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WAVE GOTIK TREFFEN 2013 – TAG 3

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Ort: Leipzig WGT

Datum: 18.05.2013

ESBEN & THE WITCH – KARIN PARK – SLEEPING DOGS WAKE – MARTIAL CANTEREL
Leipzig WGT Volkspalast (Kuppelhalle/ Kantine)

Vor den Konzerten blieb heute noch ein wenig Zeit, das Heidnische Dorf zu besuchen. Ein Fläschchen Hanf-Met und etwas Leckeres zu Essen, ist dort Pflicht. Viel Zeit zum Verweilen blieb aber leider nicht. Denn wir „mussten“ kurz nach 19 Uhr im Volkspalast sein. Der für uns erste Acts des Abends war MARTIAL CANTEREL. Ich bin vor einiger Zeit durch Zufall auf den amerikanischen Musiker und Produzenten Sean McBride gestoßen, indem ich mir ungehört und auf Empfehlung dessen letztes Album „You today“ gekauft habe. Seitdem kreist die Platte häufig in meinem Player. McBride präsentierte sich alleine auf der Bühne in der gut gefüllten Kantine des Volkspalastes, umgeben von einer beachtlichen Menge an elektronischen Geräten. Der Auftritt begann unter ordentlicher Dreingabe von Nebel. Stillstehen war ab dann nicht mehr möglich, selbst nach drei Tagen intensiver Feierei musste man einfach mitgehen. Feinste Minimal-Elektro-Arrangements mit textlichem und gesanglichem Gespür für die richtige Note Melancholie gepaart mit goovigen Beats. MARTIAL CANTEREL bewies auch live, dass er einer der talentiertesten elektronischen Underground-Musiker ist. Ein tolles Konzert, bei dem jeder Song ein Hit war.

SLEEPING DOGS WAKE ist eine Band, deren Namen man schon seit Jahren kennt, aber so richtig bewusst nie gehört hat. Zumindest mir ging es so. Bis die „schlafenden Hunde“ im Volkspalast geweckt wurden. Und zwar nicht zu leise. Von der ersten Sekunde ging es nach vorne, ein wahres Feuerwerk aus Drums und Gitarrenriffs. Auch nach 20 Jahren Bühnenabstinenz bretterten SLEEPING DOGS WAKE ihr 1989er Debüt-Album „Understanding“ den Zuschauern gnadenlos um die Ohren. Weltweit übrigens einmalig auf dem WGT. Entsprechend gut besucht war auch die Kuppelhalle und das Publikum rockte mit. Obwohl das gebotene Spektakel schon etwas bizarr war. Eine zierliche, kleine Dame wechselte zwischen energischen elektronischen Drums und esoterisch ruhigen Passagen und ein weißhaariger Herr variierte von Apathie über Rock-Einlagen bis hin zu absolut finsteren, black-metal-lastigen „Gesangseinlagen“. Dazwischen unterhielt er das Publikum in freundlichem Ton mit dem einen oder anderen Spruch. Sehr interessante Musik und ein tolles Konzert, was ich wohl so sonst nicht erlebt hätte. Neues Material ist leider nicht in Sicht. Zuletzt haben SLEEPING DOGS WAKE 1995 ein neues Album veröffentlicht. Aber vielleicht sind sie ja nach dem erfolgreichen Konzert wieder auf den Geschmack gekommen. Musik im Blut haben sie jedenfalls noch.

Nach so einem Konzert brauchten wir erst mal eine kleine Verschnaufpause, obwohl es nebenan gleich wieder mit KARIN PARK weiterging. Dieser permanente Wechsel zwischen Kuppelhalle und Kantine ist zwar einerseits praktisch, weil man nonstop Konzerte sehen kann, geht aber auch ganz schön auf die Beine. Zumindest schafften wir es noch zu den letzten Songs von KARIN PARK. Nicht weiter schlimm, da wir die Dame bereits Anfang des Jahres in Conne Island gesehen hatten. Und auch auf dem WGT brachte das Model wieder präzise Elektroperlen mit unterkühlter Sexiness. Definitiv hörens- und auch sehenswert. Und so sahen das auch die anderen Zuschauer.

Auch die letzte Band des Abends war mir bisher kein Begriff. ESBEN & THE WITCH haben sich nach dem gleichnamigen dänischen Märchen benannt. Die 2008 gegründete Band aus Brighton veröffentlichte Anfang diesen Jahres ihr zweites Album und scheint bereits eine große Fangemeinde um sich geschart zu haben. Auf der Bühne ließen sie jedenfalls keinen Zweifel daran, für selbige geboren zu sein und lieferten druckvollen Gothic-Rock mit einer stark abstrakten Note. Vor allem die kleine zarte Sängerin und Bassistin Rachel Davies wirbelte von Anfang bis Ende über die Bühne, das es nahezu unmöglich war, sie fotografisch einzufangen. In der Zugabe, mit der die Band „nicht gerechnet habe“, wechselte der Dummer an die Gitarre, mit der Bemerkung, er habe lange nicht gespielt. Das lag aber nicht an seinen musikalischen Fähigkeiten, die waren durchaus vorhanden. Aber wie er damit hantierte, musste man schon begründete Ängste haben, er könne sie zerstören. Auch ein sehr interessantes Konzert und in puncto Agilität auf jeden Fall der Sieger des Abends, knapp gefolgt von SLEEPING DOGS WAKE.

Danach war es wieder an der Zeit, selber aktiv zu werden. Heute ging es ins Beyerhaus. Im kleinen Raum lief nonstop „Krach“ und im großen Cold Wave und Batcave. Schöne Mischung und so waren auch sämtliche Freunde und Bekannte anwesend, und wir hatten eine fantastische Party, der viele Cuba Libre zum Opfer gefallen sind und die erst im sehr späten Vormittag endete.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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