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ALEXISONFIRE - Dog’s Blood

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Artist ALEXISONFIRE
Title Dog’s Blood
Homepage ALEXISONFIRE
Label ROADRUNNER
Veröffentlichung 31.12.2014
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Der „only band ever“ darf man, wenn man den Titeln ihrer Veröffentlichungen nachgeht, mittlerweile eine Vorliebe für animalische Referenzen bescheinigen. Den Vogel-Trip des letztes Jahr erschienen „Old Crows/ Young Cardinals“ ausklingen lassend, wenden sich ALEXISONFIRE nun dem wohl in den meisten Tierhaushalten vertretenen Geschöpf zu: dem Hund, bester Freund des Menschen. Doch das arme Vieh muss aus unerklärlichen Gründen bluten, und wir müssen unsere Freude über ein neues Album weiterhin zügeln. Denn „Dog’s Blood“ ist nicht Langspielplatte Nummer fünf, sondern nach den Demos und einer Split die dritte EP der Kanadier. Gitarrist und Sänger Dallas Green erklärt: „They’re completely different-sounding songs and would probably never make it onto a full-length record.“

Man kann von Glück reden, dass es die vier dargebotenen Tracks dafür direkt auf ein ganz eigenes Medium geschafft haben. Nachher wären sie noch als Bonus auf einer der kommenden Platten verstaubt oder gar ganz im Archiv versunken… wäre um den fetten Titeltrack schon superschade gewesen! „Dog’s Blood“ knüpft, wider Greens Aussage, noch recht deutlich an den Sound der aktuellen Platte an, wenngleich die Produktion natürlich roher ausgefallen ist. Der dröhnende Distortion-Bass und ein gewohnt angepisster George Pettit zelebrieren im Vers rockig durchwachsenen Hardcore mit ferkeligen Pogo-Riffs, dazwischen sorgen fiepende Klampfen für Sirenen-Spaß. Der Break leitet erwartungsgemäß einen wiederum unerwartet extrem ruhigen, schon eher an Dallas Greens Soloprojekt CITY AND COLOUR angelehnten melodischen Clean-Part ein, womit der Aufbau einen groben Vergleich zu „Young Cardinals“ zulässt. Doch die unberechenbaren Kanadier lösen sich fortan immer weiter von dem seit dem letzten Album im Ohr sitzenden Standard und schwärmen gleich in mehrere Richtungen aus. Wabernde Gitarren führen „Grey“ durch eine wahrhaft graue, getragene Stimmung, die sich vor allem durch den trockenen Wüsten-/ Stoner-Sound auszeichnet. Auch „Black As Jet“ nimmt eine unerwartete Gestalt an, obwohl Hardcore den Jungs grundlegend ja nicht fern liegt. Doch hier fehlt klar der sonst typische Gegenpol aus ruhiger, verzweifelter oder melancholischer Emotionalität. Der Track ist einfach straight, geradeaus und abgesehen von ein paar querschlagenden, noisigen Grunge-Gitarren mit wenig Schmuck behangen, womit er auch aus der Feder der kanadischen Kollegen CANCER BATS hätte stammen können. Am allerwenigsten hätte ich letztendlich ein instrumentales Stück wie „Vex“ erwartet, das tatsächlich auf das außergewöhnliche Sängerpaar komplett verzichtet. Eine interessante Challenge, doch wir wissen ja, dass ALEXISONFIRE in allen Belangen den Amateurstatus überwunden haben. In einem freundlich wirkenden Postrock-Instrumental schweben Wade McNeill und Dallas Green auf ihren Sechssaitern davon, während Bass und Drums sich erdig voran graben. Ungewohnt, aber überraschend angenehm ist das finale Hörerlebnis.

Warum genau diese vier Tracks, die man vollständig durchkomponiert hat, aber, um noch einmal Dallas Greens Worte aufzugreifen, zusammen nie auf einer Langspielplatte erschienen wären, nun doch zum Verkauf stehen, bleibt letztendlich offen. Ein plausibler Grund erscheint mir gerade das Anderssein, die nicht vorhandene Konformität mit den Vorstellungen über das nächste ALEXISONFIRE-Album zu sein. Daher gibt die EP keinerlei Aufschluss auf das, was demnächst folgen mag, so dass die gebotene Vielfalt dazu neigt, im ersten Moment zu verwirren. Aber keine Angst, „Dog’s Blood“ ist auch nicht zu weit ab vom Schuss. Fans sollten die paar Euros (leider ist hierzulande nur der Download verfügbar) investieren und der Abwechslung eine Chance geben. Die Überraschung wird sicher angenehm sein!

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