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UNEARTH – JOB FOR A COWBOY – DESPISED ICON – DAATH

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Ort: KÖLN - UNDERGROUND

Datum: 03.04.2007

„Der Parkplatz wird 10 Minuten nach Ladenschluss geschlossen und widerrechtlich parkende Fahrzeuge werden abgeschleppt!“ Dieses Schild hängt ca. 5 mal groß auf dem Plus Parkplatz. Was ja nicht heißt, dass man doch nicht drauf parkt und dann den Wagen nach dem Konzert nicht mehr benutzen kann. Egal vergessen wir diese „Hey Man wo ist mein Auto“ – Situation.
Schon im Gespräch mit UNEARTH Sänger Trevor vor einem Jahr auf der „Sounds of the Underground“ Tour merkte man, dass er die Nase voll von Emo und Standard Metalcore hatte. Passend zum neuen Oldschool Metal Album tourte man jetzt also nicht mit leichter Kommerz-Kost durchs Land, sondern hatte einen Death Metal Knüppel härter als den anderen im Osterhasenrucksack. DAATH, DESPISED ICON und die mighty mighty von allen sehr geschätzten JOB FOR A COWBOY.

Das Paket versprach ein brechend volles Underground und so verließ ich mich beim Opener DAATH eher auf meine Ohren, denn die Augen konnten nur ein Paar fliegende Haare sehen, da die Bühne nicht wirklich weiter oben als der Fußboden war. Die Roadrunner Band aus Atlanta mischte ein Gebräu aus Thrash-Death und Black Metal mit obskurem Groove auf der Bühne. Passend dazu das Bild vom keifenden mit Haaren zugewucherten, an einen bösen Zauberer erinnernden Shouter Sean Farber. Teilweise klang das Ganze nach einem DIMMU BORGIR/ DEVIL DRIVER/ CARCASS Mix mit dem Drumming eines polnischen Heutanzes darunter. Das klingt komisch, ist aber so… Auch das Publikum war etwas verwirrt, was es mit der Band anfangen sollte und so wurde die Aufforderung zum Circle-Pit ignoriert und bis auf ein paar Headbanger wirkte es doch sehr verhalten.

Das änderte sich bei DESPISED ICON. Die Jungs sind kein No Name in der Deathcore Scene. Und sie sind einfach nur ein Schlag in die Fresse. Shouter Duo Alex Erian und Steve Marois brachten erstmal ein Stück Hölle auf die Bühne. Da wurde die gesamte Shoutsparte abgegrast. Hoch, Tief und HC-alike die Achterbahnfahrt neben dem Teufel nahm ihren Lauf. Musikalisch rutschte das Set häufig in den Grind ab und obwohl das Publikum eher nach Standard Emo-Metalcore Besuchern aussah, herrschte gute Stimmung: Es wurde gemosht und gebangt. Und zu Songs wie „The Sunset will never charm us“ und „In the Arms of Perdition” kann man sich ja auch nur den Kopf blutig hauen. Leider wurde mir bei der 2ten Hälfte des eh kurzen Sets der Sauerstoffgehalt zu wenig und der Grasgeruch in der Luft etwas zuviel und ich wartete draußen auf den Beginn von JOB FOR A COWBOY.

Die legten auch gleich einen furiosen Start hin und ballerten erstmal einen neuen Song nach dem anderen von der Bühne. Was das das Publikum staunen lies, denn das Album „Genesis“ ist ja noch gar nicht auf dem Markt. Wenigstens zum schon veröffentlichten neuen Song „Embedded“ wusste man, wie man seinen Kopf bewegen musste. Total egal; JOB FOR A COWBOY wurden auch so abgefeiert und brachten die Härte ihrer Platten live noch fetter rüber. Da saß jeder Ton und jeder Beat. Shouter Jonny Davy herrschte von der Bühne und schickte seine Saitenfront, allesamt kurz geschoren, immer wieder bis tief in die Crowd, so dass die Gitarrenhälse mehr als einmal direkt zwischen den ersten beiden Reihen hingen. Dass die Crowd ihre Hausaufgaben gemacht hatte, merkte man, als „gnädigerweise“ doch noch alte Songs wie „Knee Deep“ und „Entombment Of A Machine“ gespielt wurden. Beim Letzteren explodierte die Halle sprichwörtlich und der hohe Break-Schrei am Anfang des Songs kam aus absolut jeder Kehle im Underground. Da bekommt man gerade wieder Gänsehaut, wenn man daran denkt. Was ein fetter Moment… doch auch hier ging das Set wie bei den anderen Bands nicht über 30 Minuten.

Headliner UNEARTH: Ich war gespannt, ob diese, auch von der Show lebenden, Band den Test einer Minimalbühne bestehen würde. Und sie taten es. Energiegeladen wurden die Jungs schon bejubelt, bevor der erste Ton gespielt wurde. Da die neuen Songs inzwischen genauso gut sitzen wie die alten, gab es ein feines Best of der letzten beiden Scheiben und als Bonus noch den Oldie but Goldie „One Step Away“, doch dazu später. Trotz Platzmangel war immer Bewegung auf der Bühne. Gitarrengötter Ken und Buz wechselten öfter ihre Positionen als eine Dame beim Schach und fanden trotz kompliziertestem Riffing auf allen 7 Saiten Zeit zum Rumspasten. Da wurde die eigene Spucke wieder mit dem Mund oder der Hand aufgefangen, Grimassen geschnitten und Muskeln gezeigt. Und während Ken sich auf eine Box verzog, schaffte es Buz echt trotz null Platz, die Gitarre um sich zu werfen, ohne Trevor zu erschlagen. Dieser zeigte sich frisch wie eh und je mit immer länger werdenden Haaren. Längst sind Songs wie „Endless“, „The Great Dividers“ und mein Alltime Favorit „Zombie Autopilot“ zum Selbstläufer geworden und auch „Sanctity Of Brothers“ und „Giles“ haben ihre volle Akzeptanz bei den Fans und sind Live und auf Platte absolute Metalbretter. Besonders freute mich, dass der, inzwischen in die Jahre gekommene, Track „One Step Away“ bei der Band noch immer für hohen Spaßfaktor sorgt. Diesen würden sie wohl auch fehlerfrei spielen, wenn man sie morgens um 3 total betrunken aus dem Bett werfen und ihnen ihre Instrumente in die Hände drücken würde. Dementsprechend wurden Bewegung und Gemoshe bei dem Song noch größer. Zwischendurch wurde wie immer mit dem Publikum rumgealbert und das mit Mühe auf Deutsch: Über Jägermeister, Slayer und Kens Klugscheißer Dasein. Die Sorge mein Auto nie mehr wieder zusehen lies mich bei „Black Hearts now Reign“ aus dem Underground huschen……

Joooooooo man was ein Paket, ein Traum, nur auf die Fresse, ohne Pause (Umbauphasen waren oft nicht länger als ein Weg zum Merchstand und zurück) Das gefiel nicht nur CALIBAN Drummer Patrick, der sich das Ganze von hinter der Bühne anguckte. Dass die Sets nun meistens die halbe Stunde nicht überschritten, war zwar überraschend aber nehmen wir das Ganze mal als American Death Metal Fast Food Evening hin!!!

Copyright Fotos: Burkhard Müller

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