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TORSTEN STRÄTER

170119-Torsten-Straeter

Ort: Melle – Städtischer Festsaal

Datum: 19.01.2017

Meine erste terrorverlagrelevante Veranstaltung des Jahres sollte mich einmal mehr nach Melle in den städtischen Festsaal führen, wo TORSTEN STRÄTER – mit zwei Grippostad gedopter Held des Abends – seine Fans bereits rauchend am Eingang erwartete, ehe er sich pünktlich um 20.00 Uhr ins Rampenlicht der mit rund 500 Plätzen ausverkauften Veranstaltungsstätte begab. Nun war der gelernte Herrenschneider nicht nur bereits zum wiederholten Male in dem beschaulichen Städtchen am Wiehengebirge zu Gast, auch die Medienpräsenz des Mützenträgers ist inzwischen enorm. Nach regelmäßigen Auftritten bei „Nuhr im Ersten“ und „extra 3“ hat der Mann mit der sonoren Stimme jetzt im WDR auch eine eigene Sendung namens „Sträters Männerhaushalt“, in die er bereits INA MÜLLER eingeladen hatte, bei der er natürlich ebenfalls schon im Schellfischposten zu Gast war. Um es kurz zu machen: TORSTEN STRÄTER ist schon lange kein unbekannter Autor und Poetry Slammer mehr und die Zeiten, in denen er tatsächlich überwiegend seine Texte vorgelesen hat, sind auch lange vorbei.

Stattdessen schwandroniert der Typ, der am Rande des Ruhrgebiets in Waltrop (das laut eigenem Bekunden bei Google Maps im Maßstab 1:1 dargestellt wird) zuhause ist, über das Leben im Allgemeinen und Speziellen. Dabei hat sein Diättagebuch ausgedient, denn Herr Sträter war in einer teuren Klinik und hat sich mal digital so richtig durchchecken lassen. Ergebnis: Schilddrüsenunterfunktion und Prostata-Untersuchungen werden immer noch sehr analog und von Hand durchgeführt. Nach 15 Minuten und einem kleinen Diskurs in Richtung politisches Kabarett stand dann der erste gelesene Text auf dem Programm, bei dem Torstens verstorbene Mutter, die Hotten Totten, Matthias Kubiak und ein Flummy tragende Rollen spielten. Nachdem man auf diese Weise in die Strätersche Familienchronik eingetaucht war, durfte man sogleich auch von Torstens erstem Fernsehauftritt erfahren, der ca. 1992 beim „Familienduell“ seinen unheilvollen Verlauf nahm, was man wohl auch von jenem Baggerloch-Besuch behaupten darf, der mit viel Nivea und der Polizei endete. Zudem kann wohl niemand so witzig über unangenehme und nicht enden wollende Flatulenzen während eines 12-Stunden-Fluges berichten wie TORSTEN STRÄTER. Das Auditorium kam auf jeden Fall kaum aus dem Lachen heraus und wurde mit der Aussicht auf nähere Ausführungen zum letztjährigen Afrika-Urlaub nach einer Stunde in die Pause geschickt.

Was sich auf dem schwarzen Kontinent ereignete, ließ uns der Schreiber wenig später in Textform wissen und wie hätte es anders sein können? Natürlich war Sträters Koffer nicht mit nach Namibia gereist, weshalb sich Torsten genötigt sah, sein Hemd nach einiger Zeit des Tragens einer Handwäsche zu unterziehen. Dass dies ausgerechnet unter Zuhilfenahme von Fugensilikon geschah, machte die Angelegenheit selbstredend nicht einfacher… Ein weiterer Trip führte den redegewandten Fünziger mitsamt Sohnemann und seinen Kino-Postcast-Kollegen Hennes Bender und Gerry Streberg zu einer Filmpremiere nach London. Wir merken uns: Die brititsche Hauptstadt ist ein unfassbar teures Pflaster, im Angesichte eines leibhaftigen Hollywood-Stars verschlägt es TORSTEN STRÄTER die Sprache und er nennt ein Tattoo sein eigen, das im Schambereich platziert die Worte „Achtung kein Trinkwasser“ offeriert. Möglicherweise sollten Mietwagen-Verleiher auch überlegen, ob es wirklich eine gute Idee ist, Herrn Sträter von einem Skoda Octavia auf einen Audi A8 upzugraden. Das grandiose Finale bescherte dann jedoch die abstruse Geschichte von Torstens Einschulung. Wobei man hierzu wissen sollte, dass wir nicht von der sprechen, die irgendwann Anfang der Siebziger stattgefunden hat, sondern von der Wiederholung im letzten Jahr, als Torsten entschieden hatte, die Worte seiner Mutti zu beherzigen und endlich mal was zu ende zu bringen. Konkret: Seine Einschulung, bei der er als kleiner Steppke krankheitsbedingt nicht dabei war. Ohne Zwischenfälle konnte diese Unternehmung natürlich nicht durchgezogen werden, umso erheiternder war sie aber für die Zuhörer!

Inzwischen zeigte die Uhr 22.45 Uhr und der Künstler verabschiedete sich kurz ins Off, um dann noch einmal kurz mit existenziellen Fragen zur Gebührenstaffelung im Dienstleistungsgewerbe zurückzukommen. Wie sagte TORSTEN STRÄTER im Laufe seines Programms so schön? „Ich kann nur Denkanstöße geben!“. Dies geschah einmal mehr auf eine derart unterhaltsame Art, dass auch die ernstesten Themen eine humorige Seite bekamen und zugleich fragte man sich, was in diesem sympathischen Kopf wohl passiertl vor geht, um auf so einen herrlichen Unsinn zu kommen, der auf umwerfend trockene Weise ungemein pointiert vorgetragen wurde.

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