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VAINSTREAM ROCKFEST 2011

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Ort: Münster - Am Hawerkamp

Datum: 11.06.2011

Letztes Jahr schien die Zukunft des Vainstream Rockfests noch halb in den Sternen zu stehen. Erst sollte die Veranstaltung nach Dortmund verlegt werden, dann blieb sie doch in Münster… die selten ausreichend aktualisierte Website ließ die ratlosen Ticketbesitzer meist ratlos im Dunkeln tappen. Letztendlich konnte das rege Jubiläumsspektakel aber doch noch als dicker Erfolg seitens der Veranstalter verbucht werden, und trotz drückender Hitze lief die bewegte Besuchermasse zu Hochtouren auf… Anlass genug, um dieses Jahr jeglichen Spekulationen entgegen zu wirken und sich direkt für den altbewährten Hawerkamp zu entscheiden. Zwar ließ die Internetpräsenz im Vorfeld wieder etwas zu wünschen übrig, die Absagen von ALESANA und ALL SHALL PERISH musste man auch verkraften, doch erneut zeigte sich die Organisation vor Ort von einer deutlich besseren Seite. So wurden wir nach frühem Aufstehen und angenehmer Autofahrt (noch war die Autobahn frei von Pfingsturlaubern) gegen 9 Uhr freundlich auf den bereits reich belegten Parkplatz an der Halle Münsterland dirigiert. Der Einlass verlief (für mich dank Gästeliste ohnehin) reibungslos, an zwei Containern wurden die zahlenden Gäste äußerst zügig mit den passend roten Bändchen versorgt. Großartige optische und organisatorische Veränderungen waren nach Betreten des Geländes nicht auszumachen, die Buden und Merch-Stände waren vom letzten Jahr bekannt. Nur die Getränkemarken gab’s dieses Mal zum Glück direkt neben dem Eingang. Bei angenehm legeren Temperaturen waren die Bedingungen somit, ich möchte sagen optimal, um den langen Festivaltag beginnen zu lassen.

DEEZ NUTS

Pünktlich um 10 hatte sich bereits eine ordentliche Menge vor der „Skystage“ zusammen gefunden, um den diesjährigen Auftakt mit den australischen Hardcorern DEEZ NUTS zu feiern. „Tonight we’re gonna party like there’s no tomorrow“ wagte Fronter JJ Peters daher nach kurzem Hip-Hop-Intro schon zu prognostizieren, womit er zumindest für die kommende halbe Stunde Recht behalten sollte. Warum der frühere I KILLED THE PROM QUEEN-Drummer mit seinem 2007 gegründeten Projekt gleich als erster raus auf die Bühne musste, konnte ich daher nicht ganz nachvollziehen. Mit Crowd-Shouts und 2-Steps getränkte Stampfer wie „Stay True“, „Sex Sells“ und „Rep Your Hood“, die mit fett Bass-lastigem Sound schön brutal ins Gesicht traten, war die Dauermosh-Party dank des großen Andrangs dennoch gesichert. Peters’ raue, aggressive Rap-Vocals wirkten mit ihrem Oldschool-Vibe natürlich unterstützend, sodass er auf Ansagen weitesgehend verzichten konnte und die Spielzeit vornehmlich mit weiteren Songs und HC-typischem Stageacting füllte. Beendet wurde das intensive Aufwärmtraining natürlich mit „I Hustle Everyday“, das seit Veröffentlichung der ersten Scheibe „Stay True“ die unangefochtene Nummer eins der allgemein Party-tauglichen DN-Stücke darstellt und auch am Hawerkamp auf die größte Resonanz stieß. Kaum einer verweigerte sich dem dicken „Take money, make money“-Chor, der den ohnehin gelungenen Auftritt der Australier noch ein letztes Mal aufrundete. Trotzdem hätte mit einem späteren Slot noch mehr gehen können!

PROTEST THE HERO

Nach dem effektiven Start hatten die Mosher direkt wieder Zeit zum Verschnaufen. Denn auf der direkt angrenzenden „Firestage“ schickte sich mit PROTEST THE HERO eines der besonders anstrengenden Kaliber im Mathcore-Universum an, mit progressivem Gefrickel um die Gunst der Hörer zu spielen. Da nicht allzu häufig in deutschen Städten anzutreffen, zog es tatsächlich nicht wenige vor die zweite Bühne, um den irren Kanadiern zu lauschen. Viel Bewegung konnte man sich gerade angesichts des stark Prog-beeinflussten Drittlings „Scurrilous“ nicht erhoffen, und so war die Reaktion eher von passivem Charakter. Vielleicht waren sich viele auch nicht im Klaren darüber, was sie dort erwarten sollte… gerade Sänger Rody Walker, dessen krass hohe Stimme allein seiner Erscheinung schon einen abgedrehten Zug verleiht, gab sich neben seinen meist Instrument-fixierten Kollegen keine Blöße. Ungefragt streckte der gute Mann der Menge seinen nackten Hintern entgegen und förderte ein Päckchen seines Schnupftabaks zu Tage, nicht ohne die berauschende Wirkung mit einem benebelten „holy moly“ zu kommentieren. Den Konsum von Drogen habe ich bei den Texten und Artworks ohnehin nie ganz ausgeschlossen… 2006 wurde Gitarrist Luke Hoskin sogar mit Marihuana gepackt. Vielleicht hat die komplexe Saitenwanderung deshalb auch live so reibungslos geklappt. Nachdem Walker erschrocken vor dem von der Deckenplane herunterklatschenden Wasser zurückschreckte und dem einzigen mitsingenden Fan einen Song widmete, gab es zu meiner Freude nach kurzer Verwirrung bezüglich der Setlist unter anderem mit „Bloodmeat“ auch noch ein paar Math-Hammer vom Vorgänger „Fortress“. Ziemlich abgefahrener Auftritt, aber durchaus tight und unterhaltsam.

