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WAVE GOTIK TREFFEN 2016 – TAG 2

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Ort: Leipzig – WGT

Datum: 14.05.2016

SIGUE SIGUE SPUTNIK
(Täubchenthal)

Der zweite Tag sollte mit SIGUE SIGUE SPUTNIK im Täubchenthal beginnen. Trotz der frühen Stunde war die Location so voll, dass wir nur vom Balkon aus einen Blick auf den wie eh und je im Stil einer Post-Punk Drag Queen auftretenden Martin Degville erhaschen konnten. Mit nietenbesetzter Jeansjacke und mit Fasanenfedern gespicktem Iro war er wieder ein Hingucker. Leider lag wie beim Auftritt beim WGT vor acht Jahren der Fokus auf Optik – der Sound war mäßig und dank Playback kamen nur eingefleischte Fans in Stimmung, die für uns eher den Eindruck einer Tanztee-Veranstaltung machte. Nach vergeblichem Versuch im Saal unten näher an Bühne und Konzertfeeling zu gelangen, machten wir uns auf den Weg ins Heidnische Dorf.

ROSE MCDOWALL
(Heidnisches Dorf)

Trotz wechselhaft kühlem Wetter war die Wiese vor der Hauptbühne gut besucht, um ROSE MCDOWALL mit einer bunten Mischung von aus der Neofolk-Musikszene bekannten Musikern zu erleben. Während die Schottin selbst Akustikgitarre spielte, wurde sie neben Schlagzeug, E-Gitarre und -Bass von Cello und Co-Sängerin Eilish McCracken begleitet, die sowohl mit Violine als auch Querflöte das Set up komplettierte. Unter einem großen Hut versteckt gab ROSE McDOWALL den einen oder anderen Hit zum Besten: „To drown a rose“ durfte genauso wenig fehlen wie „Symbols of the sun“. Auch wenn sich über die gesanglichen Fähigkeiten streiten lässt, wusste die sympathische Lady das Publikum zu begeistern.

SONAR
(Altes Landratsamt)

Um unserem alljährlichen Vorhaben gerecht zu werden, möglichst viele verschiedene Konzerteindrücke während der Festivaltage zu sammeln, steuerten wir als nächstes das Alte Landratsamt an, das heute im Zeichen des Elektro Noise stand. Im gut gefüllten Saal erwarteten wir den krachigen Soundteppich von SONAR. In guter alter Manier schepperte es ordentlich aus den Boxen – auf eine Leinwand konnten Dirk Ivens und Eric Van Wonterghem getrost verzichten. Die beiden Herren machten sich wie zum Battle gegenüberstehend an ihren Geräten zu schaffen. Gleich vom ersten Song an wurde das Tanzbein geschwungen, und Erinnerungen an durchtanzte Nächte Ende der 1990er wurden wach. Da unser heutiger Headliner im Täubchenthal auftrat, konnten wir leider nicht bis zum Schluss bleiben – oder vielleicht auch zum Glück. Denn so wurden wir auf dem Weg zum Auto Ohrenzeuge der fetten Beats, die Außenwände und Fenster des ehrwürdigen Gemäuers zum Vibrieren brachten.

CINEMA STRANGE
(Täubchenthal)

Gerade noch rechtzeitig konnten wir uns durch die Massen zur Bühne im wieder bis zum Rand gefüllten Saal im Täubchenthal vorkämpfen, um die Gothic-Punk-Legende aus Kalifornien aus der Nähe zu erleben. Im Gegensatz zu unserem Startkonzert am heutigen Nachmittag wurde bei CINEMA STRANGE, die mit ihrem im Jahr 2000 ersten Konzert in Europa bekannt wurden, weniger Wert auf Optik als auf Sound gelegt. Während sie bei ihren bis Mitte der 2000er zahlreich stattfindenden Konzerten noch auffällig gestylt auftraten, waren sie heute vergleichsweise schlicht gekleidet. Der charismatische Lucas Lanthier alias Zampano in schulterfreiem Shirt, mit verziertem Dekolletee aus der Damenabteilung und in chinesischen Arbeiterschlappen zelebrierte mit offensichtlich von Thai-Chi inspirierten Bewegungen eine Fülle der auf den wenigen Veröffentlichungen erschienen Songs. Gemeinsam mit den beiden Brüdern Daniel und Michael Ribiat an Bass und Gitarre, Bandgründer ihres Zeichens, füllte er die Bühne voll aus. Auch wenn die Drums aus der Konserve kamen, wussten sie das Publikum mit ihren an eine Mischung aus LONDON AFTER MIDNIGHT und SOPOR AETERNUS erinnernden Songs zu überzeugen. Mit “Speak, Marauder!” und “I remember Tendon Water” verabschiedeten sich die drei unterschiedlichen und gleichzeitig aufeinander eingespielten Typen, die sich mit reichlich Rotwein auf der Bühne ganz zu Hause zu fühlen schienen.

Beschwingt von diesem Klangerlebnis machten wir uns auf den Weg zum Dunkelromantischen Tanz, der heute im Haus Leipzig auf dem Programm stand.

Copyright Fotos: Nora Tausendfreund

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