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X-ROCKFEST OPEN AIR 2014

140817-X-Rockfest

Ort: Herford - am Club X

Datum: 17.08.2014

Schon bei der Erstausgabe 2013 haben die Festival-Macher vom Club X in Herford mit einem Billing, dass u.a. SLAYER, BULLET FOR MY VALENTINE, ANTHRAX, FEAR FACTORY, KILLSWITCH ENGAGE und TRIVIUM enthielt, mächtig aufgefahren. Mit dem Erfolg im Rücken war schnell klar, dass man 2014 in die nächste Runde dieses Ein-Tages-Festivals gehen würde, welches wiederum Sonntags stattfinden und mit einem Ende um 22.00Uhr angenehm zeitig vollendet sein würde. Auch wenn einige Stimmen das Billing für etwas schwächer als beim Erstling anmäkelten, kann sich bei namhaften Bands wie CALIBAN, NAPALM DEATH, GRAVEYARD, AMON AMARTH, AIRBOURNE, LIFE OF AGONY und MACHINE HEAD wohl kaum ein Metal-Fan ernsthaft beschweren! Kurzfristig mussten OF MICE & MEN absagen, wofür man schnell noch ANY GIVEN DAY an den Start brachte, welche Club-Gängern durch das knallige RIHANNA-Cover von “Diamonds” sicher ein Begriff sein dürften.

Aus organisatorischen Gründen leider erst zu GRAVEYARD vor Ort, holte ich mir erstmal Meinungen zu den ersten Bands ein, wobei besonders die Veteranen von NAPALM DEATH richtig Lorbeeren einfahren konnten. Kein Wunder, sind die Kult-Grinder doch mit die Grundlage für die meisten Extrem Metal-Variationen der heutigen Zeit! Nachdem auch AUGUST BURNS RED, WOVENWAR (ehem. AS I LAY DYING) und ANY GIVEN DAY bekannterweise richtig Druck machen, wurde es mit eben GRAVEYARD dann doch eine Ecke entspannter. Mit ihrem bluesigen Psychedelic-Rock transportieren einen die Schweden wieder direkt in die 70er. Zumindest bei so einigen Fans, die mitgehen, als hätten sie auch schon am Nachmittag entspannende Zutaten in ihre Kippen integriert. Die Mehrheit allerdings ist an diesem Sonntag zum rocken hier und stärkt sicher daher erstmal mit fester und flüssiger Nahrung!

CALIBAN durften schon 2013 das Festival rocken und kamen dabei so gut an, dass man sie prompt ein weiteres Mal einlud. Mit Recht, wie die Ruhrpottler auch heute wieder bewiesen. Mit Spaß und Spielfreude rockten die Jungs stampfende Nummern wie “King”, “Devils Night” und “Memorial”, wobei sich der Pit nicht lang bitten ließ, ordentlich mitging und auch so einige Crowdsurfer auf die Reise gingen! Bei “We are the Many” stürmte ANY GIVEN DAY-Frontkante Dennis die Bühne und unterstützte CALIBAN-Shouter Andy, der mittlerweile an der Absperrung bei den Fans hing, bei den Vocals! Zum Abschluss gab es mit “yOur Song” noch den Tribut an die Fans, welche sicherlich nicht böse sein dürften, wenn CALIBAN auch 2015 wieder eingeladen werden!

Ein großes Highlight dieses Jahr sollte nicht nur für mich das nächste Comeback von LIFE OF AGONY sein, die in den frühen 90ern sowohl von Punks, Corern, Metallern und Rockern abgefeiert wurden und diesen Kultstatus noch immer innehaben. Dazu hat sich Fronter Keith Caputo mittlerweile nicht nur solo etabliert, sondern sich auch als “Transgender” geoutet, was bedeutet, dass Er jetzt “Mina” heißt und weder richtig Mann, aber auch nicht so richtig Frau ist. Wie auch immer, wichtig ist ja, dass die Band weiterhin rockt! Und das können sie! Als die New Yorker mit “River Runs Red” gleich in die Vollen gehen, geht der im Altersdurchschnitt zu der Zeit deutlich erhöhte Pit auch gleich mit! Danach wird zu “This Time”, “Other Side of the River”, “Weeds, “Lost at 22″ und natürlich “Through and Through”, sowie “Underground” gepoked, geprungen und gerockt (Terror-Schreiberling natürlich mitten drin!) und Gitarrist Joey feuert einen dabei zwischen den Songs genauso an, wie vor 20 Jahren! Auch die Moves von Caputo sind genauso Schlangenmensch-artig wie damals und die Stimme, wenn auch nicht mehr ganz so kraftvoll als ehemdem, schallt noch immer unverkennbar von der Bühne! Sch….egal, dass der nu Mina heißt und mit Hüfthose und leichtem Make-up über die Bühne schwebt! Hoffentlich sind LOA bald mal wieder in den Clubs unterwegs!

