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THE HUMAN LEAGUE – GOLDKINT

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Ort: Herford - X

Datum: 17.11.2012

Manchmal dauert es eine Ewigkeit, bis sich die Gelegenheit ergibt, eine Band live zu sehen, deren Songs man eigentlich in den 80ern nur aus dem Radio oder TV kannte. Und jetzt spielten sie quasi bei mir um die Ecke, also nix wie hin zu HUMAN LEAGUE, den Synthi-Pionieren aus Sheffield.

Als Support fungierten die Hannoveraner GOLDKINT, die sich auf ihrer Website zwar als Elektropop-Duo bezeichnen, aber auf der Bühne eine Gitarre drapiert hatten. Lübke, der männliche Part des Duos, verantwortlich für die Electronic, drehte hinter seinem Pult an den Reglern, während Jana einige Songs mit der bereits erwähnten Gitarre performte. Das Publikum ließ sich von den deutschsprachigen Songs wie “Paris” oder “Piraten Der Liebe” aus ihrem ersten und bis dato einzigem Album “Kopfkino” sehr gut unterhalten. Mit ihrem halbstündigen Kurzprogramm kamen die beiden Niedersachsen beim Herforder Publikum erstaunlich gut an, es gab mehr als nur den Anstandsapplaus. Erfreut über die Resonanz des Publikums verkündete Jana, dass GOLDKINT in einem Monat im benachbarten Bielefeld für HEAVEN 17 das Vorprogramm bestreiten werden. Ich schätze mal, dass mehr als die Hälfte der Gäste dieses Abends auch den Weg ins Bielefelder Forum auf sich nehmen werden – nicht nur, um noch einmal das Duo aus Niedersachsen zu bewundern, sondern natürlich auch der nächsten 80er Legende zu huldigen.

Und nun schließt sich der Kreis, denn Martyn Ware und Ian Craig Marsh von HEAVEN 17 waren Gründungsmitglieder von THE HUMAN LEAGUE. Die Band zerbrach im Streit und Ware und Marsh riefen HEAVEN 17 ins Leben. Was aus dieser Zeit blieb, waren der Überhit “Being Boiled” und der Name THE HUMAN LEAGUE, den dann Philip Oakey weiterführte. In einer Sheffielder Disco entdeckte er zusammen mit Adrian Wright die beiden Mädels Susan Ann Sulley und Joanne Catherall, die zuerst als Backgroundsängerinnen für eine Tournee verpflichtet wurden. Später integrierte man sie schließlich fest in die Gruppe und so bildete sich die bis heute bestehende Formation THE HUMAN LEAGUE. Wir schreiben das Jahr 2012 und nach dem Comeback mit dem Album “Credo” vor einem Jahr ist man nun auf Europatour. Na gut, die Tour ist eher ein Haufen Konzerte in England und eine Handvoll auf dem Festland, davon nur 2 in Deutschland und das in tiefster Provinz. Philip Oakey enterte zu den Klängen von “Seconds” die komplett in Rot getauchte Stage, um mit Sonnenbrille und bis tief ins Gesicht gezogene Kapuze hinter seinen drei Musikern das erste Lied zu performen. Zwei Keyboarder – wobei einer von ihnen auch schon mal zur Gitarre griff – und der Schlagzeuger waren eine Etage höher auf einer Art zweiten Ebene platziert, um Herrn Oakey und den beiden Damen für “The Lebanon” den Rest der Stage zu überlassen. Im Laufe des Konzertes trennte man sich allerdings von den starren Keys, schnallte sich kurzerhand Roland Keyboards um und kam damit dem Publikum ein ganzes Stück näher. “Being Boiled” fand dann hauptsächlich wieder im oberen Bereich statt und die untere Bühne blieb verwaist, denn Joanne und Susan Ann verschwanden neben die Stage, um ihre Kleidung zu wechseln und kurz mal eine Zigarette zu rauchen. Das konnte man von der Seite aus gut beobachten. Die langen Kleider waren jetzt kurzen Röcken gewichen und auch dem Mastermind selbst schien es warm geworden zu sein, denn er hatte sich mittlerweile auch von seinem Ledermantel getrennt. Auf die Setlist schafften es auch “Night People” und “Electric Shock” vom aktuellen Werk “Credo”, bevor die Party mit “Heart Like A Wheel”, “Tell Me When”, “Love Action” und “(Keep Feeling) Fascination” weiterging. Dabei musste man den Fans eine sehr gute Textsicherheit zugestehen. Das war aber auch insofern kein Wunder, da man ja mit den Stücken schließlich aufgewachsen ist. Mit “Don`t You Want Me” ging auch schon der reguläre Teil der Show zu Ende, aber Mr. Oakey kam nach einigen Minuten zurück, um mit den anderen Jungs “Goodbye Bad Times” zu performen, wobei auch er sich dabei ein Keyboard umschnallte. Die beiden Damen kehrten dann pünktlich zum finalen Song “Together In Electric Dreams” – natürlich wieder in anderen Klamotten – auf die Bühne zurück. Mit ihrem weißen Flokati-Oberteil, das stark an gleichnamigen Teppich aus den 70ern erinnerte, bildete Susan Ann genau den Gegenpart zum Gitarristen bzw. Keyboarder, der schon die ganze Show über mit seinem schwarzen Flokati-Jäckchen über die Stage fegte.

Nach nur 85 Minuten ging eine musikalische Reise in die guten 80er viel zu früh zu Ende. Alle Anwesenden hätten ganz offensichtlich noch Lust auf mehr gehabt, aber eine weitere Zugabe blieb verwehrt. Ich hätte gerne noch “Human” gehört, aber die Setlist beinhaltete schon die ganzen Hits der Engländer. Zur Erinnerung: ULTRAVOX spielten eine Woche vorher in Bielefeld gut zwei Stunden! Im Dezember erwartet mich ja noch HEAVEN 17 und wenn ich dann noch NO MORE demnächst in Paderborn und den DURAN DURAN-Gig aus dem Januar 2012 dazu zähle, war dieses Jahr für mich eine reine 80er Party…

Setlist THE HUMAN LEAGUE (ohne Gewähr)

Seconds
The Lebanon
Sound Of The Crowd
Open Your Heart
All I Ever Wanted
Louise
Being Boiled
One Man In My Heart
Night People
Electric Shock
The Things That Dreams Are Made Of
Heart Like A Wheel
Tell Me When
Love Action
Mirror Men
(Keep Feeling) Fascination
Don`t You Want Me

Goodbye Bad Times
Together In Electric Dreams

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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