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ZAZ – IMANY

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Ort: Dortmund - Westfalenhalle 1

Datum: 08.05.2012

Isabelle Geoffry begann ihre Karriere als Straßenmusikerin in Paris und wurde 2010/2011 in kürzester Zeit dank ihres Hits „Je veux“ unter ihrem Künstlernamen ZAZ nicht nur außerhalb der Stadtgrenzen, sondern auch weit über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Auf ihrer jetzigen großen Europatour machte sie auch Halt in der Dortmunder Westfalenhalle. Diese hatte man durch das Vorziehen der Bühne um ca. ¼ der Gesamtgröße verkleinert, aber dennoch dürften an diesem Dienstag-Abend an die 4000 Zuschauer ihren Weg in die Westfalenhalle gefunden haben und warteten gespannt auf die Französin.

Zunächst wurde das Konzert aber pünktlich um 20 Uhr von der Künstlerin IMANY eröffnet, die nur begleitet von einem Gitarristen als Support von ZAZ mit auf Tour war. Diese konnte dank einer ganz starken Stimme und eines souveränen Auftritts das Publikum innerhalb weniger Minuten begeistern. Zwar waren die Songs dem überwiegenden Teil der Anwesenden unbekannt, aber spätestens bei dem MICHAEL JACKSON-Cover „I´ll be there“ konnte das Auditorium zum Mitsingen animiert werden. Die kleinen Geschichten rund um ihre Songs konnte IMANY weitere Sympathien einbringen. So riet sie z.B. in einem den Frauen gewidmeten Stück, man könne die Männer nicht ändern und solle diesem Irrglauben auch nicht verfallen. Spätestens, wenn man darüber nachdenke, sie zu ändern, sei es Zeit, sie besser zu verlassen. Zum Ende ihrer nur 30-minütigen Spielzeit buchstabierte sie diverse Mal ihren Namen, um im Internet gefunden zu werden und wies auf ihre im Juni erscheinende CD hin. Ein alles im allen sehr überzeugender Auftakt und folgerichtig forderte das Publikum auch lautstark eine Zugabe, die aber leider nicht gewährt wurde.

Stattdessen gab es eine ebenfalls 30-minütige Umbaupause, deren Sinn man durchaus hinterfragen konnte, mussten doch nur ein Mikroständer und eine Gitarre von der Bühne geräumt werden. Es wäre also durchaus noch eine Menge Zeit für 1-2 weitere Songs von IMANY gewesen. Aber so stürmte um 21 Uhr eine wie immer energiegeladene ZAZ unter großem Jubel auf die Bühne und startete ihr Set mit „Le passants“ gleich temporeich. Die Bühne war bewusst schlicht gehalten, lediglich 3 kleine runde Leinwände zierten den Hintergrund und dienten als Projektionsfläche für kleine die Songs untermalende Einspielungen. Auf dem Boden vor ZAZ lagen neben der Setlist und einem Merkzettel, in welcher Stadt sie sich nun gerade befinde, ein Spickzettel mit einer deutschen Ansage, was etwas unbeholfen aber gleichermaßen sehr sympathisch ankam.

ZAZ selbst war passend zu ihrer schier unglaublichen Bewegungsfreude gleich in Sporthose und sportlichem Top unterwegs und rannte, sprang und tanzte mitreißend über die Bühne. Zu jeder Zeit überzeugend war ihre Stimme, die abwechslungsreich alle Passagen der Songs meisterte, sowohl schnell und laut funktionierte, wie auch bei den ruhigen und langsamen Chansons eine Gänsehaut erzeugen konnte oder mit Hand vor dem Mund eine Trompete imitierte. So zum Beispiel bei dem Überhit „Je veux“ der ungefähr in der Mitte des regulären Sets dargeboten wurde und vom kompletten Publikum, das nicht bei allen Liedern aufgrund der französischen Sprache textsicher war, lauthals mitgesungen und abgefeiert werden konnte.

Wieso allerdings im Anschluss der alte POINTER SISTERS Hit „I´m so excited“ gecovert wurde, weiß wohl nur ZAZ selbst, denn irgendwie passte der Song nicht unbedingt ins Gesamtbild der Französin. Apropos Kommunikationsprobleme: Da das Dortmunder Publikum ungefähr so viel französisch verstand wie ZAZ deutsch oder englisch sprechen konnte, fragte sie kurzerhand, wer im Publikum französisch spreche und holte sich dann für die folgende Ansage eine junge Frau auf die Bühne. Man solle die Augen zumachen, sich vorstellen, man sei im Paris der 30er Jahre, zwischen 6 und 9 Jahre alt, ein Straßenkind das wenig zu essen habe und dann begann ZAZ passend zu den beschriebenen Szenerie und mit entsprechender visueller Untermalung auf den Leinwänden ihren Titel.

Als nach ca. 75 Minuten die Bühne für ein Akustik-Set umgebaut wurde, holte ZAZ die Übersetzerin erneut auf die Bühne und erklärte, dass man einen Urschrei ausstoßen solle, dass dieser gefilmt würde, es quasi ein Wettbewerb sei und dass ZAZ für das Land, welches diesen Wettbewerb gewinne, einen Song in dessen Heimatsprache aufnehmen würde. Man darf also gespannt sein, ob die Anstrengungen des Dortmunder Publikums für einen zukünftigen deutschen Song gereicht haben. Mit der Vorstellung ihrer Band endete dann in knapp 90minütiges und überaus mitreißend unterhaltsames Konzert.

Natürlich wollte das Publikum dies nicht akzeptieren und beorderte ZAZ wieder zurück auf die Bühne. Doch kam diese nicht alleine, sondern in Begleitung ihres Gitarristen sowie von IMANY und deren Gitarristen, um mit diesen zusammen im Duett den EDITH PIAF-Klassiker „Non je ne regrette rien“ zu performen und für kollektive Gänsehaut zu sorgen. Nach einem solo gesungenen Stück, das sich ein bisschen wie ein Kinderlied anhörte, spielte ZAZ zum Abschluss und mit voller Band „Aux detenteurs“ und entließ damit ein begeistertes Publikum.

Setlist ZAZ
Les passants
Je saute partout
Le chat
Port coton
La fee
J´aime a noveau
Le long de la route
Petit homme
Je veux
I´m so excited
Dans ma rue
Eblouie par la nuit
La folie
You prayed a sunshine
Ni oui ni non

Non je ne regrette rien
???
Aux detenteurs

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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