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TESTAMENT – DEW-SCENTED – BLEED FROM WITHIN

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Ort: Köln - Live Music Hall

Datum: 23.03.2013

Eine der wichtigsten Bands der „Bay-Area“-Szene auf Tour und dann noch ein Samstags-Gig in Köln mit vielversprechendem Vorprogramm? Es kündigte sich also Großes für den geneigten Thrash-Metal Anhänger an. Wie so oft bei Samstagskonzerten war auch in der Live Musik Hall in Köln-Ehrenfeld nach dem Konzert noch Musik vom Plattenteller und somit „Zappelbude“ angesagt, so dass dies dazu führte, dass die jungen Schotten von BLEED FROM WITHIN bereits sehr zeitig um 19 Uhr die Bühne betraten, um den Zuschauern zum ersten Mal an diesem Abend die Trommelfelle in Schwingung zu bringen! In Schwingung waren auch die langen Matten der Bass- und Gitarrenfraktion, die feinstes Synchron- und Propellerbanging boten! Auch der Rest der Mannschaft legte sich mächtig ins Zeug, zeigte Bewegungsfreude ohne die nötige Ambition und Versiertheit an den Instrumenten vermissen zu lassen. Sänger Scott Kennedy suchte zwischen den Songs ständig den Kontakt zum Publikum, wo bereits in den ersten Reihen die eine oder andere Faust gen Bühne gereckt wurde. Gerade bei den jüngeren Besuchern schien der dargebotene Metalcore mit Tendenz zum Deathcore gut anzukommen. Nach einer guten halben Stunde war bereits Schluss mit dem kurzweiligen Auftritt, der allerdings auch einige Déjà-vu-Erlebnisse zu verbuchen hatte, denn vieles im Sound der Jungs hat man schon an anderer Stelle gehört.

Ursprünglich sollten SHADOWS FALL mit von der Partie dieser Tour sein. Da diese sich aber anderweitig verpflichtet sahen, kamen die norddeutschen Thrasher von DEW-SCENTED zum wohlverdienten Zuge. Ich war schon ziemlich gierig und gespannt, die Jungs mal wieder live erleben zu dürfen, denn ich war in den 90igern schon mehrmals Zeuge formidabler Konzerte der Formation rund um Bandchef Leif „Leffe“ Jensen, als regelmäßig kleine Clubs und Jugendzentren sachgerecht in Grund und Boden gerockt wurden. Nach einem industrial-lastigen Intro ging es für die runderneuerte Truppe auf die Bühne. Die Halle hatte sich inzwischen schon gut gefüllt und wie die Aufnäher vieler anwesender Kuttenträger vermuten ließen, sollte das von DEW-SCENTED gebotene Programm für sie genau in die richtige Richtung gehen. Die rhetorische Frage des Sängers zwischen zwei Songs, ob am heutigen Abend „Thrasher anwesend seien“, wurde mit lauter Zustimmung und gereckten Fäusten und der obligatorischen „Pommesgabel“ quittiert. Die Combo ballerte eine Thrash-Granate nach der anderen ins Publikum. Oftmals mit flottem Tempo, aber in den richtigen Momenten mit Raum für Zurückhaltung und einem draus entstehenden mörderischen Groove. Kein Wunder, dass „City Of The Dead“ ordentlich abgefeiert wurde. Genauso wie die Songs des „Icarus“-Albums die, um mal eine Referenzband zu nennen, ohne den Vorwurf des Abkupferns zu erheben, ein ordentliches Brett in bester SLAYER-Manier boten. Zugegebenermaßen gehörte Bewegungsfreude nicht zum Hauptaugenmerk des Auftritts, aber ob der gebotenen Qualität des Fünfers war es schon ein bisschen Schade, dass nach gut 45 Minuten mit „Acts Of Rage“ das letzte Lied angekündigt wurde.