KVELERTAK

Zurück auf der „Skystage“ füllte die mit drei Gitarristen insgesamt sechs Mann starke Exotentruppe von KVELERTAK den verfügbaren Platz voll aus. Neben Landsmännern wie SOCIAL SUICIDE gehören sie zu dem Schwall der aktuell sich im Ausland etablierenden norwegischen Bands und haben sich mit der selbstbetitelten Debütkeule in den vergangenen Monaten wohl zu DEM Metal-Exportschlager ihrer Heimat entwickelt. Ihre Präsentationsreise führte den schon auf Platte arschtretenden schwarzmetallischen Groove-Rock erfreulicherweise auch nach Münster. Obwohl wahrscheinlich kaum jemand verstand, was genau Sänger Erlend Hjelvik, der immerhin mit einem „Dankeschön“ seiner guten Stimmung verständlichen Ausdruck verleihen konnte, da in sein Mikrofon kreischte, zeigte sich das Publikum angetan und gab sich sichtlich Mühe, irgendwie angemessen auf die norwegischen Sprachschock zu reagieren. Doch auch ohne Textkenntnisse war das Gerangel zu Songs wie „Ulvetid“ und „Blodtorst“ groß, während man sich auf der Bühne auf Mähnenrotation beschränkte. Ausgerechnet zu dem norwegischen Waldgeschranze zeigte sich die Sonne erstmals freundlich und angenehm wärmend. Obwohl sich Hjelvik seines Shirts entledigte und es gegen eine Eulenmaske tauschte, drang sein Geschrei obgleich der sichtbaren Anstrengung verhältnismäßig leise an mein Ohr, so dass der schreiende Gitarrist ihn zeitweilen übertönte. Vielleicht nahm ich das am rechten Rand der Bühne aber auch nicht optimal war. Denn der Mob direkt vor der Bühne tobte unerlässlich weiter und ließ sich von der Kraft der Norweger durch den Rest des halbstündigen Happenings tragen. Zum Abschluss trumpfte man mit der Bier- und Metgetränkten Bandhymne „Mjod“ noch einmal richtig dick auf, da der bekannteste Track zumindest im Refrain auch für Hochdeutsche ein zeilenweises Mitsing-Potenzial birgt. Hoffentlich gibt’s von KVELERTAK bald noch mehr hierzulande zu hören!

SONDASCHULE

Da sich nun mit SONDASCHULE ein für mich nicht sonderlich interessanter vierter Act an die Arbeit machte, entschloss ich mich, ihren Auftritt bei einer warmen Mahlzeit von weiter hinten wahrzunehmen. Mit mehr als 10 Jahren auf dem Buckel sind die Ska-Punker aus Oberhausen schon längst eine feste Institution und haben es nach der Aftershow-Party letztes Jahr dieses Mal sogar auf die Hauptveranstaltung geschafft. Vor der großen Bühne fanden sie jedenfalls reichlich Zuspruch seitens des Publikums, das seine Ansprüche, wenn sie denn überhaupt bestanden, kurz mal für eine halbe Stunde vergaß. Von Sänger Costa Cannabis „Hardcore-Lümmel“ getauft, tanzte, sang und pogte die so gut wie alle Alterstufen abdeckende Meute zu Drei-Akkorde-Punk und freudig trivialen Trompeten- und Posaunenklängen. Viele finden ja auch reichlich Gefallen an der beispiellosen Blödel- und Fäkallyrik, die mich bislang aber nur selten zum Schmunzeln brachte. Immerhin versuchte man sich mit einer abschließenden abgewursteten Version des großen Klassikers „My Way“ den Abgang mit einer Prise Anspruch zu würzen. Wem’s gefällt… Stimmung haben sie immerhin gemacht.

