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THE ALPINE – PHONODRIVE – LEO CAN DIVE

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Ort: Bielefeld - Forum

Datum: 17.03.2006

Nachdem wir den Auftritt der dänischen Newcomer THE ALPINE im Januar verpasst hatten, nutzten wir nun unsere zweite Chance im Bielefelder Forum. Um bei gleich drei Bands nicht schlapp zu machen, wurde vorher noch ein hochgelobter Döner-Laden am Hauptbahnhof angefahren. Der Döner war auch tatsächlich sehr lecker, entpuppte sich im nachhinein allerdings als das teuerste Exemplar seiner Art, das ich jemals gegessen habe, da die Bielefelder Politessen ihren Job auch Freitag abends um 20.30 Uhr sehr ernst nehmen und Parkverstöße rigoros ahnden. Pünktlich um 21.00 Uhr fanden wir uns gemeinsam mit knapp 100 überwiegend jung-alternativen Musikbegeisterten im Forum ein und waren erst mal überrascht, dass überhaupt keine Musik lief. Wirkte ein bisschen, als sei man viel zu früh auf einer Party erschienen, bei welcher der Gastgeber noch mitten in den Vorbereitungen steckte. 15 Minuten später gab’s die erste Musik aus der Konserve, und nach einer weiteren Viertelstunde begannen die Duisburger LEO CAN DIVE zu spielen. Der Sänger entschuldigte sich dann auch für die staubedingte Verzögerung, und die Indie-Rocker entschädigten mit 30 Minuten krachenden Gitarren. Das Ganze hörte sich leider ein bisschen nach Übungsraum an, da der Sound nur mäßig abgemischt war. Ansonsten eine solide Darbietung der vier Jungs aus dem Pott, die seit zwei Jahren in der klassischen Zusammensetzung Gitarren, Bass und Schlagzeug gemeinsam Musik machen und im vergangenen Jahr bei MTV London in die Top 10 der Newcomer-Bands gewählt wurden.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es mit einer weiteren deutschen Combo weiter. PHONODRIVE verfügen bereits über einige Live-Erfahrung, das merkt man der Band um Sängerin Corinna auch an. Routiniert spielten die Fünf ihren Indie-Pop-Rock, der beim Bielefelder Publikum durchaus ankam, nur mit dem Tanzen tat man sich noch schwer. Die Hessen haben sich bereits Ende 1998 zusammengetan und waren zuletzt in Skandinavien und Australien auf Tour. Leider kam Corinnas Stimme im Forum nicht wirklich zur Geltung, da der Mann am Mischpult wohl taub war und die Saiteninstrumente gnadenlos den Gesang übertönten. Davon abgesehen überzeugten PHONODRIVE mit 45 Minuten Spielfreunde und eingängigen Melodien.

Nun wurde es aber wirklich Zeit für den Headliner des Abends. THE ALPINE werden in ihrer nordischen Heimat als skandinavische Antwort auf FRANZ FERDINAND gehandelt und gehören zu den Bands, die bereits seit Schulzeiten zusammen ihr Glück versuchen. Seit 2002 geschieht dies wohl immer erfolgreicher. Besonders seitdem das Quintett aus Aalborg im Herbst letzten Jahres bei MTV „A Cut“ als zweitbeste Newcomer rauf und runter gespielt wurden. Uns erwarteten nach einem James-Bond-Intro neben den vertrauten Instrumenten ein massiver Orgel- und Keyborad-Einsatz und ein Sänger, der ganz offensichtlich Hummeln im Hintern hatte. Das kleine Kerlchen sprang vom ersten Moment an wie ein Derwisch auf der Bühne herum und präsentierte einen ganz und gar nicht nordisch-unterkühlten Sound. Stattdessen wurde echte Gute-Laune-Musik geboten. Eine wilde Mischung aus Sechziger-Soul, Siebziger-Rock-Musical und Achziger-New-Wave-Pop. Perfekt dazu die Vocals der Keyboarderin, die stimmlich ein wenig an Kate Pierson von den B52’s erinnerte. Leider, leider ist ihr Potenzial auch ein wenig dem Mischer zum Opfer gefallen. Aus dem gleichen Grund waren auch die englischen Texte nur schwer zu verstehen. Schade, gern hätte ich mehr über die Angst des Drummers vor dem Friseur erfahren. Selbige wird in einem Song wohl ausführlich thematisiert. Nach wenigen Stücken war das Publikum dann auch bereit mitzuklatschen, und die weibliche Hälfte wagte ein erstes Tänzchen. Überwiegend spielten die Dänen auch extrem tanzbare Musik, hier liegt ganz eindeutig die Stärke von THE ALPINE. Die wenigen ruhigeren Tracks waren beileibe nicht schlecht, aber gerade live überzeugten die schnellen Sachen mehr. Nach 70 Minuten beendete man den „offiziellen“ Teil mit der Single „Mondays Looks The Same“, wurde aber zu Recht noch einmal auf die Bühne zurückgerufen und verabschiedete sich nach zwei weiteren Stücken dann endgültig. Den Vergleich mit FRANZ FERDINAND kann ich nicht ganz teilen, dazu vermischen sich bei THE ALPINE zu viele verschiedene Einflüsse. Auf jeden Fall bieten sie gute Unterhaltung und perfekte Party-Musik. Entsprechend zufrieden, aber auch müde, die Uhrzeiger waren mittlerweile fast auf die Eins vorgerückt, traten wir den Heimweg an.

Setlist THE ALPINE
High Underground
Box Office Band
No I In Team
Trigger
Two Steps
Winnebago
Hands Off
Iceland
Sham On
Don’t Touch The China
Fear
Adrian
Mondays Look The Same
She’s Got
Bitch All Night

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