch, dass die Jungs nach getaner Arbeit nochmal direkt in den Fotograben gehüpft sind, um ordentlich Fankuscheln zu betreiben. Vielleicht war diese Art von Sonderbehandlung auch nicht ganz uneigennützig, denn auf dem Summer Breeze war zeitgleich auch das Releasedatum ihres neuen Albums „After The War“ von dem sie auch gleich zwei Songs gespielt haben.
(Jujoweh)

Setlist MONO INC. (Pain Stage)
This Is The Day
Temple Of The Torn
After The War
Arabia
Passenger
Drum Solo
Revenge
Voices Of Doom
Get Some Sleep

Nach so viel negativer Publicity und der Tatsache, dass mich schon DIE KASSIERER am Vortag mit ihrem schlechten Ruf und ihrer dann doch vergleichsweise zahmen Show enttäuscht haben, musste ich MONO INC. zumindest kurz verlassen, um mir ESKIMO CALLBOY nochmal anzuschauen, wobei ich zugeben muss, dass ich sie ohne diesen extrem schlechten Ruf allein aufgrund des beknackten Namens schon gemieden hätte. Was mir von der Bühne entgegenblickte, war ein rosa Häschenkostüm, etwas, das vage an ein Seemannskostüm erinnert hat und Ähnliches, das mich eigentlich umso mehr davon überzeugt hat, dass ich im Partyzelt entweder in ein Kinderfasching geraten bin oder ausnahmsweise mal total fehl am Platze war. Ich muss allerdings gestehen, dass diese Art zu polarisieren offenbar nicht auf alle so abschreckend gewirkt hat, denn das Zelt war für diese Zeit brechend voll, die Stimmung gut und die Songs, die ich gehört habe (deren angeblich soooo schlimme Texte ich nicht wirklich mitbekommen habe) dürften rein von Rhythmus und Co her mit einem sehr direkten und krassen Sound wohl ganz gut gezogen haben, wenn es auch auf mich etwas klang wie Katzengejammer. Okay. Es muss einem nicht alles gefallen, oder?
(Jujoweh)

Setlist ESKIMO CALLBOY (Party Stage)
Intro
Is Anyone Up
5$ Bitchcore
Dramaqueen
Monsieur Moustache
Muffin Purpergurk
Wonderbra Boulevard
California Girls

Um kurz vor 16 Uhr hieß es mich ab zur Party Stage, denn HELHEIM hatten sich angeschickt, in die Schlacht zu ziehen. Als am Zelt ankam, war ich doch recht überrascht, dass ich trotz meines späten Erscheinens noch einen guten Platz recht weit vorne vor der relativ rar besuchten Bühne ergattern konnte. Zählen HELHEIM doch zu den Mitbegründern des Viking-Metal, was für mich auch ausschlaggebend war, mir die Jungs endlich mal live zu Gemüte zu führen, war das für mich eher verwunderlich. Kaum hatte ich es mir in der Menge gemütlich gemacht, betraten die mit Kettenhemden behangenen Nordmänner auch schon die Bühne und stiegen direkt mit dem Kracher “Maor” ein, gefolgt von “Warlot”. Allerdings muss ich eine frühere Aussage von mir revidieren, nämlich, dass cleaner Gesang bei dieser Art von Metal nichts zu suchen hat. Von den HELHEIMERn musste ich mich hier eines Besseren belehren lassen. Wenn‘s so gut gemacht ist, passt das absolut und bereichert die ganze Sache ungemein. Ein bisschen Kritik muss ich aber auch anbringen. Die vielen Einspieler hätten echt nicht sein müssen. Samples zerstören bei mir immer ein bisschen das Livegefühl. Mein Groll über diese Konservenstückchen war aber in dem Moment wie verflogen, als plötzlich Basser V´gandr neben mir auftauchte, der sich spielenderweise für ein Spaziergang zwischen den Fans von der Bühne verdrückt hatte. Mir hat‘s sehr gut gefallen und bei der nächsten Gelegenheit, werde ich wieder vor der Bühne stehen.
(Olli)

Setlist HELHEIM (Party Stage)
Maðr
Warlot
Viten og Mot (Årvåkenhet)
Jernskogen
Nattravnens Tokt
Dualitet og Ulver

