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ADEPT - Death Dealers

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Artist ADEPT
Title Death Dealers
Homepage ADEPT
Label PANIC & ACTION
Veröffentlichung 11.03.2011
Leserbewertung
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5.9/10 (16 Bewertungen)

Mit „Another Year Of Disaster“ haben ADEPT mal eben mein persönliches Album des Jahres 2010 aus der Hüfte geschossen und damit für die Nachfolgescheibe ziemlich große Fußstapfen in den Boden gemosht. Ein gutes Jahr und eine Menge Shows später folgt nun mit „Death Dealers“ genau jener Silberling, mit dem die Schweden beweisen wollen, dass die vergangenen „zwölf desaströsen Monate“ keine Einjahresfliege waren, sondern ihre Schatten vielleicht sogar für eine ganze Ära voraus geworfen haben (um mit den Zeitbegriffen ein wenig zu spielen).

So sehr ich mich im Vorfeld auch um Neutralität bemüht habe, meine Erwartungen und Bedenken gegenüber den Jungs aus dem IKEA-Land nach ihrem Erstlings-Knaller ließen sich bis zum ersten Hördurchgang nicht ganz aus meinen Ohren vertreiben, die wie hungrige Bluthunde nach ADEPT-Frischfleisch lechzten. Doch bereits nach den ersten gierig verschlungenen Sekunden heißt es für meine Bedenken direkt mal „Ruhe im Puff!“ Gewaltig schlägt der passend betitelte Opener „First Round, First Minute“ mit bombastischem Bassfeuerwerk und treibendem Beat/ Riff-Tandem auf, gibt direkt Vollgas und denkt nicht daran abzubremsen – zumindest bis zum finalen Killer-Breakdown, der kein Stein auf dem anderen lässt. Wahnsinns Einstand von dem Quintett! Doch auch der Rest des Rundlings kann überzeugen, obwohl – oder besser gesagt „weil“ – die Scheibe auch mit spürbaren Änderungen aufwartet. Natürlich blühen die Melodic Harcore-Roots immer noch in voller Pracht, was zahlreiche Crew-Shouts und der stetig angepeilte Drive unmissverständlich klar machen; vor allem in Sachen Songwriting hat sich allerdings einiges getan. Stand bei „Another Year Of Disaster“ noch das spitze, verspielte Riffing klar im Vordergrund, übernimmt nun ein komplexerer Gesamtklang das Kommando, vollgepumpt mit wuchtigen Bässen, definiert mit gefühlvoller Riffarbeit und angepeitscht von krächzig-kräftigen Shouts. Da wo einst Nadelstiche die Akzente setzten, schwingt man nun den großen Hammer, was auch der üppigen Produktion geschuldet ist. Eine Vielzahl an wirklich astreinen Breakdowns nennt man 2011 sein Eigen, wobei diese nicht nur bei dem Interlude „By The Wrath of Akakabuto“ in Art und Weise stark an die Jungs von A DAY TO REMEMBER erinnern (man wundert sich also nicht, warum man stückweise auch gemeinsam getourt hat). Auch im Vocal-Bereich hat sich etwas entwickelt: so sind die fast schon emocorigen Cleangesang-Passagen von Stimmkünstler Robert längst nicht mehr so im Fokus der Kompositionen, was sich ja auch bei der Live-Performance des Frontwüterichs schon vermehrt bemerkbar machte. Auf „Death Dealers“ wurde merklich noch mehr als auf seinem Vorgänger darauf geachtet, den Gesang als passendes Mittel dosiert einzusetzen: sei es bei dem in dieser Hinsicht phasenweise beinahe an frühere BULLET FOR MY VALENTINE-Einlagen erinnernde „This ends tonight“ oder bei dem hymnischen Chorus von „Hope“ und der Vorab-Single „The Ivory Tower“. All diese Änderungen sorgen dafür, dass ADEPT zwar Markenzeichen wie die spitzen Leads etwas verwässern, doch es räumt ihnen die Freiheit ein, eine Menge neue Ebenen zu erreichen. Das grandiose „This could be home“ beweist, dass ein Song auch (fast) ohne klare Stimme sehr emotional vorgetragen werden kann. Der Track strotzt nur so voller aus Verzweiflung gewonnener Kraft und lässt einen die „You are in my heart!“- bzw. „Allway in my heart!“-Verse mit gestreckter Faust umgehend mitgrölen, während „At world’s end“ mit seinem ALL SHALL PERISH-Opening und tollen Melodie-Bögen extrem abrockt und losgrooved. Genial auch das von Crew-Shouts eingeleitete „Lost Boys“, dessen Klargesang-Einschub fast schon wie in einem 90er-Technosong inszeniert wird.

ADEPT liefern mit „Death Dealers“ das richtige Album zur richtigen Zeit ab. Wie selbstverständlich präsentieren die Schweden nach gut einem Jahr einen starken Nachfolger, mit dem sie sich nicht auf den Lorbeeren ihres Debüt-Erfolgs ausruhen, sondern ihren Sound vollkommen richtig weiterentwickeln, ohne qualitativ spürbar abzubauen. Hooklines und knallharte Breaks, donnernde Doublebass und treibender Groove, fiese Shouts und bitterböse Growls: hier sitzt während der guten Dreiviertelstunde Gesamtspielzeit so ziemlich alles am richtigen Fleck. Das Dutzend an neuen Kompositionen gestaltet sich darüber hinaus als sehr abwechslungsreich und vielschichtig, was die Scheibe über einen langen Zeitraum im Player und im Kopf halten wird. Bis sich diese im angesprochenen nördlichen Hals-Ende festsetzt, bedarf es verglichen mit der Debüt-LP allerdings etwas länger, was auch das einzige kleine Manko an diesem Silberling für mich darstellt: Er benötigt einige Hördurchläufe mehr, um vollends zu zünden. Doch fällt mir erneut besonders bei ADEPT deutlicher als bei anderen Bands auf, dass die Songs noch besser funktionieren, wenn man sie erst einmal zusammen mit den Lyrics richtig verinnerlicht hat. Da wo andere Scheiben anfangen langweilig zu werden, entwickelt „Death Dealers“ seinen lang anhaltenden Höhepunkt (an dieser Stelle war ich kurz in Versuchung von „Tantra Metal“ zu sprechen – diesen Gedanken habe ich dann aber zum Glück doch wieder verworfen). Insgesamt nicht ganz so euphorisierend wie „Another Year Of Disaster“, dem sicherlich auch noch der „Überraschungsfaktor“ zu Gute kam, doch definitiv ein Top 5-Kandidat, wenn ich an dieser Stelle wie ebenfalls beim Vorgänger wieder eine Selbstprognose für meine Jahrescharts wage. Mit „This could be home“, dem Opener „First Round, First Minute“, dem etwas länger bekannten „I’m A Failure, You’re A Tragedy“ und „The lost boys“ sind nur ein paar der Titel mit Hitpotential genannt. Für Freunde mitreißender und breakdownlastiger Pit-Stürmer und Tanzflächenfüller also eine absolute Empfehlung, sofort den „Death Dealer“ …äh… CD-Dealer eures Vertrauens aufzusuchen.

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Adept 'Death Dealers' Tracklist
1. First Round,First Minute
2. The Lost Boys
3. No Guts,No Glory Button MP3 bestellen
4. This Could Be Home Button MP3 bestellen
5. At World's End
6. By The Wrath of Akakabuto
7. If I'm A Failure,You're A Tragedy
8. Hope
9. Death Dealers
10. The Ivory Tower
11. From The Depths Of Hell Button MP3 bestellen
12. This Ends Tonight
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