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ABWÄRTS - Krautrock

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Abwärts
Artist ABWÄRTS
Title Krautrock
Homepage ABWÄRTS
Label CARGO RECORDS
Leserbewertung
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7.0/10 (4 Bewertungen)

Das prominenteste Mitglied bei ABWÄRTS ist wohl Rodrigo González, der bei den Punkrock-Veteranen seit 2004 Gitarre spielt, wenn er nicht bei den ÄRZTEn den Bass zupft oder sich anderen Projekten widmet. Von der 1979er Gründungsformation ist lediglich Frank Ziegert geblieben, der neben Rodrigo auch fürs Songwriting zuständig ist. Komplettiert wird die Band durch Martin Kessler (Drums) und Björn Werra (Bass). Drei Jahre nach „Europa Safe“ gibt es jetzt mit „Krautrock“ Neues auf die Ohren – wenngleich die Hamburger keinesfalls ihr Genre gewechselt haben, sich jedoch durchaus vielseitig zeigen.

Den Anfang macht „Berlin Görlitzer Park“ – übrigens eine Grünanlage, der vor Kurzem auch der Norweger SIVERT HØYEM auf seiner jüngsten Langrille „Endless Love“ einen Song gewidmet hat. Leider macht der Park in erster Linie durch seine Drogen-Szene von sich Reden, was gleichzeitig auch das Thema bei ABWÄRTS ist. Weiter geht’s nach „Hollywood“, bevor sich zeigt, dass „Wachkoma“ bei diesem Quartett eine vergleichsweise muntere Angelegenheit ist. „Das Model“ gab’s auch schon bei KRAFTWERK, nun haben diese beiden Songs außer dem Titel allerdings nicht viel gemeinsam, denn die ABWÄRTS-Variante fällt einigermaßen beliebig aus. Mit viel Druck verabschiedet sich der Vierer in eine „Parallelwelt“, bevor „Peking Spring Smog“ auf dezente Weise fernöstliches Feeling vermittelt, ehe es mit mehr Schmackes an der Gitarrenfront weitergeht. „Aus einem Gartenhaus“ schließt sich dem mit kantigen Punk-Melodien an, bevor „The Future“ ins Englische wechselt und „Das Verhör“ für spannende Momente sorgt. „Ein Bus wird kommen“ tönt es wenig später temporeich, während mit „Computerstaat 3.0“ und „Beirut Holiday Inn 3.0“ zwei ABWÄRTS-Klassiker im überarbeiteten Gewand auf dem Programm stehen. Bleibt noch der knackige Titeltrack „Krautrock“, mit dem der Silberling auf eben dieses Wort „Krautrock“ beschränkt endet.

Die beiden besten Songs der Platte sind für mich zwei alte Bekannte: „Computerstaat 3.0“ und „Beirut Holiday Inn 3.0“. Ebenfalls überzeugen konnte das finale „Krautrock“ durch die Musik – über den Text muss ich mich bei einem einzigen verwendeten Wort wohl nicht wirklich weiter auslassen. Der Rest konnte nicht in Gänze überzeugen. Insbesondere die Lyrics wirkten für meinen Geschmack mehr als einmal zu wenig bissig. Es scheint ganz so, als zeigten sich bei ABWÄRTS diesbezüglich langsam tatsächlich altersbedingte Ermüdungserscheinungen. Schade eigentlich.

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