So gut aufgewärmt konnte man die Umbaupause gut zum kurzen Verschnaufen nutzen und gespannt den Blick Richtung Bühne richten, auf der nun die Bühnenaufbauten und das Backdrop im Stil der aktuellen „Dark Roots Of Earth“-Scheibe voll zur Geltung kamen. Vor der Bühne war es zu diesem Zeitpunkt aufgrund des regen Zuschaueraufkommens schon recht kuschelig. Um aber zu manifestieren, dass es sich hier immer noch um ein Metal-Event handelte und moshen statt kuscheln auf dem Stundenplan stand, verdunkelte sich das Hallenlicht und ein düsteres Intro ertönte, bevor mit einem lauten Knall der Gig des Headliners begann. Auf einer in rotes Licht getauchten Bühne gaben die Herren aus Oakland „Rise Up“ vom aktuellen Output zum besten. Im Vergleich zu den Anheizern hatten TESTAMENT auf der Lautstärkeskala noch um einige Dezibel zugelegt. Zum Glück war der Sound aber noch transparent genug, so dass es jedem Banger warm ums Fan Herz geworden sein muss, als die Amis an diesem Abend einige Perlen ihrer mittlerweile dreißigjährigen Bandhistorie zum Besten gaben! Hierbei durften natürlich Songs der jüngeren Schaffensperiode wie „Dark Roots Of Earth“ oder „Native Blood“ genauso wenig fehlen wie Klassiker der Marke „Into The Pit“ und „Practise What You Preach“! Über allem thronend saß Schlagzeuglegende Gene Hoglan, der schon bei so einigen Metal-Hochkarätern die Felle verdroschen hat und auch beim Kölner Gig eine Bestleistung ablieferte. Wo wir grad bei Legenden sind: auch Alex Skolnick an der Leadgitarre ist kein unbeschriebenes Blatt und lieferte zusammen mit seinen Kollegen eine absolute Glanzleistung ab und erwies sich neben Bandhäuptling Chuck Billy als agiler Mittelpunkt der Show. Bei den Soli zeigte er sich gut in Form und war des öfteren am Bühnerand kniend und posend zu sehen. Stets mit dem Publikum kokettierend und dabei mit einer total sympathischen Art gesegnet. Sänger Chuck Billy muss aufgrund seiner Hünenhaften Erscheinung auch im hinteren Teil der Halle noch gut zu sehen gewesen sein! Zusammen mit seiner Stimme lieferte er eine Klasse Performance ab! Das Markenzeichen von ihm ist aber sein Mikrofonhalter, der mittlerweile über einen grün beleuchteten Teil verfügt und somit einem Laserschwert nicht unähnlich ist. Während die Gitarristen ihre Soli zockten und Chuck grad keinen Einsatz am Mikro vokaler Natur hatte, wurden die Gitarrenläufe auf seinem Mikroständer von ihm als “Trockenübung” dargeboten! Ziemlich unterhaltsam das ganze! Keine Ahnung wie viele Plektren auf einer TESTAMENT Tour so verbraten werden, aber ein nicht geringer Teil dürfte auf das Konto des Sängers gehen. Dieser ließ es sich nämlich nicht nehmen, unzählige davon seinen Gitarristen zu stibitzen und ins Publikum zu feuern! Nettes Giveaway für die Fans und wenn mal ein Plektrum nicht direkt gefangen wurde, half Chuck mit der “Taschenlampenfunktion” seines Mikroständers nach, leuchtete in den Moshpit und erleichterte somit den Fans das suchen! Hammer!! Trotz des ganzen Schabernacks war aber am gesamten Gig nichts zu mäkeln. Alle Musiker wirkten hochmotiviert und zeigten Bewegungsfreude!
Das Publikum ließ sich in Köln mitreißen und bei der Ankündigung von “Over The Wall” (noch so ein geiler Klassiker und das erste Musikvideo der Band) forderte Chuck das Publikum zu einem Circlepit auf. Die Richtung wurde von ihm mit seinem Mikroständer vorgegeben. Klar dass da noch was gehen musste und so wurden noch fünf weitere Songs dargeboten, bevor die Jungs von TESTAMENT ein sichtlich zufriedenes Publikum nach anderthalb Stunden Spielzeit in die Kölner Nacht entließen.

Setlist TESTAMENT
Rise Up
More Than Meets the Eye
Burnt Offerings
Native Blood
True American Hate
Dark Roots of Earth
Into the Pit
Practice What You Preach
Riding the Snake
Eyes of Wrath
Over the Wall
The Haunting
The New Order
D.N.R. (Do Not Resuscitate)
3 Days in Darkness
The Formation of Damnation

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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