Warum ich? Warum warum warum? Womit hab ich das verdient? Um das kurz zu erklären: Meiner bescheidenen Meinung nach hat alles, was mit „core“ aufhört, nichts mit Metal zu tun. Leider „musste“ ich mir (entsprechend Planung) trotzdem UNEARTH auf der Mainstage reinziehen. Also schnell ein kühles Blondes geholt und ab nach hinten mit dem Arsch in die Wiese. Als die fünf Amis dann loslegten, war ich ganz kurz tatsächlich überrascht. Ich fühlte mich auf einmal an guten Death Metal und ein bisschen auch an meinen geliebten Thrash Metal erinnert. Als Sänger Trevor Phipps dann ins Micro pupste, war meine Stimmung auch schon wieder im Eimer und auch der genretypische Klargesang von Rhythmusgitarrist Ken Susi verstärkte meine dunkle Stimmung noch. Wie schon erwähnt, Metalcore ist einfach nicht meine Musik. Ich möchte den Jungs hier also nicht ihr musikalisches Können absprechen. Das ist nur meine Meinung. Naja, so ist eben mit den Meinungen, sie sind wie Arschlöcher, jeder hat eins. Den Fans vor der Bühne schien es jedenfalls mehr als zu gefallen und das zeigten sie mit diversen Cyclepits in der bratenden Sonne. Auf der Bühne war ebenfalls jede Menge Bewegung zu sehen und Fronter Trevor schaffte es die Meute so anzuheizen, dass die Securitys die Feuerwehrschläuche rausholen mussten, um die Fans abzukühlen.

(Olli)

Als ich am Donnerstag schon in weiser Voraussicht das nette Zigarettenmädel im Pressebereich mit der Frage genervt hatte, was ich tun müsse, um auf die Camel Stage zu kommen, bekam ich leider kein unmoralisches Angebot, sonder musste nur einen Gewinnspielwisch ausfüllen. Also, falsche Daten eingetragen, Feuerzeug kassiert und das kleine weiße Bändchen umgeschnallt. Schon stand einem gemütlich Freitag-Nachmittag bei sengender Sonne und guter Mucke von BLACK SHERIFF nichts mehr im Wege. Pünktlich um 16.30 Uhr enterten die schwarzen Gesetzeshüter dann auch die Camel Stage und brannten ein Feuerwerk von heißen Gitarrenriffs, wummernden Basslines, einem knackigen Schlagzeug und einer so richtig schön abgefuckten Reibeisenstimme ab. Eine schöne Mischung aus THIN LIZZY, AIRBOURNE und TURBONEGRO, irgendwas zwischen Rock und Punk, durfte ich von meinem perfekten Platz auf der Tribüne erleben. Einen Nachteil gab es allerdings dann auf der Cameltribüne doch: Ich konnte mir die köstlichen Bierduschen vor der Bühne leider nur anschauen, nicht aber kosten. Wenn die Leute zwischen den großen Bühnen hin und her wanderten, blieben viele auch mal anerkennend-Kopfnickend stehen, bevor sie weiterzogen. Nächstes Jahr würde ich die Jungs dann bitte mal auf einer der großen Bühnen sehen.
(Olli)

Setlist BLACK SHERIFF (Camel Stage)
Shit
Last Night
Turn Me On
Running One
Starmageddon
Be Your Man
I Want You

Es wurde am späten Nachmittag voll vor der Pain Stage, denn die Ägypten-affinen NILE gaben sich die Ehre. Das war etwas, was man sich als Death Metal-Fan nicht entgehen lassen konnte. Unglaublich souverän zimmerten die Vier ihren anspruchsvollen technischen Todesblei in die Menge, so dass einem nicht nur vom Headbangen, sondern nur vom bloßen Zusehen/ Hören schwindelig wurde. Dabei wirkten sie so, als wäre es das normalste der Welt und ließen zu keiner Zeit Zweifel daran, dass sie ihr Fach beherrschen. Oft besteht die Gefahr bei solcher Musik das Publikum nicht „abzuholen“, NILE jedoch kreierten eine wunderbar düstere und mysteriöse Atmosphäre, mit der sie bis in die hinteren Reihen jeden einzelnen einfangen konnten.
(Javed)

