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THE CHRISTMAS BALL 2012

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Ort: Hannover - Capitol

Datum: 26.12.2012

Weihnachtszeit – Christmas Ball Zeit. Diese Tradition besteht bei mir nun schon seit einigen Jahren und wird es hoffentlich auch noch ein paar weitere tun. Es ist doch immer wieder was feines, dem ganzen Weihnachtswahnsinn ein paar Tage eher zu entfliehen und stattdessen ordentlich zu feiern. Dieses Jahr gab’s für mich auch den Heimvorteil – nur ca. 10 Minuten vom Ort des Geschehens entfernt zu wohnen, hat doch mal was. Auch die Bands versprachen dieses Jahr eine gute Party abzugeben, so dass man darauf achtete, sich eine viertel Stunde vor Beginn in die Bahn zu schwingen um pünktlich ein paar Minuten vor Beginn vor der Tür zu stehen. Schon als wir das Capitol betraten, kam mir irgendwas seltsam vor. Ich wusste nicht genau, was es war, aber irgendwas stimmte nicht. Es war nicht so voll wie sonst, außerdem herrschte irgendwie eine komische Stimmung. Da sich keine Erklärung für die merkwürdige Stimmung fand, entschlossen wir uns, das Ganze einfach nicht weiter zu beachten und warteten darauf, dass es losgehen sollte. Doch zum geplanten Beginn um 19 Uhr rannten immer noch Techniker auf der Bühne rum und irgendwie wies nichts darauf hin, dass es hier bald losgehen würde. Auch die Bar, an der wir uns die Wartezeit mit einem Kaltgetränk versüßen wollten, hatte noch geschlossen.

Gegen 19:45 Uhr ging dann endlich das Licht aus und THE WARS betraten die Bühne. Musikalisch klangen die Jungs für mich ein bisschen nach DEPECHE MODE mit Einflüssen von PORCUPINE TREE – durchaus interessant, aber leider ein wenig einschläfernd. Der Meinung schien auch der Rest des Publikums zu sein, die meisten Anwesenden blieben in Bierstandnähe stehen und auch vor der Bühne war noch viel Platz und wenig Bewegung zu verzeichnen. Als “Einheizer” konnte man die Jungs nun wirklich nicht bezeichnen, dennoch musikalisch durchaus interessant für mich. Ich werd mir zumindest die Musik mal zu Hause zu Gemüte führen, die Mischung hatte durchaus etwas. Eine glatte 6 gab es leider für Publikumsinteraktionen und Bewegung auf der Bühne – die komplette Show über standen die Musiker wie angenagelt auf ihren Plätzen und rissen ohne Ansagen und Co. ihr Programm runter – kein Wort zur Verspätung und dazu, dass eine Band heute noch ausfallen sollte. So was wirkt in meinen Augen sehr unsympathisch, was leider zusätzlich noch davon unterstrichen wurde, dass der Sänger / Gitarrist / Tastenmann im Udo-Lindenberg Outfit, also mit Sonnenbrille und tief ins Gesicht gezogenem Hut die Bühne betrat und auch wieder verließ – keine Chance, auch nur eine Emotion zu sehen… ich weiß ja nicht ob das zum Image gehört, meins ist es jedenfalls nicht. Wissend dass es heute noch Publikumsnähere Bands und tanzbarere Musik auf die Ohren geben würde, genoss ich die Ruhe vor dem Sturm mit einem leckeren Bierchen zu durchaus annehmbaren Preisen von der Bar aus.

Setlist THE WARS
Transit
Succubus
Enklave
Nature
Whiteout
Coast
Sequence
Stairway
Heisenberg

Spätestens als THE WARS irgendwie doch ganz schon lange spielten und dann auch noch der Umbau zu den folgenden THE CRÜXSHADOWS auch relativ lange dauerte, war mir klar dass es für noch 3 weitere Bands an diesem Abend ziemlich eng werden würde. Da schien also irgendwie der Hase im Pfeffer zu liegen. Nachdem wir nun ja im Smartphone-Zeitalter angekommen sind, war es ein leichtes, mal auf der Facebook Seite nachzuschauen, was denn hier los war. Der Grund dafür war schnell gefunden: EISBRECHER Drummer Achim musste sich einer Not-OP unterziehen und daher sollten EISBRECHER heute nicht auftreten. Alles klar, das war also der Grund der komischen Stimmung – und bei genauerem Hinsehen auch der Grund für einen fehlenden Merchandise Stand sowie deutlich weniger Leuten als erwartet. Man konnte sich ohne große Mühen quer durch den Saal bewegen – das war die Jahre zuvor immer schwer bis gar nicht möglich gewesen. Sichtlich negativ stieß mir auf, dass zwar wie ich nachher erfuhr vor dem Konzert zum Teil Zettel verteilt worden waren, auf denen die Meldung stand, aber es nicht mal eine Ansage gab – von keiner der drei verbleibenden Bands oder vom Veranstalter. Wenn wir das Internet nicht bemüht hätten, so hätten wir erst zum Ende des Abends bemerkt, dass der Headliner fehlt. Sowas ist wirklich ein Unding! Wenn eine Formation ausfällt, dann sollte man als Veranstalter wenigstens zum geplanten oder spätestens zum eigentlichen Beginn einmal kurz eine Ansage machen, was denn Sache ist. Totschweigetaktik ist da eher konterproduktiv, was man an einigen enttäuschten Gesichtern an diesem Abend deutlich sehen konnte. Immerhin bekamen alle Bands eine längere Spielzeit, dennoch bin ich mir sicher, dass dies einige EISBRECHER Fans wenig tröstete.

