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ZICO mit neuem Album im Februar 2011

Julian und seine Freunde Flo und Max, alle 18 Jahre jung, machen als ZICO deutschsprachigen Reggae-Rock mit bayerischem Charme. Flo, der Schlagzeuger, und Julian, der Sänger, stammen aus Solnhofen, einer Gemeinde an der mittelfränkischen Grenze zu Bayerisch-Schwaben und Oberbayern.

Am 18.02.2011 kommt ihre Scheibe “Zufällig Genau So” über Südpolrecords / Rough Trade.

Mit folgenden Worten stellt man uns die Jungs noch genauer vor:

“Die Alternative aus dem Altmühltal: Das bayerische Trio Zico veröffentlicht sein Debütalbum. Reggae-Rock mit rollendem „R“. Rrrrrrrrrr!

Zico? Ist das nicht der brasilianische Fußballspieler, der in den Siebzigern und Achtzigern wegen seiner ausgefuchsten Freistöße gefeiert wurde? Der „weiße Pelé“, wie man das Mittelfeld-Ass nannte? Ja, ist er! Und nein, ist er nicht! Denn hier geht es um Zico, die Band. Ein junges Rocktrio, das zwar nicht aus Rio de Janeiro stammt, sondern aus dem Altmühltal, das aber mit dem südamerikanischen Weltklassekicker eines gemeinsam hat: „Zico galt als weißer Schwarzer, und wir sind Weiße mit den Offbeat-Einflüssen der schwarzen Musik“, erklärt der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Julian Knobloch-Krippner die Entstehung des Bandnamens.

Julian und seine Freunde Flo und Max, alle 18 Jahre jung, machen deutschsprachigen Reggae-Rock mit bayerischem Charme. Oder, wie Julian sagt: „modernen alternativen Rock mit Offbeat-Einflüssen.“ Seine Vorbilder heißen Bob Marley und Jimmy Hendrix, aber auch Beatles, Stones und Police sowie jüngere, deutsche Acts wie Seeed. Klingt nach einer wilden, explosiven Mixtur? Ist es auch! Als hätten sich die Killerpilze mit den Arctic Monkeys zur Jamsession auf Jamaika verabredet, um das „R“ in der Aussprache und den Rock im allgemeinen rollen zu lassen. Oder so. Aber eigentlich sind den drei Bayern Vergleiche wie diese gar nicht recht. Denn: „Wir machen komplett unser eigenes Ding. Unser Sound ist tanzbar und soll Spaß machen. Wenn die Leute beim Konzert nicht abgehen, haben wir et! was falsch gemacht – das ist unser Motto.“

Dass die Leute zu ihren Songs abgehen, haben Zico bereits beim renommierten „Chiemsee Reggae Summer“ erlebt, wo sie 2009 den Opener in der Zeltbühne geben durften, damals noch als Zico & The Noisemakers. Die Teenager rockten vor 6.000 Menschen – „ein cooles Gefühl“, wie Julian findet. Beim Soundcheck vor dem bisher größten Auftritt ihrer jungen Karriere ist der Song „Rastamann“ entstanden, der nun das Debütalbum eröffnet. „Ich hatte plötzlich den Refrain im Kopf, und bei den Zugaben haben wir die Idee live ausprobiert. Spontan. Die Leute haben sofort mitgesungen“, erzählt Julian, der eigentlich ein Blues-Fan ist, wie er sagt, sich auf Festivals in Reggae verliebt habe und seitdem beides kombiniere. „Weil ich ein Blueser bin, s! piele ich jetzt Reggae“, sagt er spitzbübisch.

Vieles Gute entsteht aus dem Chaos. Das gilt auch für Zico. Mit Flo Giesen, dem Schlagzeuger der Gruppe, hat sich Julian davor schon in zwei Bands ausgetobt. Beide stammen aus Solnhofen, einer Gemeinde an der mittelfränkischen Grenze zu Bayerisch-Schwaben und Oberbayern, das vor allem wegen seiner Steinbrüche bekannt ist. Ein guter Ort für Rock. Am musischen Gabrieli-Gymnasium in Eichstätt haben die beiden Freunde den Bassisten Max Mayinger kennen gelernt, den sie Maax nennen. Seitdem sind sie „Superkumpels.“

