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UNHEILIG – STAUBKIND – F.A.Q.

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Ort: Hamburg - Trabrennbahn Bahrenfeld

Datum: 21.08.2014

“Alles hat seine Zeit”-Tour

Der Sommer ist (fast) vorbei und UNHEILIG blicken mit ihrer „Alles hat seine Zeit“ Tour zurück auf 15 Jahre Bandgeschichte. Im Rahmen des Hamburger Kultursommers haben die Herren um den Grafen der schönsten Stadt Deutschlands am 21.08.2014 einen Besuch abgestattet. Als Support waren die befreundeten Bands F.A.Q. und STAUBKIND mit dabei. Auch diese beiden Bands blicken mittlerweile auf 10 Jahre Bandgeschichte zurück.

Den Auftakt machten die Schweizer F.A.Q. mit einfachen Texten, nicht enden wollenden Mitsingaufforderungen und Schenkelklopferhumor. Natürlich haben weder die Schweizer noch die Österreicher eine Chance gegen die Fußballnation Deutschland, aber um Herrgottzeiten, das war im Sommer, der nun vorbei ist und wir sind auf einem Konzert. Publikumsgerecht packten FAQ u.a. ihr Akustikset mit Philip am Cajon und Drummer Andy als Beatbox aus. Mit „The world is cold enough“ endete der Auftritt der Schweizer. Leider ließen sie es sich nicht nehmen, ihren Auftritt mit dem Refrain von „Something beautiful“ zu beenden. Hier die Textpassage, die freudig und unter mitklatschen vom Publikum gesungen wurde: „und wenn dein Leben den Bach runter geht und du im Regen stehst, etwas Schönes wird passieren- und wenn du meinst du hast den Zug verpasst und der Tag wird schwarz wie die Nacht, etwas Schönes wird passieren.“ Erstaunlicherweise kamen F.A.Q. sehr gut beim Publikum an.

Die Berliner STAUBKIND konnten im Anschluss mit einer verdientermaßen größeren Fanbase aufwarten, auch wirkte der Auftritt der Band „natürlicher“ als beim Opener. Das fast 30 minütige Set begann mit dem Song „Den Träumen so nah“ vom neuem Album „Alles was ich bin“, welches sich in den Top 10 platzieren konnte. Die Show war entspannt unaufdringlich und eh man sich versah, war der Auftritt mit „Wunder“ beendet. Als nette Idee gab es zum Finale ein Foto der Band mit dem Publikum, welches sich die Fans im Anschluss bei der Autogrammstunde direkt mitnehmen konnten. Ab Oktober hat man erneut die Möglichkeit die Berliner während ihrer „Alles was ich bin Tour“ live zu erleben. Ich bin gespannt, welche Fangemeinde vertreten sein wird.

Setlist STAUBKIND
Den Träumen so nah
Irgendwann
Was für immer bleibt
Unendlich sein
Angekommen
So nah bei dir
Wunder

Mit einem Countdown wurde die „Alles hat seine Zeit“-Tour angezählt und auch jede Fanszene hatte ihre UNHEILIG-Zeit. Die der schwarzen ist vorbei, auch wenn man viele düstere UNHEILIG-T-Shirts im Publikum sah, so waren die Träger Fans der neuen Zeit. Auch diese überzeugten mit Textsicherheit zu „Freiheit“ und zeigten bei dem Laut/ Leise- Spiel vollen Einsatz. Generell war die Mitmachbereitschaft sehr groß. Ein Running Gag zwischen dem Künstler und seinem Publikum war ihre immer wiederkehrende Bitteschön-Antwort auf das Dankeschön des Grafen. War der Gag beim ersten Mal noch niedlich, so wurde er über den kompletten Abend zu einer etwas nervtötenden Angelegenheit, die ins Alberne abrutschte. Zu „Maschine“ gab es einen nicht ganz so kindgerechten Hüftschwung des Grafen, dafür aber eine entsprechende Animation in Form von Armfitness für das Publikum. Zwischendrin wurden noch zwei Songs von Lickys Debutalbum „Gravity Castle“ eingestreut. Somit hatte sich auch die Frage geklärt, warum es Licky-Tassen am Merch gab. Offen bleibt hingegen, ob man eine selbige benötigt. Über den ganzen Abend herrschte eine freudig ausgelassene Stimmung und man sah glückliche Gesichter im Publikum, die sich an der Best of Auswahl erfreuten. So lud der Graf zum gemeinsamen Fliegen bei „Feuerengel“ ein und prompt erhob sich ein Händemeer. Währenddessen war der Verfolgerspot auf den Grafen gerichtet, der kniend auf dem Laufsteg die Hand empor streckte. Ich muss gestehen, der Moment hatte etwas. Zu „An deiner Seite“ wurde es im Publikum ruhiger, so sah man Pärchen Arm in Arm leicht schunkeln und dabei leise mitsingen. Den Schunkelhöhepunkt und leider auch den Gipfel des Kitsches wurde durch „ So wie Du warst“ erreicht und auch „Als wär’s das erste Mal“ schlug tief in die gleiche Kerbe.

