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A DAY TO REMEMBER - What Separates Me From You

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Artist A DAY TO REMEMBER
Title What Separates Me From You
Homepage A DAY TO REMEMBER
Label VICTORY
Veröffentlichung 19.11.2010
Leserbewertung
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7.2/10 (6 Bewertungen)

Mit hohen Erwartungen meinerseits ging ich an das neue Werk von A DAY TO REMEMBER heran. Denn, auf den einprägsamen Bandnamen schielend, als absoluter Überknaller streckte der Vorgänger „Homesick“ die erinnerungswürdige Zeitspanne enorm und machte aus 2009 gleich ein ganzes Jahr, an dass sich die Jungs aus Ocala sicher auch noch Dekaden später gerne entsinnen. Schon in der ersten Woche verkauften sich mehr als 20.000 Kopien der Scheibe, womit sich die selbsternannten „Pop-Mosher“ direkt auf Platz 21 der US-Billboard-Charts teleportierten und zu den wohl erfolgreichsten Aufsteigern der modernen Hardcore-Szene krönen lassen durften. Was Fans der ersten Stunde und ersten Scheiben sicher dort schon annahmen, vielleicht befürworteten, vielleicht auch befürchteten, findet nun in „What Separates Me From You“ seine unausweichliche Vollendung… der Wandel zum Pop ist vollzogen.

Damit sitzt zum einen Adam D. (KSE), seines Zeichen Spezialist für klinisch-sterilen Sound, wieder auf der Straße, zum anderen scheint die interne Spaltung der eigenen Fanbase vorprogrammiert zu sein. Denn anders herum betrachtet bedeutet die Dominanz des Pop auch eine deutliche Verminderung der Musik gewordenen Aggressionen, die sich bislang mit der Radio-Atmosphäre verträglich in der Waage hielten. Breakdowns, Shouts und Gebrette sind nun viel spärlicher in den Songs verwoben, wenn man von wenigen Ausnahmen absieht. Deshalb bitte nicht von der falschen Annahme, das Album gestalte sich so, wie das vorab veröffentlichte „2nd Sucks“ brachial zu suggerieren versucht, leiten lassen! Der Gipfel der Brutalität wird hier schon auf ganzer Linie gestürmt – besonderer Anreiz für Pit-Artisten: das unmissverständliche „Fight“-Sample -, untypischerweise ohne cleane Vocals. Die Tür zum bekannten Songwriting, sprich volle Ladung Hardcore prallt auf Singalong, stoßen lediglich der Opener „Sticks & Bricks“ und das wieder mit Videospielen sympathisierende „You be Tails, I’ll be Sonic“ auf. So überzeugend wie auf „Homesick“ noch klingt die Synthese jedoch nicht mehr, zu stumpf und abgewetzt scheint die Keule mittlerweile zu sein. Das ohne viel Energie auf die Platte gezwängte Quäntchen Hardcore bleibt mit den paar Fetzen definitiv unter dem Niveau der früheren Werke. Eine etwas subtilere Andeutung des sonst im puren College-Rock verankerten „It’s Complicated“ wird da eindeutig am besten eingesetzt. Um den Stift aber nicht vollends aus der Hand zu geben und meine diesbezügliche Enttäuschung diesen Text beenden zu lassen, sei erwähnt, dass „What Separates Me From You“ immerhin eine konsequent durchgezogene Entwicklung darstellt, deren Früchte vor allem im Bereich des Songwritings eine ansehnliche Reife aufweisen. Neben der jetzt schon als sichere Disconummer vorzumerkenden Vorabveröffentlichung „All I Want“ gehen nämlich auch Songs wie „Better Of This Way“ und „Out Of Time“ schnell ins Ohr, sind sie doch alle reichlich amerikanisch vom Skateboard fahrenden Geiste BLINK 182s umgeben, hinterlassen zumindest bei mir jedoch wenig Eindruck. Dabei blitzen aber immer wieder diese Momente auf, die die agierende Truppe letztendlich als A DAY TO REMEMBER identifizieren. Jeremy McKinnon gefällt dafür weiterhin mit dem nun deutlich überwiegenden cleanen Gesang, wobei der neue Gitarrist Kevin Skaff sich als für die Songs maßgeschneiderter Background-Sänger entpuppt. Grundsätzlich ist somit auch an den Stücken, die sich von der Aggression gänzlich trennen, wenig auszusetzen, nur eine Nummer, die dabei neben viel „clap clap“ und jugendhafter Pop-Punk-Stimmung wirklich so sehr greift, dass man sie als Hit bezeichnen könnte, vermisse ich. Der Rest bleibt Geschmackssache.

Persönlich bleibt die Scheibe damit für mich, der klar den aggressiven Ton der Vorgänger bevorzugt, eindeutig hinter „Homesick“ und dem grandiosen „For Those Who Have Heart“, ist aber, gerade weil sie meine Erwartungen so durcheinander wirft, vor allem eine interessante Angelegenheit, die wohl für reichlich On- und Offline-Diskussionen sorgen wird. Sich scheidende Geister zeugen immerhin davon, dass die Stagnation noch in weiter Ferne liegt. Ich bin sehr auf die allgemeine Resonanz und vor allem die im Frühjahr 2011 anstehende Tour gespannt. Ihr Bestehen konnten A DAY TO REMEMBER immerhin problemlos für die nahe Zukunft sichern, wenn auch für mich nicht mehr ganz so überzeugend. Checkt es einfach mal selber aus!

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A Day to Remember 'What Separates Me From You' Tracklist
1. Sticks & Bricks Button MP3 bestellen
2. All I Want Button MP3 bestellen
3. It's All Complicated
4. This Is The House That Doubt Built Button MP3 bestellen
5. 2nd Sucks Button MP3 bestellen
6. Better Off This Way Button MP3 bestellen
7. All Signs Point To Lauderdale Button MP3 bestellen
8. You Be Tails, I'll Be Sonic Button MP3 bestellen
9. Out Of Time Button MP3 bestellen
10. If I Leave Button MP3 bestellen
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