Doch was nützt es? Nun hatte der Abend – zwar etwas holprig aber dennoch gut – begonnen und mit THE CRÜXSHADOWS stand nun eine richtige Größe auf der Bühne und sollte von Anfang an damit überzeugen, was ihren Vorgängern fehlte: tanzbaren Beats, Interaktion mit dem Publikum und eine Show, die doch einiges fürs Auge bot. Wie immer betrat Sänger und Bandkopf Rogue die Bühne nicht aus dem Backstage sondern bahnte sich seinen Weg zu den Tönen von “And I Belive” durch die Menge – zu erkennen wie immer an der obligatorischen Frisur und den LED Lampen an den Händen. Während der kompletten Show ging Rogue immer wieder auf Tuchfühlung mit den Fans und kletterte von der Bühne in den Graben, während zwei neue, leichtbekleidete Tänzerinnen auf der Bühne vor allem die männlichen Zuschauer ins Schwitzen brachten. Bereits beim zweiten Song, “Valkyrie” waren dann alle aufgetaut und es gab deutlich mehr Bewegung. Ebenfalls obligatorisch war die Vorstellung der Musiker durch ihren Mastermind – und zwar auf Deutsch. Allgemein machte sich Rogue seinen Deutschlandaufenthalt und seine damit verbundenen Sprachkenntnisse zu Nutze, um immer die Menge immer wieder in Landessprache anzusprechen. Für mache mag das abgedroschen wirken, für mich macht’s die Band nur sympathischer. Die Setlist war gut darauf ausgelegt, die Stimmung hoch und das Publikum aktiv zu halten, so gab es fast eine Stunde besten, tanzbaren CRÜXSHADOWS Sound um die Ohren und spätestens bei der Zugabe ” Marilyn My Bitterness” konnten die Jungs und Mädels von Übersee sich sicher sein, hier alles richtig gemacht zu haben. Direkt nach der Show bewiesen auch die anderen Bandmitglieder, dass sie keinen falls publikumsscheu sind und gaben am Merchandise Stand Autogramme, ließen sich fotografieren und waren für das ein oder andere Gespräch zu haben.

Setlist THE CRÜXSHADOWS
And I Believe
Valkyrie
Halo
Quicksilver
Indivisible
Immortal
Sophia
Angelus Everlasting
Burning
Sleepless
Winterborn
Birthday

Marilyn My Bitterness

Nach einer letzten Umbaupause hieß es dann für die letzte Band des Abends “Bühne frei” – PROJECT PITCHFORK waren in den vergangenen Jahren schon mal zu Gast auf dem Christmas Ball und mir von da noch gut in Erinnerung geblieben. Auch heute machten die Jungs ihren Job fantastisch – und die doch deutlich angewachsene Meute vor der Bühne fraß ihnen von ersten bis zum letzten Ton völlig aus der Hand. Auf einmal schien es egal zu sein, dass der eigentliche Headliner heute nicht mehr auftreten sollte – vor der Stage stand eine begeisterte, tanzende Menge, die eine rundum gelungene Bühnenshow genoss. Spätestes als Sänger Peter Spilles verkündete “So, jetzt spiel’n wa Timekiller” gab es kein Halten mehr. Vielmehr lässt sich zu den Jungs eigentlich gar nicht so wirklich sagen – ich für meinen Teil stand nach dem Fotos machen tanzend in der Menge und es gab für mich keinen Grund, irgendwas an der Show zu meckern… das hatte ich dann erst zu Hause als ich feststellen musste, dass wund getanzte Füße und der 5. Stock keine ganz so geniale Kombination sind, aber das ist eine andere Geschichte…

Setlist PROJECT PITCHFORK
Continuum
Conjure
Beholder
Knka
Run for Cover
The Queen of time and Space
Timekiller
Revolution now
Endless infinity
Carnival
Dividing line
Steelrose
Souls
Lament
Freeze in Silence
En grade
Existence
Fire & ice
Rescue

Fazit: Ja, das Weihnachtsessen wäre nun dank THE CRÜXSHADOWS und PROJECT PITCHFORK definitiv wieder abtrainiert. Der Ausfall von EISBRECHER hätte deutlicher mitgeteilt werden müssen, auch waren die angeboten Alternativen sicher nicht die Besten (Ticketpreis Reduzierung um 5,- oder Tickettausch) – niemand kann etwas für so einen Ausfall, es hätte aber besser kommuniziert werden müssen. THE WARS waren in meinen Augen mehr eine Band fürs heimische Wohnzimmer, dennoch ganz nett zu hören. Insgesamt aber eine runde Sache, wie immer halt. Am Sound, Licht und was sonst noch dazugehört gab’s wie immer nichts auszusetzen, die Getränkepreise waren fair und ich muss ehrlich sagen das es im Capitol mit ein paar weniger Menschen als die letzten Jahre doch angenehmer war. Ich bin jetzt schon auf die Bandauswahl für 2013 gespannt.

Addendum/ Statement des Veranstalters bzgl. des EISBRECHER Ausfalls:
“Den Zahlenden Besuchern wurde jeweils vor betreten der Halle ein Zettel an die Hand gegeben, mit dem Sie über die Situation informiert wurde. Jeder Besucher mit Ticket im VVK. musste anschließend an einem Posten vorbei wo wahlweise 5 Euro Ermäßigung übergeben wurden oder aber die Option angeboten wurde das nicht entwertete Ticket für Berlin/München nutzen zu können. Somit war eine Ansage auf der Bühne nicht erforderlich, da jeder zahlende Besucher die Info bereits hatte.”

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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