Der Graf wirkte trotz der etwas kindgerechten Show sehr sympathisch und engagiert auf der Bühne. Wie zu alten Zeiten sah man ihn, unterstützt von großen Gesten, energiegeladen tanzen, schwitzen und über den Laufsteg rennen. Auch das Publikum zeigte vollen Einsatz und sprang gemeinsam mit dem Grafen zu „ Für immer“. Während der darauffolgenden Zugaben-Ankündigung stimmten die Fans „Einer geht noch, Einer geht noch rein“ an. Was war mit den Hamburgern nur los? Sonst zeigen sie sich doch nicht so offen und spontan. Bereits vorher ließen sie sich zu einem Geburtstagsständchen hinreißen, das selbst den Grafen überraschte. Na, wer an diesem Abend so oft von den drei Bands gesagt bekommt, dass Hamburg die schönste Stadt sei und inflationär oft entsprechende Rufe von der Bühne aus hört, der kann ja mal übermütig werden. Belohnt wurde dieser Einsatz mit mehreren Zugaben. Den Auftakt machte das zackig rohe RAMMSTEIN-lastige „Goldrausch“, ein Song vom noch unveröffentlichten Album. Zu „Geboren um zu leben“ setzte ein Nieselregen ein, der während des Songs „Stark“ leider – ha Wortwitz – stärker wurde. Davon unbeeindruckt nahm sich die Band Zeit sich vorzustellen und zu verbeugen. Zum Abschied wurde beiderseitig fleißig gewunken, sogar Taschentücher kamen zum Einsatz. Es fehlte nur ein Kreuzfahrtschiff, das auf „Große Fahrt“ ging.

Abschließend fällt mir zu dem Spruch „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ folgendes ein:
Ich war zur falschen Zeit bei der richtigen Band. Die allermeisten Anwesenden dürften aber anderer Meinung sein…

Setlist UNHEILIG
Auf Ewig
Lichter der Stadt
Unter deiner Flagge
Spiegelbild
Licky: Where are you
Licky: On the fire escape
Freiheit
An deiner Seite
Feuerengel
Tage wie Gold
Wir sind alle wie eins
Grosse Freiheit
Maschine
So wie du warst
Als wär’ s das erste mal
Für immer

Goldrausch
Geboren um zu leben
Stark

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

2 Kommentare

  1. poppo sagt:

    Unheilig hat sich schon tierisch blamiert beim Esc 2014, die Stimme ein röcheln,kaum dezibel, Text imma der Gleiche, irgendwas Grönnemeyer angelehntes, aber der lässt bessa texten….
    Fazit im Studio gut und erträglich, live peinlich und insgesammt überflüsig wie jeder Graf…
    Mach Platz für den Pöbel Graf…Du nervst

  2. poppo sagt:

    Nachtrag…

    Was soll überhaupt der blöde Name “Unheilig”

    Soll das die Masche beschreiben sentimentale und leicht depressive Menschen auszunehmen ?
    Nein danke ” Graf” ich brauch keine Zwei weiteren Wiederholungen von Dir !!

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