AC /DC sind noch immer nicht von uns gegangen und trotzdem rocken ihre designierten Nachfolger AIRBOURNE schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich durch die Welt! Und da macht das Rockfest keine Ausnahme! Zwar hat die letzte Langrille der Jungs auch schon mehr als ein Jahr auf dem Buckel, aber bei “Ready to Rock”, “Girls in Black”, “Live it up” und natürlich “Runnin’ Wild” muss man einfach mitgehen, zumal einem Front-Keule Joel O’Keeffe eh keine andere Wahl lässt. Voll aufgedreht lässt sich der Australier auch heute von den Fans durch die Menge tragen, spielt auf der Bühne Bierdosen-Stechen oder klettert auf den Verstärkern rum. Dazu rockt die Band als hätten sie nicht nur einige Bierchen, sondern auch ordentlich Koffein intus! So kennt man, so liebt man die Jungs!

AMON AMARTH werden ja oft liebevoll die AC/DC des Death Metals genannt, weil ihre Songs unverkennbar klingen und auch sicht recht ähnlich sind, aber dennoch Album für Album richtig mitreißen. Für ihre Show heute haben die Schweden auch wieder ordentlich aufgefahren: Pyro-Flammen, Qualm-speiende Drachen-Köpfe und explodierende Mjölnirs heizen den Fans, besonders in den ersten Reihen ordentlich ein. Dazu lassen Gassenhauer wie “Guardians of Asgaard”, “Death in Fire”, “Twilight of the Thundergod”, “Victorious March” und natürlich “Pursuit of the Vikings” nicht nur eingefleischte Death Metaller mit gehen, denn auch Rock-Fans alle Schubladen wissen die Wikinger mittlerweile abzufeiern! So brüllen einige tausend Anwesende nur zu gerne “Odin!”, wenn Front-Riese Johan Hegg dazu auffordert!

Passend zum anstehenden Album “Bloodstone & Diamonds” und der kurze Zeit später verkündeten Tour sind MACHINE HEAD wieder da und bereit, das Festival würdig zu beschließen! Und das mit durchaus guter Laune, welche sich auch die Fans trotz eines kleinen Regenschauers nicht vermiesen lassen. So geht es auch gleich mit “Imperium” und “Beautiful Mourning” (Yes!) richtig auf die 12! In Folge dessen werden Gassenhauer wie “Locust”, “The Blood The Sweat The Tears” und immerhin live gut abgehendes “Bulldozer” rausgekachelt! Als Vorgeschmack aufs neue Album hat man “Killers & Kings” dabei, das klar macht, dass man auch mit dem neuen Werk nicht enttäuschen wird! Natürlich verteilt Mr. Robb Flynn auch heute wieder Whiskey Cola-Shots an die Fans und stößt selbst natürlich auch gleich mit dem traditionellen “Prost, Muthafuckerz, Prost” mit an! Neu-Basser Jard MacEachern (ehem. SANCTITY) hat sich auch wunderbar in der Band eingelebt und einzig Gitarrist Phil Demmel wirkt heute nicht ganz so motiviert. Das hält ihn aber nicht davon ab, zusammen mit Robb bei “Aesthetics of Hate” mal wieder unglaubliche Soli rauszuhauen! Der Gassenhauer “Old” leitet dann das mit “Halo” grandios bestückte Finale ein! Ein wunderbarer Appetithappen für die kommende Tour und dort, so bin ich sicher, werden MACHINE HEAD sicher noch eine Packung drauflegen!

Setlist MACHINE HEAD
Imperium
Beautiful Mourning
Locust
The Blood The Sweat The Tears
Killers & Kings
Davidian
Bulldozer
Aesthetics of Hate
Old
Halo

Als Fazit kann man das X Rockfest auch dieses Mal wieder nur positiv bewerten! Natürlich kann der Sound hier mal lauter und dort mal druckvoller sein, natürlich kann es auch mal ne Futterkiste mehr geben. Aber Overall ist ein derartiges Festival, das für einen wirklich akzeptablen Preis eine Reihe wirklicher Top-Bands an einem Tag an den Start bringt, wirklich als absolutes Highlight zu sehen! Ganz davon abgesehen, dass meinereiner keine halbe Stunde bis in die heimische Koje benötigt ;-) … daher sage ich: Auf Wiedersehen in 2015!!

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