SUICIDE SILENCE

Die Mittagsstunde schlug mit einem erneuten Weckruf: gewohntermaßen eröffneten die erstaunlich früh platzierten SUICIDE SILENCE ihr Set mit „Wake Up“, der Brecher-Single vom noch aktuellen Album „No Time To Bleed“. Zeit zum Bluten blieb den im Pit befindlichen Tänzern und Artisten tatsächlich nun wenig. Denn schlagartig ging es reichlich brutal im Innenraum zu, und da arg viele Besucher diesen füllten, gab es nach außen hin kaum eine Möglichkeit, dem Geschehen heile zu entfliehen. Der hagere Fronter Mitch Lucker, der sich optisch weiterhin von den langhaarigen Instrumentalisten deutlich absetzt, quasi das Bindeglied zur corigen Szene verkörpert, pushte die Stimmung problemlos mit großzügigem Posing (andere nennen es auch affig…) und heizte noch mehr mit animierenden Gesten an. Das ältere „Unanswered“ zündete da mit seinem erbarmungslosem Blast- und Breakdown-Geballer umgehend, der frischere Anstrenger „Smoke“ hingegen bot mit seinem nervigen Gefiepe für die New Era-Caps weniger Möglichkeiten zum Tanzen. Dafür konnten sich die konventionellen Mosher mit einer Wall of Death durchsetzen, wo doch freie Fläche meist fix von den anwesenden Gewaltmenschen belegt wurde. Wer fleißig die Facebook-Seite der US-Amerikaner „geliked“ hatte, wie man das auf Neudeutsch sagt, der konnte darüber hinaus auch Luckers tiefes Gegurgel zu „You Only Live Once“ und „Fuck Everything“ vom bald erscheinenden Neuling „The Black Crown“ begleiten. Doch auch die Unwissenden wurden nach einer Kürzung des Sets, wie Mitch Lucker gestehen musste, mit dem unverzichtbaren Smasher „No Pity for a Coward“ (dank der „Pull the trigger, bitch“-Schriftzüge schon den ganzen Tag über in der Luft liegend) vorzeitig und ordentlich bedient. Nicht schlecht, aber ebenso wenig außergewöhnlich. Hauptsache, die Merch-Umsätze stimmten wieder…

ASKING ALEXANDRIA

Ein paar Meter Fußweg und zwanzig Minuten Pause entfernt wartete auch schon die nächste Hype-Band auf Erfolgsbestätigung. Mit ihrem Trance-Disco-Gebrette sind ASKING ALEXANDRIA, die gerade erst vor gut einem Monat in der Sputnikhalle in Münster spielten, wohl so etwas wie das nächste große Metalcore-Ding von den britischen Inseln. So flatterten auch gleich die Ohren zu wummernden Beats der neuen Scheibe „Reckless And Relentless“, die mit bösem Breakdown-Geschranze gepaart den Tanzreigen erneut in vollen Schwung versetzten. Ganz so heftig wie bei SUSI zuvor ging es aber nicht zu, cleane Refrains und die stilgerecht präparierte Truppe um Schreihals Danny Worsnop zogen noch mehr schwärmende Mädchen vor die Bühne, auch wenn die Texte der Briten bei weitem kein positives Bild der jeweils besungenen Frauen zeichnen. Dennoch machte gerade der Fronter einen recht sympathischen Eindruck, da nicht ganz so übertrieben Szenetauglich aussehend und posend wie seine Kollegen. Dafür brüllte und sang er ganz ordentlich, sein Organ als livetauglich präsentierend, auch wenn er aufgrund der langsam immer stärker knallenden Sonne zweitweise etwas am Kämpfen war. Vergleichbare Probleme hatte der Drummer nicht, denn, und da verflog der anfängliche Eindruck, der ließ nicht nur beim Beginn von „Not The American Average“ das Drumsample einspielen. Das wäre vor Ort mit seinen Trommeln auch spielbar gewesen. Obwohl ich nichts unterstellen möchte, machte auch der Background-Gesang einen leicht gefaketen Eindruck. Tänzern und Fans war das aber egal, so beschäftigt wie sie mit der Mucke und sich selbst waren. Nach 35 Minuten hielt auch bei AA mit „Final Episode“ eines der bekannteren Stücke als Endstück hin, bei dem Worsnop explizit mehr Aktion forderte: „I wanna see violence, I wanna see blood“. Nicht wirklich sympathisch, oder? Für eine so hoch gelobte Band eine eher enttäuschende Darbietung.

