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VNV NATION – IMPERATIVE REACTION – MODULATE

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Ort: Köln - Live Music Hall

Datum: 26.03.2007

VNV NATION auf Tour zu ihrem neuesten Werk „Judgement“ – welches erst nach der Mehrzahl der deutschen Gigs erscheint! Doch das sollte die Fans nicht davon abhalten, die Gastspielreise von Ronan und Co. zu einem Triumphzug werden zu lassen. An diesem Montag hatten wir aber zunächst ganz andere Probleme. Bei einem schweren Unfall auf der A1 sorgten einige implodierende Fernseher für Auflösungserscheinungen des Fahrbahnbelags. Zum Glück waren sämtliche Sperrungen am Abend schon wieder Geschichte und so erreichten wir pünktlich gegen 19 30 Uhr die Live Music Hall. Vermeintlich pünktlich, denn trotz offizieller Anfangszeit von 20 Uhr lagen MODULATE schon in den letzten Zügen.

Wirklich ärgerlich, den Opener mal wieder zu verheizen, auch wenn das mittlerweile gang und gäbe ist. Nun kann man nicht behaupten, dass das die meisten Anwesenden wirklich gestört hätte, denn viele verweilten an diesem wunderschönen Frühlingsabend (19 Grad) lieber im Vorhof als sich von monoton-harten Instrumentalklängen verwöhnen zu lassen. Hinter MODULATE steckt der aus Manchester stammende Industrial DJ Echo aka Geoff Lee, der sich von EBM, Noise und Techno beeinflusst sieht. Die Debüt EP des Herrn erschien justament bei Infacted Recordings, deren Titeltrack „Skullfuck“ bildete dann auch den Abschluss des knapp 30 minütigen Auftritts. Unterstützt wurde der Knöpfchendreher von einem Live Schlagwerker, der allerdings nicht sonderlich live zu agieren schien. Immerhin trug er ein tolles T-Shirt („100 Percent Extreme Terror“). Mir gefiel der etwas an TACTICAL SEKT erinnernde Sound durchaus, so dass ich mich demnächst mal der Konserve annehmen werde.

Ähnlich wie bei der letzten Tour von VNV (mit SOMAN und DIORAMA) folgte auf ein Instrumentalprojekt nun eine „Band“, wenngleich IMPERATIVE REACTION im Grunde das Baby nur eines Mannes ist: Der Amerikaner Ted Phelps wurde aber live von einem Keyboarder/ Backgroundsänger plus Drummer unterstützt. IR haben bereits vier Alben veröffentlicht, dennoch sind sie in Europa relativ unbekannt, ich gestehe, nicht einen einzigen Titel auf dem Schirm zu haben, von daher muss hier auf eine detaillierte Setlist verzichtet werden. Das 2007er Werk „As we fall“ (Metropolis Records) dürfte aber wohl in der knappen dreiviertel Stunde bedacht worden sein, die relativ höhepunktlos an den Zuschauern vorbeirauschte. Ok der gute Ted sieht ami-mässig stylish aus, aber am Live Gesang sollte er noch etwas feilen. Ebenso konnte der Future Pop/ Electro Stilmix nur relativ wenig reißen an diesem Abend, die Beifallsbekundungen waren doch recht spärlich. So war das Trio um 20 45 bereits wieder von der Bühne entschwunden und endlich stand der von ALLEN erwartete Headliner auf dem Programm, die Live Music Hall war dementsprechend nun mit knapp 1000 Besuchern sehr ordentlich gefüllt.

