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UNHEILIG – WELLE:ERDBALL – OBSCENITY TRIAL

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Ort: Hannover - Capitol

Datum: 26.12.2007

Hilfe es Weihnachtet sehr…

Auch dieses Jahr hieß es nach besinnlichen Feiertagen mit den Liebsten am zweiten und letzten der Weihnachtstage wieder „Feiern statt Familie“ oder besser gesagt „mit der etwas anderen Familie“ – Der „Christmas Ball“ im Capitol zu Hannover stand auf dem Plan und hatte mir OBSCENITY TRIAL, WELLE:ERDBALL und UNHEILIG einiges zu bieten.

Nachdem es bei mir gegen Mittag noch ganz weihnachtlich mit Verwandtschaft und Festessen zugegangen war, war ich doch sehr froh, als meine Begleiter pünktlich um 17 Uhr vor der Haustür standen und es direkt gen niedersächsische Landeshauptstadt losgehen konnte. Dort angekommen fühlte ich mich auch direkt heimisch unter den ganzen schwarzen Gestalten, und es dauerte auch nicht lang, bis es mit der ersten Band losging.

OBSCENITY TRIAL waren mir bisher noch nicht untergekommen, so war das gleich mal Neuland für mich. Die Musik war zwar recht ok, durchaus tanzbar und für den Einstieg echt gut gewählt – aber die Stimme… Na ja, ich weiß nicht, wie sich das auf Platte anhört – aber live war sie nicht sonderlich gelungen in meinen Ohren! Bühnenshowtechnisch wurde auch nichts wirklich Besonderes geboten, als Opener kann man sich allerdings auch nicht so viel erlauben, da auch die Zeit knapp ist. Der Sänger wirkte zwar durchaus agil und die Formation schien Spaß zu haben, aber der Funke sprang nicht über. So war nach ca. 45 min Schluss, für mich durchaus genug und ich nahm mir fest vor, das ganze mal auf Platte anzutesten. Manchmal kommt es ja vor, dass ein Sänger live nicht überzeugen kann, auf Platte aber schon oder er einfach nur einen schlechten Tag hatte. Und ich versuche ja immer, eine Band nicht im vorhinein zu verurteilen.

Nach einer überraschend kurzen Umbaupause, die für einen Plausch über alte Zeiten und zum Flüssigkeits-Nachschub (übrigens zu sehr fairen Preisen!) genutzt wurde, ging es direkt weiter mit meinem persönlichen Highlight des Abends: Die WELLE:ERDBALL! Nachdem sie mich vor gut einem Monat in Köln so dermaßen von den Socken gehauen hatte, erwartete ich natürlich dementsprechend wieder eine sehr ansprechende Show und viel Freude seitens der Band. Der Platz vor der Bühne wurde leider im Gegensatz zu Köln sehr, sehr voll und eng, so dass das mit dem Tanzen diesmal etwas schwerer sein sollte – außerdem waren da noch diese Vollidioten (Sorry aber das kann man nicht anders sagen), die mitten in der Menge standen und mit dem Rücken zur Bühne ihr Bier tranken. Ich finde, für so was muss man nicht mitten in der Menge stehen und vor allem nicht, wenn man über 2 m groß ist und allen anderen, die evt. was sehen wollen, die Sicht auf die Bühne versperrt. Solch ein Verhalten find ich einfach nur unsozial, genauso wie zu dem Sound von WELLE:ERDBALL einen Pogo-Tanz zu veranstalten und den eh schon beengten Platz noch weiter zu verengen. Tanzen stellte sich während des kompletten Gigs (der gefühlte 1.5 Stunden lang war, genau weiß ich es aber nicht) als äußerst schwer heraus – ständig stieß man mit irgendwem zusammen, teilweise auch mit besagten Leuten, die mit dem Rücken zur Menge standen und einen dann nur dumm anmachten. Warum geht ihr dann nicht einfach woanders hin, wenn ihr die Band nicht sehen wollt? So was macht mich einfach nur wütend…

