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ALWA GLEBE - Irrlichter

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Alwa-Glebe-Irrlichter.jpg
Artist ALWA GLEBE
Title Irrlichter
Homepage ALWA GLEBE
Label DO OR DIE/ LESSMANN MEDIA
Veröffentlichung 23.03.2007
Leserbewertung
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6.2/10 (25 Bewertungen)

„Die Knef“, „die Callas“, „die Dietrich“ – sobald sich bei Künstlerinnen Popularität und divenhaftes Verhalten einstellen, bekommt der sonst eher abwertende bestimmte Artikel eine völlig neue Bedeutung. Lob, Kultstatus, Wertschätzung. ALWA GLEBE ist allerdings keine Diva. Künstlerin ohne Zweifel, populär eher in begrenztem Maße. Allerdings rückt hier der Mensch in den Hintergrund, der Fokus liegt klar auf dem Werk, der einzigartigen Symbiose aus Wort und Klang.

Warm ums Herz wird es einem bei der Musik von ALWA GLEBE nicht. Die Chanteuse setzt auf kühle Eleganz, ihre Stimme besitzt die Schönheit eines winterkalten Sonnentags. Eisklar pointiert sie ihre Poesie auf ein extravagantes elektronisches Soundgerüst. Auf dem „Debüt“ betitelten Erstling von 1999 diente dieses anscheinend nur zur Untermalung der Stimm- und Wortkunst. „Irrlichter“ klingt in diesem Punkt deutlich ausgereifter; immerhin hatte man sich auch vier Jahre Zeit genommen, um an dem Album zu arbeiten. Poppiger klingt es, ein wenig eingängiger, nicht mehr ganz so spröde. Manchmal fühlt man sich ein wenig an ANNIE LENNOX erinnert. Oder heißt es auch hier „die“ LENNOX?

Neun Eisjuwelen sind auf dem Silberling verewigt, jeder einzelne ein lyrisches Kleinod, in fließende Klangströme gegossen. Da wirkt ein Fremdtext von Nietzsche („An der Brücke stand“) nicht einmal deplaziert oder außerhalb des Kontextes. Diese Lieder plätschern nicht seicht dahin, jeder Tropfen hinterlässt bleibenden Eindruck, setzt sich im Bewusstsein fest und lässt nicht mehr los. Trotz der loungig-leichten Musik bleibt eine bittersüße Schwere zurück, die im Schlusstrack „Ich weiß“ ihren Höhepunkt erreicht. Im Refrain regiert überraschenderweise das gesprochene Wort: „Und ich laufe, ich laufe, ich lauf jeden Tag/ Ich laufe, auch wenn ich nicht mehr laufen mag/ Und ich denke, ich denke, ich denke viel zu viel/ Ich denke, auch wenn ich nicht mehr denken will/ [..] /Und ich weiß… gar nichts.“

Eins weiß ALWA GLEBE aber auf jeden Fall, nämlich wie man ein stimmungsvolles und anspruchsvolles Album macht. Ob sie sich damit den „definiten Divenartikel“ verdient, ist zwar fraglich, aber wie schon erwähnt steht ja hier auch das geschaffene Werk im Vordergrund. Und das ist qualitativ ganz weit oben anzusiedeln.

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Alwa Glebe 'Irrlichter' Tracklist
1. Irrlichter Button MP3 bestellen
2. Wahnsinn
3. An der Bruecke stand Button MP3 bestellen
4. Im Schmerz Button MP3 bestellen
5. Was waere wenn Button MP3 bestellen
6. Komm mit mir Button MP3 bestellen
7. Nichts ist mehr wie es war Button MP3 bestellen
8. Nie mehr zurueck Button MP3 bestellen
9. Ich weiss Button MP3 bestellen
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