2006, im Jahr der Fußball-WM in Deutschland, gründeten sie die Band Zico. „Das war unser persönliches Sommermärchen“, sagt Julian. „Ich wollte von Anfang an was reißen!“ Nach einer Phase der Orientierung, Selbstfindung und des Songschreibens stand plötzlich das Glück vor ihnen. Das Glück heißt Gregor Wiebe und ist erfolgreicher Produzent und Regisseur (Kellner, Killerpilze). Er erlebte Zico 2008 bei einem regionalen Bandwettbewerb in Nürnberg – und war begeistert. So eine bewegungsfreudige, lockere Musik, so eine funky Mischung aus Off-Beat, Bluesrock und deutschen Texten habe er schon lange nicht mehr oder noch nie gehört. In den vergangenen zwei Jahren arbeiteten sie am Debütalbum. Aufgenommen, gemischt und gemastert wurde in Wiebes Huc! kleberryking-Studio in Donauwörth, wo die Band inzwischen auch probt, sozusagen „ihr zweites Lager“ aufgeschlagen hat.

„Zufällig genau so“ – der Titel des Albums ist Programm. Ein paar Zufälle haben aus der jungen Band das gemacht, was sie jetzt ist: ein vielversprechender Newcomer-Act mit Ecken und Kanten. Nichts Geglättetes, sondern etwas natürlich Gewachsenes mit dem Charme des Unperfekten. Wenn Julian singt, rollt er das „R“, wie er nun einmal spricht. „Der Dialekt von allen Seiten schlägt auf mich ein“, erklärt er und meint damit die besondere Lage seiner Heimat im Dreiländereck Mittelfranken, Oberbayern, Bayerisch-Schwaben. „Ich stehe dazu und will mich nicht verbiegen.“ Vieles ist indes genau so gewollt: diese unwiderstehliche Kombination aus Reggae, Pop und Bluesrock mit deutschsprachigen Texten mitten aus dem jungen Leben. Mitsing- und Tanzgarantie i! nklusive.

Die zehn eingängigen Songs der Debütplatte, alle entstanden in den vergangenen drei Jahren, sind durchweg optimistisch, jugendlich-frisch und auf die sehnsuchtsvolle Stimme des Frontmanns zugeschnitten. Ruppige Reggae-Rumpler („Cli Cla Club“, „Zico“) sind ebenso dabei wie euphorisch-rockige Nummern („Neuer Tag“, „Lass mich gehn“) oder gefühlvolle Songs („Is’ schon ok“, „September“). Die kraftstrotzende Coverversion „Mein Roller & ich“, basierend auf dem italienischen Volkslied „Volare“, ist Julians Hommage auf eines seiner Lieblingsländer: Italien, der Wahlheimat seines Vaters.

Überhaupt hat Peter Knobloch einen inspirierenden Einfluss auf seinen Sohn. Der Kabarettist, Schauspieler und Sänger, den die Süddeutsche Zeitung einmal als „Lichtgestalt in Höchstform“ bezeichnete, steht Julian mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Bühnenpräsenz oder Gitarrenspiel geht. Außerdem hat er bei einigen Songs des Albums mitgetextet. Julian hatte das Glück in einer sehr musikalischen Familie aufzuwachsen, denn auch seine Mutter und Schwester spielen Klavier. Er selbst nimmt Gitarrenunterricht seit er fünf war, mit zehn kam die E-Gitarre ins Spiel, nebenbei trommelte er und übte Akkordeon. Inzwischen schult er auch den Gesang, bekommt stimmbildenden Unterricht.

Nur das mit der Musiktheorie will nicht so recht klappen. Auf dem Gymnasium hatte er in diesem Fach die Note 6 – wie im übrigen auch seine zwei Bandkollegen. „Das war so ermüdend und langweilig“, stöhnt er. Auch, dass alle einmal sitzen geblieben sind, gibt er ohne Zögern zu. „Wir sind eben alle drei chaotisch.“ Derzeit basteln die Freunde an der Fachoberschule an ihrem Fachabitur. Das wollen sie unbedingt zu Ende bringen. Doch Julian, der bereits an viele Live-Auftritte und das nächste Album denkt, sagt auch: „Die Schule wird uns nicht davon abhalten, Musik zu machen.“ Das wäre jammerschade. Der Fußballer Zico hat sich ja auch durch nichts und niemanden vom Kicken abhalten lassen.”

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