Nun ja, das nur mal am Rande. Die Show der Radio Senders WELLE:ERDBALL begann wie schon in Köln mit dem Kraftwerk Cover „Wir sind die Roboter“ und ging danach nahtlos in „Berühren“ über – was die Menge direkt in den Bann riss. Bühnenaufbau und Show waren ähnlich wie bereits in Köln – bei „Schweben fliegen und fallen“ gab es wieder die berühmten Luftballons, bei „Starfighter“ die Papierflieger… Klasse Show – und vor allem mal wieder sehr viel Publikumsnähe. Einer meiner Mitstreiter hatte sich per E-Mail bei Honey den Song „Hoch die Fahnen“ gewünscht, der dann auch prompt mit Widmung an ihn gespielt wurde und – als hätten sie’s geahnt – kam der Titel „Telefonsex“, den ich in Köln so vermisst hatte, auch wieder in die Setlist. Als Zugabe gab es noch das obligatorische „Monoton und minimal“ und danach wurde es mit „Alle Jahre wieder“ noch mal ganz weihnachtlich – mit den beiden Mädels in Nikoläusinnen Kostümen und man höre und staune mit offenen Haaren und bei Plastique fehlte sogar ohne obligatorische Sonnenbrille. Dann gab es noch eine Bescherung in Form von diversen Päckchen, die in die Menge geworfen wurden. Ja, das war mal wieder ein gelungener Gig, der auch über die kleinen Missstände in der Menge hinwegsehen ließ. Ich frag mich allerdings, warum man damit geworben hatte, dass neue Songs live präsentiert werden würden, außer dem schon in Köln präsentierten „Ich bin aus Plastik“ gab es nämlich meiner Meinung nach nix Neues zu hören, aber ich glaube, dass Band und Menge trotzdem sehr zufrieden waren.

Doch noch war das Pulver nicht verschossen, der Headliner des Abends hatte seinen Auftritt ja noch vor sich. Letztes Jahr hatte ich sie natürlich in meiner Heimatstadt auf dem Burgrock in Altena verpasst, und da man nur Gutes hörte, war ich umso gespannter, was heute Abend passieren würde. Als nach der Umbaupause der Vorhang aufging, staunte und fluchte ich zugleich über den Bühnenaufbau: Riesige Kerzenständer mit großen weißen Kerzen an beiden Seiten sahen schon imposant aus, aber zum Fotografieren war das natürlich nix. Trotzdem schön anzusehen und sehr atmosphärisch und ich konnte mir zuerst ein Lachen nicht verkneifen: „Leise rieselt der Schnee“ und „O Tannenbaum“ hören sich von UNHEILIG doch etwas seltsam an. Und vor allem lustig, wenn man es am Abend zuvor noch in allen stimmlichen Facetten seiner Verwandtschaft gehört hatte…! Nach diesen Ausflügen zum 2002er Weihnachtsalbum „Frohes Fest“ ging es mit ein paar Band-eigenen Sachen weiter und die Stimmung der Menge verschob sich zu einem fast andächtigen Zuhören und teilweisem Mitsingen. Wobei unsere Gruppe da wohl etwas heraus stach: Ich meine, war schon lustig zu sehen, ein totaler UNHEILIG Fan, einer, der außer 1, 2 Songs gar nix mit denen anfangen kann, einer, den die zwei Vorgenannten wohl sehr amüsierten und meine Wenigkeit, die etwas geplättet von der geschaffenen Atmosphäre war.

Wenngleich sich die Stücke zum Teil doch etwas ähnlich anhören (Wenn man sie besser kennen würde, wahrscheinlich nicht, gebe ich ja zu) war die Atmosphäre gigantisch und spätestens bei „Freiheit“ war auch ich gefangen. Bei „Mein Stern“ standen selbst mir die Tränen in den Augen. Hach wie schön.. Ja, die Show war sehr fesselndm das kann man nur immer wieder betonen, wenngleich die letzte Zugabe „Kling Glöckchen…“ mich wieder mal wieder zum schmunzeln brachte. Aber trotzdem war’s wirklich schön und ich denke, dass alle zufrieden waren mit dem, was geboten wurde. Und wenn man jemanden, der sich ganz ohne Vorurteile in die Show hinein schnuppert, so dermaßen fesseln kann, ist das auch nur ein Zeichen dafür, dass man alles richtig gemacht hat. Und jeder der bei „Mein Stern“ nicht wenigstens weiche knie bekommen hat, ist eben ein Banause und hat’s nicht so ganz kapiert – oder war einfach auf dem falschen Konzert.

Für den Abend war’s das zumindest mit Live Musik, aber es ging nahtlos weiter mit Musik aus der Konserve, so dass man, bis der Morgen graute, Zeit hatte, das üppige Weihnachtsessen tanzend wieder abzutrainieren. Also alles in allem eine runde Sache und eine gelungene Abwechslung zum weihnachtlichen Familien-Wahnsinn.

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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