Setlist NILE (Party Stage)
Sacrifice Unto Sebek
Defiling the Gates of Ishtar
Ithyphallic
Supreme Humanism of Megalomania
Permitting The Noble Dead To Descend To The Underworld
4th Arra of Dagon
Sarcophagus
Lashed to the Slave Stick
Black Seeds Of Vengeance

2008, quasi aus der Not heraus, gründete Tuomas Saukkonen die Band BLACK SUN AEON, um die Lieder, die nicht so recht ins Programm seiner Hauptband BEFORE THE DAWN passen wollten, nicht der Öffentlichkeit vorenthalten zu müssen. Vier Jahre und mittlerweile drei Alben später, spielten die drei Finnen bei besten Wetter im Partyzelt, um den Metalheads zu zeigen, dass ihr Genre nicht immer nur voll auf die Fresse gehen muss, sondern durchaus auch mal melancholisch, ruhig und zähfließend sein kann. Besonders interessant fand ich, dass jeder der drei Musiker auch mal das Mikro malträtierte. Bandleader Tuomas, kam mit sehr starken Growls daher, Sänger Mynni Luukainen, begeisterte mit seinem tiefen, eindringlichen Kehlgesang und Saitenzupfer Mikko Heikkilä überzeugte mit einer klaren Stimme. Zusätzlich verstärke Janica Löhn, die nicht nur verdammt hübsch auf der Bühne anzusehen war, sondern auch mindestens genauso gut mitsang, das Trio. Vom in diesem Jahr erschienen Album “Blacklight Deliverane” wurden die Songs “Solitude”, “Oblivion” und “Nightfall” gespielt, die alle drei bombisch beim Publikum ankamen.
(Olli)

HATEBREED und CROWBAR auf einer Bühne gibt’s nicht? Gibt’s doch! Zumindest auf dem Summer Breeze wurde es um kurz nach sechs „bittere“ Wirklichkeit und wer sich nun fragt, wieso ich so am Heulen bin, der weiß, dass ich sehr ungern über Bands schreibe, deren Können und Kunstfertigkeit ich zwar bewundere, mit deren Stil ich mich aber zumindest was Jamey Jasta (seines Zeichens Frontsau von Hatebreed) betrifft, nicht anfreunden kann. Wie dem auch sei: Ich war ebenfalls vor einer recht ansehnlich besiedelten Bühne und habe mir das Ganze dann doch mit einem Becherchen und zwei Freunden angetan, um festzustellen, dass ich mit meiner vorgefassten Meinung ins Schwarze getroffen habe und mal wieder nur sagen kann, dass hier Musik gespielt wurde, die live und betrunken ziemlich Laune macht, selbst, wenn ich mir von ihnen nie eine CD anhören würde. Dabei war der Stil des gesamten Sets natürlich unverkennbar HATEBREED-Auf-die-Fresse-Metal. Da war es für mich verwunderlich, dass der von mir erwartete und erwünschte Moshpit sich bis zum Ende des Konzertes, wenn überhaupt nur in schüchternen Ansätzen gezeigt hat, um dann direkt wieder in der Menge zu verschwinden. Was ist geschehen? War der Name verwirrend genug für alle, die was mit der Musik anfangen können, um schlichtweg nicht aufzutauchen? Egal, was es war, ich hätte mir doch ein bisschen mehr Bewegung gewünscht.
(Jujoweh)

Setlist JASTA VS. WINDSTEIN (Mainstage)
Begging For The Truth
Free The Fallen
Enlightened To Extinction
Monuments Of Ash
Lead The Ghosts
Astray
Behind The Blackest Tears
Buried In Black
Leader Into Demise
Soldiers Of Hell
The Fearless Must Endure
Mourn The Illusion
Walk That Path Alone
Nothing They Say
Death Bestowed
Screams From The Sanctuary
Enslaved, Dead Or Depraved
I Will Be Heard

