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AMOK - Necrospiritual Deathcore

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Artist AMOK
Title Necrospiritual Deathcore
Homepage AMOK
Label PLANET SATAN REVOLUTION/ AFTERMATH
Leserbewertung
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7.4/10 (5 Bewertungen)

AMOK aus Norwegen sind fast schon so etwas wie ein Black Metal Allstar-Projekt. Fest dabei sind hier Shouter „Necrocum”, der bei den legendären MYSTICUM als „Prime Evil” die Gitarre bedient und unter dem Namen auch bei den Italienern ABORYM vor dem Mikro steht, dann treffen wir hier auf „Goatpromoter Lava”, der unter wieder anderem Namen bei TAAKE mitmischt, aber auch Teil von AETERNUS war, sowie „Iscariah”, der zwischen 1999-2002 bei IMMORTAL Bass spielte. Letzterer gründete zudem mit dem davor genannten „Goatpromoter Lava” das Black Metal Projekt DEAD TO THIS WORLD, welches soeben über das deutsche Kultlabel für konservativen Extrem-Metal Iron Pegasus die Debüt Vinyl-EP „Dominions Of Hell” verlegen konnte. Damit ist allerdings das einleitende Namengewirr noch nicht beendet, denn auf „Necrospiritual Deathcore”, nach diversen Singles das erste Vollzeit AMOK-Album, geben sich eine Reihe von Gastmusikern die Ehre, die Bekanntesten sicher „Malfeitor” von ABORYM und „Hoest” von TAAKE, der hier auf den schönen Namen „Nazipenis” hört.

Wer jetzt noch durchblickt und sich allgemein „Black Metal Experte” schimpft, wird schon allein durch die bizarren Pseudonyme ahnen, dass hier wieder einmal ein Black Metal Projekt der vermeintlich „alten Schule” ins Rennen geschickt wurde, Black Metal also, der sich an Projekten wie BEHERIT oder an den unvergessenen, kalifornischen Minimalisten VON orientiert. Durch die verwandtschaftliche Bindung zu ABORYM und MYSTICUM wird man weiter vermuten, dass auch bei AMOK der ein oder andere „krasse” Elektro-„Industrial” Einsprengsel durchgesickert ist. Und tatsächlich, alle Vermutungen finden sich bestätigt: AMOKs Extrem-Metal, den die meisten Hörer aufgrund des grollenden Gesangs eher als Death, statt als Black Metal klassifizieren würden, lässt sich gut als Mischung aus BEHERIT, ABORYM und vor allem AETERNUS beschreiben. Leider ist jedoch „Necrospiritual Deathcore” gut bis zur Hälfte der Spielzeit eher ein recht ideenloses Album geworden, zumal die Attitüde, sich 2007 an solch einem unheiligen Kult wie BEHERIT zu Beginn der Neunziger zu orientieren, etwas Verlogenes an sich hat. Primitiver Black Metal hatte seine Zeit und damals war es genial, aber warum sollten ausgerechnet die Runenexperten von z.B. TAAKE in diesem fremden Terrain wildern? Glaubwürdig ist das nur bedingt.

So poltert die CD bis zu den letzten drei Stücken vor sich hin, die ein oder andere gute Idee wird gestreift, auch gibt es bizarre Samples, aber das ist alles nichts, was man nicht vor allem auch bei den früheren Bands der Beteiligten schon mal besser gehört hat. Positiv wird’s dann zum Ende hin, hier wandelt sich „Necrospiritual Deathcore” auf den letzten Drücker noch zu einer Art Konzeptalbum. Behandelt wird der Sektenführer Jim Jones bzw. der Massenselbstmord seiner Anhänger 1978 im Urwald von Guyana, der bisher vor allem Projekten der Industrial Culture als künstlerische Inspiration diente (PSYCHIC TV, VAGINA DENTATA ORGAN und PHALLUS DEI wären Beispiele). Passend zu dem ergiebigen Thema, wird schlagartig auch der AMOK-Metal besser, irgendwie ideenreicher und so „krank” wie man wohl schon vorher beabsichtigte zu klingen. Schleppende Doom Riffs tauchen auf, Chöre, fieser Sprechgesang. Ein Ohrenschmaus irgendwo zwischen CELTIC FROST und MYSTICUM, vor allem aber erinnern hier AMOK an den grandiosen THORNS-Teil auf dem legendären THORNS/ EMPEROR Splitalbum. Als Hörer fragt man sich, warum denn nicht gleich? Viel zu viel Spielzeit wurde hier mit einer unglaubwürdigen BEHERIT-Retro-Attitüde verschwendet. Die Finnen sind für alle Zeiten unerreichbar, merkt euch das.

Fazit: Eher langweiliges Album mit einem thematisch und atmosphärisch starkem Tryptychon zum Schluss. Alles in allem könnten, ja vielleicht sollten, vor allem Fans von ABORYM, AETERNUS und MYSTICUM mal reinhören.

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