CASPER

Es folgte der mittlerweile schon zur Obligatorik gehörende Beitrag aus dem Deutschrap-Lager, den allerdings nicht wie die beiden Jahre zuvor die Jungs von K.I.Z. leisteten. Mit CASPER hatten sich die Veranstalter jedoch einen momentan vergleichbar gefeierten Akteur auf die Bretter geholt, dessen musikalischer Werdegang mit A FEAR CALLED TREASON sogar in der Metalcore-Szene wurzelt. So trat der mit bürgerlichem Namen Benjamin Griffey heißende Bielefelder Rapper auch mit einer ganzen Band auf, was ihn über sein optisches Erscheinungsbild hinaus noch weiter von den halb- bis mittelkrassen Artverwandten abgrenzte und ihm auf Anhieb mehr Authentizität verlieh. Dass er seinem Künstlernamen trotzdem alle Ehre machte, zeigte er nach dem eher bedächtig ernsten Opener „Der Druck steigt“ mit immer mehr teils selbstironischen Witzeleien, die nicht selten andere teilnehmende Bands auf die Schippe nahmen. „Wusstet ihr, dass SUICIDE SILENCE gar keine T-Shirt-Marke ist?“, foppte er die eben noch auf derselben Bühne spielenden Deathcorer und fand damit hauptsächlich bestätigendes Gelächter, während er mit seinem ausgereizten „Satan-Vainstream“-Gealber und seinen „Scheiß andere Bühne“-Chören irgendwann nurnoch anstrengte. Die Anhänger fanden’s aber ganz klasse und ließen sich zu jeglicher Mitmachaktion hinreißen, und selbst seine Hater mobilisierte er für „Mittelfinger hoch“ mit Leichtigkeit. Nur die unvorhersehbare Entblößung eines anscheinend völlig hingerissenen weiblichen Fans, dem unter dem Druck Triebgesteuerter „Ausziehen“-Rufen wohl keine andere Wahl mehr blieb, ließ ihn halb sprachlos dastehen. Er bemühte sich zumindest, weiterhin cool zu bleiben und räumte seinen Sprüchen, Lobgesängen und einer Wall of Death großzügig viel Zeit ein, während er mit Stücken hingegen sparsamer umging. Zwiespältiger Typ, der CASPER… mehr als die gebotene halbe Stunde hätte ich jedenfalls nicht vertragen können.

COMEBACK KID

Da aber einige durchaus Freude an der Darbietung hatten und sich wohl anschließend für eine Pause von den Bühnen verabschiedeten, war es nicht so proppevoll, als COMEBACK KID auf die „Firestage“ strömten. Eigentlich verwunderlich, sind die Kanadier doch auch schon fast eine Dekade lang unter dem Banner der alten Schule im neuen Gewand unterwegs. So wußten dann auch hauptsächlich die bereits volljährigen Besucher die Anwesenheit von den Hardcorelern um Fronter Andrew Neufeld zu schätzen. Zwar musste dieser direkt seine durch eine Verletzung am Knöchel bedingte Zurückhaltung auf der Bühne entschuldigen, doch dafür revanchierte man sich bei den erschienenen Fans mit einer ausgewogenen Setlist, die sowohl die frisch bekehrten Zuhörer mit Stücken vom Neuling „Symptoms + Cures“ als auch ältere Anhänger reichlich bediente. Schon mit dem eröffnenden „False Idols Fall“ fing man die Katze im Sack, fette Brecher und schnelle Punker wie „Talk Is Cheap“, „Do Yourself A Favor“ und „G.M. Vincent & I“ taten im Laufe der vierzig Minuten ihr Übriges. Auch die anderen frischen Stücke „Because Of All“ oder „Pull Back The Reins“ flossen gut gebuttert durch die weiter vorne in Aktion geratenen Zuscherreihen. Obwohl Andrew die Anstrengung anzusehen war und er vor dem Finale unter leicht verzogenem Gesicht die Bühne noch einmal kurz verließ, schrie er gewohnt amtlich aggressiv durch das prall gefüllte Set hindurch und zeigte sich über die belebte Reaktion erfreut. Seine Bandkollegen konnten vermeintliche Lücken mit stetem Betrieb auf den Brettern ohnehin ebenso gut füllen. Um dem intensiven Geschehen zu guter Letzt die Krone aufzusetzen fehlte nach dem schon freudig aufgenommenen „Partners In Crime“ natürlich noch die absolute Hymne, auf die wohl zum Ende hin alle gewartet haben, gewohntermaßen eingeleitet von Andrews „We said, we said, we said“-Antwort-Spiel, auf das prompt das lauthals verkündete „Wake The Dead“ des gleichnamigen Hits folgte. Natürlich waren da alle voll am Start… trotz angeschlagenem Sänger wieder einmal eine fette Darbietung!

NEAERA

Nachdem man nun gut die Hälfte der Bands hinter sich gelassen hatte, warteten im exakten Mittelfeld alte Bekannte aus der Heimat. Zum zweiten Mal in Folge kosteten die Münsteraner Vorzeige-Deather NEAERA auf dem Vainstream ihren Heimvorteil aus und lasen sich nach nunmehr fünf Alben auch verdientermaßen weiter oben auf dem Tagesplan. Somit eröffnete man dieses Mal nicht mit der ewigen Nummer eins „Let The Tempest Come“, sondern legte kompromisslos mit dem tödlich walzenden „Heaven’s Descent“ vom aktuellen Silberling „Forging The Eclipse“ los. Danach warteten Sänger Benny und Kollegen aber auch gleich mit besagtem Bandhit auf, was die Menge an Zuschauern direkt zu physischer Reaktion trieb. Die Nähe zu seinem Puvblikum war gerade Benny dabei wieder äußerst wichtig, so dass er die Ansagen zwar kurz hielt, sie aber mit unmissverständlichen Aufforderungen füllte. Mit übertriebenem Eifer stachelte er die Zuhörenden zu Aktionen an, die von wiederholten Circle Pits um den Turm hinter dem abgrenzenden Wellenbrecher über die pflichtgerechte Wall of Death zu „Armamentarium“ hin zu rückwärtigem Crowdsurfen bis in den hintersten Bereich der Zuschauermenge das (un-) konventionelle Mosh-Repertoire komplett abdeckten. Das konnte sich natürlich auch Bennys zum Running Gag mutierter Opa Heinz nicht entgehen lassen. Ob die sich zu „I Loathe“ und dem Klassiker „Walls Instead Of Bridges“ in euphorische Rage turnende Meute auch den eklig pochenden Sound der Double Base zum Ende hin bemerkten? Wahrscheinlich nervte die aber nur bei genauem Zuhören, der Rest saß nämlich ordentlich, so dass das finale „Spearheading The Spawn“ neben einem glücklichen Benny auch viele glücklich verschwitzte Menschen vor der Bühne hinterließ. Auch nach dem zigsten Mal wird man von den Jungs weiterhin energiegeladen umgekloppt. Gut so!