„Saksenland“, „Een Nieuw Begin“, „Als De Dood“, „Beest Bij Nacht“. Nein! Mir ist nicht plötzlich die deutsche Sprache abhanden gekommen, vielmehr handelt es sich hierbei um Songtitel der niederländischen Metalband HEIDEFOLK, die am frühen Freitagabend das Partyzelt rockten. Als ich den Name dieser Band das erste Mal auf meiner ToDo-Liste las, dachte ich mir: Oh Gott, bitte nicht noch so eine mittelmäßige Folk-Metal Band, die es aus dem Underground geschafft hat. Mit dem, was die sechs Herren aus dem niederländischen Gelderland mir dann aber präsentierten, hatte ich wirklich nicht gerechnet. Klarer Männergesang im Doppelpack, melodische Gitarrenläufe, Violinen und Flöten. Dieser wirklich mal originellen und sehr gut dargebotenen Mischung, hätte sich selbst Frau Antje nicht entziehen können und auch den mäßig versammelten Horden im Zelt ging es da nicht anders. Die Stimmung war großartig und man konnte jede Menge fliegender Haarschöpfe sehen. Jedem, der‘s verpasst hat, sei gesagt: Pech gehabt, selber schuld!!!

(Olli)

Setlist HEIDEVOLK (Party Stage)
Nehalennia
Ostara
Saksenland
Een Nieuw Begin
De Toekomst Lonkt
Als De Dood
Beest Bij Nacht
Vulgaris Magistralis

Oh, mein Gott! Was kann man zu SIX FEET UNDER sagen? Sie kamen auch auf dem diesjährigen Summer Breeze einfach episch, böse und laut daher. Dazu gab’s – wie man es kennt – eine Lightshow, die jeden Epileptiker erfreut hätte, eine gekonnte Anheize von Frontmann Chris, dessen Dreads teilweise ziemlich chaotisch verwuschelt daherkamen, wie man es halt nicht besser kennt und auch nicht anders will. Leider brachten seine Bemühungen auf dem diesjährigen Gig teilweise recht wenig. Während die vorderen Reihen ordentlich mitgingen, schienen die Hinteren irgendwie nicht richtig abgeholt zu werden. Dabei ist es doch so einfach: Kopf rauf, Kopf runter, Kopf rauf, Kopf runter – und jetzt etwas schneller und härter! – Das nennt man“Headbangen“! Die nächste Lektion ist dann der ordentliche Mosh, den es dann gottseidank in den vorderen Reihen noch gegeben hat. Auch ein paar Crowdsurfer ließen sich vereinzelnd blicken. Insgesamt würde ich den Gig als gelungen bezeichnen, hab ihn aber nicht als besonderes Highlight des Festivals mitgenommen.
(Jujoweh)

Setlist SIX FEET UNDER (Pain Stage)
Stripped, Raped And Strangled (CANNIBAL CORPSE Cover)
No Warning Shot
Revenge Of The Zombie
Feasting On The Blood Of The Insane
Victim Of The Paranoid
Human Target
Reckless
The Day The Dead Walked
Seed Of Filth
Deathklaat
Shadow Of The Reaper
Silent Violence
Torn To The Bone
Beneath A Black Sky
Hammer Smashed Face (CANNIBAL CORSPE Cover)
T.N.T. (AC/DC Cover)

Nicht kleckern! Klotzen! Wenn‘s einen Menschen auf dem Summer Breeze 2012 gab, der dieses Motto verkörperte wie kein Anderer, dann war es wohl Tuomas Saukkonen. Um kurz vor sechs stand, bzw. saß er noch mit seinem Nebenprojekt BLACK SUN AEON auf der Partystage hinter seinem Schlagwerk und um kurz vor sieben war er schon wieder mit der Klampfe in der Hand zusammen mit seinen Mannen von BEFORE THE DAWN auf demselben Arbeitsplatz wie eine Stunde zuvor. Leider honorierten diese Leistung nur wenige Leute, denn ein Blick ins Zelt ließ doch gähnende Leere in der hinteren Zelthälfte erkennen. Den Fans, die es geschafft hatten, ihre feisten Ärsche vor die Bühne zu bewegen, wurde melodisch-melancholischer Dark Metal mit starkem Death-Einschlag geboten. Außer den beiden Songs ” Wraith” und “Fear Me”, vom Album “Deathstar Rising”, bzw. “Deadlight”, wurden nur Titel vom neuen Album “Rise Of The Phoenix” gespielt. Alles in Allem eine nette Dreiviertel-Stunde.

