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SUMMER BREEZE 2013 – TAG 2

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Ort: Dinkelsbühl

Datum: 15.08.2013

Frisch aufgewacht zum Tag danach – und während einige wie ich ja relativ zeitig ins Bett gegangen sind, ließ der Anblick anderer Zeltkollegen doch den Eindruck zu, dass es sich bei diesem Tag um den Auftakt zu einem Zombie-B-Movie handeln könnte. Gottseidank schaffte ein bisschen kaltes Wasser und ein opulentes Frühstück bei den meisten unserer Zeltkollegen Abhilfe. Wir haben das Heilmittel gefunden! Der Luxus unseres Camps bestand in diesem Jahr nicht nur aus Strom, Trockeneis und Kühlschrank, sondern auch aus einem eigens mitgebrachten Privatdixi und einer Dusche, der ich selbst allerdings keinen Vorzug gegenüber den 2-Euro-Luxusduschen des Festivalgrounds gegeben habe. Ein ruhiger Platz zum umziehen hat halt doch gelegentlich seinen Preis.

Da ich nun so früh wach war, war noch genug Zeit, einen Kollegen aus dem Zelt zu prügeln und mit ihm auf das noch schlafende Festivalgelände zu gehen. Summerbreeze-Impressionen ohne Besucher… War ein bisschen einsam auf der weiten Wiese, aber es ermöglichte uns einen schnellen Zugriff auf den Merchandise-Stand, der ansonsten ganztägig brechend voll überlaufen war. Dann ging’s kurz nach Einlass noch ein bisschen durch die ausgedehnte Marktmeile, die sich seit Jahr und Tag wohl nicht wirklich geändert hat, was Angebot und Preise angeht. Nach der Shopping Tour haben wir uns etwas Geld an den alljährlich vorhandenen Geldautomaten besorgt und derweil dem Soundcheck auf der Painstage gelauscht, bevor wir zu eben dieser gepilgert sind.
(Jujoweh)

NEW BLOOD AWARD CEREMONY 12:00 – 12:10 Pain Stage

Dann Mal auf zum Tagesauftakt und ich muss sagen, dass es das erste Jahr überhaupt war, an dem ich die NEW BLOOD AWARD CEREMONY überhaupt mitbekommen habe. Insgesamt habe ich nichts Pompöses erwartet, aber was dann geboten wurde sprengte in meinen Augen doch irgendwie den Rahmen alles Schlechten. Pünktlich eingefunden hatten sich natürlich STORMBORN aus England, die Gewinner des diesjährigen Contest, zusammen mit Jens Prüter, seines Zeichens Head of A&R von Century Media. Ein kleiner Pokal wechselte schnell den Besitzer und eine sehr uneinstudierte und kurze Rede wurde gehalten, bevor es dann auch wieder still auf der Bühne wurde. Ich hatte ernsthaft erwartet, dass nach dem Award direkt die ersten Töne anklingen würden, lag aber vollkommen falsch: Ich vermute, da man weniger als 5 Minuten geredet hatte, musste man die Zeit bis 12:10 Uhr (und zum pünktlichen Beginn des Gigs nach Running Order) abwarten. So was hab ich das letzte Mal an der Bushaltestelle erlebt!
(Jujoweh)

STORMBORN 12:10-12:40 Pain Stage

Umso lauter wurde es dann nach nahezu endlos erscheinender Wartezeit mit STORMBORN, die sich ihren Sieg eigentlich wahrhaft verdient hatten. Ich sage „eigentlich“, weil doch Stimmen laut wurden, dass MAY THE SILENCE FAIL noch mehr drauf gehabt hätten. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, doch obwohl mir die genannte Band auch stiltechnisch besser gefallen hat, so steht STORMBORN ihnen doch technisch in keinster Weise nach. Ihr Stil ist trotz des dafür sehr unpassenden Genres Power Metal recht frech und irgendwie doch noch jugendlich. Werbung machten sie natürlich für ihr bisher einziges Album, das den Namen ihrer Band trägt und mit einem sehr genialen endzeitlich anmutenden Cover aufwartet. Zum Intro gab‘s erst einmal gute Laune Synthesizer-Musik gefolgt von „Survive“ das mich doch mal ganz spontan sehr an die Altmeister MANOWAR erinnert hat (aber tut das nicht jede Form von Energiemetall irgendwie?). Technisch gab es schöne, schnelle Gitarrenriffs und eine gute Bühnenpräsenz. In der Tat hüpfte ein Großteil der Jungs auf der Bühne dermaßen rum, dass mir der Gedanke kam, sie wollten die kurze, halbe Stunde zumindest krafttechnisch kompensieren. Mit dem Stil kann ich persönlich nur wenig anfangen, ich finde aber trotzdem, dass die spärlich versammelte Mannschaft vor der Bühne dem Gig nicht gerecht geworden ist.
(Jujoweh)

Setlist STORMBORN
Intro
Survive
Edge Of The World
No Mans Land
Source Of All
Stormborn

FIRST BLOOD 12:45 – 13:25 Main Stage

Die Reaktion einer Freundin auf diese Band lautete wie folgt: „Das klingt, als wäre jemand in sein Schlagzeug gefallen. – …Oh, mein Gott! Jetzt ist er mit dem Schlagzeug die Treppe runtergefallen.“ Was bleibt mir da noch hinzuzufügen? Ich persönlich fand sie für ihren Stil (New School Hardcore Schrägstrich Metalcore) relativ gut und sie haben auch entsprechend viele Leute angezogen, die mit Circle Pits, Moshen und einer amtlichen Wall of Death dem Ganzen Tribut gezollt haben, dabei war für die frühe Stunde wirklich verdammt viel los. Ich musste mir auch sagen lassen, sie seien live noch viel besser als auf dem silbernen Rund. Für mich waren sie recht solide, aber da ich sie zuvor auch nicht kannte nur Beiwerk, während ich mich innerlich mit einem Bier auf CULTUS FEROX vorbereitete.
(Jujoweh)

FIRST BLOOD kannte ich bis dato nicht und ich war von ihrem Auftritt doch recht angetan. Sie haben es verstanden, die Meute in der Mittagshitze zur Höchstleistung zu treiben. Ein regelrechtes Riff-Gewitter prasselte auf die Fans nieder. Brutale Breakdowns und schnelle, gebellte Vocals trieben die Fans zu unzähligen schweißtreibenden Wall of Deaths oder Circle Pits an. Die sympathische Band hatte offensichtlich einen Riesen Spaß und das war auch deutlich zu spüren.
(Amrei)

Setlist FIRST BLOOD
Intro
Fear
Occupation
Next Time I See You, You’re Dead
First Blood
Lies
Suffocate
Armageddon/ Victim
Enemy
Resist
Truth
Fascism
Silence
Preamble

