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ANDERS MANGA - Welcome to the Horror Show

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Artist ANDERS MANGA
Title Welcome to the Horror Show
Homepage ANDERS MANGA
Label VAMPTURE RECORDS
Veröffentlichung 17.10.2006
Leserbewertung
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Von einer Band namens ANDERS MANGA hatte ich zugegebenermaßen bisher noch nie gehört. Der beiliegende Flyer zum mir vorliegenden Album „Welcome to the Horror Show“ s(w)ollte mit folgenden Worten meine Neugier wecken: „Schockierend! Schamlos! Elektrisierend! Erregend! Wahnsinnig! Nichts für Zaghafte…“. Für die Amerikaner Anders Manga (Vocals), Sco (Synth), GarGirl (Backing Vocals, Programming) und Devallia (Samples, Keyboards) aus Charlotte (North Carolina) ist es bereits der dritte Silberling. Der Vierte wird den wohlklingenden Titel „Blood Lush“ tragen und bereits im nächsten Monat veröffentlicht. Ein interessantes Cover-Artwork ist der Band allemal gelungen. Das Booklet, hauptsächlich in schwarz-grün gehalten, wird auf der Vorderseite von einer Dame geschmückt, die im Look von Lily Munster (TV-Serie „The Munsters“) perfekt zum Thema Horror-Show passt. Dieser Faden zieht sich weiter bis zur Rückseite, auf dem eine Widmung zum Gedenken an zwei Personen gerichtet ist: Al Lewis und Syd Barrett. Ersterer war der amerikanische Schauspieler, der die Rolle des Grandpa Munster in eben dieser Serie „The Munsters“ jahrelang darstellte. Syd Barret war Mitbegründer und Namensgeber der Band PINK FLOYD, die er im Jahre 1968 verließ.

Die Songtexte der 10 Titel handeln von Themen wie Liebe, Lust, Leid, Schmerz und Tod verpackt in ein düsteres, elektronisches Gewand. Der Opener „The Shine“ beginnt spannungsgeladen und geheimnisvoll. Wummernde Beats und melodische Keyboardklänge umspielen die überraschend angenehme und dunkle Stimme von Sänger Anders. Der musikalische Stil bewegt sich zwischen Gothic Rock, Dark Wave und Electro. Auch der Titel-Track „Welcome to the Horror Show“ klingt wieder überraschend warm, sanft und teilweise romantisch, was hauptsächlich durch die genialen Piano-Klänge erreicht wird und auch die Stimme trägt mit Wärme und Weichheit ihren Teil dazu bei. Rockigkeit und Romantik, Tanzbarkeit und Melodik wechseln sich hier ab und der eingängige Refrain entwickelt sich schnell zum Ohrwurm. Dark Wave und 80iger Jahre Klänge begeistern in „Beautiful“. Zu diesem Song kann man sich den entsprechenden Videoclip auf der Homepage anschauen. Wobei, wie ich finde, die bisherige Ästhetik der Musik und der Stil des Videoclips nicht harmonieren. So sind im Clip zwei sich mit Kunstblut beschmierende Damen in trashiger Schwarz-Weiß-Optik zu sehen, die sicherlich nicht jedermanns Sache sind. In diesem Fall höre ich die Musik lieber ohne optische Untermalung. Etwas aus der Reihe fallend ertönt das experimentelle „Them“ laut, unstrukturiert und mit verzerrter Stimme. Nach diesem Ausrutscher folgt aber mit „Residual Fear“ wieder ein absoluter Hit, der Tanzflächenfüller-Potential besitzt, eingängig und atmosphärisch ist und durch abwechslungsreiche elektronischen Rhythmen, treibende Beats und wunderbaren Gesang glänzt. Was das Instrumentalstück „5150“ aussagen soll, bleibt wohl Interpretationssache, jedoch animieren mich die Pianoklänge mit der Vielzahl an Hintergrundgeräuschen letztendlich, zum nächsten Titel zu skippen. Die Midtempo-Nummer „Here“ besticht mit eindrucksvollen, geheimnisvollen Synthesizer-Klängen und transportiert Bedrohlichkeit und Dunkelheit, vor allem auch durch die wahnsinnige Ausdruckskraft der Stimme und Betonung der Lyrics. „Lovely Sort of Death“ erinnert mich ein bisschen an den Sound der SISTERS OF MERCY, die 80iger Jahre Einflüsse sind nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem nur ein durchschnittlicher Song auf diesem Album. Eine eindrucksvolle Coverversion ist ANDERS MANGA mit „The Mercy Seat“ (Original: NICK CAVE & THE BAD SEEDS) gelungen. Voller Leidenschaft und Tragik kann sich diese Version wirklich hören lassen und lässt den Klassiker im neuen Glanz erstrahlen. Rockig und eingängig endet das Werk mit „You should be dead by now“, während Kopf und Beine im Takt mitwippen.

Um auf die Beschreibungen des beiliegenden Flyers zurückzukommen, der Ausdruck „Elektrisierend“ passt meiner Meinung nach am besten. „Überraschend“ hätte ich als noch passender empfunden. Denn das war es wirklich, immer wieder überraschend. Besonders die Stimme muss an dieser Stelle als besonders faszinierend erwähnt werden, ebenso die Vielzahl der musikalischen Elemente, die hier zu einem stimmigen Ganzen verbunden wurden. Ein starkes Album mit einigen Perlen und wenigen Enttäuschungen, welches ich als sehr gelungen empfinde und nur weiterempfehlen kann! Die Neugier auf die baldige Veröffentlichung des nächsten ANDERS MANGA Albums ist geweckt!

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