(Olli)

Setlist BEFORE THE DAWN (Party Stage)
Intro
Pitch-Black Universe
Wraith
Fear Me
Throne Of Ice
Eclipse
Fallen World
Unbreakable
Phoenix Rising

WITHIN TEMPTATION legten für ihre Verhältnisse mit „Shot in the dark“ eigentlich direkt zu Beginn schon ein ziemliches Tempo vor, was sie allerdings trotzdem nicht davor bewahrt hat, dass sich eine hohe Anzahl der vor allem männlicheren Individuen der Schöpfung mosernd ins Partyzelt verkrochen hatten, wo baldigst INSOMNIUM ein Kontrastprogramm bieten sollten. Ich selbst war da etwas zwiegespalten: Einerseits haben es die Jungs von INSOMNIUM in sich, andererseits war ich ja zum WITHIN-TEMPTATION-Schreiben eingeteilt und mag die jodelnde Symphonic-Metallerin und ihre Mannen ganz gerne. So habe ich mich dann schließlich schweren Herzens entschlossen, meine Zeit zu teilen, um beide Bands zumindest teilweise zu sehen. Und was ich vor der Mainstage gesehen habe, hat mich ziemlich überzeugt, zumal viele Songs von der schon etwas älteren aber aktuellen Platte „The Unforgiving“ gespielt wurden, die ich (jaja… dies ist wohl dann mein Coming-Out…) gelegentlich heimlich zur Entspannung höre, wenn ich sicher bin, dass mich niemand von meinem WITHIN TEMPTATION-hassenden Umfeld dafür auslacht. Natürlich und leider darf bei einem solchen Auftritt der Dauerbrenner „Ice Queen“, den ich gar nicht mal so gut finde, fehlen. Man kann es aber nicht Allen Recht machen und die Resonanz der Menge zeigt ja doch, dass der Titel immer wieder ziemlich gut ankommt. Gerade bei diesem Song hat man natürlich Kopfstimme bis Ende und – Verdammt! – mir würde bei sowas die Puste ausgehen. Dabei war die gute Sharon auf dem Summer Breeze zwar in ein sehr gewagtes Prinzessinnen-Alufolienkleid gehüllt, dass stellenweise harsch kritisiert wurde, doch – was viel wichtiger ist – fast besser bei Stimme als auf CD, sod ass ich sagen würde: Ein unvergessliches Konzert für jeden, der auf diesen Stil steht – und das waren offenbar viele, denn der Bereich vor der Bühne war brechend voll. Dann mal schnell auf zu INSOMNIUM…
(Jujoweh)

Setlist WITHIN TEMPTATION (Main Stage)
Intro-Film
Shot In The Dark
In The Middle Of The Night
Faster
Fire And Ice
Ice Queen
Our Solemn Hour
Stand My Ground
Sinéad
What Have You Done
Iron
Angels
Jillian (I’d Give My Heart)
Neverending Story
Mother Earth

Zur besten Freitagabend-Sendezeit erhöhte sich die Zuschauerquote deutlich im Partyzelt, denn der Finnenvierer INSOMNIUM schickte sich an, eine Melodic Death Metal Show par excellence darzubieten. Schon beim ersten Song „Inertia“, dem Opener des aktuellen Albums „One for Sorrow“, entfachten die Jungs ein musikalisches Feuerwerk. Folglich war der Jubel groß und alle Pommesgabeln gingen ab dem ersten Ton in die Höhe. Diese Stimmung hielt das gesamte Set über an, das ausschließlich aus Leckerbissen bestand. Beim dritten Titel „Weather the Storm“ gab sich sogar Mikael Stanne von DARK TRANQUILITY (die kurz danach auf der Painstage spielten) die Ehre als Gastsänger, was das Publikum wiederum mit einem Meer aus Pommesgabeln quittierte. Später bei „Through the Shadow“ erreichte der Gänsehautfaktor seinen Höhepunkt, bevor zwei Songs später mit „One for Sorrow“ der krönende Abschluss stattfand. Seelig und glücklich grinsend verließen schließlich alle Beteiligten den Ort des Geschehens. Für mich eindeutig DAS Konzert des Summerbreeze.
(Javed)

Setlist INSOMNIUM (Party Stage)
Inertia
Only One Who Waits
Weather The Storm
The Killjoy
Unsung
Through The Shadows
Mortal Share
One For Sorrow

