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ABWÄRTS - Smart Bomb

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ABWÄRTS
Artist ABWÄRTS
Title Smart Bomb
Homepage ABWÄRTS
Label OFF YA TREE
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Ende der siebziger Jahre im Hamburg von Sänger und Gitarrist Frank Z. gegründet, avancierten ABWÄRTS bereits kurze Zeit später mit ihrem legendären Festival-Auftritt in der Hamburger Markthalle („In Die Zukunft“ – 1979) und der Veröffentlichung ihrer „Computerstaat“-EP sowie ihres Debütalbums „Amok Koma“ (beide 1980) zu stilprägenden Protagonisten der deutschen Punk-, Wave- und Experimental-Szene. Seitdem erschienen neben diversen Singles und EPs bis dato zwölf Longplayer, auf denen die Band u.a. mit Produzenten wie Nick Launay (NICK CAVE), Jon Caffery (DIE TOTEN HOSEN) oder Flemming Rasmussen (METALLICA) zusammenarbeitete. Nachdem ABWÄRTS bereits im Frühjahr eine Neuauflage ihrer Kultsingle „Computerstaat“ vorgelegt hatten, erscheint jetzt (vier Jahre nach ihrem letzten Erfolgsalbum „Krautrock“) mit „Smart Bomb“ endlich wieder ein neues musikalisches Statement der Formation, bestehend aus Sänger Frank Z., Gitarrist Rodrigo González (DIE ÄRZTE), Bassist Björn Werra und Schlagzeuger Martin Kessler.

Produktionstechnisch extrem straight von Rod González und Frank Z. in Szene gesetzt, läuft die Formation auf ihrem neuen Album zu spielerischer Höchstform auf und überzeugt dabei mit 13 extrem druckvollen, punkinfizierten Rocksongs der (zumeist) hart-melodischen Gangart – darunter auch eine Coverversion des ANDREW-SISTERS -Klassikers „Rum & Coca Cola“ – zu denen sich die gewohnt bissig sarkastischen Texte von Frank Z gesellen. Los geht’s allerdings zunächst einmal mit den vergleichsweise ruhigen Akustikgitarren-Klängen des Openers „Aber für nichts“, ehe der Titeltrack mit einer geradezu brodelnden Wut übernimmt. Derweil schraubt sich das direkte „Automones Fahren“ ins Hirn, bevor die „Sehnsucht“ beinahe zum Mitschunkeln einlädt, ehe es mit „Going Down“ wieder in die Vollen geht und „Charlie Brown“ zum temporeichen Metal-Riff ausholt.  Im Anschluss wird der Hörer vermittels des düsteren „Lass Blumen sprechen“ in raue Gefilde entführt, um beim „Plastik Mann“ und bei „Vorsicht“ abermals die Akustikklampfe zumindest zeitweise in den Mittelpunkt zu rücken. „Um in das Meer zu gehen“ zählt zu den vielschichtigen Nummern der Platte, die mit dem bereits erwähnten Cover und dem finalen „Kreuzberg 1.Mai Happy Happy Ding Dong“ im Party-Modus endet.

Wobei der Ausputzer eigentlich weniger ein Song ist, sondern eine Art Hörspiel, das die Atmosphäre eines 1.Mais in Berlin einfangen soll. Und der ist wohl auch nicht mehr das, was er mal war… Nun, seit der ursprünglichen Band-Gründung 1979 hat sich nicht nur an der Spree einiges getan. ABWÄRTS sind sich über die Jahre allerdings treu geblieben und haben gleichzeitig neuen Input gelungen in ihren Sound und in ihre Texte integriert. So gibt es auch an „Smart Bomb“ wenig zu bemängeln, wobei ich die Kapelle ja am liebsten mag, wenn sie ordentlich Gas gibt.

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