Um 21 15 betraten die vier Gladiatoren die Stage, allesamt in feinstes Schwarz gehüllt. Neben unserem heiß geliebten „Pombär“ Ronan natürlich Mark Jackson mittig an den E-Drums plus 2 Tourkeyboarder. Bei denen handelte es sich dieses Mal um Marco (Visconti) von der italienischen Formation XP8 sowie den Hamburger André Winter, der bei der „Matter + Form“-Scheibe als Produzent aufgetreten war. Nach einer sehr freundlichen Begrüßung legte man gleich mit dem brandneuen Titel „The Farthest Star“ los, von dem offiziell bislang nur Snippets existieren. Dennoch zeigte sich insbesondere der Fanclub an vorderster Front schon relativ textsicher. Das änderte sich auch bei den weiteren „Judgement“-Stücken nicht, die überwiegend recht weit vorne ins Set eingebaut worden waren – eine kluge Entscheidung. „Darkangel“ führte das erste Mal zu Begeisterungsstürmen, die beim rhythmischen „Chrome“ noch übertroffen wurden. Überraschenderweise hielt sich der sympathische Fronter mit Ansagen zunächst zurück, später wurde er aber seinem diesbezüglichen Ruf natürlich noch gerecht. Die Titel wurden zumeist von Projektionen auf dem oberen Teil Rückwand begleitet, welche die sehr gelungene Lichtshow gut unterstützten. Mit „1, 2, 3, 4(Fear)less“ ging es weiter, bevor das brettharte „Nemesis“ einen weiteren sehr leckeren Vorgeschmack auf das neue VNV-Werk gab. Mit der „Advanced Electronics Comp. Vol.2“ Version von „Honour 2003“ folgte ein weiterer Tanzflächenfeger, bevor „Illusion“ Zeit für ein paar andächtige Momente bot. Gänsehaut pur! Ronan beschwerte sich derweil über den Rauch auf der Bühne (zu den Verantwortlichen: „I am sorry for shaving your hair this night“), aber dies konnte ihn genauso wenig wie die gefühlten 45 Grad dort oben von einer sauberen Gesangsleistung abhalten. Nach „Standing“ folgte dann schon der Abschluss des Hauptteils mit dem wunderbaren „Perpetual“, das von endlos vielen Händen in der Luft begleitet wurde. Nach und nach verschwanden die Herren von ihrer Arbeitsfläche, bis die beiden Tastentipper die letzten Töne live erzeugten.

Es dauerte nicht lange und das Quartett kehrte zurück, allesamt mit einem leckeren Bierchen, außer Marco, denn (Zitat Ronan) „Italiener trinken keinen Alkohol.“ Jetzt wurde der Brite erst richtig redselig, flirtete mit den Fans und gab Statements wie „We need YOU much more than you need US“ oder „We take your energy and give it back to you“ zu Protokoll. Begeisterte „We love you“-Chöre gaben die richtige Antwort. Für einen Moment schien der kahlköpfige Sänger richtig gerührt zu sein, dann aber ging es mit „Homeward“ hochklassig weiter. Als kleine Überraschung wurde nun wieder ein neuer Song präsentiert, in Form von „Carry you“, zusammen mit der Bemerkung, man würde ganz genau wissen, was sich täglich in den VNV-Foren bzgl. der Tour abspiele. Nach einer weiteren kurzen Pause rundete der Klassiker „Beloved“ das Konzert perfekt ab, hier agierte man nur zu zweit, mit Mark rechts an den Keys. Zur minutenlangen Verabschiedung kehrten dann aber auch Marco und André zurück.

Knappe 90 Minuten beste Electro Unterhaltung von melancholisch bis treibend, von tanzbar bis verträumt hatten ihr Ende gefunden und in dieser Form brauchen sich VNV NATION über ihren Szene Status auch in Zukunft keine Sorgen zu machen. Für Frankfurt im Mai versprach man weitere Überraschungen, the Show must go on!

Setlist MODULATE
Kommune 1
Faktory
Electronic Battle Weapon
Revolution
Skullfuck

Setlist VNV NATION
The Farthest Star
Darkangel
Testament
Descent
Chrome
Fearless
Nemesis
Legion
Honour 2003
Illusion
Standing
Perpetual

Homeward
Carry you

Beloved

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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