Eigentlich gibt es für manche Bands, manche Konzerte, manche Erlebnisse keine Worte. Ich habe DARK TRANQUILITY auf dem Summer Breeze Festival nicht nur gehört und gesehen, sondern ihren sehr melodiösen Death Metal-Sound nahezu in mich aufgesogen und ich kann kaum beschreiben, wie unglaublich fertig mich dieses Konzert gemacht hat. Allein die Show – ein riesiger Display, der LSD-Traum-artige Bilder ins Publikum geworfen hat, hat mich förmlich in sich hinein gezogen, während Teile der Songtexte fast unzusammenhängend über den Bildschirm flatterten und gnadenlos genial von einer Welle absolut perfekt darauf abgestimmter Musik unterlegt wurde. Da brauchte es kaum noch Anreize, von dem sehr souveränen Fronter Mikael Stanne, der seine Songs fast kommentarlos ins Publikum geschleudert hat. Habe ich mich zuvor noch über wenig Bewegung in der Menge geärgert, so kann man bei Bands wie dieser einfach nur verstehen, warum man da staunend einfach gar nichts tut und einfach nur mal die Klappe hält, wie das viele Leute des fast vollständig schweigenden Publikums getan haben, um zuzuhören. Klingt übertrieben? Find ich nicht! Für mich war dieses Konzert der absolute Oberhammer, dass sich mit Worten kaum richtig unterlegen lässt – und bevor man sich genau bewusst war, dass man gerade das vielleicht heidengenialste Konzert des Jahres hört, war es schon wieder vorbei. Genial, genial und genau passend.
(Jujoweh)

Setlist DARK TRANQUILLITY (Pain Stage)
Terminus (Where Death Is Most Alive)
In My Absence
The Treason Wall
The Wonders At Your Feet
The Mundane And The Magic
Inside The Particle Storm
Zero Distance
The Sun Fired Blanks
Misery’s Crown
ThereIn
Final Resistance
The Fatalist

Jedes Jahr spielt auf dem Breeze mindestens eine Band wie OHRENFEINDT – und jedes Jahr sagt mir die böse Band-Verteilerfee, dass ICH darüber schreiben soll. Warum? Hab ich irgendwas Schlimmes getan?! – Ein Glück für mich war, dass ich von dem genialen, doch irgendwie einschläfernden Sound von DARK TRANQUILITY noch so geflasht war, dass sich meine Verärgerung in Grenzen hielt und ich tapfer und wacker mit der Miene des entspannten Zen-Mönches die ersten paar Songs durchhielt. Versteht mich nicht falsch: Ich bin tatsächlich der Ansicht, dass solcherart Musik durchaus seine Daseinsberechtigung hat, was ja auch von den relativ zahlreich hervorgetretenen Zuschauern unterstrichen wurde. Ich mag nur einfach keinen Deutschrock. Das funktioniert für mich nun wirklich nur in den seltensten Fällen – und eine Band, die dann noch mit Songtiteln à la – ach, lest euch doch einfach die Setlist durch… – einen auf unglaublich böse und verrucht macht, hat bei mir sowieso schon verloren. Immerhin ist es bei mir mittlerweile Tradition, dass ich alle Jahre wieder eine Combo sehe, die für mich nach unflätigem Schlager klingt. Sympathisch immerhin war die Mundharmonika. So ein Instrument sucht man auf dem Summer Breeze eigentlich sonst vergeblich. Nun denn, hat’s in meinen Ohren auch nicht viel besser gemacht…
(Jujoweh)

Setlist OHRENFEINDT (Camel Stage)
Ich brauch nen Job in der Bank
Zu jung, zu schnell
Rock’n'Roll Mädchen
Mit Vollgas und Blaulicht
Ein aller letztes Mal
schwarz auf Weiss
Spiel mit dem Feuer
Kalter Kaffee
Kann ich dich nach Hause fahrn?
was der Doktor mir verschrieben hat
Motormädchen
Valerie
Sie hat ihr Herz an St. Pauli verloren
Energie
Parasit
Zum Rocken geboren
Harley-Luja
Rock’n'Roll Sexgott
Alles auf Rot
Es wird Tag auf St. Pauli
Ohrenfeindt