CULTUS FEROX 13:30 – 14:10 Pain Stage

Yay! Und nun enterte endlich die erste folkigere Band in Form von CULTUS FEROX die Pain Stage und ließ ein sehr piratenlastiges Set über die sommerlichen Wiesen schallen, um zum Sonnentanz aufzurufen! Dabei haben sie, wie es bei Folk auch nicht anders sein kann, sehr viel Tanzlaune verbreitet und bewiesen, dass die besten Bühnenkostüme immer noch im Folk-Metal-Bereich anzutreffen sind. Wobei in diesem Fall mit deutschsprachigen Texten eher Folk als Metal geboten wurde. Trotz der tollen, amüsanten Ansagen war das Breezer-Publikum bei Bullenhitze aber wohl noch nicht auf dem Tageshöhepunkt angelangt und nicht einmal kühlende Wasserwerfer konnten sie zu mehr Bewegung und Tanz animieren. Dafür gab es eine Menge erhobener Pommesgabeln zu sehen. Zugegeben: Das Ganze war ein bisschen schlecht abgemischt, aber ich gestehe dem Genre gern ein bisschen Schruntigkeit zu.
(Jujoweh)

Setlist CULTUS FEROX
Pollerpan
Der Albaner
Blendwerk
Götterdämmerung
Schurkentanz
Bettellied
Ahoii
Brenner

The Bones 14:15 – 15:00 Main Stage

Der Spruch „je oller desto doller“ passte perfekt auf die Altherrenriege von THE BONES. Spielfreudig und energiegeladen verbreiteten die Schweden eine spitzen Stimmung unter den Zuschauern. Mit rotzigem, dreckigen nach vorne treibenden Punk Rock’n'Roll luden sie zu einer ausgelassenen Party ein. Es wurde getanzt und lauthals mitgegrölt. Und wie es sich für echte Punks gehörte, wurde ausgiebig Gebrauch vom Mittelfinger gemacht.
(Amrei)

Setlist THE BONES
Dead End
Screwed, Blued And Tattooed
Shooting Blanks
Wendy
Dog Almighty
Cemetery Sue
I’m A Rebel
Not A Lovesong
Bones City Rollers
Gasoline Business
Denial
Flatline Fever
This Hound Dog Rocks

WINTERFYLLETH 15:00 – 15:40 Party Stage

Etwas ratlos verlieren sich ein paar erste, zu dieser frühen Stunde bereits erwachte Anhänger des Schwarzmetalls ins Party Zelt. Mit 15 Uhr eindeutig zu früh und viel zu heiß für schwere Kost – so denken wohl die meisten Summerbreezer. Denn mehr als vielleicht 200 müde Gestalten können die hochgehandelten Briten WINTERFYLLETH zu dieser frühen Stunde leider nicht anlocken. Neugierig durfte man schon sein, streckten WINTERFYLLETH nach den beiden beeindruckenden Alben “The Ghost Of Heritage” (2008) und “The Mercian Sphere” (2010) doch die Fühler aus nach dem Black Metal Thron.

Besonders im Laufe der vielen Konzerten des vergangenen Festival-Sommers erarbeiteten sich die 4 Jungs aus Manchester mit ihrem Sound – klassisch norwegischem Black Metal ergänzt um fast schon harmonische Folk-Elemente – eine ansehnliche und treue Fanbase. Diesen Erfolg nachzuvollziehen, fällt jedoch an diesem heißen Nachmittag mehr als schwer. Zwar zocken sich Sänger Chris Naughton und seine Mannen routiniert und ohne große technische Fehler durch ein vom aktuellen Album “The Threnody Of Triumph“ dominiertes Set, aber eben auch ohne wirkliche Höhepunkte. Rasante, raue Gesangpassagen gepaart mit innovativen, grandios-elektrisierenden Gitarrenläufen in düsterer, böser Atmosphäre – das hätte man erwartet. Um die Ohren ge- und damit verweht sind leider nur endlos lange, breiige, kaum zu unterscheidende Aneinanderreihungen von Akkorden, bisweilen unterbrochen durch die glanzlose einschläfernde Stimme Naughtons.

Sound: Wenn man im Badezimmer die Waschmaschine, den Trockner und den Föhn gleichzeitig anstellt und dann noch mitsingt.
Publikum: Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.
Vom Konzert gelernt: Länge kann mangelnde Qualität auch hier nicht retten.
(Anne Ahlers)

Setlist WINTERFYLLETH
Æfterield-Fréon
A Memorial
The Swart Raven
The Ghost Of Heritage
A Valley Thick With Oaks
The Threnody Of Triumph
Defending The Realm

ALESTORM 15:05 – 15:55 Pain Stage

Ja und dann war ich wieder vor der Painstage, gewillt dort den ganzen restlichen Tag zu verbringen. ALESTORM betrat die Bühne und gab uns kernigen Folk mit sehr viel Metal dabei. Das Ganze dieses Mal englischsprachig und mit sehr viel Volk vor der Bühne. Ich würde gern schreiben „brechend voll“, doch das Zertifikat hat eine andere Band des Festivals deutlich mehr für sich beansprucht, deswegen muss ich mit großen Worten sparen und sage schlicht: Es waren eben sehr, sehr viele Menschen anwesend und schienen auch die Ansicht von Fronter Christopher Bowes zu teilen, als er sagte: „It’s a fantastic day to be gettin‘ drunk!“ Ich selbst hatte die Band, die ihren Stil selbst als „Pirate Metal“ beschreibt, noch nie zuvor live erlebt und war dementsprechend begeistert, wenngleich ich auch hier einige böse Zungen behaupten gehört habe, dass sie seit Jahr und Tag ein und denselben Stiefel durchziehen. Hauptsache ist, sie ziehen ihn souverän und mit Klasse durch – und das haben sie in meinen Augen absolut getan. Sympathische Ansagen, tolle Musik, gute Partystimmung und ein Heer aus Crowdsurfern. Das ganze wurde allerdings ein klein wenig dadurch gemildert, dass der Ton andauernd von schwammig zu glasklar wechselte, so dass ich sogar einen Kollegen fragen musst, ob er dies auch so vernimmt, weil ich mir nicht sicher war, ob sich nicht vielleicht gerade mein Gehör verabschiedete. Dennoch: Runde Sache!
(Jujoweh)

Setlist ALESTORM
The Quest
The Sunk’n Norwegian
The Huntmaster
Shipwrecked
Nancy The Tavern Wench
Back Through Time
Wenches & Mead
Keelhauled
Captain Morgan’s Revenge
Rum

