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Fusion von SONY BMG gerichtlich aufgehoben

Luxemburg (AFP) – Der Zusammenschluss der Tonträger-Sparten von Bertelsmann und Sony zu Sony BMG ist vom Europäischen Gerichtshof aufgehoben worden. Brüssel muss die vor zwei Jahren vollzogene Fusion der beiden Konzernbereiche neu prüfen, wie das europäische Gericht Erster Instanz in Luxemburg entschied. In ihrer Urteilsbegründung warfen die Luxemburger Richter der EU-Kommission erhebliche Fehler bei der Prüfung des Falls vor. Welche Folgen das Urteil haben wird, ist noch offen.

Die EU-Kommission habe insbesondere die möglicherweise marktbeherrschende Stellung von Sony BMG Brüssel nicht gründlich genug untersucht, hieß es in dem Urteil weiter. Die EU-Kommission kann nun nachgeben und die Fusion unmittelbar neu prüfen oder aber Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof einlegen. Sony und Bertelsmann hatten den geplanten Zusammenschluss im Januar 2004 angemeldet. Die EU-Kommission wollte die Fusion zunächst ablehnen, weil sich dadurch die “kollektive beherrschende Stellung” der beiden Unternehmen auf dem Markt für Tonträger verstärke. Nach Anhörung der Unternehmen billigte die Kommission den Zusammenschluss aber doch: Durch verschiedene Verkaufsförderungsrabatte sei der Markt für CDs und andere Tonträger derart unübersichtlich, dass einheitliche Preise und eine kollektive Marktbeherrschung kaum möglich seien. Gegen das Ja aus Brüssel hatte Impala geklagt, eine Vereinigung von 2500 kleineren Musikproduzenten. (Az: T-464/04)

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