CALLEJON

Weniger begeisterten mich die nationalen Kollegen CALLEJON. Seit dem durchaus erfolgreichen, aber meiner Meinung nach arg Szenetauglichen letzten Album „Videodrom“ hatte ich nicht mehr wirklich viel von den Rheinländern gehört. Gerade als man die ersten Klänge von der mit großen Bannern verzierten „Firestage“ vernahm, verzog sich die bis dahin ganz ordentlich bratende Sonne unglücklicherweise hinter einer trübe daherziehenden grauen Wolkenwand. Ein drohendes Unwetter kommen sehend, verzichtete ich daher auf einen Platz im vorderen Bereich und suchte weiter entfernt einen schützenden Fleck zum Unterstellen. „Dieses Lied macht betroffen“ eröffnete dem umschlagenden Wetter entsprechend die Show, und ich brauchte ein paar Augenblicke, um den langhaarigen Mann am Mikrofon als Sänger Basti zu identifizieren. Da hatte er sich optisch nicht gerade zum Vorteil hin verändert… doch wollen wir nicht über Oberflächlichkeiten reden. Zappeln konnte er immerhin noch wie zuvor. Die junge Hörerschaft schien, soweit ich das richtig mitbekommen habe, weiter Vorne Gefallen zu finden, hatten sich CALLEJON doch von dem ungestümen alten Material live fast gänzlich getrennt. Für mich, der die frühen Werke weiterhin für das höchste Gut der Bandgeschichte hält, ist das ein wirklich trauriger Umstand. Wer aber ohnehin nur mit Disco-Hits wie „Kinder der Nacht“ und „Sommer, Liebe, Kokain“ in Berührung gekommen ist, hatte auch auf dem Vainstream wieder leichtes Spiel und ein volles Programm. Wenigstens den Vorgänger „Zombieactionhauptquartier“ bediente man noch ein paar Mal mehr, wobei der Dauerbrenner „Porn From Spain“ mit einem rappenden Basti den Schlussstrich unter den eher unspäktakulären Auftritt von CALLEJON zog.

MADBALL

Immerhin blieb der zunächst erwartete Regenguss bis zu diesem Zeitpunkt noch aus, was den Besuchern der folgenden Oldschool-Granate zwar keinen wärmenden Sonnenschein bescherte, sie aber zumindest im Trockenen moshen ließ. MADBALL gaben als alte Veteranen des New York-Hardcores zur Bewegung zumindest Anlass genug. Da mir ihr Auftritt vom letzten Jahr als ziemlich heftiges Geschehen noch halbwegs gut in Erinnerung war, nahm ich mir an dieser Stelle mit reinem Gewissen vorerst eine kleine Auszeit vom Treiben auf und vor der „Skystage“. Nach erneuter Mahlzeit zog es mich dann erst wieder gegen Ende in die Nähe der Bühne, die gerade für Brüller Freddy Cricien reichlich Nutzfläche bot. Im Pit ging es ähnlich zu, geradezu brutal. Denn im Gegensatz zu den neumodernen Acts des Tages zählten MADBALL wirklich ausschließlich auf ihre nackten Fäuste. Anders hätte man es von einer so Stilprägenden Formation wohl auch nicht erwarten können, die auch nach über 20 Jahren immer noch fit und energiegeladen ihr Repertoire aus dem Schmelztiegel schießen lassen. Im Nachhinein hätte wohl auch ein zweites Mal MADBALL kaum geschadet… ärgerlich.