SKI KING & BAND 15:40 – 16:00/ 16:40 – 17:00/ 17:45 – 18:05 Camel Stage

Bei einer überaus gelungenen Mischung aus Old School Bluesrock, Country und Metal-Cover wird der gemeine Metaller an seinem nostalgischen Herz gepackt und gezwungen mit Ski-King & Band zu feiern. Ein großer Teil derer, die ursprünglich auf dem Weg zu den Hauptbühnen waren, blieb an der kleinen Camel Stage mit der imposanten Erscheinung von Ski-King und seinem Gefolge hängen. Textsicher wurde gerade bei den Metal Klassikern wie “Holy Diver” oder “Warriors of the World” lauthals mitgesungen. An die erstaunliche Stimmvarietät von Ski-King, die sich irgendwo zwischen Elvis Presley, Lemmy Kilmister und Johnny Cash bewegt, kamen die Fangesänge natürlich nicht an. Insgesamt eine sehr unterhaltsame Abwechslung zu den halsbrecherischen Klängen der “normalen” Bands.
(Carsten)

MUSTASCH 16:00 – 16:40 Party Stage

Wer zum Teufel war das? Wer hat diese Grammi-Gewinner (kein Schreibfehler – schwedische Grammy-Verleihung. Nein ich will hier niemanden veräppeln, ehrlich!) und Metal-Super-Schnurrbärte ernsthaft zwischen WINTERFYLLETH und ILLDISPOSED in den Nachmittags-Brei des Party-Zelts geplant? Was für ein Ignorant! Die Kombination aus Party Stage und MUSTASCH ist Bombe. Leider können aber weder die Fans vor noch nach den Heavy-Metal-Rockern etwas mit deren Mucke anfangen. Schade. Denn so jagen MUSTACH – mit leichter Verspätung – erst mal quasi allein der Party-Stimmung hinterher. Die erste Single “I Hunt Alone” aus dem Jahre 2002 soll den eingeschworenen MUSTACH-Club in Front der Bühne jedoch erst später um den künstlichen Schnurrbart wehen.

Denn los geht’s mit einem der Knallbonbons des aktuellen Albums “Sounds Like Hell, Looks Like Heaven”. “It’s Never Too Late” grooved an, wie selten etwas in die Gehörgänge rauscht. Die ersten präzisen Riffs in Kombination mit der kraftvollen Stimme Gyllenhammers lassen auch die Meute draußen vorm Zelt aufhorchen. Spätestens zu “Speed Metal” und dem darauf folgendem “Bring Me Everyone” ist auch jedem zufällig hereingestolperten betrunkenen Wesen mit seltsamer Langhaarfrisur klar, das hier ist groß! Hierbleiben wird belohnt! Doch Zeit für Bewunderung der musisch-metallischen Schwedenkunst bleibt keine. Schließlich wackeln Füße, Hüfte und schließlich sogar kurze Haare von ganz allein. Die verdammt gut aufeinander eingestellten Gyllenhammer und Lead-Gitarrist Johannesson knallen mit unbändiger Energie durchs Set. “Heresy” und das schon erwähnte abschließende “I Hunt Alone” bilden weitere energiegeladene Höhepunkte dieses Schnurrbartschen Auftritts. Dass so viel Hardrock in einem kleinen grauhaarigen Mann mit Rosa-T-Shirt und Nerdbrille steckt, darf man jetzt fassen. Denn man ist live dabei – Zeitzeuge eines völlig zu Recht und sehr frenetisch bejubelten schwermetallischen Ereignisses. Wer spätestens jetzt nicht den nächsten CD-Kauf plant, war die letzten 40 Minuten taub und blind und musikalisch völlig unbegabt.

Sound: 1plus. Wer kann, der kann!
Publikum: Schnurrbart? Ich? Ne! Alles Einbildung!
Vom Konzert gelernt: Es war verdammt noch mal sehr richtig, auch vorher schon MUSTASCH-Fan gewesen zu sein.
(Anne Ahlers)

Setlist MUSTASCH
It’s Never Too Late
Destroyed By Destruction
Speed Metal
Bring Me Everyone
Deep In The Woods
Tritonus / Heresy
Down In Black
Double Nature
I Hunt Alone

SOILWORK 16:00 – 16:50 Main Stage

Und wieder wussten Schweden alle Fans zu überzeugen. Im Fokus des SOILWORK-Auftritts stand das neue Album „The Living Infinte“. Energiegeladen brachte die Band die Bühne zum Beben. Sänger Björn Strid machte seinem Kosenamen „Speed“ alle Ehre, hüpfte auf der Bühne wie ein 20 jähriger herum und animierte die Zuschauer mit einem Wechsel aus brutalen Shouts und gekonnten Ohrwurm-Melodien. Neben dem neuen Album wurden natürlich auch alte Klassiker aus der Kiste gepackt, die die Fans lauthals mitgröhlten und dazu ihre langen Matten schwangen. Ein rundum gelungener Auftritt, 20 Jahre Bühnenerfahrung zahlt sich eben aus.
(Amrei)

Setlist SOILWORK
Momentary Bliss
Weapon Of Vanity
Spectrum Of Eternity
Follow The Hollow
Tongue
Nerve
Let This River Flow
Rise Above The Sentiment
Late For The Kill Early For The Slaughter
Stabbing The Drama

WE CAME AS ROMANS 16:55 – 17:45 Pain Stage

Der Modetrend namens Metalcore scheint immer noch aktuell zu sein. Bands schießen wie Pilze aus dem Boden und klingen – für mich – alle irgendwie gleich. Hierzu eine kleine Auflistung von Schritten, die zu befolgen sind, um diesem neuen Modetrend folgen zu können:

Schritt 1: Das Aussehen
Man nehme zarte Jungs mit großflächigen Tattoos (beliebt sind momentan Schwalben) und diversen derzeit aktuellen Piercings wie z.B. Tunnels. Als Frisur eignet sich der obligatorische Half-Cut bzw. durchgestylte Zotteln. Kleidungstechnisch sind Röhrenjeans, enge T-Shirts oder zu große Muskelshirts sehr beliebt. Auffällige Sneakers oder Converse werden ebenfalls sehr gerne getragen. Große Cappies mit weißer Aufschrift irgendeiner Band unter dem Schirm machen das optische Bild perfekt.

Schritt 2: Band
In der Band sollte es, wenn möglich, zwei Sänger geben. Einer ist für das Shouten zuständig und der andere für die klaren Gesänge. Der Rest der Bandmitglieder sollte ihr Musikgerät halbwegs beherrschen und viel Getöse auf der Bühne veranstalten können.

Schritt 3: Musikstil
Ein bisschen Shouten mit klaren Gesangseinlagen, eingängigen Melodien sowie viel Double Bass und harte Riffs. Sozialkritische Lyrik oder Texte über seine eigenen Probleme eignen sich hervorragend.

