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VOLKSTROTT – CODEX SIAM

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Ort: Berlin - Kato

Datum: 05.02.2005

Drei Berliner „Newcomer“-Bands aus dem Gothic-Rock und Folkbereich waren angekündigt, im Kreuzberger Kato einen unterhaltsamen Abend zu bereiten. Für schlappe fünf Euro Eintritt konnte man nicht meckern, da informiert man sich gerne, was die Hauptstadt so zu bieten hat. Da wir etwas spät dran waren, hatten wir den Auftritt der Gothrocker von LEENES WISH leider verpasst und erreichten die Lokalität genau in der Umbaupause, welche sich allerdings selbst dann noch sehr lange hinzog.

Die Folkmetaller von CODEX SIAM traten an diesem Abend auch in reduzierter Besetzung auf. Zum einen war Cellist Fabi nicht mit von der Partie, zum anderen weilte Drummer Niko gerade in den Staaten, so dass man auf Quintettgröße geschrumpft war und zum ersten mal mit elektronischem Drumersatz arbeiten musste. Ob und wie das funktionieren sollte, schien die Band selbst noch nicht genau zu wissen. Der erste Teil des Sets geriet aber leider etwas fad – die Riffs rockten und die Drums knüppelten, allerdings geriet Steves Gesang da eher zum Gegröhle und Tiris Geigenspiel ging fast völlig unter. Optischer Blickfang war aber Bassistin Helen, die zwar ab und zu etwas gelangweilt schaute, aber ansonsten doch hübsch anzusehen war. Das zahlreich erschienene und ca. 300 Mann starke Publikum machte auch ordentlich mit, ein Grüppchen outete sich zumindest durch sein lautstarkes Engagement als persönlicher Fantrupp. Bei „Vögelein“ wurde auch noch der letzte Rest wach, SCHANDMAULige Anleihen führten dazu, dass mit „Wenn ich ein Vöglein wär…“-Gesängen ein Da Capo gefordert wurde. In diesem Stile ging das Set dann auch weiter, Tiri konnte endlich auftrumpfen, technische Probleme mit dem Drumcomputer vermochten die Stimmung nicht zu trüben. Als Dreingabe spielte man eine etwas abstruse Version von „Mad World“, die je nach Strophe irgendwo zwischen GARY JULES-Ballade und Punkrock-Kracher lag und leider auch zeigte, das Steve live nicht der treffsicherste unter den Sängern ist.

Eine weitere Umbaupause und dann kamen endlich die an Monitorboxen, Mikroständer und Schlagzeug montierten Leuchtschlangen zum Einsatz. VOLKSTROTT enterten die Bühne, um eine Releaseparty der besonderen Art zu feiern. Mit „Todeskunst“ spielte der muntere Sechser auch sehr bald ein Stück der Neuen MCD „Spielsucht“, die Gäste sorgten von Anfang an für eine ausgelassene Stimmung, tanzten und teilweise wurden auch die Haare geschwungen. Nicht nur Spielfreude, auch musikalische Kompetenz war deutlich erkennbar, kann doch zum Beispiel ein Dudelsack auf der Bühne ungeheuer nervig klingen. Dies war bei Ronnys Hümmelchen aber nie der Fall, im Gegenteil machte das neben Inas Violinenspiel für mich den Charme von VOLKSTROTT aus. Bei manchen Songs sang Ronny aber auch mal einige Backingvocals oder tanzte einfach nur dekorativ herum. Sänger David hüpfte barfuß über die Bühne und versprühte eine unglaublich gute Laune, hing sich einige Male die Klampfe um und unterstützte so Gitarrist Michael. „Schuld“ brillierte auch optisch durch eine perfekt abgestimmte Lichtshow mit den Leuchtschlangen, „Meine Seele“ mutierte zum wahren Kracher, bei „Augenblick“ zeigte sich die Extase in vollem Ausmaße: auch vor Stagediving machte man nicht Halt! Mit „Liebenswürdig“ kündigte David ein weiteres Stück der neuen Platte an, welches begeistert aufgenommen wurde, „Ein Spiel“ hingegen war noch brandneu und komplett unveröffentlicht. Damit war das reguläre Set beschlossen, natürlich war es aber nur eine Frage von Minuten, bis Jubelrufe und lauthals geforderte Zugabenwünsche ihr Ziel erreichten. Ein Instrumental und „Zu schön“ wurden noch unter die Leute gebracht, dann hatte auch die Spielsucht von VOLKSTROTT ein Ende und das Kato ein erfolgreiches Konzert mehr in seiner Liste.

Setlist CODEX SIAM:
Grusel
Frei
Nur ein Spiel
Alles W D B
1st Inch Tool
R.I.P. Back
Selbstlawine
Vögelein
Stadthimmel
Seenot

Mad World

Setlist VOLKSTROTT:
Nie mehr
Oriental
Todeskunst
Galgeneiche
Im Schatten
Meine Seele (stirbt heut’ Nacht)
Schuld
Paradies
Ohne Zweifel
Augenblick
Liebenswürdig
Blick zurück
Gauklertraum
Ein Spiel

Passion du Jeu
Zu schön

Copyright Fotos: Antje Wagler

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