THE SOUNDS

Denn wie sich anschließend herausstellen sollte, hätten sich THE SOUNDS noch viel Besser für eine Pause geeignet. Wirklich intensiv hatte ich mich nicht auseinandergesetzt mit den Schweden, doch dass sie sich grundlegend von den skandinavischen Nachbarn KVELERTAK unterschieden, offenbarten sie mir gleich frei heraus. In quietschenden Synthesizer geschwenkter Elektro-Indie-Pop drang sich dem Gehörgang beharrlich auf, wobei das Tastengerät gerade anfangs alle restlichen Instrumente fast komplett niedermähte. Glücklicherweise griff der zuständige Jesper Anderberg auch noch oft genug zur Gitarrre. Trotz allem wurde ich nicht ansatzweise warm mit dem Dargebotenen, obwohl eindeutig fähige Musiker und mit Maja Ivarsson eine leicht bekleidete Frau am Werke waren. Dass man es mit dem Kontrastprogramm zum sonst harten Billing dieses Jahr aber etwas überspitzt hatte, sahen wohl einige ähnlich. Meine Entscheidung, die Bühne vorzeitig zu wechseln, rechtfertigte sich prompt ein zweites Mal, als der Himmel endlich die mit Spannung erwarteten Tropfen für das Vainstream freigab und die Wertmarken-Bude mit integriertem Poncho-Verkauf in erreichbarer Nähe lag. Sich ohnehin im trockenen Schutz der Bühne befindend dudelten sich THE SOUNDS weiter unbeirrt durch das restliche Set, so dass genügend Schaulustige dem nassen Wetter eisern bis zum letzten Song trotzten. Ich zog trockene Kleidung vor.

BOYSETSFIRE

Dass sich auch die BOYSETSFIRE-Reunion noch einmal in trockenen Tüchern wägen würde, konnte man sich als Fan nach der Auflösung 2007 wohl nur erträumen. Doch vergangenes Jahr gab man zur Freude aller Wartenden die Wiedervereinigung (und zeitgleich das Ende von THE CASTING OUT, dem Nachfolgeprojekt von Sänger Nathan Gray) bekannt, die nun mit der Teilnahme an diversen Festivals angemessen groß aufgebauscht wird. So kündigten härtere Kaliber wie „Eviction Article“ und „Release The Dogs“ auch auf dem Vainstream die Rückkehr der Alt-Posthardcorer mit einem dicken Paukenschlag an, der auch nach dem dreijährigem Aussetzer keine Zweifel an der erfahrenen Qualität der US-Amerikaner ließ. Allein Grays klarer Gesang überragte wohl so ziemlich jeden Cleansänger des Tages. Er selber war von dem Jubel um sich und die Kollegen ganz überwältigt, so dass er mit breitem Lächeln eine beflügelte Danksagung an die Anwesenden richtete. Obwohl es sicherlich egal gewesen wäre, was er gesagt hätte, hingen ihm die Fans bevorzugt zu den gefühlsbetonten Hymnen „Empire“ und „My Life In The Knife Trade“ an den Lippen. Hier schien jeder Anwesende die Dreiviertelstunde völlig auskosten zu wollen, auf dass sie am Besten nie hätte enden mögen. Doch der Wunsch blieb natürlich unerfüllt, dafür wurde der starke Auftritt mit einem erwartungsgemäß großartigen Doppelpack gekrönt. Während die in Discos immer noch Dauerrotation erfahrende Hartkante „After The Eulogy“ mit ihrem aufständischen „Rise“-Chören die Adern pulsieren ließ, konnte man sich in das schöne Treiben des Überhits „Rookie“ erlöst fallen lassen, obgleich alle selbstredend lauthals mitsangen. Jetzt kann man nurnoch auf ein neues Album hoffen, welches, insofern man den Bannern trauen konnte, wohl den Namen „While A Nation Sleeps“ tragen wird. Ganz starker Auftritt auf jeden Fall!

PARKWAY DRIVE

Nach einem langen Tag mit striktem Mosh-Programm mussten die zahlreich erschienen Corer um sieben Uhr abends noch eine letzte, aber wohl die am meisten herbeigesehnte Etappe nehmen. Während die Sonne langsam weiter entschwand, strömte eine riesige Menge zur „Firestage“, um sich die australischen Pole Position-Metalcorer von PARKWAY DRIVE zu Gemüte zu führen. Schon lange vor der zwanzigminütigen Pause war da an einen Platz in den vorderen Reihen nicht mehr zu denken. Man konnte sich bei dem unschönen Geschiebe und Gedränge recht genau vorstellen, wie sich die Verhältnisse weiter vorne schlagartig änderten, als Winston McCall mit einem kraftvollen Schrei den Startschuss zum Auftakt „Samsara“/ „Unrest“ gab. Neben den weißen Schlauchbooten gab gerade der aufgrund eines gebrochenen Beines an einen Rollstuhl gebundene Luke Kilpatrick eine bizarre Figur ab, rollte er doch, anstatt anstehende Shows abzusagen, dem PARKWAY DRIVEschem Humor entsprechend quer über die Bühne und gniedelte dabei munter weiter auf seiner Klampfe herum… soll aus der Nähe wohl sehr unterhaltsam ausgesehen haben. Von der Songauswahl konnte man sich trotz Ausnahmezustand keine Überraschung erwarten, obwohl man die Reihenfolge etwas variierte und beispielsweise recht früh das sonst häufig abschließende „Boneyards“ verschoss. Nichtsdestotrotz verfehlten „Dead Man’s Chest“, „Deliver Me“ und der älteste Anwesende „Romance Is Dead“ im Verlauf ihre Wirkung nicht, was, wie man mir später erzählte, die Situation im Pit aber zeitweise in unzumutbare Dimensionen katapultierte. Das eher durch seine einprägsamen Singalongs mobilisierende „Home Is For The Heartless“ gönnte den Aktiven zumindest eine kurze Verschnaufpause, die sich auch Winston mit einer lobenden Danksagung kurzerhand erspielte, bevor das Finale – man konnte es sich an den Fingern abzählen – mit „Carrion“ in kollektiver Hochstimmung explodierte. Über die Qualität einer PWD-Show kann man einfach nicht mehr streiten… doller Abschluss für die harte Fraktion!