Tataaaaaa eine „neue“ Metalcore Band ist aus dem Boden gewachsen. So lassen sich We came as Romans leider beschreiben. Die Amis haben es nicht geschafft, sich von der Masse der zahlreichen Metalcore Bands zu unterscheiden. Viele ihrer Lieder wirkten einfach wie schon mal gehört. Auch wenn sie sich Live sehr gut in Szene gesetzt haben und die Fans mit ihrer Energie mitrissen, wussten sie musikalisch nicht zu überzeugen. Es wurden keine neuen Impulse gesetzt, sondern auf Altbewährtes zurückgegriffen wie viele andere „neue“ Metalcore Bands vor ihnen. Den zahlreichen Fans war das herzlich egal. Sie veranstalteten vor der Bühne eine riesen Staubwolke durch die zahlreichen Circle-Pits oder Wall of Death. Die Fans waren im Übrigen an ihrem Kleidungsstil zu erkennen, der sich „überraschenderweise“ sehr dem der Band anpasste.
(Amrei)

Setlist WE CAME AS ROMANS
Hope
The Move On Is To Grow
War Inside
Mis/Understanding
Fade Away
Broken Statues
Glad You Came
Roads That Don’t End And Views That Never Cease
Tracing Back Roots
To Plant A Seed

ILLDISPOSED 17:00 – 17:45 Party Stage

Es ist 17 Uhr Donnerstagnachmittag und die Sonne brennt über dem Party Zelt auf dem Summerbreeze. Eine große Fanbase wartet darauf, ihre Helden sehen zu dürfen: ILLDISPOSED – eine Death-Thrash-Metal Band aus Aarhaus (Dänemark), 1991 von Bo Summer gegründet (dem Sänger der Band und das einzige Gründungsmitglied, das erhalten geblieben ist). Den Auftakt startet Bo selbst, in dem er die Bühne betritt und die Band ankündigt. Summer sieht dabei eher aus wie ein Outlaw-Biker, denn er trägt T-Shirt, auf dem vorne der Schriftzug SOD mit dem Sensenmann zu sehen ist und auf dem Rücken des Shirts, präsentiert sich dann ein überdimensionales Back-Patch. Scheinbar lässt sich die Band in ihrer Motivwahl von Kurt Sutters Serie ” Sons of Anarchy” inspirieren, die Gemeinsamkeiten allein durch das Patch auf dem Rücken und durch den Schriftzug sind klar zu erkennen.

Die Freigabe für den Moshpit erfolgt mit dem Song “Sense the Darkness” gefolgt von “War”, schnell wird klar, dass hier und heute nur eins zählt, die brachiale Gewalt von ILLDISPOSED. Das Zelt füllt sich sehr schnell mit weiteren Anhängern dieser Gangart von Musik und zu Songs wie “Weak is your God” und “I believe in Me” wird die Band frenetisch von ihren Anhängern gefeiert. “Dark”, “Stop Running” und “Throw your Bolts” zeigen, wofür ILLDISPOSED steht, klarer Death-Thrash-Metal, mit exakt auf den Punkt gespielten Gitarrenparts und klarem, knackigen Rhythmus, der vor allem durch die hervorragende Schlagzeug- und Bass-Leistung unterstrichen wird. Im Gegensatz zu den sonst üblichen schnellen Lead-Gitarren, zeigt sich bei ILLDISPOSED eher der Schwerpunkt auf Melodie-Linien, die dem ganzen aber keinen Abbruch tun, sondern eher das Verständnis für Musik unterstreichen. Besonders hervorzuheben ist aber die Leistung des Sängers Bo Summer, denn egal ob es die Pig Squeals, das Growling oder das Shouten ist, bei Songs wie “Submit”, ” A Child is Missing” oder auch “Fear the Gates”, präsentiert der Sänger seine komplette Bandbreite an Gesangstechniken und bringt die Menge damit noch mehr zum Kochen. Selbst klarer Gesang befindet sich im Repertoire des Sängers und macht das ganze nahezu perfekt. Selbstverständlich dürfen beim Auftritt von ILLDISPOSED Crowdsurfing und der berühmte Circlepit nicht fehlen, wozu der Sänger und die auch die anderen Musiker die Fans immer wieder auffordern.

Als letzter Song folgt schließlich “Now we´re History” und nachdem dieser Song beendet worden ist, werden die Rufe nach einer Zugabe zwar immer lauter, bleiben aber leider unerfüllt. Was hängen bleibt ist, dass ILLDISPOSED an diesem Nachmittag für einen der ersten Höhepunkte im Partyzelt gesorgt haben und der Menge wirklich alles abverlangt haben. Es bleibt nur zu erwähnen dass dieses Intermezzo der Band noch lange, als positive Erinnerung, im Gedächtnis bleiben wird.
(Thomas Cordes)

Setlist ILLDISPOSED
Sense the Darkness
War
Weak is your god
I believe in me
Dark
Stop Running
Throw your Bolts
Submit
A Child is missing
Fear the Gates
Now we´re History

FEAR FACTORY 17:50 – 18:50 Main Stage

Wikipedia, die allgemeine freie – nicht immer klügste – Enzyklopädie sagt, FEAR FACTORY sei eine Death-Metal-Band mit Elektro-Anteilen. Äh ja…, da muss man ja nicht zustimmen. Was aber Wikipedia nicht weiß: Will man die US-Amerikaner live sehen, kann man mächtig ins Schwitzen kommen. Denn die Gigs der Modern Metal-Helden sind entweder ein Griff ins Klo oder aber zum Niederknien. Gut, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also auf zur Main Stage, vor der in der blendenden Abendsonne des zweiten Festivaltages anscheinend so einige Langhaarige dieselbe Idee haben.

Ohrenbetäubend laut aber wie erwartet mit “The Industrialist” starten Burton C. Bell und Dino Cazares das Set. Der Rest vom Schützenfest – sprich der Urbesetzung – ist mittlerweile ja diversen sehr Soap-verdächtigen Irrungen zum Opfer gefallen. Macht ja nix. Hauptsache laut – bis auf Burtons Stimme, die durchs Mikro leider nur daher gehaucht kommt. Ist das die neue Strategie, die altbekannte Live-Achilles-Ferse “Gesang” im schlecht abgemixten Sound zu verstecken? Dafür überzeugt Cazares von Beginn an wieder einmal mit brettharten, präzisen Riffs und entlockt seinem Lieblings-Instrument in Kombination mit den tighten Trommeln im Hintergrund den gewohnt angsterfüllten Sound. Dabei wirbelt er wie ein Flummy über die Bühne, was man seiner – sagen wir mal vorsichtig – in die Jahre gekommenen Statur gar nicht zutrauen würde. Respekt! Und das bei so gar nicht breezigem Summer 2013. Diese Energie ist ansteckend, nicht nur fürs Publikum, gerade in den vorderen Reihen. Sogar Burton C. lässt sich vom quirligen Klampfenhalter anstecken. Glück gehabt! Gute Laune pur, die den Fans um die Ohren weht.

