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AMPHITRYON - Sumphokéras

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Amphytrion-Symphokeras.jpg
Artist AMPHITRYON
Title Sumphokéras
Homepage AMPHITRYON
Label THUNDERING/ MANITOU
Veröffentlichung 25.09.2008
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Amphitryon war einer der sagenumwobenen Könige von Theben und zudem Gatte von Alkmene. Als er von dem Feldzug gegen die Teleboer zurückkehrte, nahm Zeus seine Gestalt an und zeugte mit Alkmene den Herakles. So oder so ähnlich wird dieser Name in den Lexika der griechischen Mythologie erklärt. So alt wie diese Sage ist die Band logischerweise nicht, seit 1996 existiert das in Boulogne-sur-Mer gegründete Projekt und hat sich mehr oder minder erfolgreich durch die Jahre geschlagen. Damals noch in härteren Hardcore- und Black Metal-lastigen Gefilden unterwegs hat sich der Stil unserer Nachbarn bis heute doch etwas geändert. Auch das Line-Up wurde über diese Dekade bis heute immer mal wieder angepasst, um sich nun im Jahre 2007 wieder zu Wort zu melden.

Und diese Rückmeldung auf die musikalischen Bretter, die die Welt bedeuten, ist, um es vorweg zu nehmen, äußerst gelungen. Zu Gunsten der Songs hält man sich ausschließlich im mittleren bis langsamen Geschwindigkeitsbereich auf und lässt das Herz eines jeden Doom-Fans höher schlagen. Tiefe Growls am Mikro gehören da obligatorisch dazu, genau wie der klassische weibliche Gesang. Die Gitarren braten immer schön fett und auch die anderen Instrumente sind druckvoll ausgefallen und überzeugen mit einer wirklich guten Produktion. Ein besonderes Merkmal der Titel ist wohl, dass jedes der Stücke scheinbar aus mehreren „Einzelparts“ besteht. Die Kompositionen verändern „mittendrin“ immer mal wieder und überraschen den Hörer somit immer wieder neu. Betont langsame Doom-Parts mit schweren Gitarren gehen so Hand in Hand mit rockigen oder auch synthetischen bis klassischen Parts. Genauso passt sich auch der Gesang an: Growls, klarer Gesang und opereske Parts unterstützen sich gegenseitig. Jedoch merkt man dabei eines sehr schnell: Dieses Material ist nichts, was man mal so nebenbei hört. Der Hörer sollte sich die Zeit nehmen und das Album auf sich wirken lassen, da er sonst mit den teilweise offensichtlich unharmonischen Parts die Lust an der Musik verlieren könnte. Und genau da ist das vermeintliche Problem: Musik ist subjektiv und kann schnell verstörend wirken, wenn man sich nicht darauf einlässt. Als Beispiel sei nur „Cadence of the rowels“ erwähnt, welches als reines Klavierstück auftritt und nicht wirklich mit Melodie glänzt. Das danach ertönende „Armadas Conflict“ ist im Gegensatz dazu ein Doom-Kracher, der abgesehen vom weiblichen Gesang einen Touch von TOTENMOND besitzt.

Bei solchen Veröffentlichungen ist wohl jeder Schreiberling eines Musikmagazins froh, wenn er keine Note vergeben muss. Je nach Stimmung würde wohl hier die höchste oder niedrigste Wertung herauskommen. Und genau deshalb bleibt mir als Fazit auch nur folgendes zu sagen: „Sumphokéras“ ist definitiv ein beeindruckendes Werk, welches Anhängern avantgardistischen Metals mit Hang zu Doom mit Sicherheit zusagen wird. Allen anderen sei geraten, genau Probe zu hören. Ihr könntet etwas verpassen – oder auch nicht…

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