FLOGGING MOLLY

Trotz wieder halbwegs stabilen Wetterverhältnissen verzog sich diese im Anschluss immer mehr, hätten sie sich auf den letzten Metern des Tages doch tatsächlich ganz ohne Core zufrieden geben müssen. Aber auch ohne Mosh wussten FLOGGING MOLLY den fallenden Temperaturen wärmend mit uriger Bier- und Whiskeylaune entgegen zu steuern. Endlich konnte ich dem röhrenden Eisen, das mir vor Jahren erstmals auf dem Soundtrack von „Tony Hawk’s“ begegnete, ein menschliches Gesicht geben. Mit gepflegtem Bart (einem roten allerdings… ok, ja, Stereotypen sind blöd) und Kastenbrille sah das von Sänger Dave King vielleicht nicht gerade nach wild durchzechten irischen Nächten aus, der Mann ist ja auch schon länger dabei, doch die unverkennbare Stimme sprengte weiterhin kompromisslos die Latten aus dem Pub. In freundschaftlich einigende Feierlaune versetzt, tanzte, schubste und gröhlte das angeheizte Publikum zu „Drunken Lullabies“, „What’s left of the flag“, denen man unausweichlich auf irgendeiner beschwipsten Feierei schon einmal begegnet ist, und ähnlichen Hymnen, während die Konstellation auf der mit traditionell irischen einerseits und mit Punk-typischen Instrumentalisten auf der anderen Seite gefüllten Bühne eher als familiär zu bezeichnen war. Denn die obligatorische Vorstellungsrunde legte auch die Identität von Bridget King, der einzigen Frau und Geigerin der Band offen, die Dave nicht ohne Stolz seine Gattin nennen konnte. Ebenso pflichtgemäß gewährte das flott schunkelige „Don’t shut ‘em down“ einen kurzen Einblick in die ganz frisch veröffentlichte Scheibe „Speed of Darkness“. Da diese von den Hörern aber erst noch gekauft und warm gehört werden musste, zogen hauptsächlich die schnellen und ab und an mal ruhigeren Stücke der Vorgänger in ihren Bann. Um halb neun hatten dann die meisten ihre Füße wohl wieder halbwegs trocken getanzt und schlenderten, leicht betüddelt von dem irischen Kulturprogramm der eigentlich amerikanischen Band, in der Erinnerung an einen fröhlich unterhaltsamen Reigen zur angrenzenden Bühne.

THE GASLIGHT ANTHEM

Dort sollte sich die vorletzte Band des Festivals wieder verstärkt in einen bedächtigeren Klangmantel hüllen, um vor dem lauten Headliner die übrigen noch erhitzten Gemüter ein letztes Mal mit besinnlichen Songs zu versorgen. Stimmung und Atmosphäre spielten THE GASLIGHT ANTHEM hierzu jedenfalls einen astreinen Pass vor die Füße: am Scheitelpunkt vom sich neigenden Tag und der hereinziehenden Nacht präsentierte die regelmäßig auf deutschen Festivals anzutreffende Band aus der amerikanischen Ostküstenstadt New Brunswick zu angenehm leichtem Nieselregen vor einem rot gefleckten Abendhimmel eine Auswahl angenehmer Stücke ihrer drei Alben starken Diskographie. Nur der gleich beim ersten Song unglücklich stolpernde und auf dem Rücken weiter musizierende Gitarrist fügte der Kulisse eine ulkige Note hinzu. Es war beinahe perfekt, bis der Regen zu neuen Kräften fand und die kleinen Tropfen erneut gegen die großen Exemplare eintauschte. Doch mit Ponchos gerüstet widerstanden die gewillten Zuhörer dem Wetter und verharrten lauschend, singend und applaudierend in einer nicht mehr prall gefüllten, aber dennoch halbwegs dicht besiedelten Traube vor der „Firestage“. Nur wenige nutzten nun noch die Möglichkeit, die schnelleren punkigeren Titel mit Pogen zu zelebrieren… passte einfach auch nicht zur Stimmung. Um die verfügbaren fünfundvierzig Minuten mit möglichst viel Inhalt zu füllen, verzichtete der sichtlich amüsierte Frontmann Brian Fallon auf lange Ansagen und schöpfte aus dem vollen Topf der vorliegenden Setlist. Ohne näheren Einblick in das Material der Amis hätte man die auch als zu geradlinig und langweilig abhaken können, da sich einige Stücke bezüglich ihrer Stimmung und des Aufbaus tatsächlich ähnelten. Doch hauptsächlich wurde dieser Umstand mit geteiltem Wohlwollen akzeptiert, sorgten die mit amerikanischer Nostalgie geschliffenen Titel und allen voran Fallons einprägsam raues Organ für einen an Gefühlen reichen Auftritt. Obendrein bescherte man den geduldig in der Klangwand schwelgenden Besuchern mit dem schmissigen Doppelpack „Great Expectations“ und „The Backseat“ einen angemessenen Schluss… großartig!