Und so bleibt einem irgendwann nichts anders übrig, als sich von bewährten Hits in die guten alten Zeiten hinfort tragen zu lassen. Schließlich ist das 1995 erschienene “Demanufacture” einer DER Milestones des Modern-Metal. Schade nur, dass die Angstfabrikanten die Kracher dieses Albums ausschließlich ans Ende der Setlist packen. Kennt man FEAR FACTORY doch als große Fans von Konzeptalben, ist diese Entscheidung verständlich. Ende vom Lied: Ein FEAR FACTORY-Gig ist Glückssache, entweder hop oder top. Die Summerbreezer haben eben jenes Glück, auch wenn der Gesang hier und da dominierender sein müsste.

Sound: Schiefe Töne gehören einfach zum guten Ton.
Publikum: Wohlwollend agil, besonders in den vorderen Reihen
Vom Konzert gelernt: Besser wird’s einfach nicht mehr. Schade.
(Anne Ahlers)

Setlist FEAR FACTORY
Industrialist
Shock
Edgecruscher
Powershifter
What Will Become?
Archetype
Martyr
Demanufacture
Self Bias Resistor
Zero Signal
Replica

EVOCATION 18:05-18:50 Party Stage

Was ist denn hier passiert? Waren die Breezer etwa nach einem aufgeheizten Tag schön müde, dass es sie lieber zum Bierzelt verschlug anstatt in die großen Partyhallen? Oder lag es vielmehr am generell matschigen Ton und der Tatsache, dass man innerhalb des Zeltes von vielen Bands in diesem Jahr wirklich null verstanden hat. Schade eigentlich, denn EVOCATION war im Jahre 2009 noch eine der Bands, denen ich eine recht gute Bewertung gegeben hatte. Showtechnisch haben sie auch auf dem Breeze einiges gerissen. – Das Publikum – leider – erinnerte mich allerdings etwas an meinen letzten Kirchenbesuch: Arg gelichtete Reihen und kerzengerade Körperhaltung, während auf der Kanzel (Bühne) sich jemand sichtlich Mühe gab, die Leute bei Laune zu halten und vorne nur sanft bestätigend mit dem Kopf genickt wurde. Ah! Verdammt! Wo war da das Feuer? Wer war da schuld? Die faulen Breezer, die ungnädige Uhrzeit? Die Tatsache, dass zur selben Zeit KORPIKLAANI einen jeden Metalwilligen an die Pain Stage gezogen hat? Ich will es nicht wissen, freue mich aber beim nächsten Mal auf dem Summerbreeze wieder einen Schlag aufs Maul zu kriegen, wie es sich für diese Band gehört!
(Jujoweh)

Setlist EVOCATION
Divide And Conquer
Tomorrow Has No Sunrise
Metus Odium
In The Reign Of Chaos
Silence Sleep
Angel Of Torment
Reunion In War
Psychosis Warfare
Through The Darkened Peril
Feed The Fire

TRAGEDY 18:50 -19:10/ 19:55- 20:15/ 21:05- 21:25/ 22:15- 22:35 Camel Stage

Okay. TRAGEDY…??? Ja. Da weiß ich wirklich mal ausnahmsweise nicht, wie ich dazu stehen soll. Die BEE GEES, nur auf Metal. Nach neuesten Enttäuschungen wie VOLKSMETAL stand ich dem ganzen eher skeptisch gegenüber und tue es noch. Immerhin muss ich zugeben, dass das Ganze nicht ganz so abgrundtief grottig schlecht war, wie die Band, die mir einen schlechten Beigeschmack an seltsamen Kreuzungen zwischen Metal und anderen Stilrichtungen gegeben hat. Teilweise irgendwie humoristisch, dann auch wieder sehr partylastig. Die Menge sah es offenbar ebenso geteilt. Vor der Bühne gab‘s etwas Bewegung, hinter ihr bewegte man sich dann doch eher zum Biertresen. Eine echte Meinung bilde ich mir dann noch. Bis dahin empfehle ich jedem sich das mal anzutun und eine Eigene zu haben.
(Jujoweh)

KORPIKLAANI 18:55 – 19:55 Pain Stage

Dem aufmerksamen Leser wird vielleicht auffallen, dass ich auch über EVOCATION geschrieben habe, die ja zeitgleich im Partyzelt ihr Bestes vor leeren Kammern gegeben haben. Da ich mir nun das Elend dort nicht länger anschauen wollte, bin ich schließlich zur Pain Stage und zu KORPIKLAANI gewechselt, wo ich dann schnell erkennen durfte, wo sich das Summerbreeze-Volk bei schönster und sonnigster Abendstimmung versammelt hatte. Das vielleicht auch als kleine Rehabilitation für EVOCATION. Tatsächlich habe ich mich in diesem Moment ein bisschen geärgert, denn obwohl ich wusste, dass meine Leute sich ebenfalls bei diesem genialen Gig eingefunden hatten, so war es doch bei dieser Masse an Besuchern völlig unmöglich, sie zu finden, was mir eine alte Tradition ins Gedächtnis gerufen hat: Bisher war ich noch in jedem Summerbreeze-Jahr der einzige Schreiber mit Geschmack in Richtung Folk. In diesem Jahr waren ein paar mehr Folkloristen dabei und trotz alledem scheint es mein Schicksal zu sein, stets allein an die Bühne zu gehen, mich unters Volk zu mischen und dann meinen Tanzspaß mit wildfremden Leuten zu teilen. Naja… ist vielleicht auch besser so… – Was derweil auf der Bühne geboten wurde, würde ich als „kernig und teilweise sehr getragen“ beschreiben und anders kann man diese geniale und souveräne Band auch nicht treffen, die mit es mit Großteils finnischen Texten dennoch schafft, das Publikum alle Nasen lang ans Mitgröhlen und Feiern zu bekommen – und schon vor dem eigentlichen Lied hörte man von überall „Vodka“-Rufe, die natürlich mit dem gleichnamigen Song ihren Höhepunkt fanden. Es fällt mir in diesem Jahr wirklich extrem schwer mein „bestes Konzert“ zu finden. KORPIKLAANI gehören aber auf jeden Fall zu meinen Top-Favoriten.
(Jujoweh)

Humppa-Metal – noch nie gehört? Dann wird es Zeit, sich die finnischen KORPIKLAANI einmal gefahrlos aus der Nähe anzusehen. Genügend Gelegenheit dazu bot sich interessierten Zuhörern ja bereits auf der ausgedehnten vergangenen Tour, die das 2012 erschienene Album “Manala” pushen sollte. Die wirklich allerletzten Nachzügler treffen das lustige Sextett nun gen Ende des Festival-Sommers beim Summerbreeze auf der Pain Stage. Schmerz gibt es in deren einstündigen Auftritt jedoch nicht zu ertragen. Ganz im Gegenteil.