Um 22 Uhr war Geschwisterpower auf der Party Stage angesagt. Die drei brasilianischen Brüder von KRISIUN hatten zum geselligen Kopfschütteln und Haareschleudern geladen. Und wenn eine solche Death-Metal-Legende ruft, antworten die Fans natürlich in rauen Mengen. Alter Schwede, für das was da auf der Bühne abging, fällt mir nur ein Wort ein: PRÄZISE! Ich kenne kaum eine Band, in der die Mitglieder ihre Instrumente derart perfekt beherrschen. Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl, dass es nur noch eintönig rumpelt, oder langweilig technisch gefrickelt würde, wie es leider so oft Old-School-Death-Metal passiert. Dem gewaltigen Moshpit vor der Bühne konnte ich jedenfalls entnehmen, dass ich nicht der Einzige war, der so dachte, und nachdem die Brüder mich zum Schluss auch noch mit “Kings Of Killing” für das meinerseits schwer vermisste “Course Scolls” entschädigten, konnte ich absolut zufrieden gestellt, zum Bierstand rüber, um mich mal wieder ein bisschen runter zu kühlen.

(Olli)

Setlist KRISIUN (Party Stage)
Ominous
Combusting Inferno
The Will To Potency
Vicious Wrath
Ravager
Descending Abomination
Hatred Inherit
Blood Of Lions
Kings Of Killing

Dunkel war nicht nur der klare Himmel über der Mainstage als die „Sons of Northern Darkness“ die Bühne betraten. Frenetisch wurden sie vom Publikum empfangen und begannen ohne Umschweife mit den beiden Hymnen „Withstand the Fall of time“ und „Solarfall“ vom grandiosen 99er Album „At the Heart of Winter“. Die sehr gut abgestimmte Licht- und Pyroshow untermalte die düstere Atmosphäre wunderbar. Abbath zeigte durch sein Gepose sowie seine Ansagen mal wieder, wo der Teufel die Hörner hat, wobei dies immer mit einem gewissen Augenzwinkern und einem guten Schuss Selbstironie geschah. Für manche beiwohnenden Kollegen war das aber doch zu viel des Bösen, wie dann auch lautstark verkündet wurde mit: „Oh Mann, noch mehr Blackmetal-Klischees und mir wächst gleich ‘n Teufelshorn aus’m Arsch“. Sei’s drum… Musikalisch boten IMMORTAL einen guten Streifzug durch ihre Diskographie, welcher auch soundtechnisch sehr gut in Szene gesetzt wurde. Alles in Allem ein toller Headliner am Freitagabend, wenn auch die nicht so Black Metal-Affinen sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen konnten.
(Javed)

Setlist IMMORTAL (Main Stage)
Withstand The Fall Of Time
Solarfall
Sons Of Northern Darkness
Rise Of Darkness
Damned In Black
Triumph
At The Heart Of Winter
In My Kingdom Cold
Tyrants
One By One
Beyond The Northwaves
All Shall Fall
The Sun No Longer Rises

Den Abschluss auf der Painstage machte am Freitag die Mittelalterband CORVUS CORAX und dieses Schlusskonzert hatte sich im Gegensatz zu vielen anderen mittelalterlichen Musikanten gewaschen. Punkt Mitternacht ging‘s los und weil ein Intro vom Band ja jeder kann, hatten sich die Kolkraben was ganz besonderes einfallen lassen. Die Taiko-Truppe WADOKYO aus Düsseldorf begrüßte die zahlreich erschienenen Metalheads zu Beginn des Gigs mit ihren mächtigen Trommeln. Moshpits, Cyrclepits oder Ähnliches suchte man vor der Bühne vergebens, dafür sah man jede Menge runterklappende Kinnladen, konnte man doch die Show die danach folgte nur mit einem Wort beschreiben: BOMBASTISCH!!! Aber niemand hatte wohl auch weniger erwartet. In ihren authentischen Kostümen boten die “Könige der Spielleute”, wie sie zu Recht auch genannt werden, hauptsächlich Stücke von ihrem aktuellen Album “Sverker” feil, welche super bei den Fans ankamen. Aber auch die Klassiker kamen natürlich nicht zu kurz.”Mille Anni Passi Sunt”, “Venus Vina Musica” und “In Taberna” stimmten die Traditionalisten unter Fans gnädig. Zum Abschluss kamen WADOKYO nochmal auf die Bühne um die Spielmannsleute bei “Na Lame Se” auf ihren Taikos zu begleiten, bevor das Konzert mit einem, im wahrsten Sinne der Wortes, großen Knall endete.
(Olli)

