Terrorverlag > Blog > TORPUS & THE ART DIRECTORS > TORPUS & THE ART DIRECTORS

Konzert Filter

TORPUS & THE ART DIRECTORS

170218-Torpus-The-Art-DirectorsTorpus-0

Ort: Bielefeld - Falkendom

Datum: 18.02.2017

Im Rahmen der „Bielefelder Songnächte“ präsentierte das Kulturamt in Zusammenarbeit mit der Agentur Newtone diesen schönen Konzertabend im alt-ehrwürdigen Falkendom. Ohne Vorband ging es bereits pünktlich um 20 Uhr los. Zumindest fast pünktlich. Denn bevor die 5 Bandmitglieder von TORPUS & THE ART DIRECTORS die Bühne enterten, erfolgte eine gleichermaßen lustige wie auch traurige Ansage: Alle Besucher wurden dringend gebeten, das Gelände bis viertel vor 10 zu verlassen, da der Streit mit den Anwohnern derzeit wohl kurz vor der Eskalation steht. Die ganze Thematik ruft bei mir ein trauriges Déjà-vu hervor, denn genauso erging es dem Bielefelder Jugendzentrum Kamp vor einigen Jahren. Erst wurde der Anwohnerstreit scheinbar beigelegt, dann umfassend renoviert und nur wenig später folgte doch das Aus, weil Lärmschutz und Anwohner siegten. Eine annähernd identische Chronologie ist nun auch beim Falkendom zu verfolgen. Es bleibt aber noch die Hoffnung, dass dieses am Ende gut ausgeht, wenngleich es wohl schwierig werden dürfte, mit solch „faulen Kompromissen“ auf Dauer überlebensfähig zu bleiben, wenn die Türen am Wochenende schon um 22 Uhr schließen müssen. In mir regt sich bei solchen Debatten immer ein großes Unverständnis, denn diese Locations gibt es ja nicht erst seit gestern und jeder Anwohner, der da wohnt oder hinzieht, sollte sich eigentlich der Tatsache bewusst sein, dass es dann da auch mal (!) etwas lauter sein kann. Aber eine vergleichbare Thematik gibt es ja in annähernd jeder Innenstadt, in der Stadtfeste abgesagt oder eingeschränkt werden, weil es nicht zumutbar scheint, wenn es dort mal etwas länger laut ist. So etwas löst in mir nichts Anderes aus als heftiges Kopfschütteln!

Nichtsdestotrotz war der Falkendom an diesem Freitag sehr gut gefüllt und die Hamburger betraten motiviert und ebenfalls etwas kritisch belustigt die Bühne. Die darauffolgenden eineinhalb Stunden wurden zu einer musikalisch-melancholischen Reise in eine andere Welt. TORPUS & THE ART DIRECTORS verstehen es, ihre musikalische Qualität auf den Punkt genauso auf die Bühne zu bringen, wie auf ihren gepressten Werken. Dass die Stimme von Sänger und Songschreiber Sönke Torpus dabei genauso klang wie auf der heimischen Hifi-Anlage und sich die Bandkollegen praktisch keine Fehler in ihrer Performance leisteten, unterstreicht die hohe Qualität und die Leidenschaft, mit der sie ihre Musik dem Publikum präsentieren. Und das trotz mehrfach erwähnter Einnahme von Grippe-Medikamenten. Dass man als Fotograf keinerlei Einschränkungen hatte, machte den Abend dann rund. Nach 15 Songs, deren Zusammenstellung größtenteils aus bekannten Stücken der Alben „The Dawn Chorus“ und „From Lost Home To Hope“ sowie einigen unveröffentlichten neuen Werken bestand, verabschiedeten sich TORPUS & THE ART DIRECTORS von ihrem Publikum. Die obligatorische Zugabe bestand aus „In Hushed Tones“ und „Love it as it comes“. Wobei Letzteres zu DEM Highlight des Abends werden solle. Da die Band vor ihrem Auftritt eine tolle Akustik im Falkendom ausgemacht haben wollte, stellte sie sich einfach in die Mitte des Raumes und wurde vom Publikum eingerahmt. Ganz ohne elektronische Unterstützung wurde der Song lauthals gesungen und akustisch begleitet. Ein wahrhaft toller Ausklang dieses rundum gelungenen Abends, der einerseits viel zu früh endete und andererseits dafür sorgte, dass man (als nicht mehr ganz so junger Hüpfer) sehr zeitig im Bett war. Hoffen wir auf weitere Konzerte und tolle Abende in dieser wunderbaren Location!

Copyright Fotos: Sascha Uding

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu TORPUS & THE ART DIRECTORS auf terrorverlag.com