Denn hier ist die Party am Start! Die folgenden knapp bemessenen 60 Minuten gestalten sich ganz nach KORPIKLAANIs Geschmack: Moshen, Pogen, Crowdsurfen und dazwischen noch ne Polonaise einschieben und natürlich Mitgrölen, was bei finnischen Songtexten eine echte Herausforderung darstellt. Aber selbst das meistert der gemeine Summerbreezer mit Bravour. Mit traditioneller Volksmusik hat das, was die lustigen Folk-Metaller rund um Sänger Jonne Järvela, Akkordeon-Quetsche Sami Perttula und Violinist Tuomas Rounakari da oben abhalten, nur noch bedingt zu tun. Einzige Gemeinsamkeit: Mitgrölen ausdrücklich erwünscht! Denn Party ist gesetzlich vorgeschrieben! Bier hilft bei der Ausführung der gewünschten Aktivitäten ungemein.

Die Mischung der Songs vom aktuellen Longplayer “Ruumiinmultaa”, “Rauta”, und “Sumussa hämärän Aamun” bis hin zu den Hits wie “Wooden Pints” oder “Vodka” heizt die Stimmung an. Die Meute schunkelt, tanzt und springt, was da Zeug hält. Puh! “Alte-Leute-Musik” kann echt anstrengend sein. Das denken sich bestimmt auch die erschrockenen Ordner am Bühnengraben, die mit viel Schweiß auf der Stirn zeitweise bis zu fünf Crowdsurfer gleichzeitig in Empfang nehmen dürfen.

Ende vom Lied: Eine Stunde finnischen volksmetallischen Rock’n Roll kann man immer mal mitnehmen. Nichts für anspruchsvolle Gemüter, aber den Anspruch hat man ja eh am Einlass abgegeben.

Sound: Egal, Party!
Publikum: Nicht so verstockt in den ersten Reihen! Nehmt Euch ein Beispiel an der tanzenden Meute auf den billigen Plätzen!
Vom Konzert gelernt: Äh… finnisch!
(Anne Ahlers)

Setlist KORPIKLAANI
Tuonelan Tuvilla
Ruumiinmultaa
Metsämies
Joudaan Viinaa
Sumussa Hämärän Aamun
Vaarinpolkka
Viima
Petoeläimen Kuola
Uniaika
Uni
Vodka
Ievan Polkka
Rauta
Wooden Pints

NECROPHOBIC 19:10- 19:55 Party Stage

Die nächste schwedische Auf’s-Maul Band an dem Abend waren NECROPHOBIC. Ihre gute Mischung aus Black und Death Metal bewegte mich fast wieder ins Zelt. Doch fand ich es zu dem Zeitpunkt angenehmer, draußen zu sitzen und Bier zu süffeln, während ich mir die Leute anschaute, die so an mir vorbeiliefen. Woran ich gut tat. Erstens hielten sich erstaunlich viele gut aussehende Frauen in der Menge auf, zweitens fiel mir nach dem ersten Lied auf, dass in Schweden ein lebhafter Auftritt vermutlich als schlechter Stil gilt. Will meinen: Keine Bewegung auf der Bühne, dafür aber zumindest ein bisschen was vor ihr. – Und so verbrachten meine Biere und ich eine angenehme Band lang, exzellente Musik hörend vor dem Monitor. Doch leider sollte das nicht so bleiben, denn jedes gute Konzert hat auch mal ein Ende.
(Bernie mit Verschandelungen von Jujoweh)

Setlist NECROPHOBIC
The Slaughter Of Baby Jesus
Blinded By Light, Enlightened By Darkness
The Crossing
Dreams Shall Flesh
Revelation 666
Into Armageddon
Celebration Of The Goat
Black Moon Rising
The Nocturnal Silence

DER W 20:00 – 21:15 Main Stage

Obwohl die BÖHSEN ONKELZ neben RAMMSTEIN wohl die meist gefeierte deutsche Band aus dem Rockbereich waren, kann das Solo Projekt von Stephan Weidner nicht in diese Fußstapfen treten. Das wurde unter anderem klar, als sich verhältnismäßig wenige Fans um acht Uhr vor der Main Stage einfanden, um den Deutschrocker zu feiern. Die Rhythmen und Riffs wirkten für kernigen Deutschrock nicht rotzig genug und den aufgegriffenen Satz eines Zuschauers “Wenn Kevin Russell das singen würde, wäre das ganze spaßiger” muss man leider so stehen lassen. Auch wenn der Auftritt professionell durchgeführt wurde, wie man es von einem Musiker von diesem Kaliber erwarten darf, konnte man kaum eine Ansage, Animation oder ein Danke von Stephan Weidner vernehmen. Die Verbundenheit mit den Fans, wie sie die BÖHSEN ONKELZ pflegten, suchte man vergeblich. Das spiegelte sich auch in der Stimmung der Fans wider, welche nicht so recht warm wurden. Leider einer der eher enttäuschenderen Auftritte auf dem Summerbreeze.
(Carsten)

Setlist DER W
Furor
Operation Transformation
Stille Tage Im Klischee
Machsmaulauf
Herz Voll Stolz
Kampf Den Kopien
Schatten
Leinen Los
Judas
Mordballaden
Lektion In Wermut
In Stürmischer See
Nein Nein Nein
Mein Bester Feind
Der W Zwo Drei
Geschichtenhasser
Pack Schlägt sich, Pack verträgt sich

SÓLSTAFIR 20:15 – 21:05 Party Stage

Das Licht, das durch das Loch in einer Decke aus Gewitterwolken fällt und dabei aussieht wie ein Fingerzeig auf die Erde nennt der Isländer SÓLSTAFIR. Jeder sollte so was mal gesehen haben, es sieht immer wieder schön aus. Immer wieder gut sind auch die isländischen Blackmetaller der gleichnamigen Band… Nur dieses Mal nicht. Waren die Combos davor noch beinahe beneidenswert gut abgemischt, so wurde die Musik von SÓLSTAFIR im Partyzelt zu einem einzigen Klangbrei. Die sphärischen Zwischenstücke gingen noch, aber die Musik an sich war leider grottig. Und so gaben die Jungs auf der Bühne umsonst alles. Schade eigentlich, sie gaben mir ein wenig die Hoffnung zurück, dass live spielen auch Stimmung machen bedeuten kann.
(Bernie)

Setlist SÓLSTAFIR
LjÛs Õ Stormi
Svartir Sandar
fiÌn Or
Fjara
Goddess Of The Ages

POWERWOLF 21:20 – 22:20 Pain Stage

Pain Stage, etwa gegen 21:20, Summerbreeze 2013 – Was ist denn hier los? Mit so vielen Wolfsanhängern konnte trotz aktuellem Nummer 1-Album “Preachers Of The Night” wohl kaum einer rechnen. Aber die deutschen POWERWOLF scheinen mit ihrem Wechsel zu Napalm Records/ Universal alles richtig und vor allem kräftig die Werbetrommel gerührt zu haben. Und diese Trommeln reichen sogar bis nach Hintertupfingen – oh, sorry – Dinkelsbühl. 2013 dürfte ein bedeutsames Jahr für die Wölfe werden, ein Bühnenauftritt nach Maß deshalb Ehrensache!