MOTÖRHEAD

Gegen Halb Zehn mussten die hartnäckigen Festivalbesucher ein letztes Mal nassen Fußes rüber zur „Skystage“ stapfen, auf der nach fast zwölf Stunden Dauerbeschallung endlich die diesjährigen Headliner MOTÖRHEAD empfangen wurden. Obwohl die ja vor allem für extreme Lautstärke bekannt sind, hatten sie mit dem gängigen HC-Klientel nicht mehr viel am Hut, so dass sich auch die letzten Anhänger langsam in den hinteren Bereich verzogen oder ganz verflüchtigten und man sich trotz fast gänzlichem Verschwinden der pubertären Besucher inmitten der Altfans mittlerweile doch arg jung fühlte. Doch als nach einer natürlich die eingeplanten fünf Minuten überziehenden Umbaupause endlich Mr. Lemmy Kilmister himself in voller Montur die Bühne betrat und mit aller Selbstverständlichkeit ins Mikrofon raunte: „We are MOTÖRHEAD… and we play Rock’n’Roll!“, spielte Alter keine Rolle mehr. Das „Vorurteil“ bezüglich der Lautstärke bestätigte sich umgehend, doch ungeachtet dessen setzte sich die gesamte Menge schlagartig in Bewegung. Zu explosionsartig dröhnendem Bass-/ Gitarren-Sound und treibenden Drums hüpften die nassen Körper unbeirrt freudig umher, während Lemmy auf der mit einem „The World Is Yours“-Banner verzierten Bühne an der Seite von Phil Campbell sich kaum bewegte. Dafür verschwand Mikkey Dee, belebt sein Kit bearbeitend, hinter seiner immerzu wippenden blonden Mähne, ohne sich Fehler in der Ausführung zu leisten. Hätte man ja auch keinesfalls erwartet bei der vorzuweisenden Erfahrung. Repräsentativ rödelte mit „Get Back In Line“ auch ein fetter Rocker vom neuen Album aus den strapazierten Boxen, ohne Bedenken aufgefangen von der Menge. Auch wenn ich nie so sehr in das Material vertieft war, machten die unsterblichen Kult-Rocker doch auch mir einfach nur Spaß alleine schon beim Zuhören. So gern ich mir den Auftritt auch bis zum Ende angesehen hätte, musste ich mich nach einer guten halben Stunde angesichts meines nun völlig durchnässten Schuhwerks, das die folgenden knapp zwei Stunden noch für die Rückfahrt halten musste, besinnen, frühzeitig von Dannen ziehen und mir weitere Hits wie „Ace of Spades“ entgehen lassen. Die beiden Aftershow-Parties, die der unerschrockenen Feiermeute unter anderem mit ADEPT und KRAFTKLUB bis knapp Zwei Uhr in der Früh einheizen sollten, ließ ich selbsterverständlich auch links liegen.

Mein Fazit: obwohl das diesjährige Lineup mich nicht so sehr frohlockte wie das der vergangenen Jubiläumsshow, habe ich von den meisten anwesenden Bands unterhaltsame bis wirklich starke Auftritte geboten bekommen, während sich die fragwürdigen Momente in Grenzen hielten. Gerade die älteren Semester trumpften mit der angesammelten Erfahrung auf… dahingehend seien vor allem noch die zuvor aufgelösten BOYSETSFIRE als eines der Highlights erwähnt. Das wechselhafte Wetter brachte die erfreulich gute Stimmung keineswegs zu Fall, wobei die bratende Dauerhitze des letzen Jahres glücklicherweise ausbliebt und die auch in allen anderen Bereichen wirklich zufriedenstellende Organisation mit weiterhin freundlichen Beteiligten sich optimal (Ponchos, Wasserschläuche) auf die jeweiligen Verhältnisse einstellte. Eines muss ich jedoch weiterhin bemängeln: warum diese Parties? Besucher, die nur für den Haupttag anreisen konnten, mussten sich dieses Jahr beispielsweise eine Band wie SILVERSTEIN entgehen lassen. Vielleicht sollte man da doch wieder auf zwei Tage umschalten. Nichtsdestotrotz: das Vainstream hat auch dieses Jahr Bock gemacht, so dass ich mir auch die siebte Auflage keinesfalls entgehen lassen werde!

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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