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ACYL - Aftermath

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acyl-aftermath
Artist ACYL
Title Aftermath
Homepage ACYL
Label ACYL PROJECT/ SEASON OF MIST
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Die in Paris beheimateten ACYL werden zwar gemeinhin als französische Band geführt, haben aber de facto überwiegend algerische Wurzeln und bringen diese nun schon seit einer knappen Dekade konsequent in ihre Musik mit ein. Aktuell liegt jetzt der zweite Full-Length-Dreher „Aftermath“ vor, der die algerische Geschichte aus den Blickwinkeln neun verschiedener historischer Charaktere beleuchtet.

Als Rezensent bemühe ich mich, objektiv zu sein, deshalb wird an dieser Stelle ausdrücklich kein Exotenbonus vergeben, auch wenn er tatsächlich nicht ganz unberechtigt wäre. Nordafrikanische Folklore hat im Metal ja nun einmal doch eher Seltenheitswert, ist auf „Aftermath“ jedoch ein nicht zu überhörender Einfluss, der sich nicht nur auf die Verwendung jeder Menge originärer Instrumente, wie zum Beispiel Karkabou oder Bendir, stützt, sondern auch immer wieder in den geschickt eingestreuten, traditionellen Chören und Harmonien hervortritt. Letztere verleihen der Musik von ACYL eine mitunter leicht mystische Atmosphäre, die den harten Metal-Sound des Fünfers auf interessante Weise kontrastiert. Die sich immer wieder Mantra-artig erhebenden, hypnotischen Melodien glätten nicht selten die mehr als respektablen Wogen der betont groovigen Riffs, die jedem LAMB OF GOD-Fan eine helle Freude sein dürften. Der Opener „Numidia“ oder das wunderbar wütende „The Battle Of Constantine“ zum Beispiel bringen die Nackenwirbel an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Apropos Groove: Dass kraftvolles Metal-Drumming und native Percussion sich hervorragend ergänzen können, wissen wir spätestens seit SEPULTURAs „Roots“. ACYL heben diese Erkenntnis tatsächlich auf ein neues Level. Schlagzeuger Michael Varas treibt seine Mannschaft nicht nur unerbittlich nach vorn, sondern erzeugt mit technisch beeindruckend versierten Tempo- und Rhythmuswechseln immer wieder zusätzliche Spannungsmomente. In Kombination mit den extrem lebendigen, afrikanischen Rhythmen wird in Songs wie „Son Of Muhieddine“ oder dem hochenergetischen „Gaetuli“ jeder Versuch, still zu sitzen, schon im Ansatz erstickt. Die sehr druckvolle, wuchtige und gleichzeitig transparente Produktion tut in diesem Zusammenhang ein Übriges.

In der Gesamtbetrachtung ist „Aftermath“ ein durchweg spannendes und qualitativ hochklassiges Metal-Album in der Schnittmenge von MESHUGGAH, SOULFLY, MACHINE HEAD und den schon genannten LAMB OF GOD. ACYL sind damit definitiv eine Bereicherung für das Repertoire eines jeden Freundes der Besagten, der nicht gerade eine pathologische Aversion gegen Folkelemente in jeglicher Form oder eine Flötensperre hat.

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