Los geht’s also in gebührend mystischer Atmosphäre. Schaurig-schöne Nebelschwaden wehen von der Bühne über die Köpfe der so zahlreich erschienenen Power-Metaller, die mit POWERWOLF-Chören das Antlitz ihrer Helden einfordern und zu den ersten Klängen von “Lupus Daemonis” merklich unruhig werden. Spannung liegt in der Luft, die sich dann übermächtig sichtbar in den Feuer- und CO2-Säulen entlädt und den Opener “Sanctified with Dynamite” auch optisch ins rechte Licht rücken. Endlich explodiert die Menge, als Attila Dorn, die brüderlichen Gitarrenmeister Greywolf, Tastenvirtuose Falk Schlegel und Trommler Roel van Helden die Bühne stürmen. Was folgt, ist Business as usual, doch deshalb nicht weniger mitreißend. Denn die Power-Metal-Granaten spielen sich wie immer den Hintern ab, um Ihre Fans zu begeistern. Dazu gehört selbstverständlich auch eine gute Show, in der jedes Detail stimmt: vom imposanten Backdrop des neuen Albums, dem bekannten Kathedralen-Bühnenbild über die Pyrotechnik bis hin zu den bleich geschminkten Gesichtern der musikalischen Akteure. Dramaturgisch können POWERWOLF sich nicht besser in Szene setzen. Da kommt schon fast die böse Vermutung auf, selbst die bleich geschminkten Doppelgänger-Attilas in Reihe 1 seien gecastet.

Doch nichts ist besser als das Original: Wolfspriester Attila Dorn ist eben ein charismatische Sänger mit tollen Stimmvolumen, dem man die klassische Gesangsausbildung anhört. Verzichten könnte man allerdings auf seine bewusst gebrochen gesprochenen Predigten zwischen den wölfischen Mitgröl-Epen. Allerdings erhalten so selbst Ansagen, die unter normal-metallischen Voraussetzungen völlig daneben gewesen wären, eine so verdammt ironische Färbung, dass ernsthaft böse Blicke einfach unmöglich werden. Wir reden hier von “Männer, hattet ihr heute Morgen ne Latte? zu “Resurrection By Erection” oder “Wir trinken Blut” zu “All We Need Is Blood”. Bleicher als bleich und ein wenig festgefroren wirken hingegen nur die zwischengeparkten Jungs der Ortsfeuerwehr, als zu “Kreuzfeuer” ein über drei Meter großes Kreuz über van Heldens Schädel entflammt. So etwas Verrücktes haben die sicher auch noch nicht gesehen, aber egal, die Menge tobt und streckt die Fäuste gen Himmel. “Raise Your Fist”, so wie es sich gehört.

Fazit: Powerwolf in Bestform mit so unglaublicher Energie, dass diese auch noch für SABATON reicht, sollte Broden mal das Bier ausgehen.

Sound: Absolut stimmig, fette Gitarren, klarer Gesang – so wie es sich gehört.
Publikum: Mindestens so agil wie die Wölfe auf der Bühne.
Vom Konzert gelernt: Bleicher geht immer UND bleich ist nicht gleich tot!
(Anne Ahlers)

Setlist POWERWOLF
Lupus Daemonis (Intro)
Sanctified With Dynamite
We Drink Your Blood
Amen & Attack
Werewolves of Armenia
In the Name of God
Resurrection by Erection
Coleus Sanctus
All We Need Is Blood
Kreuzfeuer
Raise Your Fist, Evangelist
Lupus Dei
Wolves Against the World

ATROCITY 21:25 – 22:15 Party Stage

Statt BENEDICTION nun also ATROCITY. Aja, dachte ich mir und freute mich auf Krulls Gesang oder besser gesagt: Gegrowle. Und das tat er. Sehr gut sogar und sehr laut. Nur redete er auch. Ununterbrochen. Ich weiß nicht, ob er die skandinavische Trägheit der Bands zuvor aufwiegen wollte, oder ob er einfach nur ein Redebedürfnis loswerden wollte. Sei es wie es sei, ATROCITY haben’s trotzdem einfach drauf. Neue ruhige Lieder wechselten sich wunderbar mit alten Hämmern ab und die Gogogirls tanzten, als gäbe es kein Morgen, oder besser gesagt, als bekämen sie Trinkgeld. Was für ein aufbauender Auftritt. ATROCITY machten einfach Spaß und danach war meine Welt wieder ein bisschen besser.
(Bernie)

Setlist ATROCITY
Pandaemonium
Haunted By Demons
Fatal Step
March Of The Undying
Blood-Stained Prophecy
Satans Braut
Death By Metal
Necropolis
Blut
Reich Of Phenomena

SABATON 22:25 – 23:55 Main Stage

SABATON, der Name der schwedischen Power-Metal-Helden rund um Sänger Joakim Brodén, bezeichnet eigentlich einen Eisenschuh und damit Bestandteil mittelalterlicher Ritterrüstungen. Hätten Ritter damals schon verspiegelte Sonnenbrillen gekannt, ziemlich sicher wäre der Begriff schnell zum geflügelten Wort mutiert. Denn SABATON ist Brodén, und Brodéngibt es nur mit Sonnenbrille – und wahlweise Bier. Aber dazu kommen wir später.

Der Andrang am Donnerstagabend ist groß, alle wollen sie sehen, diese charismatische SABATONische Frontsau, die nach den obligatorischen Klängen von EUROPEs “The Final Countdown” im Laufschritt die Bühne stürmt. Alles ist wie immer, denken die Fans. SABATON rocken. Es gibt Bier. Der Abend ist gerettet. Doch weit gefehlt. Was da aus den Boxen krächzt, ist nicht die charakteristisch raue Stimme Brodéns inkl. wunderbar poppigem Keyboard, im Trommlermarsch vereint mit typischen Power-Metal Riffs. Was ist los? “Air Berlin sei Dank!” – nein, kein neuer “Art of War”! Vielmehr der Erklärungsversuch, das auf dem Weg nach Dinkelsbühl verloren gegangene Equipment der Band und die damit verbundene schlechte Soundqualität zu entschuldigen. Glücklicherweise gibt es aber extrem nette Kollegen wie ebensolche von FEAR FACTORY und ALESTORM, die die schwedischen Partymacher in so unangenehmen Situationen bereitwillig instrumentalisieren. Danke Gott – darauf ein Bier!