Setlist CORVUS CORAX (Pain Stage)
Gjallarhorni
Sverker
Fiach Dubh
Mille Anni Passi Sunt
Venus Vina Musica
In Taberna
Bibit Aleum
Havfrue
Ragnarök
Na Lame Se

Ich war ja gespannt wie ein Flitzebogen. Es kündigte sich immerhin ein Deutsches Deathmetal-Urgestein im Partyzelt an. Wiederauferstanden von den Toten sollten MORGOTH um Mitternacht das Zelt zum Wackeln bringen. Leider haben sie nicht ganz gehalten, was ich mir versprochen hatte und für mich blieb das Feuerwerk aus. Ein großer Teil des Publikums ließ sich aber von den durchaus gut gelaunten Sauerländern zum Feiern überreden. Aus meinen Augen also ein Gig mit durchaus gemischten Gefühlen. Vielleicht war ja einfach nur mein Bier schlecht.
(Javed)

Setlist MORGOTH (Party Stage)
Body Count
Exit To Temptation
Unreal Imagination
Resistance
Suffer Life
Sold Baptism
Under The Surface
White Gallery
Pits Of Utumno
Isolated

Tja, das war wohl der berühmte Satz mit X. Zugegeben: 2.20 Uhr ist spät und nach drei Tagen Party pur kann auch mal stärkste Metaller etwas abschlaffen, aber was bei MENHIR auf der Partystage abging, spottete etlicher Beschreibung. Obwohl die fünf Thüringer sich alle Mühe gaben, schafften sie es einfach nicht, das spärlich gefüllte Zelt in Stimmung zu bringen. Zu allem Überfluss hatten die Jungs auch noch mit Soundproblemen zu kämpfen. Besonders bitter dürfte dieser Umstand wohl Keyboarderin Franzi gewesen sein, die die Bühne nach ihrem Auftritt mit EISREGEN gar nicht erst verlassen hatte. Rein vom Spielerischen gab‘s meinerseits sonst jedenfalls nichts auszusetzen.
(Olli)

Am frühen Samstagmorgen gab‘s für die Freunde des gepflegten Funeral-Doom, zu denen ich mich dank dieser Band mittlerweile auch zähle, noch ein ganz besonderes Betthupferl. AHAB schipperten abermals nach 2008 und 2010 zum nunmehr dritten Mal auf der Partystage umher und meine Vorfreude hätte nicht größer sein können, vor Allem, weil ja auch, aufgrund des neuen Silberlings “The Giant”, was Neues zu erwarten war. Um Punkt 3.20 Uhr könnte man, nachdem die Bühne in dunkles, blaues Licht getaucht worden war, Meeresrauschen und Seemöwengeschrei hören. Kurze Zeit später ging‘s mit “Old Thunder” auch schon direkt rein in die musikalischen Sphären von Kapitän Christian R. Hector und seiner Mannschaft. Irgendwann während dieser Zeit, entschied ich mich dazu, aufgrund meiner doch arg schmerzenden Beine, mich lang zu machen und das Konzert einfach im Liegen zu genießen. Dieser Hochgenuss wurde mir leider durch die sehr fürsorglichen Sannis verdorben, die mich immer wieder mit einer Alkoholleiche verwechselten. Naja, im Stehen konnte ich mehr sehen, und was ich da sehen konnte, war der Oberhammer. Die vier Leichtmatrosen, zeigen ihren Fans mal ganz schwer, wo der Frosch die Locken hat und mit “Deliverance” und “The Hunt” ging‘s nahtlos brachial weiter im Set. Zum Schluss gaben die alten Walfischfänger dann noch “Antarctica The Polymorphes” vom neuen Machwerk zum Besten und hinterließen eine total geflashte, übermüdete, aber glückliche Meute vor der Bühne. AHAB haben auch dieses Mal wieder trotz der späten Uhrzeit, die ganz fette Beute gemacht.
(Olli)

Setlist AHAB (Party Stage)
Old Thunder
Deliverance (Shouting At The Dead)
The Hunt
Antarctica The Polymorphess

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Markus Hillgärtner

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