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SUNRISE AVENUE – THE PUSHER

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Ort: Dortmund - Westfalenhalle 3A

Datum: 04.11.2011

Konzertstadt Dortmund – An diesem äußerst milden November Abend pilgerten gleich 2 Besucherströme Richtung Westfalenhalle(n). Während eine etwas gesetzere Fraktion dem Tasten-Magier JEAN MICHEL JARRE lauschen wollte, entschieden wir uns für Finnen Power in Form der erfolgreichen SUNRISE AVENUE. Und wir waren nicht allein, die Halle 3a meldete ein „Ausverkauft“, was das im Endeffekt bedeutete, vermag ich mit einem „2000 Zuschauer plus minus x“ zu schätzen. Der weibliche Anteil darunter sehr hoch, aber das war kaum überraschend, teils hatten die Mädels wohl schon länger in der ersten Reihe ausgeharrt, was später zu einigen Rettungseinsätzen der anwesenden Sanitäter führte. Bevor es allerdings so weit war, erwartete die rappelvolle Location noch ein interessanter Opener, der mir bis vor wenigen Tagen noch vollkommen unbekannt war…

Und der hörte auf den Namen THE PUSHER, eine vierköpfige Truppe, die sich vor eben so vielen Jahren in ihrem Heimatland zusammengefunden hat, um gemeinsam zu musizieren. Uns erwartete ein illustres Quartett. Ein ca „12-jähriger“ Drummer (Pontus Karlsson), ein Robert Pattinson-Lookalike am Keyboard rechts (John Hårleman), „Ryan Reynolds“ aka Karl-Ola Solem an der Gitarre sowie der dunkelhäutige Sänger/ Bassist Jakke Erixson, dessen Timbre mehr als einmal an BRYAN ADAMS erinnerte. Die Combo mutete optisch fast ein wenig wie gecastet an, zumindest was das Posieren angeht, macht den Herren keiner mehr was vor. Insbesondere Karl-Ola, dessen Spezialgebiet mit „Girls“ angegeben wird, gab diesbezüglich Gas, als wäre es sein letzter Bühnenauftritt. Etwas over-the-top das Ganze und ehrlich gesagt fast ein wenig unsympathisch. Dabei konnte der zelebrierte Pop Rock mit geschlossenen Augen durchaus gefallen, Stücke wie „Wonderful way to die“ oder die in der Heimat bereits sehr erfolgreiche Single „Blinded by the dark“ hinterließen keinen schlechten Eindruck. Zum Schluss stimmte man ein Loblied auf die deutschen Fans an und der Fronter wickelte sich zudem in eine Germanen-Flagge. Schleim as can be. Dazu wurde uns noch eine gefühlvolle Quasi-Zugabe namens „Pale and naked name“ präsentiert. Bei den Mädels kamen die smarten Schweden bestens an und ich würde mich nicht wundern, wenn man schon bald das Cover der Bravo zieren würde. Kleine Nerd-Info am Rande: Produzent der Combo ist Oscar Holter, ein Teil des beim Terrorverlag sehr beliebten Electro Projekts NECRO FACILITY!

Musikalisch richtig interessant sollte es natürlich erst mit dem Headliner werden, der insbesondere durch die sehr erfolgreiche Auskopplung „Hollywood Hills“ wieder in aller Munde ist. Zudem stand ein besonderer Gig auf dem Programm, da Gitarrist Riku Rajamaa in Dortmund sein Wiegenfest feiern durfte. Anlass für einige Transparente nebst lustiger Hütchen in den ersten Reihen. Mit 3 Alben in der Hinterhand können die Finnen, die wieder ihren Live-Keyboarder Osmo Ikonen an Bord hatten, schon eine sehr ordentliche Setlist zimmern, die zusätzlich immer wieder von spontanen Jams unterbrochen wurde. Dabei kommen die Nordlichter äußerst sympathisch rüber, spielfreudig bis verspielt (bei der Benutzung der eigens aufgebauten Rampe) und vor allem kein bisschen affektiert. Samu Haber punktete mit kleinen Geschichten und „niedlichen“ deutschen Ansagen, während schon angesprochener Riku einige Male beeindruckend solieren durfte. Im Grunde bekam aber jeder Musiker genug Zeit zu glänzen, außer vielleicht Bassist Raul Ruutu, der ein wenig im Hintergrund blieb. Zur Setlist gehörte Bewährtes wie Neues, zu nennen etwa (das programmatische?) „Sex & Cigarettes“, der „Sommer“-Song „Somebody will find you“ oder das ruhig/ akustisch beginnende „Welcome to my life“, das einen nachdenklichen Herrn Haber zu Tage brachte. Dazwischen immer wieder kleine spontane Jams, ein Streifzug durch 50 Jahre Pop-Geschichte. Da wurde der berühmte „Dallas“-Serien Soundtrack genauso verbraten wie „Let it be“, „Personal Jesus“ oder später auch „Rebell Yell“ von BILLY IDOL oder AC/DC. Aber auch vor Dance Tracks oder der deutschen Nationalhymne machte man nicht halt. Den grössten Applaus im Hauptteil ergatterte wenig überraschend der 2te große Hit der „Avenues“ namens „Fairytale gone bad“, mit dem man auch in eine kurze Pause ging.

Doch unter ordentlich Beifall und Gekreische wurden natürlich noch 2 Zugaben präsentiert, das besagte „Hollywood Hills“ ging noch mal heftigst ab und auch der Rocker „Out of tune“ gab ordentlich Gas. Ein Drumsolo und ein allerletztes Stück weiter war dann das sehr unterhaltsame Schauspiel beendet – fast, denn dem Geburtstagskind wurde noch feierlich aus vielen Kehlen ein Happy Birthday-Ständchen verabreicht und zuguterletzt landete auch noch eine Torte in Rajamaas Gesicht, der mittlerweile bereits oben ohne war, was nur wenige Anwesende gestört haben sollte. Alles in allem ein sehr gelungener Auftritt ohne viel Firlefanz, dafür aber mit Herzblut und Verve und laut Band das bisher beste Publikum der Tour. SUNRISE AVENUE sind definitiv noch nicht am Ende des Weges angekommen!

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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