SABATON sind pures Entertainment: Coole Pyrotechnik, eingängige Melodien und ein gewohnt redselig sympathischer Frontsänger, der sich nicht zu schade ist, seine Sixpack-Panzerung gegen ein “Family-Pack” auszutauschen. So zocken sich SABATON dank ausreichenden Bierflusses von Hit zu Hit. “Gott mit Uns”, “Carolus Rex”, “Attero Dominatus” oder “Into the Fire” – Die bewährte Setlist begeistert! Tighte Riffs und der präzise Trommler Snowy Shaw, der den im “Vaterschaftsurlaub” befindlichen Drummer Robban Bäck ersetzt, überspielen den instrumentalen Verlust auf professionellste Art und Weise. Leider nicht wegleugnen lässt sich jedoch dieser extrem wichtige Typ, der das SABATONISCHE Keyboard bedient. Der fehlt, und das schon seit dem Besetzungswechsel-Chaos im letzten Jahr. Das ist der größte Wermutstropfen, den immer wieder großzügig eingesetzten Keyboard-Klangteppich live nicht so eindrucksvoll nutzen zu können, wie es die Songs in ihrer mitreißenden Dynamik verdient hätten. Egal, nach einer mehr oder weniger kurzen musischen Schaffenspause, die Brodén ausführlich zu Konversation mit dem Publikum nutzt, folgt die obligatorische Zugabe, die keine Wünsche offen lässt. “The Art of War”, “Primo Victoria” oder der “Dead Soldier’s Waltz” rollen über das Publikum hinweg. SABATON begeistern mit unbändiger Energie. Dabei gerät vor allem aber Brodén selbst völlig aus dem Häuschen und gönnt sich zum Abschluss des Abends ein Bad in der Menge. Schließlich gab es ja vorher noch schnell ein paar Bier zur Stärkung. Da kann man auch erwarten, von seinen Fans auf Händen getragen zu werden.
(Anne Ahlers)

Sound: Darüber reden wir hier mal nicht.
Publikum: Wer hat hier eigentlich KEIN SABATON-Shirt?
Vom Konzert gelernt: Bier hilft – nicht immer, aber oft!

Setlist SABATON
Intro: The Final Countdown
The March to War
Ghost Division
Gott Mit Uns
Carolus Rex
Swedish Pagans
Panzerkampf
The Lion From the North
Attero Dominatus
Poltava
The Price of a Mile
Cliffs of Gallipoli
40:1
Into the Fire

The Art of War
Primo Victoria
Metal Crüe
Dead Soldier’s Waltz
Masters of the World

DYING FETUS 23:45 – 00:40 Party Stage

Wenn einem auf dem Weg zum Partyzelt von einem hier nicht näher genannten Mitglied der Folker von KORPIKLAANI in perfektem Deutsch gesagt wird “Ich liebe dich”, gefolgt von einer innigen Umarmung, da man ihm erklärt hat, wo sich ein Bierstand finden lässt, der nicht nur noch Hefeweizen anbietet, merkt man: Es ist definitiv Festivalzeit. Wankend folgte mir der nette Herr mit Hut zu DYING FETUS und verschwand schnell darauf mit zwei attraktiven Brustträgerinnen. Da die drei brutalen Musiker um Frontmann John Gallagher erst einige Minuten zu spät auf die Bühne durften, blieb noch Zeit für ein äußerst denkwürdiges “Gespräch”. Ein selbstverständlich betrunkener Metaller, der sich um kurz vor Mitternacht in das Partyzelt verirrte, bat mir in bester Sesamstraßen Manier ein “kleines Ökkele”(Zitat) im Tausch gegen eine Kippe an. Natürlich kann man da nicht einfach nein sagen. Und schon hielt ich eine kleine bronzene Glocke in der Hand. Als ich aufblickte, war der Kerl á la Darkwing Duck in einer Rauchsäule verschwunden. Nun aber zum wesentlichen. Mit dem Opener “Grotesque Impalement” bewirkten die drei Death Metaller aus Annapolis, dass sich sofort ein Großteil der vorderen Reihen in einem brutalen Moshpit kollektiv auf die Mütze haute. Durchweg hatte man das Gefühl, einem würde ein großer Stahlknüppel übergezogen, was auch genau das ist, was DYING FETUS-Fans brauchen. Die Spielfreude war der Band deutlich anzumerken, was sich auch sofort auf das Publikum übertrug. Spätesten bei dem brutal schnellen “Kill your Mother, Rape your Dog” kam die Frage auf, ob mehr als drei Musiker auf der Bühne waren, oder aber alle einfach an semichronischer Epilepsie leiden, welche sie auf ihre Instrumente übertragen. Ein brutales, musikalisches Schlachfest.
(Carsten)

HAGGARD 01:00 – 01:55 Party Stage

Wer HAGGARD kennt, weiß, das Frontmann Asis Nasseri ein absoluter Perfektionist ist, wenn es um die Abstimmung der Instrumente und den Sound geht. Anders ließen sich die aktuell vierzehn Mitglieder der Band auch nicht auf einen Nenner bringen. Umso erstaunlicher war, dass es bereits rekordverdächtige zehn Minuten nach dem geplanten Beginn bereits mit dem Intro los ging. Um unter anderem ein Streich-Quartett, zwei Bläser, drei klassische Sänger, einige mittelalterliche Instrumente und Asis mit Akustikgitarre in so kurzer Zeit in perfekter Harmonie zusammen zu bringen, benötigt es schon ein herausragendes musikalisches Verständnis. Dies bewiesen HAGGARD dann auch während des Konzertes eindrucksvoll. Sehr viel Druck und Spannung in der nicht unbedingt zum Moshen geeigneten Musik brachten das Auditorium allerdings zum lauthalsen Mitsingen, wenn auch nur der Passagen, welche nicht gerade in Sopran komponiert wurden… Fazit: Alles hat gestimmt, die Münchener haben das Partyzelt mit einer bodenständigen Setlist, die keinerlei Fanwünsche vernachlässigte, verwöhnt und Asis Nasseri sollte bekannt werden als Heinz Erhardt der Musik.
(Carsten)

CARACH ANGREN 02:15 – 03:00 Party Stage

Das letzte Konzert des Summerbreeze Donnerstages lockte um viertel nach zwei noch erstaunliche Massen in das Partyzelt. Für die symphonischen Black Metaller natürlich eine willkommene Uhrzeit. Die drei Niederländer traten sehr inszeniert auf und da Black Metal nun mal Krieg ist, durfte auch das Corpsepaint nicht fehlen. Passagenweise erinnert CARACH ANGREN an die großen Vorbilder von DIMMU BORGIR, jedoch mit mehr Blastbeats und weniger finsteren Texten. Erstaunlich gut spielten CA um die zugrunde liegenden Teppiche aus orchestralen Klängen und Keyboard Passagen, die vom Band kamen. Alle die nicht als eingefleischte Fans dort waren, würden die Band wohl als “Symphonic Theatralic Black Metal of Legends” bezeichnen, was auch Großteils der Wahrheit entspräche. Die Texte über Legenden und Helden und die musikalisch perfekte Darbietung lässt hoffen, diese Band öfter in Deutschland zu sehen.
(Carsten)

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger/ Andreas Theisinger

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